C. Walter Hodges

Alle Bücher von C. Walter Hodges

Cover des Buches Der Adler der Neunten Legion (ISBN: 9783772524615)

Der Adler der Neunten Legion

(31)
Erschienen am 08.09.2025
Cover des Buches Robin Hood (ISBN: 9783772518713)

Robin Hood

(10)
Erschienen am 06.02.2024

Neue Rezensionen zu C. Walter Hodges

Cover des Buches Robin Hood (ISBN: 9783772518713)
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Rezension zu "Robin Hood" von Rosemary Sutcliff

MeinNameistMensch
Richtig gut

Die Geschichte rund um Robin Hood und seine Leute ist bestimmt schon unmengen oft erzählt worden und es gibt verschiedenste Versionen davon. Eine der schönsten ist für mich dieses wundervolle Buch von Rosemary Sutcliff. Es überzeugt durch eine Sprache, die die Leser_innen direkt in ihren Bann schlägt, Charaktere, mit denen mensch sich sofort tief verbinden kann und  Geschichten die es ermöglichen, direkt in ihr zu versinken und innere Bilder vor den eigenen Augen entstehen zu lassen. Als Leser_innen erfahren wie viel über die Vergangenheit Robin Hoods, über das Leben der "einfachen" Menschen und über das Gebaren der Fürsten rund um Johann ohne Land. Auch lassen sich viele Parallelen zur heutigen kapitalistischen Gesellschaftsordnung ziehen, die Reiche protegiert und Arme mit Füßen tritt. So lässt sich konstatieren, das wir auch heute neue Robin Hoods benötigen, auch wenn sich die Methoden der Vermögensumverteilung doch ändern sollten. Wer Rosemary Sutcliff liebt, wird von diesem Buch definitiv begeistert sein.

Cover des Buches Der Adler der Neunten Legion (ISBN: 9783772524615)
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Rezension zu "Der Adler der Neunten Legion" von Rosemary Sutcliff

Featherstone
„Verlorener Adler – verlorene Ehre; Ehre verloren – alles verloren“ (S. 135)

Inhalt: 

117 n. Chr.: Der junge Centurio Marcus Flavius Aquila, der nach einer schweren Beinverletzung aus seiner Legion ausgeschieden ist, hat ein großes Ziel: Er will herausfinden was aus der vor vielen Jahren verschollenen Neunten Legion geworden ist, der sein Vater angehörte. Dazu muss er sich in die unwegsamen und gefährlichen Wälder nördlich des Hadrianswalls begeben. Begleitet wird Marcus dabei von seinem Freund Esca, der dort aufgewachsen ist und gemeinsam begeben sie sich eine waghalsige Reise bei der die Wiederkehr ungewiss ist… 

„Ich bin nicht besonders fantasiebegabt, aber ich sage euch, es hat Zeiten gegeben, wenn der Nebel vom Hochmoor herabwallte, dass ich halb erwartete, die verschwundene Legion zurückkommen zu sehen.“ (S. 133)
„Es gibt kein Zurück durch die Wasser des Lethe.“ (S. 263)

Meine Meinung:

Man kann sich sehr gut in Marcus Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Man bangt mit ihm als er sich nach seinem folgenschweren Unfall zurück ins Leben kämpfen muss und sich die Frage stellt, ob er je wieder laufen können wird. Er muss sich damit abfinden, dass er seinen größten Traum begraben muss: Er wird niemals wieder in einer Römischen Legion als Centurio dienen können, weiß nicht wie er fortan seinen Lebensunterhalt bestreiten soll und was er nun mit seiner ungewissen und düster erscheinenden Zukunft anfangen soll. Schließlich setzt er sich zum Ziel das Schicksal der Neunten Legion zu ergründen. Es gefällt mir, dass nicht etwa das Streben nach Ruhm das Motiv dafür ist, dass Marcus sich mit Esca auf eine so beschwerliche und gefährliche Reise begibt. Marcus Antrieb ist die Liebe zu seinem Vater. Er will herausfinden, was seinem Vater widerfahren ist und beweisen, dass dieser kein Deserteur gewesen ist. Das macht einem Marcus sehr sympathisch und man wünscht es ihm sehr, dass seine Suche erfolgreich sein wird.

Die Handlung ist etwas Besonderes. Man hat nicht wie bei anderen Büchern das Gefühl schon duzende ähnlich gelagerte Geschichten gelesen zu haben. Obwohl das Buch in die Kategorie Jugendbuch fällt hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck ein Jugendbuch vor mir zu haben. Die Protagonisten sind bereits volljährig und verhalten sich entsprechend. Der Schreibstil ist wirklich schön und wirkt „gehobener“ als bei anderen Jugendbüchern. Das mag wohl auch daran liegen, dass das Buch bereits 1954 erschienen ist und sich der Entstehungszeitpunkt im Schreibstil und in der Erzählweise niedergeschlagen hat. Außerdem wirkt der historische Hintergrund der Geschichte besser recherchiert als bei vielen anderen Jugendbüchern. Rosemary Sutcliff vermag es die damalige Zeit lebendig werden zu lassen: Die geheimnisvoll anmutenden religiösen Rituale der nördlich des Hadrianswalls lebenden Volksstämme werden sehr eindrücklich beschrieben. Auch die mitunter bedrückende Atmosphäre in den düsteren, unwegsamen und nebligen Wäldern wird einem sehr gut nahegebracht:

