C. Bernd Sucher

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Mamsi und ich, Suchers Welt: Film und weiteren Büchern.

Lebenslauf von C. Bernd Sucher

Prof. Dr. C. Bernd Sucher wurde in Bitterfeld geboren und war viele jahre verantwortlicher Redakteur für das Schauspiel der Süddeutschen Zeitung. Außerdem leitete er den Studiengang Theater-, Film-, und Fernsehkritik an der Münchner Theaterakademie. Er hat bereits einige Bücher über das Theater veröffentlicht. Seit 2005 tritt er mit "Suchers Leidenschaften" in München, Hamburg, Berlin und Zürich auf.

Alle Bücher von C. Bernd Sucher

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Buchformat:
Cover des Buches Mamsi und ich (ISBN: 9783492058575)

Mamsi und ich

 (2)
Erschienen am 02.07.2019
Cover des Buches Suchers Welt: Musik (ISBN: 9783426277454)

Suchers Welt: Musik

 (1)
Erschienen am 01.03.2018
Cover des Buches Suchers Welt: Film (ISBN: 9783426277430)

Suchers Welt: Film

 (1)
Erschienen am 01.03.2018
Cover des Buches Theaterzauberer 1 (ISBN: 9783492031257)

Theaterzauberer 1

 (1)
Erschienen am 01.07.1992
Cover des Buches Handy, Handkuss, Höflichkeit (ISBN: 9783426780411)

Handy, Handkuss, Höflichkeit

 (1)
Erschienen am 01.12.2007
Cover des Buches Henschel Theaterlexikon (ISBN: 9783894876173)

Henschel Theaterlexikon

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Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Suchers Welt: Theater (ISBN: 9783426277447)

Suchers Welt: Theater

 (0)
Erschienen am 03.09.2018
Cover des Buches Jenseits der Frontlinien (ISBN: 9783865052483)

Jenseits der Frontlinien

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Erschienen am 01.06.2016

Neue Rezensionen zu C. Bernd Sucher

Neu

Rezension zu "Mamsi und ich" von C. Bernd Sucher

Wie Eltern ihre Kinder prägen
gstvor 9 Monaten

Margot Altmann, geboren 1925, wuchs in einem begüterten Haushalt auf – bis 1935, als die Nürnberger Gesetze das Leben der Juden einschränkten. Da Margots Mutter Jüdin war, musste das Mädchen die evangelische Schule verlassen, bekam den Judenstern und wurde später nach Polen deportiert. Für sie kam das dem Ende ihres Lebens gleich, obwohl sie dank Helfern das Grauen überlebte und nach Deutschland zurückkehrte.

Wie sehr diese Zeit ihr weiteres Leben beeinflusste, bringt uns der Autor in dieser Biografie nah, die schließlich zu seiner Autobiografie wird. Durch mühsame Recherchen erfuhr er, was seine Mutter ihm ihr Leben lang verheimlicht hatte. Waren die Härten gegen sich selbst die Ursachen für die Härten gegen ihren Sohn? 

Tagebucheintrag vom 4.Oktober 2005 auf Seite 100:

„Gestern ist Mamsi gestorben … Sie hat mich geformt wie niemand anderer. Sie hat mich verletzt, mich gepeinigt, mich verraten. Ich weiß nicht einmal, ob sie mich geliebt hat. Aber ich habe sie vergöttert und mich ihr zeitlebens ausgeliefert. Was und wo wäre ich ohne ihren Ehrgeiz? G‘tt hat mir einen wachen Geist geschenkt; meine Mutter forderte von mir, ihn zu nutzen. Zur Not half sie nach. Sie war streng – und ungerecht.“ 

Der Autor, der nach außen so selbstbewusst und entschieden auftritt, beschreibt sich selbst als unsicher. Mich verwirrt diese Diskrepanz. Auf der anderen Seite beeindruckt mich seine schonungslose Offenheit, mit der über seine Gefühle, seine Schwächen und Stärken schreibt. Bewundernd sehe ich auf seine berufliche Vielfalt, die durch die mäkelnde und fordernde Mutter beeinflusst wurde. Deutlich wird, wie sie ihren Sohn ihr Leben lang angefeuert hat, damit er das verwirklichen konnte, was ihr versagt blieb. 

