C. Dewi , Leann Porter In seiner Hand

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Inhaltsangabe zu „In seiner Hand“ von C. Dewi

16 Autoren erzählen von Männersex. In ihren Geschichten liest man von heimlich und öffentlich ausgelebter Lust, von bedingungsloser Hingabe und Dominanz, von anonymem Hinterzimmersex und vertrauensvoller Nähe. Es wird mit Körperflüssigkeiten und allerlei Utensilien gespielt, es wird Gliedmaßen, Kleidungsstücken, Worten und Gottheiten auf intimste Weisegehuldigt. Mann treibt es allein oder zu viert; zum puren Vergnügen oder als Ziel einer Reise zum eigenen Ich, in aller Herren Länder, zu jeder Zeit.

Ein literarisches Schatzkästchen...

— athorn

Fantastisch, sinnlich, berührend - ein buntes Feuerwerk der Lust bietet diese wunderbare Mischung erotischer Geschichten.

— marstraveller

Erotisch, sinnlich, direkt und wahnsinnig gut geschrieben!

— ulla08
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  • Ein literarisches Schatzkästchen

    In seiner Hand

    athorn

    30. June 2016 um 15:50

    Die Anthologie "In Seiner Hand" ist ein wahres Schatzkästchen, welches der Incubus Verlag mit insgesammt neunzehn faszinierenden Preziosen gefüllt hat. Von Fiktionalem zu (Su)Realem, von Vergangenem zu Gegenwärtigem, der lustvolle Bilderbogen ist weit gespannt; für wirklich jeden Geschmack ist hier mindestens eine (Kurz)-Geschichte enthalten. Und obwohl (oder gerade weil ?) das primäre Augenmerk auf anspruchsvoll geschriebener Männererotik liegt, geben die Autoren ihren jeweiligen Protagonisten genügend Raum zur Auslotung zwischenmenschlicher Facetten und (Un)-Tiefen, was jede Geschichte auf ihre Art für den Leser nachfühlbar und einzigartig macht. Der Incubus-Verlag und seine Autoren demonstrieren hier eindrucksvoll, dass man nicht (mehr) zwingend auf englischsprachige Autoren zurückgreifen muss, um sinnlich stimuliert und unterhalten zu werden, und das ein hohes, sprachliches Niveau nicht gleichbedeutend ist mit dem Verzicht auf köstlich pornografische Details. Ein wirklich starkes Stück deutschsprachiger, schwulter Literatur. Wer Wert auf qualitativ gut geschriebene, sorgfältig lektorierte Geschichten voller prickelnder Sinnlickkeit und geschmackvoll beschriebenem Sex legt, wer gern auf peinlich platte Pornoplatitüden beim Lesen verzichten will, dem kann ich das dreihundert Seiten starke Taschenbuch uneingeschränkt empfehlen. Fünf Sterne ...und im Stillen darauf hoffend, irgendwann einmal "In Seiner Hand II" in den Händen halten zu können... P.s.: Da dieses Buch in allen gängigen Formaten erhältlich ist, vergebe ich dafür zusätzlich 5 Sterne. Danke an alle Autoren und den Incubus Verlag.