Der Nebel, von dem sie auf dem geheimen Pfad so geplagt worden waren, verfolgte sie seitdem. Er war gleichmäßig und heimtückisch; manchmal waren die fernen Hügel nur verschleiert, dann wieder fiel er über sie her und hüllte alle Anhaltspunkte in ein wirbelndes Grau, in dem der Boden sich aufzulösen schien. (S. 264)

Die tiefe Freundschaft, die sich zwischen Marcus und Esca entwickelt, ist einer der wichtigsten Bestandteile der Geschichte und bleibt einem besonders in Erinnerung. Die beiden entdecken, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft viel mehr gemeinsam und dass sie mehr verbindet als man auf den ersten Blick meinen könnte. Erst durch die Hilfe des jeweils anderen wandelt sich das Leben beider zum Besseren. Das Buch hat eine schöne und wertvolle Botschaft: Freundschaft kann dabei helfen Schwierigkeiten durchzustehen und Herausforderungen zu bewältigen. Es geht sehr zu Herzen und weckt große Sympathien, dass Marcus Esca von Beginn an als ebenbürtig betrachtet und ihn respektvoll behandelt, obwohl dies zu dieser Zeit und unter den geschilderten Umständen keineswegs selbstverständlich gewesen ist. Marcus nutzt seine Machtposition nichts aus um Esca dazu zu zwingen ihn zu begleiten. Stattdessen stellt er es Esca frei ihn zu begleiten und verlässt sich dabei auf dessen Loyalität und auf das gegenseitige Vertrauen, das sich zwischen ihnen entwickelt hat.

Das Erzähltempo ist stellenweise eher langsam. So brechen Marcus und Esca erst in der Mitte des Buches auf um den titelgebenden verlorenen Adler der Neunten Legion zu suchen und dann vergehen nochmals einige Seiten bis sie eine erste Spur vom Adler finden. Das verzeiht man der Geschichte aber gerne, weil einem die Hauptpersonen durch die ausführliche und einfühlsame Charakterisierung richtig ans Herz wachsen. Man kann sich dadurch richtig gut in deren Gedanken- und Gefühlwelt hineinversetzen. Selbst die Nebenfiguren werden richtig gut charakterisiert: Marcus lernt die neben ihm wohnende Cottia kennen, freundet sich mit ihr an und entwickelt allmählich Gefühle für sie. Obwohl es gar nicht so viele gemeinsame Szenen und Gespräche zwischen Marcus und Cottia gibt, werden diese so eindrücklich und gefühlvoll beschrieben, dass man Cottia schnell liebgewinnt. Selbst den Wolfswelpen Cub, den Marucs großzieht, hat man richtig gerne.

Besonders im letzten Drittel des Buches zieht das Erzähltempo merklich an und es kommt zu einem unglaublich spannenden und mitreißenden Wettlauf gegen die Zeit bei dem es um Leben und Tod geht. Dabei kommt Marcus und Esca ein fast schon etwas zu glücklicher Zufall zugute. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil die Geschehnisse so spannend sind und man richtig mitfiebert. Die Geschichte hat ein wirklich schönes, emotionales und hoffnungsvoll stimmendes Ende, das einem glücklich zurücklässt.

Die gleichnamige Verfilmung 2011 hat mir zwar gefallen, aber sie kann meiner Meinung nach nicht mit dem Buch mithalten. Die Freundschaft und das Vertrauen zwischen Marcus und Esca sind im Buch größer und entwickeln sich glaubwürdiger. Es gefällt mir auch besser, dass Marcus Esca im Buch frei entscheiden lässt, ob er ihn begleiten will. Insgesamt sind mir Marcus und Esca im Buch einfach noch mehr ans Herz gewachsen. Außerdem ist es schade, dass in der Verfilmung die beiden liebgewonnenen Nebenfiguren Cottia und Cub weggelassen wurde.

Fazit:

Es handelt sich um ein herausragend gutes Jugendbuch in dem es um mehr als eine abenteuerliche und gefährliche Reise geht. Es geht auch viel um Freundschaft, darum mit der Vergangenheit abzuschließen und um die Frage wo Zuhause ist und was Heimat bedeutet. Dieses Buch ist mehr als „nur“ ein Jugendbuch und auch für Erwachsene empfehlenswert. Es ist absolut verständlich, dass dieses Buch als Klassiker gilt und noch nach so vielen Jahren aufgelegt wird.

Cover des Buches Der Adler der Neunten Legion (ISBN: 9783772524615)
U

Rezension zu "Der Adler der Neunten Legion" von Rosemary Sutcliff

U_Vollmer
Spannender, geradliniger Abenteuerroman, ABER...

