C. Velleius Paterculus Historia Romana /Römische Geschichte

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Inhaltsangabe zu „Historia Romana /Römische Geschichte“ von C. Velleius Paterculus

Eine fragmentarische Geschichte Roms vom Anfang bis auf Kaiser Tiberius.

— Admiral
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  • "Objektiver" Tatsachenbericht mit ehrlicher Würdigung oder schleimerischer Panegyricus ?

    Historia Romana /Römische Geschichte
    Admiral

    Admiral

    22. August 2015 um 11:59

    In seinen Bänden "Historia Romana" aus dem Jahr 30 n. Z.befasst der römische Ritter Velleius Paterculus sich mit der römischen Geschichte vom Fall Troias bis zum Tod Livias (also bis auf seine eigene Zeit): etwa 29 n. Z. Naja gut. Zugegeben. Wann das Werk genau geschrieben wurde, ist unklar. 30 KÖNNTE es gewesen sein. Zugegeben. Wie groß das Werk ursprünglich war, ist auch unklar. 2 Bücher sind auf uns gekommen.Vom ersten fehlt ziemlich viel. Wie der Doppelband genannt wurde, wissen wir auch nicht. "Historia Romana" wird es nur deswegen genannt, weil wir es nicht besser wissen. Und wie der Autor genau heißt, wissen wir auch nicht. Zugegeben. "Velleius Paterculus" ist zwar gesichert, aber der Grammatiker Priscian nennt als V.P.s (= Velleius Paterculus) Vornamen "Marcus", eine nordafrikanische Inschrift "Gaius". Wie das Werk gemeint ist, ist btw auch so ein Problem. Soll das Werk ein Geschichtswerk sein ? Oder eine Panegyrik ? Ihr erratet es sicher: Auch das ist irgendwie unklar. Interessanter Einstieg. Das alles wissen wir nicht so genau. Wahrscheinlich wissen wir noch viel mehr nicht. Nur weiß ich das nicht. Ich weiß nur, dass wir das Genannte nicht wissen. Aber nun zudem, was wir wirklich wissen ! (Oder zumindest zu wissen hoffen/glauben/etc.) V.P. hat 2 Bücher geschrieben. Er behandelt darin die gesamte römische Geschichte. Er beginnt mit dem Fall Troias, denn die Römer glaubten, die Stadtgründung Roms sei von Nachfahren der Troianer ausgegangen (Kenner wissen, welche Namen jetzt fallen: Aeneas/Iulus/Romulus/Remus/etc. siehe dazu btw die Geschichte von Vergil: Aeneis oder den kurzen Aufsatz von Ungern-Sternberg "Romulus", abgedruckt in: Hölkeskamp/Stein-Hölkeskamp [Hgg.]: Von Romulus zu Augustus, München 2000). Das 1. Buch schreitet schnell voran bis 146 (Fall Karthagos !), weil dort der große Abstieg Roms beginnt. Nicht der machtpolitische, nein. Der moralische Abstieg ist gemeint, der sog. "Sittenverfall", den auch Sallust (bell. iug. 41f.) als Folge des Falls der Karthager (und innenpolitische der aggressiven/umstürzlerischen Gracchen) bezeichnet. Das zweite Buch hangelt sich (wie so üblich bei antiken römischen Geschichtsschreibern) von großer Einzelperson zu großer Einzelperson. Besonderes Augenmerk erhalten Caesar, Augustus und Tiberius. Aber auch andere Personen wie natürlich Cinna, Pompeius und Antonius behandelt V. P. ausführlich. Seine Tiberius-Darstellung ist äußerst positiv, bis schmeichlerisch. Hier behandelt er die Anfänge des Kaiserreichs ohne das explizit zu erwähnen. Das ist interessant, da daraus erfragt werden konnte, ob er als Zeitgenosse überhaupt Rom als Kaiserreich betrachtete oder nicht doch noch als libera res publica (die heutige Forschung meint, zu diesem Zeitpunkt bestehe das Kaiserreich bereits knapp 60 Jahre ! Siehe dazu mal rein bei Bleicken: Geschichte der römischen Republik, München 1999, S. 91). Eine andere große Frage ist die, die ich bereits oben angedeutet habe: die nach