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  • Sinnlichkeit pur

    In seiner Hand

    marstraveller

    10. January 2016 um 15:36

    Diese Anthologie hält, was der Herausgeber in seinem Vorwort verspricht. Dem Leser bietet sich eine wunderbare Mischung verschiedener erotischer Geschichten, die ein breites Spektrum an Genres, Plots und Stilformen umfasst und dabei fast mühelos die Sinne des Lesers anregt oder gefangen nimmt. Besonders gefallen hat mir, dass es keine Wiederholungen gibt. Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Zauber und spiegelt eine besondere Form männlicher Leidenschaft wider. Manches wirkt vielleicht auf den ersten Blick befremdlich, gerade wenn es um einen ungewöhnlichen Fetisch geht, aber die Texte sind ausnahmslos so gut geschrieben, dass schon allein die sprachliche Gestaltung Lust (auf mehr) macht. Ich habe selten eine Anthologie gelesen, bei der jede Geschichte eine Saite in mir zum Schwingen gebracht hat. Somit möchte ich hier ein großes Lob und ein Dankeschön an den Herausgeber und den Verlag aussprechen, die für die Auswahl und Zusammenstellung verantwortlich sind. Ich habe mir für das Lesen dieser Anthologie viel Zeit gelassen, habe nach jeder Geschichte erstmal pausiert, um ihr einen angemessenen Raum zu geben, in dem sie ihre (Nach-) Wirkung entfalten konnte. Dieses Vorgehen kann ich nur empfehlen, denn so hat man wirklich lange etwas von diesem Buch und von jeder einzelnen Geschichte. Und weil mir, wie bereits gesagt, jede Geschichte so gut gefallen hat, möchte ich auch zu jedem Text ein kurzes Feedback geben. Damit das hier nicht ausufert, beschränke ich mich darauf, jeweils eine Besonderheit herauszustellen, die für mich den Reiz dieser Geschichte ausmacht, natürlich ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit. J. Walther: Der Traum des Fischers In diesem Text wird auf wunderbare Weise eine Zwischenwelt zwischen Traum und Wirklichkeit, Wachen und Schlafen, Leben und Tod gezeichnet und deren Zauber, der sich in einer ganz eigenen Sinnlichkeit ausdrückt, eingefangen. , Thomas Pregel: In Oberons Reich Der Text ist ein Fest für alle Sinne, einschließlich der Fantasie, - eben ein Sommernachtstraum mit einem geheimnisumwobenen, lustvollen Puck. Auf eine so sinnliche Weise wurde, glaube ich, noch nie ein Cruising-Kontakt im Park beschrieben. , Raik Thorstad. Unter Wasser Eine Geschichte über einen Neuanfang, an der mir besonders das ungewöhnliche Setting gefällt, das mit einer ausgefeilten Metaphorik verknüpft ist, die teilweise das Wasserthema des umgebenden Raumes aufgreift, teilweise aber auch mit dem Feuerthema einen bewussten Kontrapunkt setzt. , Marina Pátek: Pecado Nefando Ein Ausflug in das Jahr 1536 mit einer sehr einfühlsamen Darstellung der Gedanken- und Gefühlswelt des christlichen „Eroberers“ Ruy, dessen innerer Konflikt angesichts seiner „unchristlichen“ Neigungen und Fantasien in Bezug auf seinen peruanischen Gefangenen sehr überzeugend vermittelt wird. , Björn Petrov: Mr. Sex-on-Legs Meine durch den Titel beeinflusste Erwartung an diesen Text wurde positiv ent-täuscht. Statt einer Anschmacht-Story und einer stereotypischen Beschreibung eines Astralkörpers beschenkt die Geschichte den Leser mit der zärtlich-erotischen Zuwendung gegenüber Körperteilen, die in der Regel bei der Beschreibung einer Sex-Szene nicht im Vordergrund stehen. Sehr schön und sehr sinnlich! , C. Dewi: Obsession An dieser Geschichte gefällt mir besonders, wie subtil der Leser mit seinen Erwartungen in die Irre geführt wird. Die „Obsession“ des Ich-Erzählers wird sehr eindrucksvoll veranschaulicht und lässt einen des öfteren genüsslich schmunzeln. , Leann Porter: Wolfsträume Von dieser in einer Fantasy-Welt angesiedelten Coming-of-Age-Story hat sich mir vor