C Pam Zhang

 4,1 Sterne bei 132 Bewertungen

Lebenslauf

C Pam Zhang wurde 1990 in Peking geboren, ist aber hauptsächlich ein Kind der Vereinigten Staaten. Ihre Literatur erschien u.a. in »Harper's Bazaar«, in der »New York Times« und im »New Yorker«, ihr Debütroman »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold« war ein internationaler Bestseller und stand u.a. auf der Longlist des Booker Prize. Zhang wurde mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von C Pam Zhang

Cover des Buches Wie viel von diesen Hügeln ist Gold (ISBN: 9783596703326)

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

(98)
Erschienen am 22.02.2023
Cover des Buches Wo Milch und Honig fließen (ISBN: 9783103975437)

Wo Milch und Honig fließen

(22)
Erschienen am 24.01.2024
Cover des Buches Wie viel von diesen Hügeln ist Gold (ISBN: 9783732457069)

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

(9)
Erschienen am 25.08.2021
Cover des Buches Wie viel von diesen Hügeln ist Gold (ISBN: B09C2489K7)

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

(1)
Erschienen am 01.09.2021
Cover des Buches How Much of These Hills Is Gold: A Novel (ISBN: 9780525537212)

How Much of These Hills Is Gold: A Novel

(1)
Erschienen am 06.04.2021
Cover des Buches Land of Milk and Honey (English Edition) (ISBN: 9781804945292)

Land of Milk and Honey (English Edition)

(0)
Erschienen am 28.09.2023

Videos

Neue Rezensionen zu C Pam Zhang

Cover des Buches Wo Milch und Honig fließen (ISBN: 9783103975437)
M

Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von C Pam Zhang

Marcello
Sinnlich und unbequem: Zhangs Blick auf Klasse, Umwelt und Kontrolle

Wo Milch und Honig fließen von C. Pam Zhang ist für mich ein Roman, den man am besten mit mehreren Brillen gleichzeitig liest: als Klassen- und Machtkritik, als Ökologieerzählung und als sinnlich-körperliche Studie über Begehren, Abhängigkeit und Kontrolle.

Im Zentrum steht eine Köchin, die in einer nahen Zukunft ihren neuen Job antritt in einer abgeschotteten Berg-Enklave  – ein Ort mit klarer Luft und Überfluss, während im Rest der Welt Smog, Mangel und Verfall das Leben bestimmen. Gerade dieser Kontrast ist die große Stärke des Buches. Genuss wird nicht romantisiert, sondern als Privileg gezeigt, das auf Ausschluss basiert. Das Bergrefugium wirkt wie eine Arche für wenige – und gleichzeitig wie ein Elfenbeinturm, der die Welt zwar beobachtet, aber sich ihr entzieht. Der Smog und die Dunkelheit sind dabei mehr als eine Kulisse: Sie stehen für eine beschädigte Umwelt und für den moralischen Nebel, in dem man sich einrichten kann, wenn man nur weit genug weg ist.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die Verbindung aus Sinnlichkeit und Unbehagen. Essen, Lust und Macht hängen eng zusammen. Jede üppige Szene trägt ein Echo von Verlust und Schuld, jede Nähe zwischen Figuren hat auch etwas von Handel und Hierarchie. Und trotzdem (oder gerade deshalb) ist das Buch enorm packend.

Einige Sätze fand ich schlicht grandios – präzise, scharf, manchmal brutal schön – vor allem in der Charakterisierung. Die Figuren werden nicht über Erklärungen lebendig, sondern über Blicke, Gesten, Tonlagen und diese messerscharfen Beobachtungen, die einem plötzlich klar machen, wie die Machtverhältnisse wirklich laufen.

Alles in allem: ein tolles, lesenswertes Buch – sinnlich, klug und unbequem, ohne platte Botschaften. Wer literarische Klimafiktion mag, die nicht nur warnt, sondern über Genuss, Klasse und Begehren nachdenkt, sollte es lesen.

Cover des Buches Wo Milch und Honig fließen (ISBN: 9783103975437)
Aischas avatar

Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von C Pam Zhang

Aischa
Erst kommt das Fressen, dann die Moral

C Pam Zhang entwirft in "Wo Milch und Honig fließen" ein düsteres Szenarion in naher Zukunft, in dem ein allgegenwärtiger Smog das Leben auf der Erde nahezu ungenießbar macht. Pflanzen, Tiere und kulinarische Vielfalt sind nahezu völlig verschwunden, zurück bleibt eine Menschheit, die sich von Mungobohnenmehl ernährt – eine trostlose Einheitskost in einer trostlosen Welt. Inmitten dieser Misere folgt der Roman den Erinnerungen einer Köchin, die sich als junge Frau einer geheimen Luxuskolonie anschließt, um wieder mit echten Zutaten zu arbeiten – ein verheißungsvoller Plot, der kulinarische Sinnlichkeit, ethische Fragen und dystopische Spannung verspricht.

Zhang nutzt diese Ausgangssituation, um brisante Themen wie soziale Ungleichheit, moralische Flexibilität in Extremsituationen, restriktive Migrationspolitik und die Sexualisierung asiatischer Frauen zu verhandeln. Der Bezug zu Brechts berühmtem Diktum aus der Dreigroschenoper – „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – drängt sich förmlich auf. Was passiert mit unserer Ethik, wenn es ums bloße Überleben geht?

