C. R. Neilson Das Walmesser

(19)

Lovelybooks Bewertung

  • 30 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 3 Leser
  • 14 Rezensionen
(7)
(7)
(4)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Walmesser“ von C. R. Neilson

Fremd auf den Färöern. Blut an den Händen.
Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierherkommt, ist anderswo vor etwas geflohen. Dass er seine Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann, erkennt John Callum erst, als er eines Morgens auf einem Steinklotz im Hafen erwacht - ohne Erinnerung an den letzten Abend, aber mit einem blutigen Messer in seiner Tasche. Und in der färöischen Hauptstadt Tórshavn gibt es an diesem Tag nur ein Gesprächsthema: den Mord.

Tolles Buch, interessantes Setting, passender Schreibstil. Störrisch, kühl aber schon spannend.

— PagesofPaddy

Erst wenn der Nebel sich lichtet, erkennt man die Zusammenhänge. Es bedarf Durchhaltevermögen, aber die Sprache ist toll.

— Kerstin_KeJasBlog

Vor seiner Vergangenheit kann man nicht flüchten und vor der Gegenwart erst recht nicht! Ungewöhnliches Buch, mit wunderbarem Kopfkino.

— Kaisu

Leider so gar nicht, was ich mir erwartet hatte. Für mich kam keine Spannung auf, bei einigen Szenen einfach nur Ekel...

— daneegold

Ein recht konventioneller Krimi, bei dem das Setting der Färöer-Inseln am meisten überzeugt.

— hundertwasser

Trotz grandioser Landschaftsbeschreibungen konnte dieser Krimi mein echtes Interesse nicht wecken. Nach 134 Seiten abgebrochen.

— Mira20

Spannung auf höchstem Niveau

— wortgeflumselkritzelkram

Für mich zu wenig Spannung für einen Krimi

— SillyT

Nicht nur auf Wale: Die Jagd beginnt. Ein Buch, dass mich gefesselt und begeistert hat.

— AUSGEbuchT-PetraMolitor

Ein kriminelles Inselporträt mit viel Thrill auf höchstem Niveau.

— detlef_knut

Stöbern in Krimi & Thriller

Flugangst 7A

Wieder ein sehr guter Fitzek. Spannend und undurchschaubar bis zum Schluß.

sandrar44

Untiefen

Ich hätte mir von diesem Buch mehr erhofft.

Lovely_Lila

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Solider Krimi mit melancholischem Touch

eleisou

Origin

Schockierende Faszination, welche zum Nachdenken anregt

JenWi90

Cyrus Doyle und das letzte Vaterunser

Klassischer Kriminalfall vor malerischer Kulisse.

Doreen_Klaus

Die Attentäterin

Top! Wieder ein klasse Silva, sehr nah an der Ralität. Der Schreibstil faszinier, man kann das Buch nicht mehr weglegen

wildflower369

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

    Mehr
    • 2570

    Bibliomania

    28. September 2017 um 18:46
  • Bildgewaltig

    Das Walmesser

    Kerstin_KeJasBlog

    21. May 2017 um 17:58

    Die Färöer, Inseln inmitten einer unbändigen Natur. Launisch und wechselhaft, wie das Wetter auch die Menschen. Eine eingeschworene Gemeinschaft, in die nun der Schotte John Callum stolpert. Ein Fremder, der nicht zum Urlauben gekommen ist. Sondern geflohen ist, vor seinem Leben und auch sich selbst. Er trägt ein Geheimnis mit sich, eine Art Schuld und es dauert ewig bis man als Leser erfährt um was es geht. Doch auch andere wissen davon. Ist er deswegen zu einem Mörder geworden? „Ich weiß, wer sie sind. Ich weiß was sie getan haben.“ Diese Geschichte erzählt Callum selbst. Normalerweise mag ich diese Ich-Form, gibt es dadurch viel spürbarere Emotionen, allerdings wurde mir hier dann doch einen touch zu viel „gejammert“. Irgendetwas hatte er angestellt/erlebt, soviel konnte man recht schnell herauslesen, nur was genau das war – zum ins Buch beissen. So etwas muss ich einfach immer wissen und deswegen hat mich dieses „Etwas“ auch durch das Buch getrieben. „Mein Körper und meine Seele trugen die Narben der Schuld. Nun strömte ihr Gift aufs Neue durch meine Adern.“ Der zweite mir wichtige Punkt war dieser Mord. Die Auswahl der Verdächtigen auf solch kleinem Raum ist begrenzt. Da war es kein Wunder, dass ausgerechnet der Fremde in Verdacht gerät. Er verhält sich aber auch seltsam. Seine nächtlichen Alpträume treiben sogar seine Vermieter dazu ihn rauszuwerfen und in einer kleinen Hütte unterzubringen. Callum hat Zeit auf der Insel und die nutzt er zum Wandern, kreuz und quer über die Insel, durch Wind und Wetter. Dadurch erfährt man alles über dieses Eiland, die kaum bis gar nicht vorhandene Flora und Fauna. Man macht Bekanntschaft mit Vögel die ihre Brut verteidigen und so manche steile Klippe an derem unteren Ende das eiskalte, schäumende Wasser in spitzem Gestein wartet. Weiter kam ich immer noch nicht – ahnungslos in Sachen Callums Vergangenheit und noch ahnungsloser wegen diesem Mord. „Mit jeder Nacht, die verging, näherte ich mich der Antwort. Ich müsste nur noch lernen, Einbildung von Realität zu unterscheiden.“ Ich muss nochmal auf Callums Träume zu sprechen kommen. Man ‚erlebt‘ sie ja mit – kursiv in kurzen Kapiteln – dass gibt Raum für Interpretationen und so etwas mache ich eh gerne. Die Menschen, denen Callum begegnet sind anfänglich kühl aber doch herzlich. So dauert es nicht lange bis er einen Job findet und die erste weibliche Bekanntschaft macht. Hat sie etwas damit zu tun? Mit diesem Mord? Mit der Nacht an die sich Callum kein Stück erinnern kann und wegen der er sogar im Gefängnis landet? Wer ist eigentlich der Tote?  Und – was ist das Motiv für diese Tat?  Neben all diesen Verdächtigungen und Beschuldigungen, den schrägen Blicken der Einheimischen und des fast nie verschwindenen Tageslicht, empfand ich die Sprache im Buch als außergewöhnlich schön. Gerade die Darstellungen dieser Insel und auch der Menschen war sehr authentisch und bildlich gut vorstellbar. Beides zuerst grimmig und auch gefährlich aber auf den zweiten Blick, wenn sich der Nebel verzogen hat und der Regen nachlässt, dann doch wunderschön und herzlich. Wobei mir sich die Nackenhaare stellten, waren die ausführlichen Beschreibungen zu der Waljagd. Aber es gehört zu diesem Land, ist ein fester Bestandteil und damit hat es einen Anspruch auf seinen Platz im Buch.  „Das Walmesser“ empfand ich beim Lesen fast schon als Drama, weniger als Krimi, auch wenn die grundlegenden Elemente – Mord, Täter/Verdächtiger und Ermittlungsarbeit der Polizei – vorkommen.  Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, es ist kein Pageturner,  sondern vielmehr ein langsames Heranführen an eine, nein zwei, dramatische Geschichten, in einem rauen und kühlen Land. Man sollte es genießen, denn dann erfährt man auch endlich warum Callum auf diese Insel gekommen ist. Rezension verfasst von © Kerstin Mai/2017

    Mehr
  • Ungewöhnliches Buch, mit wunderbarem Kopfkino.