allem ein traumhaft schönes Bild tief eingeprägt: Delvin und das Objekt seiner Begierde in wildem Tanz miteinander verbunden und ineinander versunken. Fantastisch – in jeder Hinsicht! , Lasar Herzberg: Darkroom Love Ein Text, der mit Stereotypen spielt, diese aber letztlich aufbricht, so dass der Raum für eine ganz untypische Darkroom-Erfahrung entsteht: Darkroom-Sex, gepaart mit Darkroom-Love. , J. Walther: Fünf-Gänge-Menü Da ich den letzten Roman der Autorin „Nur eine Frage der Liebe“ sehr mochte, habe ich mich gefreut, hier etwas Neues über die Protagonisten Phillip und Christoph zu erfahren. Es war schön, an ihrer guten Laune und der Ungezwungenheit teilzuhaben und die Selbstverständlichkeit zu sehen, mit der sie mittlerweile ihre, von der Gesellschaft oft mit Argwohn betrachtete Liebe leben. Der Autorin gelingt es wieder einmal, den Sex auf eine wunderbar „geerdete“ Weise darzustellen. , Dennis Stephan: Vom Erwachsensein Dieser Text haucht dem Leser sowohl die drückende Hitze des italienischen Sommers als auch die Leichtigkeit der Dreiecksbeziehung zwischen Thomé, Rafael und Nevio mit jedem Satz entgegen. Das wolkig-schwebende Lebensgefühl, auch wenn es nicht von Dauer und vielleicht nur eine Illusion ist, ist so gut eingefangen, dass man es beim Lesen deutlich spüren kann. , Björn Petrov: Stimmgewalt Eine Stärke dieses Textes liegt für mich darin, dass in dem dargestellten Spiel aus Dominanz und Erniedrigung stets eine tiefe Zärtlichkeit und Liebe zum Ausdruck kommen. Die Stimme, die zitiert wird, übt zwar, ganz im Sinne des Titels, Gewalt aus, aber nicht in Form von obszöner Brutalität, sondern als fürsorgliche Be-Herrschung. Geschichten mit BDSM-Thematik sind in der Regel nicht nach meinem Geschmack, aber dieser Text hat eine Ausdrucksform gefunden, die in ihrer Ästhetik sehr ansprechend ist. , Annette Juretzki: Als Hylios brannte Dieser Text besticht durch seine ausgesprochen poetische Sprache. Die bildgewaltige und teilweise sehr kunstreiche Sprachgestaltung war zwar anfangs für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber nachdem ich mich auf diesen Stil eingelassen hatte, wurde ich mit einem wunderbaren Leseerlebnis belohnt. Es war, als tauche man in ein Gemälde, dessen Farbschichten sich langsam zu einem beeindruckenden Bild formen, das eine Geschichte erzählt, die sich zu einem kleinen Epos entfaltet. , Peter Nathschläger: Manchmal endet es im Wahnsinn Der Leser wird hier zunächst in die Irre geführt, glaubt man doch, genau wie Patrick, aus dessen Perspektive erzählt wird, dass Rafael nicht alle Tassen im Schrank hat und dass die geschilderten Visionen Auswirkungen der eingenommenen Drogen sind. Die Wende am Schluss ist überraschend und verstörend zugleich. Der Text beschert ein intensiv surreales Leseerlebnis und konfrontiert den Leser mit dem beunruhigenden Gedanken an eine brüchige, von Rissen durchzogene Wirklichkeit. (Wer Nathschlägers Roman „Im Endkreis“ oder die Kurzgeschichte „Leere Türen“ kennt, trifft hier auf bekannte Bilder und Strukturen.) , C. Dewi: Sturm Dieser etwas längere Text beschreibt die behutsame Annäherung zwischen zwei körperlich und seelisch verletzten Männern. Faszinierend sind die Einblicke in eine uns Westeuropäern so fremde, aber dennoch sehr reale Welt. Die Gefühlswelt und die traumatischen Erlebnisse der Hauptfiguren werden fast beiläufig und nur andeutungsweise, teilweise auch verschlüsselt Stück für Stück vermittelt, so dass sich für den Leser sowohl die Liebe zwischen Mateo und Ismael als auch ihre jeweilige Geschichte mit einer angenehmen Langsamkeit entfaltet, die zu dem einfachen, kargen und naturverbundenen Leben als Fischer an der rauen chilenischen Küste passt. Den Bildern, die im Kopf des Lesers entstehen, wird damit eine besondere Intensität