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Neue Rezensionen zu C L Miller

“All hunts begin with something that has been lost… or taken.” (S. 5)

Inhalt:

Freya Lockwood wird von ihrer Vergangenheit eingeholt: Arthur Crockleford, der für Freya einst wie ein Großvater gewesen ist und in ihr die Liebe zu Antiquitäten geweckt hat, wird tot in seinem Antiquitätengeschäft aufgefunden. Seit Jahren hatte Freya keinen Kontakt mehr mit Arthur, weil sie durch ihn einen tragischen Verlust erlitten hat, der ihr bis heute nachgeht. Schon bald kommen Freya Zweifel, ob Arthurs Tod wirklich ein Unfall gewesen ist. Kurz vor seinem Tod hatte er Freya nämlich noch einen Brief geschrieben aus dem hervorgeht, dass er ins Visier von Verbrechern geraten war und um sein Leben fürchtete. Gemeinsam mit ihrer Tante Carole macht sich Freya daran herauszufinden in was Arthur hineingeraten ist und dazu reisen die beiden zu einem herrschaftlichen Anwesen um den Nachlass eines vor kurzem verstorbenen Antiquitätensammlers in Augenschein zu nehmen…

Meine Meinung:

Diese Geschichte lässt einem in die spannende Welt der Antiquitäten eintauchen und das hat von Beginn an mein Interesse geweckt und mir richtig gut gefallen. Es ist schon interessant, dass mache für den Laien relativ unscheinbar wirkenden Gegenstände in Wahrheit ein Vermögen wert sein können. Bestes Beispiel sind die in der Geschichte vorkommenden Martin-Brothers-Birds, denn diese Vogelstatuen sehen nicht nur absolut klasse und niedlich aus, sondern haben tatsächlich einen Wert im sechsstelligen Bereich.

In die Hauptperson Freya kann man sich von Beginn an sehr gut hineinversetzen. Es wird einfühlsam beschrieben wie überfordert sie zunächst davon ist, dass sie so plötzlich wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Zunächst wird nur angedeutet, dass sie vor Jahren ein Schicksalsschlag ereilt hat, der zum Kontaktabbruch mit Arthur geführt hat und es ist interessant nach und nach zu erfahren was damals wirklich passiert ist und welche Auswirkungen dies für die Gegenwart hat. Freyas Entwicklung im Laufe der Geschehnisse hat mir gefallen. Sie gewinnt an Selbstvertrauen, erkennt das mehr in ihr steckt als gedacht und wieviel das Leben noch für sie bereithält. Sie findet den Mut es nicht länger hinzunehmen, dass sie jahrelang ihre Interessen und Träume zugunsten anderer aufgegeben hat.

Freyas Tante Carole schließt man ebenfalls schnell ins Herz. Die extrovertierte, quirlige, extravagante und herzensgute Carole ist in mancher Hinsicht das genaue Gegenteil von ihrer eher unauffälligen Nichte Freya. Freya und Carole geben ein tolles Team ab und es ist schön zu verfolgen wie Carole Freya dabei hilft wieder an sich zu glauben und zu sich selbst zu finden.

Es handelt sich um einen vergleichsweise „harmlosen“ Kriminalroman für entspannte Lesestunden. Zwar wird in der Geschichte unter anderem Mord thematisiert, aber die Stimmung in die man beim Lesen versetzt wird ist dennoch nie besonders düster. Es gibt nur wenige bedrohliche bzw. gefährliche Situationen und diese werden zudem recht schnell wieder aufgelöst.