    Das Walmesser

    Kaisu

    28. April 2017 um 11:11

    John Callum ist ein Mann, der vor dem Leben flüchtet. Er hat Dinge erlebt, die er vergessen möchte, aber nicht kann und so zieht es ihn auf die Färöer Inseln. Klein. Abgeschieden. Niemandsland. Hier kann er einen Neustart wagen und neu Fuß fassen. Aber er ist ein Fremdling. Die fallen auf in einem Dorf, wo jeder jeden kennt. Vor allem die Alten beäugen ihn. Zum Glück gibt es Ausnahmen, die ihn mit offenen Armen aufnehmen und so findet er einen Job, wo er etwas Geld verdienen kann. Zwar ist der weit von seinem alten Beruf aus Schottland entfernt – nämlich Lehrer – doch er meckert nicht und nimmt das Leben so hin, wie es ihm entgegenkommt. Nur leider schlägt es fieser zu, als er sich je hat erträumen lassen. Denn nur durch einen Ortswechsel schüttelt man die Vergangenheit nun mal nicht einfach ab. Jemand kennt sein altes Ich und plötzlich ist da dieser Mord, wo er als alleiniger Schuldiger da steht. „Ihr Name, bitte?“ „Callum. John Callum.“ „Ah, hier stehen Sie ja. Machen Sie in Tórshavn Urlaub, oder sind Sie auf Geschäftsreise hier, Mr. Callum?“ „Weder noch. Ich will hier leben.“ (S.22) Mit diesem neuen Leben ist es dann erst einmal vorbei. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Das Blut. Die Tatzeit. Keine Zeugen und dann noch der Streit, den er erst vor kurzem mit dem Opfer hatte. Schnell ist klar, es muss ein Racheakt gewesen sein. Nur findet man keine stichhaltigen Beweise. Weder das Tatmesser wird gefunden, noch kann man zu 100prozentig nachweisen, dass er am Tatort war. Also muss eine Spezialistin her. Schließlich will man John hinter schwedischen Gardinen sehen! Was an dieser Stelle nach einem flotten und zeitgleich nervenaufreibend, spannenden Krimi klingt, täuscht etwas. Denn all diese Ereignisse finden nicht in rascher Abfolge statt. Man wechselt ständig zwischen Erinnerungen, Träumen und der Gegenwart hin und her. Was genau damals passiert ist, kommt erst gegen Ende ans Tageslicht. Vorher kann man nur Vermutungen anstellen. Man weiß also nie, ob John Täter oder Opfer ist. Bei der frischen Tat hat man eine Ahnung und sieht sich in der irgendwann bestätigt. Dennoch beherrscht der Autor perfekt das Verwirrspiel, was gut für die unterschwellige Spannung ist. Denn aufgebrochen wird die Story durch die zahlreichen Beschreibungen und Erklärungen rund um das Inselleben. Man hat wirklich das Gefühl sich dort zu befinden. Das Rauschen der Wellen zu hören, den Wind in den zerzausten Haaren zu spüren und atmet die vom Meer gewaschene Luft ein. Ein Traum. Als Hörbuch funktioniert dies perfekt. In der Buchform stell ich mir das an einigen Stellen etwas zäh vor, da man ja mehr von John und seinen Dämonen wissen will und nicht eine Studie über die Färöer Inseln lesen möchte. Zudem kommt die melancholische Stimmung Dank Marton Bross, dem Sprecher, sehr gut herüber. Das gesamte Buch wird aus der Ich-Perpektive erzählt und John ist am Boden zerstört. Er weiß nicht weiter. Genau DAS spürt man deutlich beim hören. Am Ende kommt natürlich die komplette Auflösung und mit ihr die Erkenntnis, dass man das (Hör-)Buch trotz seiner kleinen Ecken und Kanten mochte und nicht von den Inseln verschwinden möchte. Zu gern hat man den Worten des gebrandmarkten Mannes gelauscht und ihn auf seinen Hoch und Tiefs begleitet. Wer die Färöer Inseln mag und nichts gegen eine umfangreiche Darstellung der Umgebung eines Mörders (?) hat, sollte zugreifen!

    Mehr
  • Abgebrochen nach 134 Seiten

    Das Walmesser

    Mira20

    11. February 2017 um 17:49

    Abgebrochen nach 134 Seiten Ich finde es immer sehr frustrierend ein Buch nach über 100 Seiten doch noch abzubrechen. Hier hat mir nun definitiv der Nerv gefehlt mich durch die über 500 Seiten zu arbeiten.  Trotz grandioser Landschaftsbeschreibungen, die wirklich Lust auf eine Reise nach den Färöer-Inseln machen, konnte dieser Krimi mein echtes Interesse nicht wecken. Hier kurz zu den Gründen: Das Buch startet mit einem Mord, der Ich- Erzähler erwacht mit einem blutüberströmten Walmesser in seiner Taschen → mein Interesse und meine Erwartungen an die Fortsetzung waren natürlich gross. Dann sofort eine Rückblende 3 Wochen zuvor → geheimnisvolle Ankunft von John Callum, wir lernen den scharf beobachtenden Schotten John Callum als Ich- und einzige Erzählperspektive kennen. Nach über 100 Seiten ahne ich überhaupt nichts von seiner Vergangenheit ausser dass sie ihm heftige Alpträume beschert. Den Einblick in die Traumwelt ist auch eher bescheiden. Natürlich weiss ich, dass er auf die Insel geflüchtet ist und ihn einige wenige verschwiegene Inselbewohner erkennen („Ich weiss, wer du bist“) Die Rückblende dauert an. Das Mordopfer und sein Umfeld bleiben auch eher im Dunkeln, so dass ich auch hier noch nicht einmal raten kann, wohin der Weg wohl geht. Das Buch soll unglaublich spannend und brutal werden! Ich frage mich bloss wann? Muss ich nochmals 100 Seiten weiterlesen?  Mir fehlt meine Empathie mit irgendwem. Sprachlich ist das Buch wundervoll und faszinierend – ohne Zweifel! Deshalb funktioniert auch das überfliegende Lesen überhaupt nicht. Das Buch verlangt die volle Aufmerksamkeit. Deshalb nun meine Entscheidung zum Abbruch. Dem Autor gelingt es zwar die Stimmung der Insel und deren Bewohner einzufangen. Auch versteht er mit Worten umzugehen. Die Beschreibungen waren unglaublich intensiv. Trotzdem verlangt es nach einer echten Handlung. John weicht allen aus, führt keine echte Dialoge und lässt vieles im Dunklen oder nur geheimnisvoll angedeutet.  Da ich eher ein aktiver Leser bin, der gerne auch mal mitdenkt und fühlt, blieben meine Lesebedürfnisse auf der Strecke. Eine Leseempfehlung gebe ich nur bedingt an geduldige Leser, die das geschriebene Wort über die Handlung stellen. Meine 2.5 Sterne runde ich auf 3 auf, denn eigentlich kann ich das Buch ja nicht beurteilen!

