Thematisch ist das Feiern eines Familienfestes nichts Neues und auch nichts Interessantes. Und mit vier Geschwistern im mittleren Alter nebst ihren jeweiligen Partnern, Kindern und ihrer verwitweten Mutter Elisabeth sind anfangs verwirrend viele vielfältige Figuren zu verarbeiten beim Lesen – eine Durststrecke. Im Verlauf dieser alljährlichen Pflichtveranstaltung im Garten mit BBQ und offenem Pool im Jahr 2021 entwickelt sich allmählich eine zum Greifen nahe angespannte Atmosphäre durch allmähliche Aufdeckung von teils doch dramatischen Geheimnissen aus der Vergangenheit. Aus der Perspektive einzelner gut charakterisierter Familienmitglieder offenbart sich Problematisches aus den Jahren 1970, 1987 und 1989, die zu wichtigen Entscheidungen und teils fatalen Aktionen in der Gegenwart führen. Der Schreibstil, diese sonderbare, lebensnahe Dynamik der Familie beschreibend, ist angenehm, emotional feinfühlig und detailliert beobachtend. Nach außen hin auf den Eindruck einer perfekten, erfolgreichen, reichen Familie bedacht, grassieren untereinander unausgesprochene, brodelnde Empfindlichkeiten, die scheinbar jedes erfreuliche Miteinander torpedieren. Die Abgründe der Mitglieder gipfeln in einem vagen Ende des atmosphärischen Romans.
Céline Spierer
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Bevor es geschah
Neue Rezensionen zu Céline Spierer
Während das Buch mit vielen Unbekannten startet, da man die zahlreichen Charaktere nicht kennt, offenbaren sich die Figuren doch mit der Zeit und zeigen was wirklich in ihnen steckt. Vor allem die Frauen unterschätzt man doch sehr.
Ich habe das Buch innerhalb von 24h durchgesuchtet und bleibe etwas baff zurück, da mich schon lange keine Geschichte mehr so sehr gefesselt hat. Allein der Start der Geschichte zeigt ja, dass in der Familie viel im Argen ist und jeder nur mit sich beschäftigt ist.
Die Familiengeheimnisse, die dem Leser um die Ohren gehauen werden, haben es in sich. Manche ahnt man schon zu Beginn, andere sieht man gar nicht kommen.
Ich bin sehr froh, dass dieses Buch gewählt wurde und ich durch den Podcast (Zwischen Kotti und Kapiteln) drauf aufmerksam gemacht wurde, denn ohne dem wäre ich nie über dieses Buch gestolpert.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe ist, dass ab der 2. Hälfte zwischen Gegenwart (2021) und Vergangenheit gesprungen wird, ohne dass dies im Buch durch eine neue Kapitelüberschrift angezeigt wird. Das hat mich zunächst etwas verwirrt. An diesen Stellen musste ich 2 bis 3 Mal lesen, um zu verstehen, dass wir uns nicht mehr 1989 befinden, sondern wieder auf der Familienfeier.
Mein ausgelesenes Exemplar, was gestern erst geliefert wurde, wird nun in meiner Familie verteilt und die Familienmitglieder zum Lesen animiert. Diese tolle Geschichte dürfen sie nicht verpassen.
Zusammenfassung:
In dieser Geschichte begleiten wir ein Familientreffen, bei dem nicht nur Elisabeth Haynes, sondern auch ihre vier Kinder und deren Partner im Mittelpunkt stehen. Alle tragen ihre eigenen Gedanken, Sorgen und Geheimnisse mit sich, die nach und nach ans Licht kommen.
Persönliche Meinung:
Zu Beginn fiel es mir schwer, den Überblick über die vielen Figuren zu behalten. Auch die ständigen Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels haben mich irritiert, doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und das Buch schließlich recht zügig gelesen. Besonders gelungen fand ich, wie Céline Spierer einzelne Ereignisse eindrücklich und nachvollziehbar beschreibt und dabei verschiedene Blickwinkel einnimmt.
Trotzdem waren es mir insgesamt zu viele Figuren für die relativ wenigen Seiten, sodass die Geschichte für mich nicht die nötige Tiefe erreichte, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
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