C. J. Omololu Dirty Little Secrets

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Inhaltsangabe zu „Dirty Little Secrets“ von C. J. Omololu

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  • Rezension zu "Dirty Little Secrets" von C. J. Omololu

    Dirty Little Secrets
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. September 2011 um 19:16

    Lucy ist nach außen hin eine ganz normale Jugendliche, doch in ihrem zu Hause verbirgt sie ein Geheimnis – Berge von Müll. Als ihre Mutter nach der Scheidung von Lucys Vater anfängt Dinge zu horten, ahnt keiner in welchem Zustand das Haus der Familie sein würde, als sie Jahre später unter einem Berg Zeitschriften begraben wird und zu Tode kommt. Nun ist es an Lucy das Familiengeheimnis zu bewahren, auch wenn das heißt, dass sie den Krankenwagen erst rufen kann, wenn das Chaos beseitigt ist. Dieser Jugendroman hat mich zu tiefst erschüttert, denn er ist eine gnadenlose Auseinandersetzung damit, was Kinder erfahren, wenn sie in Häusern aufwachsen müssen, die zu Müllhalden werden, hilflos der Willkür psychisch kranker Eltern ausgeliefert. Dabei sucht Omololu, die selbst mit Kindern von Messies gearbeitet hat, die wohl extremste und damit auch deutlichste Auseinandersetzung mit dem Thema und der psychischen Last, die auf einem Kind aus einem Horter-Haushalt liegt. Mich hat das Buch aus den Schuhen gerissen, aber auch sehr beeindruckt. Zugegeben es ist schonungslos und das Ende könnte nicht plakativer sein, aber es klärt auch auf. Darüber, wie es ist ein Geheimnis diesen Ausmaßes zu hüten. Darüber, wie es ist sich seiner Familie zu schämen. Darüber, dass man als Kind solcher Eltern ein völlig normaler Mensch, mit ganz durchschnittlichen Bedürfnissen ist. Denn der Vorurteile gibt es viele, aber nur wenige Auseinandersetzungen mit dem Thema, die sich nicht in Klischees ergießen. Man siehe nur diverse Renovierungsshows auf den Privaten, die aus Messie-Häusern den Ikea Katalog zaubern. Ich finde besonders den Aufbau der Geschichte genial, in seiner Einfachheit gestrickt aus einem fortlaufenden Handlungsstrang in der Gegenwart und unzähligen Rückblenden auf das harte Leben im Hause einer psychisch kranken Mutter, gibt er dem Leser genau die Hintergrundinformationen nach denen er verlangt, bietet aber gleichzeitig eine Lösung für das Problem an. Das gibt dem Buch eine Dynamik, die mich Seite um Seite hat umblättern lassen. Die Hauptfigur Lucy wird dabei nicht nur Opfer ihrer Familie, sondern auch Kämpferin für sich selbst und ihre Zukunft, Bewahrerin aller Geheimnisse und ein hervorragendes Beispiel, dass eine solche Lebensweise nicht zwingend erblich ist. Ein erschütterndes Detail ist jedoch die ältere Schwester Lucys, welche den Horter-Drang der Mutter weiter führt. Sie tritt zwar nur kurz auf, aber mir lief ein Schauer über den Rücken, als sie die Müllberge im Haus als notwendige Dinge bezeichnete und anschließend in ihr zugemülltes Auto stieg. Ich habe selbst mal in einem Mietshaus gewohnt, das ein paar Messie-Wohnungen beherbergte, die zum Glück nach und nach ausgeräumt und gesäubert wurden – auch aber nicht nur, weil ihre Bewohner verstarben oder vor der Miete flüchteten. Mir läuft also bei dem Thema ein kalter Schauer über den Rücken und Omololus Buch hat das noch intensiviert. Trotzdem ist dies nicht der Augenblick weg zu schauen, nicht für mich und auch nicht für alle anderen, die sich vorstellen könnten dieses Buch zu lesen. Denn hier wird auf glaubwürdige, wenn auch aus Gründen der Spannung etwas dramatisierte, Weise ein brisantes und ewiges Thema angegangen über das wir nicht nur tratschen sollten, wenn es uns streift, sondern dass eine ernsthafte informierte Diskussion verdient. Ein beeindruckender und gleichzeitig schwer verdaulicher Jugendroman, der sich traut das Thema Messies konsequent und schonungslos für den Leser zu inszenieren.

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