    Mehr
    • 5
  • Wer ist John Callum?

    Das Walmesser

    Minky

    03. February 2017 um 07:41

    INHALT John Callum kommt eigentlich aus Schottland, ist jetzt aber auf der Suche nach einer neuen Heimat. Er möchte sich an einem Ort niederlassen, an dem ihn sicher niemand kennt und an dem er nochmal ganz von vorne beginnen kann. So landet er auf den Färöer-Inseln und wird in der Hauptstadt Torshavn sesshaft. Zunächst scheint es ziemlich gut für John zu laufen. Er findet eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und auch eine Frau hat es ihm sehr angetan. Als er dann jedoch eines Morgens am Hafen aufwacht, ohne eine Erinnerung an die vergangene Nacht, und ein blutiges Messer in seiner Tasche findet, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt. MEINUNG "Das Walmesser" beginnt mit einem spannenden Intro. Man lernt gleich den Hauptcharakter John Callum kennen, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Danach springt die Handlung einige Woche zurück und man erlebt die Ankunft von John auf den Färöer-Inseln. Nach dem spannenden Einstieg geht es dann erst mal ruhiger weiter. In Andeutungen und vor allem in Johns Träumen erfährt der Leser von Johns bewegter Vergangenheit. Allerdings bleibt es zunächst bei den Andeutungen, Details werden nicht verraten. Das ist der Teil des Krimis, der mich nicht ganz überzeugen konnte, weil mir hier einfach die Spannung gefehlt hat. Zum Ende hin geht es dann aber wieder rund und die Ereignisse überschlagen sich. Besonders interessant an diesem Buch waren die Charaktere, die allesamt in keine Schubladen gepasst haben. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten und gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Das Setting auf den Färöer-Inseln trägt natürlich auch seinen Teil zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. FAZIT Ein bisschen mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan, deshalb gehen fast alle Däumchen hoch.

    Mehr
  • Spannender Lesegenuß ....

    Das Walmesser

    wortgeflumselkritzelkram

    30. January 2017 um 08:32

    "Das Walmesser" von C. R. Neilson ist 2017 im Heyne Verlag erschienen. Zum Inhalt: Der Schotte John Callum versucht seiner Vergangenheit zu entkommen, als er auf die kleine Inselgruppe, die Färöer-Inseln, im Nordatlantik flüchtet. Doch als er eines Morgens mit einem blutigen Messer in der Tasche erwacht, ohne Erinnerung an den vergangenen Abend, wird ihm schnell klar, dass dies nicht so einfach ist. Dann wird er des Mordes angeklagt und er muss sich der Gegenwart und der Vergangenheit stellen … Direkt zu Beginn wird man als Leser in die Spannung hinein geworfen, als Callum nass und frierend erwacht und sich fragt, was er mit einem blutigen Messer in der Tasche macht, das sonst zur Waljagd benutzt wird. Erinnern kann er sich an einen Streit mit dem Exfreund seiner neuen Freundin. Aber was passierte danach? Schon zweifelt er an sich selbst … „Das kleine Messer lag tonnenschwer in meiner Tasche, die Last des Zweifels zerrte mich nach unten.“ Nach diesem ersten Kapitel kommt eine Rückblende, in denen erzählt wird, was in den drei Monaten zuvor – beginnend mit der Ankunft von Callum auf den Inseln – passiert ist. Und hier erlebt man Spannung auf hohem Niveau: Immer wieder fallen Andeutungen zu Callums Vergangenheit, in denen auch eine gewisse Brutalität zu Tage kommt. Callum scheint jähzornig und aufbrausend und schreckt immer wieder aus wiederkehrenden, blutrünstigen Alpträumen hoch. Alles deutet schon fast auf ihn als Täter ….. „Hoch oben im Heideland über dem Hotel Föroyar trug der Wind meinen Geist fort, zurück in eine andere Zeit und an einen Ort, wo ich mich für das Falsche und gegen das Richtige entschieden hatte, wo ich zugelassen hatte, dass ich von der Gewalt verschlungen, kontrolliert, nach ihrem Bild geformt wurde.“ Neben der Spannung beschreibt der Autor die Insel in wunderschönen Worten, so dass ich trotz der angeblich 300 Regentagen im Jahr den tiefen Wunsch verspüre, dort hinfahren zu wollen und die schroffe Wildheit selbst auf mich wirken zu lassen. „Wir fuhren parallel zu Fjorden, gegenüber von grünen Hügeln, die bedrohlich zu uns hinüberstarrten, ihre Spitzen bekränzt von tief hängenden Wolken. Riss der Nebel auf, sah man Hügel über Hügel und Gipfel über Gipfel, das endlos dahinrollende Werk gefräßiger Vulkankräfte, längst bewachsen von Wiesen.“ …… „Auf meinen Trecks durch die Hügel leisteten mir nur die Rufe der Dreizehenmöwen und das Kreischen der Eissturmvögel Gesellschaft, schrill krähende Varianten von Wagner- und Sousa-Kompositionen, die das Vorrücken der Zeit und den Wandel des Terrains markierten. Sonst gab es hier nichts.“ Und nicht nur die Natur wird dem Leser nahe gebracht, sondern auch die Mentalität der Inselbewohner. Trinkfest und offen, aber auch der Waljagd verpflichtet. „Es wird von allen Männern der Insel erwartet, dass sie beim Töten mitmachen.“ Und die Szenen, die dort beschrieben werden, sind nicht für jeden geeignet. „Das Meer war rot. Ein dunkles Blutrot.“ (Auf die ausführliche Beschreibung habe ich hier bewußt verzichtet.) Immer wieder werden mir viele kleine Puzzleteilchen entgegen geschleudert, die mich auf Höchstspannung halten und die dann, kurz vor Ende des Buches, ihren richtigen Platz finden und ein stimmiges und unerwartetes Bild ergeben. Die dichte Atmosphäre und die hohe Spannung, die der Autor erzeugt, und als Untermalung die wilde und schroffe Natur, begleitet von den offenen und liebenswerten Färingern, machen dieses Buch zu einem äußersten Lesegenuß. Ich kann es allerdings auch nur denjenigen Lesern empfehlen, die nichts gegen ein wenig Blut und Brutalität einzuwenden haben …. Hier hat meine Reise richtig Spaß gemacht – habe ich doch auch einiges über dieses Völkchen und die kleine Inselgruppe im Nordatlantik, die aus 18 Inseln besteht, erfahren dürfen. Die Färinger sehen sich als autonomes Volk, unabhängig von der dänischen Krone, unter der sie stehen. Und sie bilden seit 2005 auch eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb Dänemarks. Gespickt mit der hohen Spannung war dies wirklich eine Lesereise vom allerfeinsten! Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