verliehen. , Levi Frost: Einmal Unendlichkeit und zurück Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass die Lust an den sinnlich erotischen Eindrücken aus der Sicht eines durch Raum und Zeit reisenden, außerirdischen Forschers vermittelt wird. Die Details, die das sexuelle Erleben des Ich-Erzählers ausmachen, werden auf eine ganz besondere, sehr anschauliche Art beschrieben, die jegliches Gefühl von Selbstverständlichkeit oder gar Gewöhnlichkeit aufbricht. Vielmehr haftet jeder Berührung und jeder Empfindung ein Hauch von Überraschung und Staunen an, wodurch sich für den Leser eine sehr sinnliche Ästhetik entwickelt, die einen bezaubernden Reiz ausübt. , Devin Sumarno: Akt für vier Spieler: Ein Prometheanisches Quartett Dieser Text, der sich mehr im Gewand einer PWP-Geschichte präsentiert, ist eine Bereicherung für alle, die sich über ein Wiedersehen mit den schon aus anderen Erzählungen des Autors bekannten und lieb gewonnenen Figuren freuen. Die Beziehungsebenen mögen zwar für manchen fremd wirken, aber indem das Geschehen aus wechselnder Perspektive veranschaulicht wird, gelingt es dem Autor, eine Verbindung zwischen Leser und Figur herzustellen, die von Empathie geprägt ist. , Romy Wolf: Wüstensohn Besonders gut gefallen hat mir, dass der Begegnung zwischen Aemilius und Farzin etwas Unwirkliches, Magisches anhaftet. Während Aemilius' Fantasie sofort, als er den Neuzugang der Gladiatorenschule sieht, in eine ganz bestimmte Richtung tanzt, erfüllt Farzin die Erwartungen seines „Sprachlehrers“ am Ende doch auf eine ganz unerwartete Weise und es bleibt in der Schwebe, wie Traum und Realität hier miteinander verwoben sind. , Nino Delia: Fremde Betten, fremde Bäder Ein Text, dessen eigentliche Aussagen vorrangig zwischen den Zeilen zu finden, manchmal auch nur zu erahnen sind. Das schafft eine besonders intensive Form der Spannung. Reduziert auf Sams Perspektive fühlt man sich als Leser genauso im Ungewissen und in Anspannung wie der Protagonist. Die beiläufigen Andeutungen, die auf minimale Zeichen reduzierte Kommunikation zwischen den Männern sowie die ungewöhnliche Form ihrer Annäherung fordern den Leser heraus und konfrontieren ihn mit einer Art von Lustgewinn und zwischenmenschlicher Berührung, die zwar befremdlich wirkt, aber durchaus etwas Faszinierendes hat. , Florian Höltgen: Zehn Prozent Diese Sci-Fi-Geschichte ist der längste Text der Anthologie und beendet diese mit einem bösen Cliffhanger, der aber angesichts des Titels „Zehn Prozent“ durchaus stimmig wirkt. Der Autor entwirft ein Horrorszenario von einer fernen, extrem homophoben Zukunftsgesellschaft, die Menschen mit homosexuellen Neigungen auf grausame und technisch perfide Weise manipuliert, modifiziert und schließlich gleich- oder ausschaltet. Der Text fasziniert einerseits durch den überzeugenden Entwurf einer Zukunftswelt, die durchaus Tendenzen und Machtstrukturen widerspiegelt, die uns bekannt sind. Gleichzeitig weist er jedoch auch auf das unbezwingbare Potential subversiven Verhaltens hin, das selbst in faschistoiden oder anderen menschenverachtenden Systemen noch (Aus-) Wege findet. Die Begegnung zwischen Rami und Cy hat mich stellenweise an das Theaterstück bzw. den Film „Bent“ erinnert. Zum Schluss noch ein paar Worte zum Cover: Mich hat dieses sehr geschmackvoll gestaltete Cover sofort angesprochen. Eine so gelungene Mischung aus zurückhaltender Andeutung und eindeutiger Darstellung habe ich selten gesehen. Die Kombination aus Licht und Schatten, die schlichte und gerade dadurch so wirkungsvolle Farbgestaltung und das Spiel mit der Aussage des Titels, das sich sogar in den Buchstaben widerspiegelt, versetzt mich in andächtiges Staunen und führt dazu, dass ich mir das Buch gerne einfach mal zwischendurch nur anschaue. :)