der Bewertung des V. P. Ist er ein Panegyricus (= einer, der den Herrscher besonders unterwürfig lobt, evtl., um dessen Politik zu beeinflussen = Schleimer) oder ein objektiver Historiker (soweit andere römische Historiker eben auch "objektiv" sind, kein Vgl. mit heutigen Historikern !) ? Einige Forscher sehen ihn ganz klar als Panegyricus an, da er Propaganda für Tiberius betreibe (positive Darstellung; Übergehen von negativen Ereignissen/Handlungen; etc.), andere relativieren das (solche Werturteile seien modernistisch und nicht berechtigt für die Antike; bei parallelen Historikern seien Personen auch nicht positiver oder eben negativer dargestellt; V. P. habe das beste daraus gemacht, dass es eben keine "Redefreiheit" mehr unter Tiberius gab, immerhin seien andere Autoren hart bestraft worden für allzu freie Aussagen; etc.). Eine Positionierung fällt mir nicht so leicht. Aber beim Lesen hatte ich nicht das Gefühl, V. P. sei besonders propagandistisch oder panegyrisch. Tacitus kann propagandistischer sein (seine Drusus-Darstellung evtl.) und Cicero kann panegyrischer sein (die 3 Caesarreden). V. P. geht meiner Meinung nach nicht über die üblichen stark affektierten Werturteile hinaus. Antonius und Cinna bspw. werden sehr negativ dargstellt und Tiberius eben sehr positiv. Und angesichts der Tatsache, dass Tiberius erst ab Kapitel 94 (von insg. 131) behandelt wird (aber nicht durchgängig !), ist das eher ein Argument GEGEN die Panegyricus-These, zumal V. P. sein Werk auch nicht explizit auf Tiberius zulaufen lässt, da widerspreche ich auch K. Christ, S. 180, wo er meint "Es ist unstrittig, daß das originelle Geschichtswerk des Velleius Paterculus konsequent auf die Regierung des Tiberius hin geschrieben wurde", den ich später aber noch ausführlicher zitiere (für die Debatte über die Bewertung dieses Autors könnt ihr mal reinschauen bei Schmitzer: Velleius Paterculus und das Interesse an der Geschichte im Zeitalter des Tiberius, Heidelberg 2000, S. 9-23). Interessant ist V. P. auch für seine literarischen Exkurse, wobei er jedoch auch einige wichtige und große Autoren auslässt: Horaz bspw (Kapitel 36) und für seine Verlässlichkeit bei den groben Ereignissen um Tiberius, da er Augenzeuge war (siehe dazu Christ: Velleius und Tiberius, in: Historia 50 (2001)). Gedient hat er nämlich selbst unter Tiberius, war bei dessen Feldzügen und Pannonien und Germanien dabei (Kapitel 111 und 114) und er würdigt seiner Meinung nach herausragende Personen, die er kannte (Kapitel 116). Was Tiberius betrifft, hat V. P. also tatsächlich eine ehrliche Bewunderung entwickelt, die sich besonders in der Episode zeigt, in der er voller Stolz eine Szenerie beschreibt, nach der die Soldaten des Tiberius ihren Feldherren voller tränenreicher Freude begrüßen (Kapitel 104). Alles in allem kann ich sagen, dass die Lektüre sprachlich angenehm und inhaltlich interessant war. Fachlich und informativ waren die beidne Bücher natürlich nicht, denn man ist ja durch die neuzeitliche Methodik tiefergehende Strukturanalysen, Kapitel über Mental- und Literaturgeschichte, Einführungen in die Methodik, Gesellschaftserklärung, etc etc etc gewöhnt. Aber mit solchen Ansprüchen darf man natürlich nciht an antike Autoren rangehen, sonst ist man immer enttäuscht. ;) War also ein nette und angenehme Lektüre. Meine Textedition: (Reclam) Giebel: C. Velleius Paterculus: Historia Romana. Römische Geschichte (lat./dt.), Stuttgart 1989.

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