Leider konnte der Roman das intellektuelle und emotionale Potenzial dieser Fragen für mich nur bedingt einlösen. Zwar ist der Einstieg vielversprechend – Zhangs Sprache ist bildstark, voller Atmosphäre und Sinneseindrücke –, doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr verliert sie an Kraft. Besonders enttäuscht hat mich, wie das zentrale Element der Kulinarik – das sinnliche Erleben, das Kochen als Ausdruck von Identität und Sehnsucht – zunehmend verflacht. Die anfänglich poetischen Beschreibungen der Speisen verkommen zur bloßen Aufzählung von Gerichten und Zutaten. Die Leidenschaft der Protagonistin für ihre Kunst wirkt seltsam blutleer.

Auch auf der Figurenebene bleibt Vieles im Ungefähren. Die Protagonistin ist zwar deutlich gezeichnet, doch ihr Umfeld wirkt schemenhaft – ihre Gegenspieler, Mitstreiter oder Förderer bleiben vage, ihre Motivationen im Dunkeln. Was als psychologisch vielschichtiges Drama hätte angelegt sein können, bleibt somit eine Abfolge symbolischer Szenen, deren Sinn sich mir nicht immer erschloss.

Ein besonders irritierender Moment ist die explizite Darstellung einer lesbischen Sexszene, die weniger als sinnlicher Ausdruck von Nähe oder Begierde daherkommt, sondern vielmehr an schlecht inszenierte Pornofilme erinnert. In einem Buch, das sich mit der sexualisierten Projektion auf asiatische Körper kritisch auseinandersetzen möchte, ist das ein ästhetischer und ethischer Fehltritt.

Was letztlich am meisten fehlt, ist ein innerer Kompass – eine klare Haltung oder ein erzählerischer Fokus. Die Themenfülle wirkt überambitioniert, der moralische Unterbau bleibt fragmentarisch. Gesellschaftskritik wird angedeutet, aber nicht durchdrungen; narrative Spannung aufgebaut, aber nicht eingelöst.

So hinterlässt "Wo Milch und Honig fließen" einen zwiespältigen Eindruck: ein Werk mit großem Anspruch und faszinierender Prämisse, das erzählerisch aber oft leerläuft und seine eigene Substanz nicht recht fassen kann. Eine dystopische Speisekarte voller vielversprechender Gerichte – aber mit fadem Nachgeschmack.

Cover des Buches Wie viel von diesen Hügeln ist Gold (ISBN: 9783596703326)
Ana80s avatar

Rezension zu "Wie viel von diesen Hügeln ist Gold" von C Pam Zhang

Ana80
Identität

Die beiden Waisenkinder Lucy und Sam fliehen bewaffnet und mit der Leiche ihres Vaters durch die Prärie. Sie wollen ihren Vater nach einem chinesischen Ritual begraben, denn nur so kann ihr Vater nach Hause finden. Was sie allerdings nicht wissen ist, was „Zuhause“ überhaupt bedeutet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist Amerika noch im Goldrausch und die beiden Kinder reisen durch ein unbarmherziges Land, vollkommen auf sich allein gestellt. Sie haben keine Hilfe zu erwarten, da sie nicht nur Waisen, sondern außerdem noch asiatischer Herkunft sind.

C. Pam Zhangs Debüt ist ein außergewöhnliches Buch, was aus der Masse heraussticht. Es erzählt nicht nur die Geschichte der beiden Kinder, sondern auch die unendlich vieler chinesischer Arbeiter, die im Zuge des Goldrauschs zwar angeworben wurden, aber dennoch in Amerika ungewollt waren. Das Buch hebt sich deutlich ab von klischeebedienenden Wild-West-Romanen, denn hier geht es um so viel mehr als Prärie, Gold und Cowboys. Es geht vor allem um Identität und den Wunsch nach Heimat, an einem Ort, an dem man nicht gewollt ist und um Verlust von Menschen, den Eltern, der Natur uvm.
Das Buch erzählt schonungslos und oft auch brutal von dem harten Schicksal der Kinder. Es vermittelt das Gefühl ständiger Hoffnung, Einsamkeit und des nie Ankommens. Man taucht ein in eine bewegende Beziehung zweier sehr unterschiedlicher Geschwister und verfolgt voller Spannung ihren Weg.

Ein grandioser Roman! Ich bin dankbar ihn entdeckt zu haben und kann ihn nur absolut weiterempfehlen! 

Gespräche aus der Community

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte: zwei Waisenkinder asiatischer Herkunft auf der Suche nach einem Zuhause in einer vom Goldfieber befallenen Welt. Im gefeierten Debütroman von C Pam Zhang gehen die Geschwister Lucy und Sam einen schwierigen Weg in einer feindlichen Landschaft im Westen der USA, mit der Hoffnung, eines Tages keine Fremde mehr zu sein.
Seid ihr bereit für eine unvergessliche Leseerfahrung? "Wie viel von diesen 
Hügeln ist Gold" ist unser neuer Titel im Literatursalon!

2.035 BeiträgeVerlosung beendet
Madame_Klappentexts avatar
Letzter Beitrag von  Madame_Klappentext

Hallo,

besser spät als nie. Ich habe mich wirklich schwer getan in die Story einzubinden. Letztendlich hat es mir aber wahnsinnig gefallen wie viele verschiedene Facetten hier miteinander verwoben wurden. Mehr gibt's in meiner Rezension. Hier die Links:


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https://madameklappentext.de/2021/08/26/rezension-wie-viel-von-diesen-huegeln-ist-gold-von-c-pam-zhang/

Danke nochmal für die Leserunde, bei der ich leider viel zu still war. Sorry dafür.

LG

Zusätzliche Informationen

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