C. B. Stoll Victoria-Report

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Inhaltsangabe zu „Victoria-Report“ von C. B. Stoll

Die Journalistin Mara Podolski kehrt mit einem Bericht über die Ernährungsindustrie aus Tansania zurück und will diesen veröffentlichen. Der renommierte Lebensmittelkonzern Royal Diners aber auch Berliner Politiker wirken der Veröffentlichung vehement entgegen. Mara Podolski wird eingeschüchtert, denunziert und körperlich bedroht. Beruflich verunsichert, wendet sich die Journalistin an ihren ehemaligen Arbeitgeber, der ihr den Nachruf einer verunglückten PR-Expertin überantwortet. Bei den dafür notwendigen Recherchen stellt Podolski fest, dass der Tod der Frau mit ihrem eigenen Bericht aus Tansania im Zusammenhang stehen könnte. Die Entdeckung mündet in einer bespiellosen Auseinandersetzung zwischen Vertretern einer übermächtigen Industrie und einer Journalistin, die plötzlich um ihr eigenes und um das Leben ihres Sohnes fürchten muss.

Dieser meisterhafte und brisante, leider zu wenig bekannte Thriller hat alles, was man von einer Story mit Niveau und Spannung erwartet.

— antonmaria
antonmaria

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  • Ein leider verkanntes Thriller-Meisterwerk!

    Victoria-Report
    antonmaria

    antonmaria

    Dieser meisterhafte und brisante Thriller hat alles, was man von einer Story mit Niveau und Spannung erwartet. Aktuell ist das Thema, Brainfood und die Machenschaften der Ernährungsindustrie und ihrer Exponenten. Spannend die Geschichte, in die eine couragierte Journalistin Mara Podolsky, die Protagonistin, verstrickt wird. Lehrreich und ebenso spannend das geschickt in den Roman gestreute Wissen zu Ernährungsfragen und fragwürdigen Trends. Witzig, geistreich und messerscharf auch die Dialoge mit dem Zynismus der Mächtigen aus der Wirtschaft und Manipulatoren aus der Medienwelt. Interessant und facettenreich gezeichnet die Akteure und ihre Charakter und Sichtweisen der Welt. Und last but not least: Eine wortgewaltige Sprache, die für sich allein schon ein Genuss und für Thriller und Belletristik einmalig und leider selten ist. Der ungestüme Erzählstil mit verschiedensten Schauplätzen, die Brisanz und Aktualität des Themas und die fundierten und spürbaren Recherchen und die Charaktere mit Ecken und Kanten sind die Stärken des Victoria-Reports. Mara Podolski, die Version des modernen Wallraff, hat eindeutig das Zeug zur sympathischen Serienheldin mit Courage. C. B. Stoll erzählt seine Geschichte einer in immer neue Verwicklungen führenden Achterbahn und bietet reichlich Nervenkitzel, Aktuelles, Lehrreiches und Spannung. Mit unerwarteten Wendungen überrascht er den Leser immer wieder von neuem, übertrifft er immer wieder das Absehbare und Vermutete, ohne dass dabei Glaubwürigkeit und Realität darunter leiden. Der Autor hält auf jeder Seite Wort, was er seinen Lesern verspricht: Die Figuren meiner Romane sind dem Leben entnommen, die Szenarien sind realistisch, die Hintergründe akribisch genau recherchiert. Satz für Satz, Kapitel für Kapitel entführe ich Sie damit in eine Welt, von der Sie vermutlich geglaubt haben, sie längst zu kennen – bis Sie die erste Seite meines Romans aufgeschlagen haben… Fazit: Ein in jeder Beziehung lesenswertes, packendes und dazu noch höchst lehrreiches Werk. Schade, dass es dieses Meisterwerk nicht bekannter oder zum Bestseller geworden ist...

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  • Der Fisch stinkt vom Kopfe her

