Céleste Albaret Monsieur Proust

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Inhaltsangabe zu „Monsieur Proust“ von Céleste Albaret

Monsieur Proust ist ein Klassiker der Proust-Literatur. Das Buch wurde von Percy Adlon unter dem Titel Celeste erfolgreich verfilmt. Celeste Albaret war Prousts Haushälterin in den letzten neun Jahren seines Lebens. Neun Jahre lang hat sie den seit frühester Kindheit an Asthma Leidenden umsorgt und war seine geduldige und wißbegierige Zuhörerin. Erst fünfzig Jahre nach seinem Tod war Madame Albaret bereit, über ihre Zeit mit Proust zu berichten; ihr Buch wurde sogleich als literarisches Ereignis gefeiert. Ihr Bericht hat einen ganz eigenen Charme und gibt aufschlußreiche Einblicke in Arbeitsweise und Lebensführung, Ansichten und Eigenheiten und nicht zuletzt in den Humor und die Liebenswürdigkeit des Autors.§§

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  • Rezension zu "Monsieur Proust" von Céleste Albaret

    Monsieur Proust

    Clari

    13. June 2010 um 11:46

    Das Leben eines Genies aus der Nähe betrachtet. Nach fünfzig langen Jahren hat sich Céleste Albaret, die langjährige Haushälterin Marcel Prousts,1972 zur Niederschrift ihrer Erinnerungen an ihre Arbeit im Hause Prousts bereit gefunden.Von 1913 bis zu seinem Tode 1922 hat sie ihm als Haushälterin und enge Vertraute gedient. Jung verheiratet hatte sie sich in den ersten Jahren ihrer Ehe in Paris gelangweilt und war durch die Vermittlung ihres Ehemannes 1913 in den Haushalt Marcel Prousts als Haushälterin aufgenommen worden. Damals war sie 22 Jahre alt. M. Proust, der berühmte und nachgerade legendäre Schriftsteller seines Erinnerungsromans „ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit,“ zeigt ihr von Beginn an seine feinfühlige und sensible Aufmerksamkeit. Was als vorsichtige Annäherung beginnt, das wächst zu einem dauerhaften und nachhaltigen Arbeitsbündnis zusammen. Als der erste Weltkrieg ausbricht und Celestes Mann und auch die männlichen Diener Marcel Prousts in den Krieg ziehen müssen, wird die anfänglich nur vorübergehend gedachte Betreuung für den kranken Sonderling allmählich zum Dauerzustand. Nach anfänglichem Zaudern von ihrer Seite gewinnt Céleste mehr und mehr Vertrauen zu M. Proust und lernt den exzentrischen und in seinen Gewohnheiten sehr eigenen Mann näher kennen. Er seinerseits findet in ihr eine fürsorgliche und vertrauensvolle Seele. Seine Lebensgewohnheiten sind äußerst ungewöhnlich, da er tagsüber schläft und nachts arbeitet und ausgeht. Er hat Asthmaanfälle, die ihm eine strenge Lebensführung und besondere Hilfsmaßnahmen abverlangen. Die Geschichte der Annäherung der beiden ungleichen Protagonisten ist von eigenwilligem Charme und einer höchst amüsanten Heiterkeit. Céleste respektiert seine Sonderwünsche und ist ihm stets zu Diensten; er seinerseits scheint zu ihr eine Art kumpelhafter Freundschaft zu entwickeln. Er teilt ihr Gedanken und Gefühle mit, zeigt ihr die Schönheiten der Natur und versucht, sie an die Kunst heranzuführen. Sie wird später zu seiner engsten Vertrauten und Lektorin, ohne dass sie gegenseitige je die Distanz verletzen. Seine Homosexualität wird in ihren Erinnerungen ausgeklammert. Man darf das als Zeichen ihrer vornehmen Zurückhaltung betrachten. Zur Ergänzung des Porträts eines ungewöhnlichen Schriftstellers sind die Erinnerungen von unschätzbarem Wert! Neugierig und begeistert wirft man einen Blick durchs Schlüsselloch in die geheimen Gemächer des Dichters und freut sich, dass man durch diese Erinnerungen seinem Alltag und seinen Lebensgewohnheiten, auch seiner Familie und seinen Freunden ein wenig näher kommt. Céleste Albaret zeigt in ihren Erinnerungen eine tiefe Verehrung für den Meister der empfindsamen Poesie. Georges Belmont hat die Erinnerungen nach Gesprächen mit ihr aufgezeichnet und Margret Caroux hat sie hervorragend ins Deutsche übersetzt.

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  • Rezension zu "Monsieur Proust" von Céleste Albaret

    Monsieur Proust

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. April 2009 um 23:55

    Wer IHN abgöttisch liebte, ohne ihm jemals zu nahe zu treten, das war seine Haushälterin Céleste Albaret. Ihre Memoiren lassen keinen Zweifel daran, dass jene Zeit, die sie an seiner Seite verbrachte, bei weitem das schönste war, das ihr passieren konnte. Erst nach dem Tod der Mutter widmet sich Proust konsequent seinem Opus magnum. Nachdem er jahrelang in den Salons der mondänen Welt zu Gast war und dort seine feinsinnigen Analysen vornahm, zog er sich immer mehr zurück. Nun hatte er genug gesehen, um die Recherche zu beginnen. Da Proust unter starkem Asthma leidet, arbeitet er nachts. Er lebt hinter geschlossenen Vorhängen und lässt die Wände mit Korkplatten abdichten, denn er braucht absolute Stille, die kein Straßenlärm stört. Sein Tag beginnt erst um vier Uhr Nachmittags. Wenn überhaupt, verlässt er gegen Mitternacht das Haus, während andere heimkehren. Es ist eine verkehrte, aber faszinierende Welt, in die Céleste Albaret eintaucht, als sie Prousts Haushälterin wird. Sie passt sich seinem Lebensrhythmus an. Der rumänische Prinz Antoine Bibesco, der sich zu Prousts Freunden zählte, vertrat die Ansicht, dass Céleste Albaret neben seiner Mutter die einzige Frau war, die Proust jemals liebte. „In den Wochen nach seinem Tod hatte ich nur den Wunsch zu sterben“, gestand sie Georges Belmont, der ihre Memoiren aufzeichnete.

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