Einer meiner Kritikpunkte an dieser Geschichte besteht darin, dass mir das Geschehen in mehrfacher Hinsicht zu konstruiert erscheint. Zwar wird dadurch das Interesse beim Lesen geweckt und die Spannung aufrechterhalten, aber das Ganze wirkt dadurch leider auch um einiges unglaubwürdiger. So ist z. B. der Brief, den Arthur kurz vor seinem Tod geschrieben hat sehr geheimnisvoll und spannend, weil es voller Andeutungen und versteckter Hinweise ist deren Bedeutung erst noch entschlüsselt werden muss. Zugleich konnte ich aber nicht nachvollziehen weshalb er Freya nicht noch auf anderem Wege konkretere Erläuterungen hat zukommen lassen – immerhin geraten Freya und Carole durch ihre Nachforschungen ins Visier derselben Verbrecher die Arthur bedroht hatten und da ist es doch überaus unverantwortlich und gefährlich die beiden weitgehend ahnungslos in die Geschehnisse stolpern zu lassen. Ein weiteres Beispiel ist, dass Arthur etwas für Freya bei sich zu Hause versteckt hat und dass er eine dritte Person angewiesen hat Freya einen Brief zu übergeben. Zwar ist es spannend wie Freya dann auf diese Dinge stößt, aber es ist aus meiner Sicht kein wirklich schlüssiges und nachvollziehbares Verhalten von Arthur: Wenn er wollte, dass Freya diese Dinge unbedingt bekommt ist es doch höchst riskant einfach darauf zu hoffen, dass Freya sein Haus durchsuchen wird und genau dieses Versteck aufstöbern wird. Außerdem hätte es sein können, dass die von Arthur mit der Übergabe des Briefes beauftragte dritte Person vergisst dies zu tun, denn er hat nicht auf die Bedeutsamkeit dieses Briefes hingewiesen.

Die Geschichte lebt sehr davon, dass man mit Freya und ihrer Tante Carole zwei nette und sympathische Protagonistinnen hat. Das hat mich stellenweise ein wenig darüber hinweggetröstet, dass mir das Erzähltempo der Geschichte ziemlich langsam ist. So kommen Freya und Carole erst nach fast 100 Seiten (= fast ein Drittel des Buches) endlich in dem abgelegenen Herrenhaus an, das – wie der Klapptext ankündigt – der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist. Dann müssen nochmals so einige Seiten vergehen ehe man alle Personen kennengelernt hat, die sich dort aufhalten und ehe Freya und Carole häppchenweise mehr über den geheimnisumwitterten Nachlass des verstorbenen Antiquitätensammlers erfahren. 

Besonders gefallen haben mir an diesem Buch die vielen wunderschönen Zitate und Lebensweisen. Hier einige Beispiele:

“Sooner or later we all leave this earth. What matters is the story we’ve left behind.” (S. 59)
“Always be ready for the tide to turn.” (S. 207)
“A wolf in sheep’s clothing is still a wolf.” (S. 229)
“Nostalgia is the bittersweet acceptance of all we were and what we’ll never be again.” (S. 271)
“We all make mistakes. It’s what we do afterwards that matters.” (S. 293)
“You’re never too old for a jolly good time,” Carole called after me. (S. 320)

Gegen Ende wird das Buch spannend und es wird besonders für Freya gefährlich ehe das Verbrechen und die mit ihm in Zusammenhang stehenden Geschehnisse auf zufriedenstellende Weise aufgeklärt wird. Dabei wird gekonnt ein Bogen zwischen den tragischen Ereignissen in Freyas Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen, der es Freya ermöglich nach vorne zu blicken. Leider finde ich das Ende mit Blick auf die Gesamtlänge des Buches aber zu überstürzt und es ist mir etwas zu abrupt.

Fazit:

Diese Geschichte punktet mit sympathischen Charakteren und einem interessanten Einblick in die Welt der Antiquitäten. Leider ist der Kriminalfall aber recht durchschnittlich, unspektakulär und verläuft sehr geradlinig. Außerdem finde ich die Handlung stellenweise zu konstruiert und ich hatte den Eindruck, dass manchmal zu gewollt versucht wurde Spannung zu erzeugen.

Leider enttäuschend

Das Cover hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich war happy, dass ich bei der Leserunde das in Deutschland noch nicht erschienene Buch lesen durfte. Wieso auch nicht, die Optik ist einnehmen und auch der Klappentext klingt vielversprechend. Dieser Eindruck hielt sich noch ein wenig, nachdem ich gestartet bin, flachte dann aber von Seite zu Seite mehr ab. Nicht falsch verstehen, die Idee ist genial und man hätte definitiv ein grandioses Leseerlebnis daraus machen können, wenn man mehr von diesem Handwerk verstehen würde. Leider merkt man deutlich, dass die Autorin zwar viel Ahnung vom Antiquitätenmarkt hat, aber leider wenig Ahnung davon, wie man ein Buch schreibt. Die Figuren blieben ebenso flach wie der Spannungsbogen und die dauernden Wiederholungen ihrer Gefühlslagen waren auch nicht sonderlich zuträglich. Dass ich mich regelrecht durch das Buch kämpfen musste, lag leider nicht an der Sprache. Nach nur wenigen Seiten habe ich das Buch immer wieder aus der Hand gelegt oder bin darüber halb eingeschlafen.