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  • Zitat: „Lust passiert im Kopf“

    In seiner Hand

    ulla08

    03. November 2015 um 10:08

    Mit „In seiner Hand: Geschichten voller Männerlust“ haben Ulrich Hawighorst als Herausgeber und der Incubus-Verlag eine Sammlung von Geschichten vorgelegt, in denen sich alles um „das Eine“ dreht. Richtig neugierig macht schon das Vorwort, in dem versprochen wird, dass wirklich heiße Geschichten gesucht wurden, denen aber auch die Sinnlichkeit nicht fehlt. Erotik ist mehr als bloßes Rein-Raus, Sex ist nicht nur Mechanik und selbst wenn er schnell, hart und anonym sein soll, muss der Funke der Erregung erst einmal zünden. Ein Buch über Männerlust, über geheime Wünsche und offen ausgelebte Triebe, eines das es schafft, mit Worten ein erotisches Kopfkino zu entzünden und ein gewisses Kribbeln auszulösen, sollte hier entstehen. Ob das gelungen ist? Und ob das gelungen ist!!!  Überraschenderweise spielt das besagte Kopfkino schon beim Cover verrückt: Eigentlich sieht man fast gar nichts, aber allein die Haltung ist Andeutung genug, lässt das Vorstellungsvermögen auf Hochtouren laufen und stimmt damit perfekt auf die folgenden, sehr unterschiedlichen Geschichten ein: Übersicht: 1. Der Traum des Fischers (J. Walther) 2. In Oberons Reich (Thomas Pregel) 3. Unter Wasser (Raik Thorstadt) 4. Pecado Nefando (Martina Patek) 5. Mr. Sex-on-Legs (Björn Petrov) 6. Obsession (C. Dewi) 7. Wolfsträume (Leann Porter) 8. Darkroom Love (Lasar Herzberg) 9. Fünf-Gänge-Menü (J. Walther) 10. Vom Erwachsensein (Dennis Stephan) 11. Stimmgewalt (Björn Petrov) 12. Als Hylios brannte (Annette Juretzki) 13. Manchmal endet es im Wahnsinn (Peter Nathschläger) 14. Sturm (C. Dewi) 15. Einmal Unendlichkeit und zurück (Levi Frost) 16. Akt für vier Spieler: Ein prometheanisches Quartett (Devin Sumaro) 17. Wüstensohn (Romy Wolf) 18. Fremde Betten, fremde Bäder (Nino Delia) 19. Zehn Prozent (Florian Höltgen) Die Autoren erzählen von Lust, Liebe und Leidenschaften. Mal beschreiben sie nur einen kurzen, intimen Moment, eine einzige Begegnung, mal darf mal als Leser die Charaktere ein längeres Stück ihres Weges begleiten. Um es vorweg zuschicken: jede Erzählung ist auf ihre ganz eigene Art und Weise heiß, sinnlich oder berührend. Der Bogen wird weit gespannt: Von Fantasy und historisch angehauchten Geschichten über „Gegenwartsliteratur“ bis zu SF-Storys ist alles dabei. Manchmal scheint sich der Sex nur im Kopf anzuspielen, dann wieder leben zwei, drei oder gar vier Männer ihre Lust miteinander aus. Besonders interessant fand ich es, wenn eine Geschichte einen Fetisch bedient, mit dem man als Leser eigentlich nichts anfangen kann und sich dann doch dabei erwischt, völlig