    Victoria-Report
    Stefan83

    Stefan83

    26. February 2013 um 17:22

    Es konnte wohl kaum einen besseren Zeitpunkt als den jetzigen geben, um C. B. Stolls Erstlingswerk „Victoria-Report“ zu veröffentlichen, ist doch das Thema Ernährung nicht zuletzt auch durch den Pferdefleisch-Skandal wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Die Bemühungen des Verbrauchers, sich keine näheren Gedanken um das zu machen, was da dampfend auf ihrem Teller liegt, werden auch durch das vorliegende Buch durchkreuzt, in dem uns der in Zürich lebende Autor eine Geschichte über die Machenschaften von Ernährungs- und Lebensmittelindustrie kredenzt, welche, trotz fehlender blutiger Leichen, vorerst jeglichen Appetit verdirbt. Die vier Jahre, die Stoll in die Recherche für sein Buch investierte, seine Akribie und fundierte Sachkenntnis, sind hierbei das solide Fundament, auf welchem er Hauptprotagonistin Mara Podolski, eine couragierte freie Journalistin, debütieren lässt. Diese ist gerade von einer Reise aus Tansania zurückgekehrt. Im Gepäck ein enthüllender Bericht über Korruption, Waffenhandel und Kindesmissbrauch, der selbst hochrangige deutsche Politiker schwer belastet und die finanzielle Unterstützung Westafrikas durch die Europäer in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Doch die Hoffnung, durch ihren investigativen Journalismus den langersehnten Durchbruch zu schaffen, schwindet rasch. Von Wirtschaftsgrößen und Politikern am Halsband zurückgepfiffen, will niemand ihren „Victoria-Report“ veröffentlichen. Schlimmer noch: Anfangs moderat, später immer schärfer, wird Podolski darum ersucht, ihr Vorhaben fallen zu lassen. Besonders der Dresdner Lebensmittelkonzern Royal Diners scheint bei diesen Vertuschungsversuchen seine Hand im Spiel zu haben. Will man angesichts der neu ausgerichteten Brainfood.-Linie nur keine schlechte Publicity? Oder steckt vielleicht gar mehr dahinter? Was hat der Nilbarsch mit all dem zu tun? Trotz gut gemeinter Ratschläge stürzt sich Podolski in die Nachforschungen und stößt bald auf ein eng verstricktes Netz von Feinden, das bis in die höchsten Kreise führt. Und als man dort erkennt, dass die junge Journalistin nicht käuflich ist, muss diese plötzlich um sich und ihre Familie fürchten … Was ist heute noch wirklich die Wahrheit? Und durch wie viele und welche Filter wird diese mittlerweile gepresst, bis sie uns als solche verkauft wird? Zwei zentrale Fragen des Romans, der, ganz im Stile von John Le Carrés „Der ewige Gärtner“, literarische Mittel nicht nur nutzt, um Missstände anzuprangern, sondern auch um ein klareres Bild der gegenwärtigen Situation zu vermitteln. Im Wissen, dass die Realität stets schlimmer ist, als die Fiktion, lässt Stoll uns seine bitteren Pillen auf leeren Magen schlucken. Seine Figuren, allen voran Mara Podolski, sind scharf gezeichnet, sperrig und echt, wodurch recht früh die üblichen Schranken zwischen Leser und Protagonisten fallen. Erstaunlich, dass es hier besonders die weiblichen Charaktere sind, welche Stoll als „Ermittler“ und damit letztlich als Triebfeder seiner Handlung nutzt, wohingegen den Männern in den meisten Fällen die Rolle des zu bekämpfenden Gegenparts zufällt. Trotz dieser Gewichtung verweigert sich der Autor jedoch jeglichem Schwarz-Weiß-Denken. Ganz im Gegenteil: Selbst die „Bösewichte“ in „Victoria-Report“ sind auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Mit manch einem, wie zum Beispiel dem Opportunisten Kaprolat, beginnt man, trotz fester moralischer Grundsätze, gar unwillkürlich zu sympathisieren. Zu schmal der Grat zwischen Idealismus und Machterhaltungskämpfen, zwischen wohlwollenden Absichten und schlechten Taten. Gerade diese vielen Ecken und Kanten der Figuren sind es, die den Roman abrunden. Stolls Sprache ist dabei nicht ohne einen gewissen Zynismus, der uns, oftmals ätzend und triefend, den Spiegel vors Gesicht hält und dabei die Komplexität der Handlung unterstreicht. Überhaupt kommt „Victoria-Report“ erstaunlich stilsicher daher. Obwohl eindeutig auf reale Begebenheiten bezogen, baut der Autor sein Wissen äußerst subtil ein und verschont den Leser mit längeren Vorträgen. Dadurch bleibt das Tempo durchgehend hoch, was insofern bedeutsam ist, da es an anderer Stelle leider hapert. Und zwar beim Spannungsbogen. Dieser wird dem Anspruch eines Thrillers bzw. Kriminalromans nur gegen Ende gerecht, reicht doch die Brisanz der Thematik allein nicht aus, um den Leser die Seiten fester packen zu lassen. Mögliche Bedrohungsmomente werden zugunsten gutgemeinter, aber wenig schlagkräftiger Wendungen verschleppt. Der Erfolg von Podolskis Ansinnen steht, trotz des völlig unausgeglichenen Kräfteverhältnisses, nie wirklich außer Frage. Hinzu kommt, dass das Verschwinden ihres Sohnes Clive einfach zu lange keinerlei Rolle im Gefüge der Handlung spielt. Dies ist auch der einzige Punkt, in dem die Authentizität ein wenig ins Wanken gerät. Das sich eine Mutter, die nach längerer Zeit in Afrika nach Hause zurückkehrt und trotz mehrmaliger Versuche Lebensgefährten und Sohn nicht erreicht, einfach in die Arbeit stürzt, wirkt, auch angesichts ihrer späteren Reaktionen in Bezug auf ihr Kind, schlicht unglaubwürdig. Ansonsten stellt Mara Podolski allerdings C. B. Stolls Faustpfand dar. Auch weil ihm mit ihr eine Figur gelungen ist, die genug Facetten aufweist, um über mehrere kommende Geschichten interessant zu sein. Diese sind, wie auf der Internetseite des Autors zu sehen, bereits in Planung. Am Ende ist „Victoria-Report“ vor allem eins: Eine äußerst erhellende, informative und mit knallharten Fakten gespickte Lektüre, dessen schwer verdauliche Botschaft den Magen nachhaltig grummeln lässt, in Punkto Spannung aber (noch!) nicht wirklich satt macht. Nichtsdestotrotz – C. B. Stoll, diesen Namen sollte man sich merken.

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