Fazit: Diese Biografie ist lesenswert, weil sie aufzeigt, wie sehr Eltern das Leben ihrer Kinder prägen. Außerdem wurde sie in einer Sprache verfasst, die einen durch das Buch fliegen lässt.

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Rezension zu "Mamsi und ich" von C. Bernd Sucher

Schmerzhaft, tiefgreifend, absolut lesenswert!
monerlvor einem Jahr

Meine Meinung
Ein unfassbar offenes, schweres und unsäglich trauriges Buch, denn es handelt von einer Frau und Mutter, der Unbeschreibliches während des 2. Weltkrieges widerfahren ist, von einem Vater, der es ein Leben lang nicht schaffte Zugang zu seiner Frau zu finden, von einem Sohn, der psychisch und physisch unter seinen Eltern gelitten hatte und durch die Zwänge der Mutter nie einen eigenständigen Lebensweg gehen konnte.

Bernd C. Sucher erzählt von der Kindheit seiner Mutter, der Deportation nach Auschwitz und was ihr dort passiert war. Er schreibt aber auch über sein Leben. Ein Leben, das sicherlich anders gewesen wäre, hätten das Naziregime und der Krieg die Jüdin Margot Artmann nicht gebrochen und ihr ihre Zukunft genommen. Eine Zukunft, die sie dann um jeden Preis über ihren Sohn Bernd erreichen wollte.

Ich habe mir sehr schwer getan mit Margot Sucher, geb. Artmann. Glücklicherweise habe ich keinen Krieg erlebt, bin jedoch Mutter und es fällt mir sehr schwer Sympathie für sie zu finden. Ihre Nüchternheit, Kühle als auch Distanz zum Sohn erschreckten mich von Seite zu Seite immer mehr. Der Autor war ein Leben lang auf der Suche nach Mutters Liebe, Zuneigung und Anerkennung. Und es erstaunt und überrascht mich sehr, wie aus so einem psychisch wie auch physisch misshandelten Kind dennoch ein so freier und intelligenter Geist und Mensch Bernd C. Sucher werden konnte!

“Diese Kümmerer, die weiblichen und die männlichen, waren für mich ein Ersatz. Sie gaben mir das Gefühl, um meiner selbst willen gemocht oder, sogar das, geliebt zu werden. Sie wollten wirklich nur mich! Sie gaben mir die Nähe und den Schutz, den meine Mutter mir verwehrte.” (S. 143)

“War ich immer ein kleiner Erwachsener? Missachtet und geschlagen. Hatte ich je ein gesundes Selbstwertgefühl besessen? Hatte ich je meine eigenen Gefühle gelebt oder nicht immer die Gefühle vorgetäuscht, die meine Mutter an mir wahrnehmen wollte? Was meine Mutter als sehr junge Frau nicht hatte bekommen können, wollte sie nun bei mir finden.” (S. 170)

Bernd C. Sucher legt sein Leben offen. Durch eigene Tagebucheinträge und Briefe der Mutter, die sie ihm hinterlassen hat aber auch durch die Briefe, die sich Mutter und Sohn geschrieben haben, werden wir Zeugen einer ungesunden Mutter-Sohn-Beziehung, die den Autor bis ins hohe Alter verfolgt und aus der er sich durch dieses Buch versucht zu befreien.

Der Autor ist ein rastloser Getriebener, der an jedem neuen Höhepunkt seiner Karriere mit der Unsicherheit zu kämpfen hatte, ob er das Erreichte genießen darf. Ich hätte ihm gewünscht, dass er an irgendeinem Punkt seiner Erfolge endlich die verdiente Anerkennung der Mutter erhalten hätte.