Hier handelt es sich um ein Jugendbuch, das auch für Erwachsene lesenswert ist.

Der Roman hat alles, was eine giute Abenteuergeschichte braucht, die Charaktere sind realistisch gezeichnet, ihr Verhalten und ihre Gedanken nachvollziebar. Soweit ich es beurteilen kann, ist der historische Hintergrund korrekt, und es ist geradezu eine Wohltat, daß die Autorin auf Anachronismen verzichtet hat, gerade was die Weltanschauung ihrer Charaktere betrifft.. Außerdem schafft sie es, glaubwürde männliche Protagonisten zu schildern, die weder hirnlose Machos noch, im übertragenen Sinn, "verkleidete Mädchen" sind (was heute der Standard zu sein scheint.).  

Beim Wiederlesen nach Jahrzehnten sind mir ein paar  Passagen aufgefallen, die mich wegen ihrer Aktualität fast erschreckt haben:

1. Kapitel -- Die Grenzfestung:

"Die Grenzstämme (...) sind wild und außerordentlich tapfer. Aber sogar sie haben fast alle eingesehen, daß wir keine bösen Teufel sind, und sie wissen, daß es sinnlos ist, die römische Festung hier zu zerstören, weil sie mit einem Feldzug bestraft würden, in dem ihnen die Häuser und das Korn auf den Feldern verbrannt würden und sie eine stärkere Besatzung bekämen, die schärfer durchgreifen würde. Aber wenn einer von ihren heiligen Männern auf sie einredet, dann ist das alles wie vom Wind davongeblasen. Sie denken nicht mehr an die Folgen ihres Aufstandes, sie sind überhaupt nicht mehr imstande zu denken. Sie halten ihren Göttern die Treue, indem sie ein Nest von Ungläubigen ausräuchern, und was hinterher geschieht, geht sie nichts mehr an, weil sie auf der Straße der Krieger nach Westen der Sonne nachziehen. Und wenn Menschen in solch einem Zustand sind, dann zieht leicht ein Unheil herauf. "

7. Kapitel -- Zwei Welten:

"Aber all die Dinge, die von Rom kamen, waren doch gut?" fragte Marcus. "Gerechtigkeit und Ordnung und gute Straßen -- das war doch etwas!"

"Das ist alles gut", stimmte Esca zu. "Aber der Preis ist zu hoch."

"Der Preis? Die Freiheit?"

"Ja -- und mehr als die Freiheit."

(...)  Wir wissen, daß euer Recht besser ist als unseres, und wenn wir uns dagegen erheben, erleben wir, daß unser Ansturm an der Disziplin eurer Truppen zerschellt wie eine Welle am Felsen. Aber wir verstehen das nicht,  (...) Wir verstehen euch nicht. Und wenn die Zeit kommt, daß wir eure Welt zu verstehen beginnen, dann geschieht es nur allzu leicht, daß wir unsere eigene Welt nicht mehr verstehen."

(...)

Zwischen dem geformten Muster auf seiner Dolchklinge und der ungeformten und doch eindringlichen Schönheit des Schildbuckels lag eine tiefe Kluft, die zwei Welten trennte. Und dennoch wurde die Kluft zwischen einzelnen Menschen, Menschen wie Esca und Marcus und Cottia so schmal, daß die Hände sich in der Mitte berührten.

Ich sage nur: diverse Golfkriege, Bundeswehreinsätze in Afghanistan und Mali,  70 Jahre Konflikt und Kriege zwischen Israel und den Palästinensern, "Systemkampf" zwischen China und "dem Westen", "kulturelle Aneignung", AFD ...

Die Zitate stammen aus meinem alten dtv-Junior Band von 1984,  Übersetzung von Ilse Wodtke (ISBN 3-423-07012-9).

Und jetzt kommt das große Aber!

Das Buch wurde 2010 oder 11 neu übersetzt. Und diese neue Übersetzung ist eine Katastrophe. (Ich vermute, daß aus irgendwelchen Gründen versehentlich eine Rohfassung an den Verlag geschickt und der Fehler nicht bemerkt wurde. ) Wie dem auch sei, das Ergebnis ist ein nahezu unlesbares Buch. Unbeholfener, deutlich am englischen Text orientierter Satzbau,  falsche Wiedergabe militärischer und sonstiger Fachausdrücke (manchmal nur halb übersetzt) , Liedtexte in Prosa und etliche nicht korrigerte  grammatikalische und sachliche Fehler.  Wenn ich damals mit acht Jahren diese Fassung vorgesetzt gekriegt hätte,  wäre das Buch spätestens nach dem ersten Kapitel im Papierkorb gelandet und  ich hätte wahrscheinlich nie wieder einen historischen Roman angefaßt.

Ich kann nur jedem empfehlen, entweder das englische Original zu lesen, obwohl das für die Altergruppe ganz schön anspruchsvoll ist, oder zu versuchen, über Flohmärkte, Antiquariate usw. die alte Übersetzung zu ergattern. Es wäre jammerschade, sich durch die verpfuschte Neuausgabe  diese großartige Geschichte entgehen zu lassen.






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