    Mehr
  • Läßt mich zwiegespalten zurück

    Das Walmesser

    SillyT

    27. January 2017 um 16:34

    Der schottische Lehrer John Callum sucht auf den Färöer Inseln eine neue Bleibe, denn das Leben, das er bisher geführt hat, ließ ihn fliehen. Doch auch hier wird schnell klar, seine Vergangenheit läßt ihn auch hier nicht los. In der Nacht wird er von Alpträumen gequält und er findet keinen Schlaf. Trotzdem bleibt er auf den Inseln und beginnt mit einem neuen Job in einer Fischfabrik. Als er dann die junge Künstlerin Kari kennenlernt, scheint sich das Leben zunächst zum positiven zu wenden, doch die Beziehung, die die Beiden eingehen, wird von den Färingern nicht sehr gut aufgenommen. Vor allem Karis Exfreund Aron und ihr Vater sind nicht sehr erfreut und als dann ausgerechnet Aron ermordet aufgefunden wird, gerät Callum unter Verdacht. Meine Meinung: Da ich sehr gerne Krimis und Thriller aus dem Norden lese, wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, aber eher anspruchsvoll mit einem schon beinahe poetisch anmutendem Sprachstil. Er begibt sich bei seiner Erzählung auch in jeder Hinsicht in die Tiefe, denn er beschreibt sehr intensiv Umgebungen und Personen. Dadurch bekam ich zwar einen extrem gut gelungenen Eindruck der Inseln, aber es wurde auch sehr langatmig. Mir persönlich fiel es einfach schwer, am Ball zu bleiben und das Geschehen konzentriert zu verfolgen. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich zwar gelesen habe, doch einfach nicht mitbekommen habe, was dort stand. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts, was man einfach mal nebenbei lesen kann, denn hier ist durchaus konzentriertes Lesen gefragt. Die Spannung wurde auf den ersten Seiten aufgebaut und man verfolgte den Protagonisten John Callum bei seinem Erwachen im Freien und im Regen, mit dem Walmesser in seiner Tasche. Dabei hat er keinerlei Erinnerung an die vorangegangenen Ereignisse und ich wollte durchaus wissen, was ihm passiert ist. Aber dann stoppt die Spannung und ich wurde erst einmal an den Beginn der Geschichte katapultiert. Dies bremste für mich für lange Zeit die Spannung aus, auch wenn ich von den wirklich eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Inseln angetan war. Mir fehlten hier allerdings zunächst die typischen Elemente, die einen Krimi ausmachen. Doch irgendwann kommt die Wende und es wird durchaus spannender und vor allem eins, brutaler. Was mir hier gut gefallen hat, waren die kurzen Einblendungen der Alpträume, bei denen ich erfuhr, dass der Protagonist durchaus seine Geheimnisse mit sich herumträgt und etwas zu verbergen hat. Was wiederum mein Misstrauen gegenüber Callum schürte. Das Setting ist, wie schon erwähnt, durchaus interessant, diese rauen Inseln, auf denen es an mindestens 300 Tagen im Jahr regnet und auf denen es im Sommer so gut wie gar nicht dunkel wird. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor sehr gut die Stimmungen an Hand der Umgebungsbeschreibungen einfängt und beschreibt. Die Atmosphäre ist karg, düster, rau, genau so wie die Menschen zu sein scheinen, die dort leben. Schockiert hat mich hier unter anderem die Beschreibungen des Walfangs und da nimmt der Autor sich keineswegs zurück. Der Protagonist John Callum ist ein eigenartiger Mensch, mit dem ich kaum warm wurde und mit dem es mir schwer fiel, mich zu identifizieren. Ich denke, dass das auch genau so gewollt ist, denn genau wie die Einwohner der Inseln begegnete ich Callum mit Misstrauen. Denn auch wenn hier die Geschichte aus seiner Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, hatte ich durchaus genug Zweifel an dem, was er da erzählt. Letzten Endes liegt das natürlich auch an dem Gedächtnisverlust, an dem Callum leidet und den Alpträumen aus seiner Vergangenheit, die sehr geheimnisvoll sind. Neben Callum gibt es hier noch einige weitere Nebencharaktere, von denen mir vor allem die junge Künstlerin Kari sehr gut gefallen hat. Sie bringt hier ein gutes Mass an Lebendigkeit in die Geschichte und wirkte einfach durch ihr Auftreten. Alles in allem machten die Charaktere durchaus einen gut durchdachten und überlegten Eindruck. Mein Fazit: Ein Krimi, der es mir nicht immer leicht machte, durchweg am Ball zu bleiben, da durch intensiv geschilderte Umgebungen und Charaktere immer wieder die Spannung gebremst wurde. Trotzdem ist es ein sehr niveauvoller Krimi, der durchaus mal etwas ganz anderes zu bieten hat, als das, was man gewohnt ist. Für mich persönlich war es nicht das richtige Buch, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser ungewöhnliche Krimi seine Anhänger findet und auch schon hat. 