fasziniert zu sein und die fremde Sinnlichkeit zu spüren. Gleich die erste Story deutet etwas an, dass ich bisher höchstens aus Mangas kannte und persönlich eher befremdlich fand. Aber „Der Traum des Fischer“ von J. Walther ist so erotisch, dass man sich dem nicht entziehen kann (oder will …). Bei der Story „Mr. Sex-on-Legs“ von Björn Petrov musste ich schmunzeln. Aber heiß sind er (der Mister) und seine im Detail beschriebenen Körperteile trotzdem! Das eröffnet einen ganz neuen Blickwinkel auf … *grins* Nicht auf das, was einige jetzt bestimmt vor dem inneren Auge haben! Mehr als einmal geht es um Macht und Hingabe. Wer bezwingt wen? Das scheint bei einem gefesselten Gefangenen und seinem Wächter auf den ersten Blick ganz klar zu sein. Allerdings merkt Ruy in „Pecado Nefando“ von Martina Patek sehr schnell, dass er den Inka-Krieger Atoq völlig unterschätzt hat. Auch in „Obsession“ von C. Dewi sind die Rollen nicht so klar verteilt, wie es den Anscheint hat. Neben vielen, wunderbar sinnlichen Momentaufnahmen und One-Shots findet man auch einige längere Geschichten. Wenn man als Leser trotzdem nach „mehr“ schreit, ist das nicht, weil die Storys nicht rund wären, sondern weil sie so gut und die Charaktere so interessant sind, dass man neugierig ist, wie es mit ihnen weiter gehen könnte. Besonders gerne hätte ich gelesen, was mit den Gladiatoren Farzin und Aemillius in „Wüstensohn“ von Romy Wolf noch so alles passiert. Über das Ende von Florian Höltgens „Zehn Prozent“ rede ich besser gar nicht. Dieser „erste Ausflug“ des Autors ins SF-Genre ist ein Volltreffer, den man unbedingt lesen sollte, auch wenn er mit dem übelsten Cliff aller Zeiten schließt! „In seiner Hand: Geschichten voller Männerlust“ enthält für jeden Geschmack etwas. Gleichgültig wird diese Anthologie niemanden lassen, egal ob man deutliche Worte oder sinnliche Andeutungen, sanfte Berührungen oder harte Griffe mag. Ich würde gerne sehr viel mehr als 5 Punkte geben. Das Buch habe ich mit absoluter Sicherheit nicht zum letzten Mal in der Hand gehabt und kann es jedem nur ans Herz legen. P.S.: Geschmäcker sind und bleiben verschieden. Das ist gut so. Alle Storys in dem Buch sind richtig gut geschrieben und jede berührt auf ihre eigene Weise. Meine ganz persönliche Lieblingsgeschichte ist die von Ismael und Mateo aus „Sturm“ von C. Dewi. Sie ist voller Sehnsucht und unterdrücktem Schmerz. Die beiden Männer leben an der rauen Küste Chiles. Sie nähern sich einander nur vorsichtig und voller Angst vor Verletzungen, bis sie sich schließlich genug vertrauen, um zärtlich zueinander zu sein. Ihre Geheimnisse erschließen sich zuerst den tastenden Fingern in der Dunkelheit, bevor sie den Mut finden, sie einander anzuvertrauen. 