Sehr froh bin ich, dass Bernd C. Sucher sich wenigstens noch vor dem Tode seines Vaters mit ihm aussöhnen konnte. Seine Beichte und die Bitte um Vergebung für all die körperlichen Züchtigungen waren aus mir verständlichen Gründen sehr wichtig für den Autor.


Fazit
Ich ziehe meinen Hut vor dieser öffentlichen Aufarbeitung seines Lebens! Emotional und schonungslos gibt er Familien- und persönliche Geheimnisse preis und lässt die Leser*innen am Befreiungsprozess teilnehmen.

Eine der schrecklichsten und verstörendsten Autobiografien, die ich gelesen habe. Schmerzhaft, tiefgreifend, absolut lesenswert!

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Rezension zu "Suchers Welt: Film" von C. Bernd Sucher

Herrlich subjektiv
Thomas_Lawallvor 2 Jahren

"Der Filmverführer" hat mir gerade noch gefehlt. Obwohl man mich zum Filme schauen nicht unbedingt verführen muss. Das mache ich regelmäßig und seit Jahren freiwillig und immer noch mit wachsender Begeisterung. Trotzdem oder gerade deswegen war dieses Büchlein eines der wohl am schnellsten ausgepackten.

Jedem Filmfan wird es ähnlich gehen: Entgegen allen Gewohnheiten wird man, nach dem neugierigen Studium des Inhaltsverzeichnisses, das Buch nicht unbedingt von vorne beginnen. Selbstverständlich sucht man zuerst seinen Lieblingsfilm. Ist er nicht dabei, macht das nichts, denn immerhin könnte ja der Lieblingsregisseur vertreten sein. Bingo, da ist er ja und mit "Barry Lyndon" vertreten.

Na gut, dann ist wohl wenigstens der zweitliebste Film vorhanden. Tatsächlich: "Ben Hur"! Das bedeutete gleichzeitig, dass ich das Buch mit dem letzten der 49 besprochenen Filme begonnen habe. Natürlich wird (auch) die bewegende Szene am Brunnen erwähnt, die nicht nur den Autor zu Tränen rührte. Eine der eindringlichsten Szenen der Filmgeschichte. Jesus gibt einem Galeerensträfling Wasser, was den Unmut eines römischen Offiziers weckt. Seine unbändige Wut wird jedoch schlagartig gebremst, als er Jesus, der nur von hinten (!) zu sehen ist, ansieht ...!

Und so geht das Durcheinander munter weiter. Brennend interessiert, was der Autor über so unterschiedliche Produktionen wie "Die Ferien des Monsieur Hulot", "Snowden" oder "Lawrence von Arabien" zu sagen hat. Und spätestens jetzt fällt die ebenso unkonventionelle wie erlesene Auswahl auf. 

Die Bandbreite des Autors scheint keine Grenzen zu kennen, was eine Besprechung von Aki Kaurismäkis "Le Havre" beweist. Und wenn dann noch Namen wie Ingmar Bergman, Louis Buñuel oder Rainer Werner Fassbinder auftauchen, beginnt man, das Buch zu verschlingen.

Eigenwillig, -sinnig und herrlich subjektiv gestaltet C. Bernd Sucher seine "leidenschaftlichen Empfehlungen" ohne Ecken und Kanten, sowie auf kleinstmöglichen Raum komprimiert. Kein Wort ist zu viel oder gar wertloses Füllmaterial. So bleibt noch genug Zeit, die ganzen Filme (wieder einmal) anzuschauen!

Wobei man auch auf dumme Ideen kommen könnte. Beim Rezensenten hat sich die Möglichkeitsform allerdings bereits zu "relativieren" begonnen. Soll heißen: Wer "Hardware" noch zu schätzen weiß, hat dieses, auch formal liebevoll gestaltete, Buch gekauft. Daraus folgt, dass man das edle Teil eigentlich nicht zu den ganzen Kollegen ins Regal stellen kann. Sondern an einen gesonderten Platz. Zur DVD- und Blu-ray-Sammlung vielleicht. In Gesellschaft mit allen 49 Filmen!

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