    Mehr
    • 2
  • Nordland = Mordland – „Das Walmesser“ hat alles, was ein guter Krimi braucht

    Das Walmesser

    AUSGEbuchT-PetraMolitor

    21. January 2017 um 13:08

    Nordland = Mordland – „Das Walmesser“ hat alles, was ein guter Krimi braucht Als der Heyne-Verlag bei mir anfragte, ob ich einen, von einem in Schottland lebenden Autor geschriebenen, Färöer-Krimi rezensieren möchte, musste ich keine Sekunde überlegen. Als großer Schottland-Fan und Liebhaber nordländischer Landschaften und Krimiliteratur fühlte ich mich schon zu diesem Buch hingezogen, bevor ich es gelesen hatte. Über den Autor ist nicht viel bekannt: C. R. Neilson ist von Haus aus Journalist. In diesem Beruf arbeitete er zwanzig Jahre, bevor er sich dem Schreiben von Krimis und Thrillern zuwandte. „Das Walmesser“ ist sein Debüt in Deutschland und Anfang 2017 mit einem für mich herausragenden Cover erschienen. Einhundertzehn auf fünfundsiebzig Kilometer groß: der Archipel der Färöer-Inseln im Atlantik. Eine unwirtliche Gegend mit über 300 Regentagen im Jahr und martialischen Ritualen. Hierhin flüchtet John Callum vor den Schatten seiner Vergangenheit. In der Hauptstadt Torshavn (Thors Hafen) angekommen, schließt John nach kurzer Anlaufzeit Bekanntschaft mit einigen Inselbewohnern – erfreuliche und weniger erfreuliche. Er findet einen Job, eine Unterkunft, eine Liebe – und an einem Morgen ohne Erinnerung an die vergangenen Nacht ein Walmesser in seiner Tasche. Das Blut daran stammt nicht von ihm, sondern von einem Mordopfer, mit dem er sich in aller Öffentlichkeit geprügelt hatte. Die Jagd auf John beginnt. Doch ist er wirklich der Täter? Drei Stunden an einem Samstagmorgen. Mehr habe ich nicht gebraucht, um die 505 Seiten zu lesen. Hier könnte ich die Rezension eigentlich beenden, denn ich finde, das spricht für sich. „Das Walmesser“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr spannender Krimi, der meiner Meinung neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seinen teilweise fast schon poetischen Schreibstil begeistert. Die Beschreibungen der monumentalen Landschaften und ihrer Bewohner haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind so realistisch gehalten, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst schon vor Ort gewesen zu sein, so gut konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen. Die 70 kurz gehaltenen Kapitel lassen einem fast keine andere Möglichkeit, als schnell und stetig weiterzulesen. Ich muss gestehen, dass die „Auflösung“ des Falles für mich jetzt nicht so überraschend kam. Ich hatte diesen Gedanken immer mal wieder im Hinterkopf. Vielleicht entwickelt man durch das ständige Lesen von Kriminalromanen ja selbst ein kriminalistisches Gespür :-). Mir hat „Das Walmesser“ überaus gut gefallen. Natürlich empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe seit Längerem mal wieder 5 von 5 Sternen. Ich hoffe, bald mehr von C. R. Neilson lesen zu können.

    Mehr
  • Das Walmesser

    Das Walmesser

    thenight

    07. January 2017 um 19:29

    John Callum kam aus Schottland auf die Faroer Inseln um ein neues Leben zu beginnen.Als ein Mord geschieht, gerät er schnell unter Verdacht, denn Callum ist nicht wirklich ein angenehmer Zeitgenosse, er trinkt, er ist aggressiv und neigt zu Gewalttätigkeiten und auch in der Vergangenheit scheint etwas geschehen zu sein, was John bis in seine Träume verfolgt.Das er am Morgen nach dem Mord, ohne Erinnerung an die vergangene Nacht, mit einem blutigen Messer in der Tasche aufwacht, ließ auch mich an seiner Unschuld zweifeln.Meine Meinung:Neilson entführt seine Leser auf die Faroer Inseln, er lässt sie teilnehmen an dem rauhen Leben der Bewohner, die überwiegend vom Fischfang leben. Und das ist es was dieses Buch ausmacht, die detail verliebten Beschreibungen der Landschaft, der Tierwelt und der Färinger, ein ganz besonderer Menschenschlag, eher abweisend Fremden gegenüber aber umso solidarischer zu den Menschen die sie kennen. Diese Detailtreue ließ den Mordfall eher etwas in den Hintergrund rücken und machte für mich das Lesen etwas schwierig, wollte ich doch wissen was in Johns Vergangenheit geschah, was es mit seinen Albträumen auf sich hatte und vor allem natürlich ob er der Mörder ist oder nicht.Nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte und ich mich einließ auf den besonderen Schreibstil des Autors, konnte ich die besondere Atmosphäre des Buches genießen.Das Walmesser ist ein intelligenter Thriller, Neilson baut die Spannung langsam auf und Stück für Stück kommt der Leser dem Täter auf die Spur.Ein schön geschriebener Roman, der sich zu einem spannenden Thriller entwickelt.Durchaus empfehlenswert.Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