Natürlich ist das wie immer ein rein subjektiver Eindruck, den andere vielleicht nicht teilen. Daher rate ich jedem, der neugierig auf diesen Roman ist, sich selbst ein Bild zu machen.

Netter Krimi mit wenig Spannung

Zum Inhalt:

Als Freya Lockwood die Nachricht erhält, dass ihr früherer Mentor Arthur Crockleford unter mysteriösen Umständen in seinem Antiquitätenladen verstorben ist, ahnt sie noch nicht, welche Gefahr sie erwartet. Arthur hinterlässt einen Brief, den er Tage vor seinem Ableben verschickt hat und mit dem er Hinweise auf seinen Mörder gibt. Freya macht sich  mit ihrer Tante Carole auf zu einem Landgut voller Antiquitäten, wo sie ein Wochenende verbringen wollen. Doch sehr bald stellt Freya fest, dass die Antiquitäten nur nachgebildet sind. Von den Originalen fehlt jede Spur. Und alle Antiquitäten-Fans vor Ort scheinen zudem ganz persönliche Geheimnisse zu haben. Freya vermutet Arthurs Mörder unter ihnen und beginnt zu ermitteln... 


Meine Leseerfahrung:

Ich wollte schon seit Langem wieder mal ein Buch auf Englisch lesen. Und als ich vernommen habe, wie Millers Debüt hoch angepriesen wurde, indem Vergleiche zu Agatha Christie gezogen wurden, habe ich als Christie-Fan nicht allzu lange überlegt. Das Problem bei solchen Aussagen ist aber, dass man sich als Leser nicht völlig unvoreingenommen an das Buch herantastet. Meine Erwartungen waren natürlich weit hoch angelegt, ich habe nichts Geringeres als einen genial ausgeklügelten Krimi wie eben bei der Grand Dame der Kriminalliteratur erhofft. 


Die ersten Leseabschnitte waren dann auch vielversprechend. Die Einbettung von Antiquitäten etc. in eine Kriminalgeschichte mit Mordopfer war für mich persönlich sehr ansprechend und hochinteressant. Allerdings konnte Miller die Spannung leider nicht konstant halten. Auch wenn es einen beträchtlichen Verdächtigenkreis gibt und der Leser wunderbar den Hinweisen folgen und miträtseln kann, wird es irgendwann konfus und langatmig. Ab der Hälfte des Buches habe ich mich nur noch durchgekämpft und fand einige Punkte nicht ganz schlüssig aufgeklärt. 

Und das lag ganz sicher nicht an. Verständnisschwierigkeiten. Auch wenn es schon länger her ist bei mir, bin ich sehr gut mit der englischen Ausgabe zurecht gekommen. Selbst unbekannte Vokabeln erklären sich aus dem Zusammenhang selbst, so dass der Lesefluss zumindest nicht auf sprachlicher Ebene gestört wird. 


Vielmehr war ich irgendwann von der Story selbst genervt. Gegen Ende habe ich vergebens auf eine unerwartete Wendung gehofft und war schließlich von der Auflösung ernüchtert, da sie mir zu stark konstruiert und erzwungen erschien, als hätte die Autorin in letzter Minute noch einen Täter herbeizaubern müssen, um die Story zu retten. 


Vielleicht hätte ich mich mehr an diesem Roman erfreuen können, wenn meine Erwartungshaltung eine andere gewesen wäre. Den gezogenen Vergleich zu Agatha Christie finde ich jedoch zutiefst anmaßend. Dem wird die Story hier leider überhaupt nicht gerecht. Miss Marple ist eine Klasse für sich, die Figuren hier kommen nicht annähernd auf dieses Level. Nett zu lesen, aber eher durchschnittlicher Kriminalroman! 


Fazit:

"The Antique Hunter's Guide to Murder“ ist ein netter, aber kein überragender Krimi mit wenig bzw. kaum Spannung, dafür aber mit einem überaus interessanten Einblick in die Welt der Antiquitäten. 

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