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  • Gelungene Erotik-Anthologie mit Lust auf mehr

    In seiner Hand

    Koriko

    13. October 2015 um 12:39

    Story: Schwule Erotik – mal zart, mal hart; mal leidenschaftlich, mal verspielt. Dies ist das Motto der Anthologie „In seiner Hand“ in der der Incubus Verlag 19 Kurzgeschichten gesammelt hat, die sich vorwiegend um die schönste Nebensache der Welt drehen. Von Alltagsgeschichten und Drama über historische Episoden, Fantasy und Sci-Fi ist wirklich alles dabei. Einige Autoren sind gleich mit zwei Geschichten vertreten (u.a. Jana Walther und Cecil Dewi), andere sind im Gay Genre noch gänzlich unbekannt. Die teilnehmenden Autoren sind: Nino Delia, Cecil Dewi, Levi Frost, Lasar Herzberg, Florian Höltgen, Annette Juretzki, Peter Nathschläger, Marina Pátek, Björn Petrov, Leann Porter, Thomas Pregel, Dennis Stephan, Devin Sumarno, Raik Thorstad, Jana Walther und Romy Wolf. Eigene Meinung: Mit „In seiner Hand“ erschien die zweite Anthologie des Incubus Verlags und dieses Mal ging der Herausgeber Ulrich Hawighorst in die Vollen – schwule Erotik in allen denkbaren Facetten war gesucht, ganz gleich ob fantastisch, dramatisch oder historisch: in der Anthologie sollten möglichst unterschiedliche Geschichten und Erzählungen zu finden sein. Dieses Vorhaben ist durchaus geglückt, denn die Anthologie enthält eine überraschend breite Palette verschiedener Projekte und Kurzgeschichten, die sich mit dem Thema beschäftigen, ohne auf platte und gleichförmige Art und Weise den Akt zwischen Mann und Mann zu beschreiben. Mal zu zweit, mal mit mehreren Leuten, dann wieder unter Zuhilfenahme von Spielzeugen, oder auch mal in Richtung Tentakelsex – dem Leser wird einiges geboten. Wer nun denkt, dass es wirklich nur um Flüssigkeitsaustausch geht, er irrt sich – die Kurzgeschichten bieten überraschend viel Inhalt und Charakterentwicklung. Diese Tatsache, dass man als Leser eher nackte Tatsachen erwartet hat, ist ein gewaltiger Pluspunkt der Anthologie. Auch der Umstand, dass die Autoren Erotik nicht unbedingt mit Sex gleichsetzen, sondern auch mit den Zwischentönen, Worten und Andeutungen spielen ist sehr angenehm, da es dadurch nie langweilig wird. Die gelungensten Geschichten stammen in meinen Augen von Marina Pátek (hinter der sich eine bekanntere Jugendbuchautorin verbirgt), die ins ferne Peru des 16. Jahrhundert entführt, Cecil Dewi, deren Geschichte „Sturm“ wundervoll geschrieben und sehr mitreißend ist, und Leann Porter, die eine Fantasiewelt entwirft, zu der man gern mehr erfahren möchte und zu der es hoffentlich irgendwann weitere Romane und Geschichten gibt. Auch Peter Nathschläger und Florian Höltgen legen tolle Geschichten vor, die sowohl anregend sind, als auch Lust auf mehr machen. Insgesamt sind die Ideen zumeist ungewöhnlich, die Autoren warten mit tollen Handlungen und spannenden Charakteren auf und haben den ein oder anderen Clou am Ende, der definitiv Lust auf mehr macht. Und immer wieder wünscht man sich als Leser eine Fortsetzung, denn mitunter enden die Geschichten offen oder bieten Spielraum für mehr. Vielleicht wird es irgendwann mit der ein oder anderen Kurzgeschichte weitergehen – es wäre wünschenswert, da man als Leser einfach Lust auf mehr hat. Stilistisch bewegen sich alle Geschichte auf einem hohen Niveau. Platte Erotik und lieblose 08/15-Sexszenen wird man hier glücklicherweise nicht finden. Jede Kurzgeschichte ist gut geschrieben, die Autoren verstehen auf jeden Fall ihr Handwerk. Sicherlich sind einige Autoren Geschmackssache, doch bei einer Anthologie hat man selten das Glück zu 100% mit der Auswahl zufrieden zu sein. „In seiner Hand“ gelingt es locker mit 90% der Geschichten zu begeistern und auch wenn man bei einigen Geschichten den Inhalt recht schnell vergisst, bleibt er bei anderen doch auch Tage nach Beendigung des Buches noch im Gedächtnis. Auch die Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend – das Cover ist optisch sehr beeindruckend, der Schriftzug auf den zweiten Blick mehr als eindeutig. Es spiegelt den Inhalt auf gekonnt subtile Art und Weise wieder und gehört mit zu den schönsten, die der Incubus Verlag zu bieten hat. Fazit: „In seiner Hand“ ist eine gelungene, sehr gut geschriebene und hochkarätige Anthologie, die sich der Thematik Sex und Erotik sehr subtil und überraschend vielfältig nähert. Die Geschichten sind so bunt wie die Autoren, die Ideen so breitgefächert wie es Ulrich Hawighorst in seinen einleitenden Worten verspricht. Fans schwuler Erotik sollten auf jeden Fall zugreifen, ebenso Leser, die auf eine facettenreiche Anthologie und unterschiedliche Stilrichtungen Wert legen. Der Incubus Verlag legt eine tolle Sammlung erotischer Kurzgeschichten vor, die Lust auf mehr machen und bei denen man einige neue Talente entdeckt. Zu empfehlen.

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