    Mehr
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

    Mehr
    • 3931

    kubine

    07. January 2017 um 17:53
  • Das Walmesser: Ein Färöer-Krimi

    Das Walmesser

    fraeulein_lovingbooks

    05. January 2017 um 23:53

    Inhalt Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierherkommt, ist anderswo vor etwas geflohen. Dass er seine Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann, erkennt John Callum erst, als er eines Morgens auf einem Steinklotz im Hafen erwacht – ohne Erinnerung an den letzten Abend, aber mit einem blutigen Messer in seiner Tasche. Und in der färöischen Hauptstadt Tórshavn gibt es an diesem Tag nur ein Gesprächsthema: den Mord.(Quelle: randomhouse )Meine Meinung Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken. John flüchtet von Schottland nach Färör. Ohne viel Geld und ohne einen Plan, aber mit einem gebuchten Hotelzimmer. In den nächsten Tagen beginnt er mit der Jobsuche und landet schließlich auf einer nachhaltigen Fischfarm. Und darf im Haus von seinem „Chef“ wohnen, bis er unangenehm auffällt und in eine Holzhütte verbannt wird. John gefällt dies und er mag seinen neuen Job. Mit dem Freunde finden hapert es, nur in einem Franzosen findet er einen guten Freund. Zumindest glaubt er dies. Auch die Liebe lässt nicht lange auf sich warten, die junge Pfarrerstochter findet gefallen an ihm. Sehr zum Missfallen von deren Ex-Freund, den einige Wochen später nach einem Streit mit John tot auffindet… Mit John bin ich bis zur letzen Seite nicht warm geworden, weil ich einfach kein Mitleid mit ihm haben konnte. Seine Vergangenheit in Schottland ist nicht die beste und der schlechte Ruf scheint an ihm zu kleben, aber trotzdem rechtfertigt das nicht sein Verhalten, das er an den Tag legt. Man merkt schnell, das er kein friedlicher Mensch ist, sondern auch mal zügig auf 180 ist. Er teilt aus und steckt wenig ein. Seine Methoden um die Unschuld zu belegen sind grausam und ich war mir lange nicht sicher, ob er in seiner Heimat zu Unrecht freigesprochen wurde. Ich war froh, als ich ihn nach 510 Seiten verlassen durfte. Der Schreibstil war zwar flüssig und leicht verständlich, aber der Erzählstil sehr langatmig und langweilig. Ich musste mich teilweise zum Weiterlesen ermutigen, weil ich einfach kein Interesse daran hatte, zu erfahren, wie John seinen Kopf aus der Schlinge zieht oder sich auf der Insel einlebt.Ich bin kein großer Fan von kurzen Kapiteln. In diesem Buch gab es 70 Kapitel in 510 Seiten, ein Kapitel war im Durchschnitt 7 Seiten lang und die Geschichte lies sich dadurch sehr abgehackt und unruhig. Mir hat das überhaupt nicht gefallen.Während mir die Aufteilung der Geschichte gut gefallen hat, auch wenn es stellenweise etwas verwirrend war. Begonnen wird mit einem Kapitel kurz nach dem Mord aus der Sicht von John. Danach folgt ein Zeitsprung in die Vergangenheit – drei Monate zu vor, der fast die Hälfte des Buches einnimmt und dann zurück in die heutige Zeit führt.Auch das Cover konnte mich vollkommen überzeugen – vorne schlicht schwarz mit einem messerartigen Ausschnitt. Insgesamt fand ich „Das Walmesser“ nicht schlecht und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber man konnte schnell ahnen, wer den Mord begangen hat oder sich als Mörder ausgeben wird. Eine ganz bestimmte Szene gegen Mitte des Buches war für mich zu aufschlussreich, sodass es am Ende keine wirkliche Überraschung war. Man muss nur aufmerksam genug lesen. Wie viele andere Leser fand ich die Landschaftsbeschreibungen unglaublich gut und detailreich, sodass man stellenweise das Gefühl hatte mitten auf der Insel zu stehen. Ich ahnte recht schnell, das sich Färör in mein Herz schleichen wird und mit Sicherheit eine Reise wert ist. Die guten / schlechten Beziehungen zum dänischen Königsreich klingen bei einigen Sätzen der Einwohner mit und mir gefiel das, weil sie eben kein Blatt vor dem Mund nehmen und offen sagen, was sie denken.Die Grindwaljagd (Walfischjagt), die angeblich sehr blutig und grausam beschrieben sein soll, muss ich entweder überlesen oder als Natürlichkeit angesehen haben. Vobei ich eher das zweite vermute. Für mich ist dieser Aspekt nichts neues, da ich schon öfters soetwas gelesen habe.Für mich war es kein Krimi, der mich packen konnte und sprachlos zurück ließ. Der Krimi spielte so nebenbei und im Fokus lag die Insel und das Leben auf Färör – zumindest für mich. Eher eine Art Reiseführer mit geschichtlichen Hintergründen und einem Mord. Leider nur eine bedingte Leseempfehlung, falls euch das Buch in der Bücherei oder als Mängelexemplar über den Weg läuft. Kaufen würde ich es mir nicht.  Sterne

    Mehr
    • 3
  • Vielfältig, spannend und mit viel Lokalatmosphäre

    Das Walmesser

    michael_lehmann-pape

    05. January 2017 um 14:14

    Vielfältig, spannend und mit viel LokalatmosphäreDie Falklandinseln als Schauplatz krimineller Ereignisse haben ja bereits an anderer Stelle stattgefunden, nun also nimmt Neilson den Leser mit auf die Färöer Inseln.John Callum benötigt einen Neustart. Der Schotte aus Glasgow landet auf dem kleinen Flughafen der Inseln und kann bereits im wankenden und schwankenden Flieger die völlig entspannte Mentalität der Färöer bestaunen. Die, nicht zuletzt, auf eine doch erkleckliche Menge an Alkohol im Blut zurückzuführen ist. Angst vor einem Absturz hat dort wohl niemand.Was aber Callum nach Färöer treibt, wieso der ehemalige Lehrer sich Arbeit in einer Lachsfabrik sucht und unter einfachsten Umständen zu leben bereit ist, das bleibt lange Zeit ein Rätsel. Auch wenn Neilson die Alpträume des Mannes geschickt in den Ablauf der Geschichte einfügt. Es wird nur klar, dass Callum in sich auch eine harte, aggressive Seite trägt. Die er mühsam beherrscht. Was nicht einfach ist, da er bei dem ein oder anderen Färöer auf starke Ablehnung trifft. Bei manchen ohne ersichtlichen Grund, bei anderen mit einem Grund, den Callum noch entdecken muss.Auch wenn es sich ansonsten gut anlässt. Eine Affäre mit einer Inselschönheit und Malerinn beginnt. Der Chef der Lachszucht ihn in seiner Hütte wohnen lässt, erste Kontakte zu einem Franzosen entstehen der als Naturfotograf eine Menge über die Insel zu erzählen hat.Was Neilson nutzt, um dem Leser immer wieder Landschaft, Orte, Bewohner plastisch und griffig vorzustellen. Die Enge des Lebensgefühls, das Aufeinander angewiesen sein, auch wenn jeder für sich zu stehen vermag. Der Einfluss der Kirche, die schroffe, weitgehend unberührte Landschaft. Und, als einer der Höhepunkte dieser Seite des Thrillers die minutiöse Schilderung des „Grind“, der Waljagd. Die für Callum fast zur Todesfalle wird.Einige Zeit, nachdem er ohne Erinnerungen aus einem rausch am Hafenpier erwacht, ein Walmesser in seiner Jackentasche findet, das ihm nicht gehört, dass aber voller Blut ist. Das Blut eines Menschen. Umgehend steht Callum, der „Fremde“, unter Mordverdacht und wird sich seiner Haut vor allem selbst wehren müssen. Was weder einfach noch ungefährlich sein wird. Denn je näher er den Umständen der Tat kommt, je mehr er daran zweifelt, dass er selbst das Verbrechen begangen hat, desto klarer wird auch, dass er selbst im Fadenkreuz sein wird.Geschickt legt Neilson verschiedene Spuren, rückt immer wieder einzelnen Personen in ihrer Befindlichkeit und ihrem teils Verdächtigen Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtung, bis ein Netz an Verdächtigen entsteht, bei dem der Leser gebannt mit rätselt, was genau und wie und durch wen passiert.„Ein Mann ohne Messer ist ein Mann ohne Leben“. Jeder Färöer besitzt ein solches Walmesser, eine mögliche Tatwaffe. Und weiß dieses Messer geschickt einzusetzen. Zumindest, wenn es um das Rückgrat von Grindwalen geht.Überzeugende Personen, eine hervorragende Schilderung der Färöer Inseln und des Lebens auf diesen, ein intelligent entfalteter Mordfall und eine sich ständig steigernde Spannung in genau dem richtigen Timing bieten einen hervorragenden Thriller und hohen Lesegenuss.

    Mehr
  • Ein kriminelles Inselporträt mit viel Thrill auf höchstem Niveau.

    Das Walmesser

    detlef_knut

    03. January 2017 um 12:50

    »Das Walmesser« des schottischen Schriftstellers C. R. Neilson würde ich zunächst als Roman, in zweiter Linie als Kriminalroman sehen. Doch im zunehmendem Verlauf der Handlung entwickelt er sich tatsächlich zu einem Thriller. Es ist ein besonderer Roman nicht nur wegen des ungewöhnlichen Handlungsortes, den Färöer-Inseln nördlich von Schottland. Dieser Landstrich, wo es in den Nächten kaum Dunkelheit gibt, ist vielen Menschen in unseren Regionen weitgehend unbekannt. Das nutzte der Autor genüsslich aus, um seinen Lesern dieses unwirtliche Land ausführlich vorzustellen. Nahezu jedes noch so winzige Detail oder Begebenheit im Tagesablauf der Inseln wurde mit passenden Worten, Metaphern und Vergleichen so bildreich erlebbar gemacht, dass es den Leser in eine Stimmung versetzt, die ihn mit guten Kenntnissen über die Inseln und für das Grauen der Handlung ausstattet. Ich persönlich wurde in meine Jugend versetzt und an einige Tage erinnert, in denen ich mich im Hafen der Hauptstadt Tórshavn Anfang der 1970er Jahre befand (Unser Schiff hatte Maschinenschaden und wir mussten auf das Einfliegen von Ersatzteilen warten.). Der Ich-Erzähler John Callum, ein Schotte, erwacht. Ihm schmerzen alle Knochen und Muskeln, sein Kopf ist auf grauen Felsen gebettet. Mühsam erhebt er sich und begibt sich auf den Nachhauseweg, kann sich nicht daran erinnern, was passiert war, warum er auf dem Boden gelegen hatte. In seiner Hosentasche befindet sich ein Messer. Es ist ein typisches Messer, mit dem die Inselbewohner das Walfleisch zum Essen zerkleinern. Zufällig beim Griff in die Tasche schneidet sich Callum und stellt fest, dass sich am Messer Blut befindet, was nicht sein Blut sein kann. Er hat keine Ahnung, wo das Messer herkommt. Doch dann hört er von einem Toten auf der Insel. Soweit das erste Kapitel des Romans. Anschließend geht es zeitlich drei Monate zurück und Callum erzählt uns, wie er auf den Färöer ankommt. Hier beginnt eine spannende Schilderung des Lebens auf den Färöer und ihrer kargen Landschaft, den wenigen Bäumen, dem ewig schlechten Wetter, den leeren Straßen. Einfach fantastisch. Hier ein Beispiel: »Der Sonnenstrahl schlich sich von links nach rechts, eine Provokation in Millimeterschritten. Auch wenn ich mir alle Mühe gab, ich konnte den Blick nicht davon losreißen, von dieser klar sichtbaren Quelle meiner Qual. Zwanghaft starrte ich auf den Gott verdammten Sonnenstrahl, auf das einzige, was ich auf keinen Fall sehen wollte. Ein nicht enden wollender, durchwachte Tag folgte dem anderen, und nicht nur der Schlafmangel quälte mich. Sondern auch das was mich erwartete, wenn das Einschlafen doch gelang.« Allein schon wegen solcher Beschreibungen, wie in diesem Zitat die extrem kurzen zu Schlaflosigkeit führenden Nächte, ist der Roman empfehlenswert. Doch aus dem ersten Kapitel weiß der Leser schon, dass irgendwann ein Mord passiert sein muss. Einzelne Kapitel mit Albtraumsequenzen weisen zwischendurch immer wieder darauf hin, dass die Vergangenheit des Erzählers heftig gewesen sein muss und er einen mehr als triftigen Grund hat, seine Zelte auf den entlegensten Inseln der Welt aufzuschlagen. Im Rahmen einer sehr spannenden fiktiven Handlung erzählt Neilson in atmosphärisch dichter Weise von der Rauheit und Kargheit der Landschaft, den Menschen und ihre Traditionen. Ein kriminelles Inselporträt auf höchstem Niveau. Roman und Handlung sind so angelegt, dass es wohl keine Fortsetzung geben wird. Schade, denn diese Figuren sind mir ans Herz gewachsen.© Detlef Knut, Düsseldorf 2017

    Mehr
  • Färöer Krimi

    Das Walmesser

    MissNorge

    02. January 2017 um 13:58

    Kurz zur GeschichteJohn Callum kommt als "Der Neue" von Glasgow auf die Färöer-Insel und lässt sich in der Hauptstadt Tórshavn nieder. Eines Tages erwacht er klitschnass und verkatert morgens unter freiem Himmel auf, mit einem Walmesser in seiner Jackentasche, daran Blut, aber nicht seines. Von wem ist das Blut? Was ist passiert? Wem ist etwas passiert? John kann sich an nichts mehr erinnern und gerät als "Ausländer" in den Strudel der Ermittlungen.Meine MeinungMein erstes Buch welches auf den Färöer Inseln spielt und ich hoffe, nicht das letzte, denn es hat mir unglaublich gut gefallen. Ich bin ja eh ein Fan des Nordens und mit den detaillierten Landschaftsbeschreibungen hat mich C.R. Neilson in seinen Bann gezogen. So unglaublich lebensecht und nah beschreibt er die Charaktere der Insel-Bewohner, die natürlich erstmal gegen jeden und alles sind, was neu ist und getrunken wird auch so oft es geht und egal zu welcher Tageszeit. So ergeht es auch John Callum als er dort hinkommt. Man wird mit der Hauptperson nicht gleich so richtig "warm", da John anscheinend einen Neustart wagen will und es immer kapitelweise kurze Andeutungen und schlimme Albträume gibt aus seiner Vergangenheit. John empfinde ich als düster, undurchsichtig und geheimnisvoll. Das passt sehr gut in die Geschichte und die Person wird hervorragend dargestellt.Die Spannung schleicht sich so ganz langsam ein, in gut platzierten Nebensätzen und Beobachtungen, als John verhaftet wird und angeblich einen Mord begangen haben soll. Das typische Klischee, der Neue der vorher Streit mit dem Opfer hatte, das blutige Messer in seiner Jacke und angebliche Zeugen. Es ist jetzt kein Krimi welcher rasant und extrem übertrieben brutal und blutig daherkommt, sondern so wie die Menschen aus dem Hohen Norden eben dafür bekannt sind, ruhig und gelassen.

    Mehr
  • Das Überleben steht auf dem Spiel

    Das Walmesser

    JulesBarrois

    30. December 2016 um 17:14

    Das Walmesser - C. R. Neilson (Autor), Ulrich Thiele (Übersetzer), 512 Seiten, Heyne Verlag (28. Dezember 2016), 13,99 €, ISBN-13: 978-3453419674  Der Schotte John Callum verlässt Glasgow und fliegt zu den Färöer-Inseln, 18 Inseln in der Mitte des Nordatlantik, unverdorbene Schönheit, unberührte Natur,  saubere Luft und frisches Wasser. Eine aufregende und einzigartige Kombination.  Dort will er in Tórshavn leben. Warum? Hat das etwas mit seinen Albträumen zu tun, in denen immer wieder ein Liam Donan vorkommt? Wir werden es erfahren. Nach und nach breitet der Ich-Erzähler John in seinen eingeschobenen Albträumen seine Vorgeschichte aus. „Ich war auf die Färöer gereist, um der Welt zu entkommen. Jetzt konnte ich nicht mehr zurück, selbst wenn ich gewollt hätte.“ (Seite 265) Doch auch in Tórshavn meint das Schicksal es wohl nicht gut mit ihm. Total besoffen wacht er auf dem nassen Boden der Kaimauer auf. In seiner Manteltasche ein Grindaknivur, ein Walmesser. „An der Klinge klebt das Blut eines anderen.“ (Seite 13) Was hat er getan? Hat er überhaupt etwas getan? Doch der Reihe nach: John Callum lässt sich in Tórshavn nieder, auf den beeindruckenden Färöer-Inseln. Er findet schnell Kontakt. Zu Menschen, die ihn freundlich behandeln, wie Martin Hojgaard, der ihm Arbeit in einer Lachszucht gibt. Zu Menschen, die er nicht so richtig einordnen kann, wie Tummas Barthel, ein Alt-Rocker, dessen Lachen so klang, „als würde er mit Kies gurgeln.“ (Seite 79) oder der französische Fotograph Serge Gotteri, mit einem Akzent „herb wie tiefblaue Gouloises-Schwaden und geschmeidig wie ein Schluck Camus-Cognac.“ (Seite 97) Er trifft aber auch Menschen, die ihm feindlich gesonnen sind, wie die Brüder Aaron und Nils Dam. Tórshavn ist beileibe kein verschlafenes Nest, sondern ein hochmodernes Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum, mit vielen Pubs, Bars und Cafés, in denen John Callum seine Freizeit verbringt, die unzähligen Biersorten probiert und sich mit Whisky betrinkt. Dabei begegnet er auch der jungen Künstlerin Karis Lisberg. „Sie hatte ein sehr hübsches, aber beinahe jungenhaftes Gesicht, etwas Spitzbübisches, wie eine junge, dunkelhaarige Twiggy. Oder wie die färöische Audrey Hepburn.“ (Seite 98) Sie ist die Tochter des ehrwürdigen Pastors Esmundur Lisberg, „der Hüter unseres gemeinschaftlichen Gewissens.“ (Seite 144) Und da ist natürlich die zweite Hauptperson dieses Romans, die Färöer-Inseln, mit ihren unvergleichlichen Landschaften „eine rasch vorbeiziehende Orgie aus Grün- und Brauntönen im Dämmerlicht […] mit grauen Steinen gesprenkelte Hänge, durchsetzt mit trägen Bächen […] ein Schlachtfeld widerstreitender Kräfte: Erde und Wasser kollidierten miteinander, und wohin man auch blickte, sah man die Opfer dieses Krieges.“ (Seite 21) Und natürlich die Färinger, die ihre Traditionen und ihre Sprache, das Färingisch pflegen und die von sich selbst sagen, dass sie glücklich sind. Ein besonderer Menschenschlag, stoisch und verschlossen der die Einsamkeit liebt, der Wind und Kälte trotzt, in dieser atemberaubenden aber eben auch sehr harten Natur, die den Menschen sehr schnell und oft unbarmherzig ihre Grenzen aufzeigt. John Callum lernt die Färöer mit all ihren Widrigkeiten zu lieben. „Die Tristesse meiner ersten Eindrücke des vernieselten, ereignisarmen Tórshavn war vom Wind fortgeblasen worden. Jetzt nahm ich eine andere Stadt wahr, eine Stadt voller Farben, Leben und Charme. Bevölkert von ruhigen, freundlichen, bescheidenen Menschen, die einem nur zu gerne weiterhalfen. Selbst den Regen hatte ich liebgewonnen, über den Wind sah ich schulterzuckend hinweg, ganz wie die Färinger selbst.“ John Callum ist weit weggerannt, er könnte endlich die Vergangenheit ruhen lassen, aber weit gefehlt, da holt ihn das Ganze mit enormer Gewalt wieder ein. Kann er seine Wut, seine ohnmächtige Wut im Zaum halten? Kann er seine eigene Verletzlichkeit so in Bahnen lenken, dass sie nicht zu Aggressionen führt, die andere verletzen? „Ich habe entsetzliche Angst davor, dass sich die Vergangenheit wiederholt haben könnte. (Seite 249) Die Geschichte ist sehr geschickt aufgebaut und zwingt den Leser mit John Callum zu bangen, zu fürchten, zu hoffen und zu leiden. Es ist eine wunderbare Mischung aus Charakterzeichnungen, Landschafts- und Wetterbeschreibungen, Gedanken und Handlungen. Eine sehr gelungene, äußerst dichte Einheit, die einfach fesselt. C.R. Neilson schreibt einen gut lesbaren, aber wortgewaltigen Stil, der reich an Metaphern ist. Das sehen Sie schon an den wenigen Zitaten in dieser Rezension. Er lässt uns alle Situationen hautnah miterleben, die Stürme, den Regen, die überfüllten Pubs, die Menschen. Besonders gelungen sind ihm die Albträume Callums und dessen Dialoge. Der Autor bietet das, was für mich bei jedem Roman mitentscheidend ist: ein ästhetisches Lesevergnügen. Ein exzellenter nordischer Thriller, mit viel Atmosphäre und nicht nur sehr lebendige Figuren, sondern auch mit einer sehr starken Handlung voller Überraschungen. Für alle, die besondere Krimis mögen. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Heyne Verlages https://www.randomhouse.de/Paperback/Das-Walmesser/C.-R.-Neilson/Heyne/e494922.rhd Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de  

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks