C.A. Fletcher

 3,8 Sterne bei 48 Bewertungen

Lebenslauf

C. A. Fletcher lebt in Schottland, zusammen mit seinen Kindern und seinen Hunden. Sein Roman »Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt« erschien zuerst in England und berührte mit seiner bewegenden Geschichte über Mut, Hoffnung und Überleben in einer den Menschen fremd gewordenen Welt unzählige Leser.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von C.A. Fletcher

Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: 9783764532321)

Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

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Erschienen am 26.04.2020
Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: 9783837150759)

Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

 (5)
Erschienen am 27.04.2020
Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: B0874GSBXS)

Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt

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Erschienen am 27.04.2020

Neue Rezensionen zu C.A. Fletcher

Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: 9783764532321)

Rezension zu "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" von C.A. Fletcher

Ein emotionaler Flächenbrand
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

Endzeitfantasien und (post)apokalyptische Szenarien haben nicht erst seit Corona eine neue Hochzeit. Dabei scheinen mir diese Subgenres weitestgehend auserzählt zu sein. Spätestens seit der 10jährigen Zombieschwemme, die wir mittlerweile ertragen müssen, beginnt das Thema eher zu nerven, denn zu begeistern. Zumal die Geschichten von Gewalt- und Militarismusfantasien vollkommen übersättigt sind. Und dann bricht der in Deutschland fast vollkommen unbekannte Autor Charlie Fletcher mit seinem Endzeitroman „Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt“ mit dem Zeitgeist und entwirft ein Szenario, dass an Cormac McCarthy „Die Straße“ erinnert. Die Menschheit ist nahezu ausgestorben, von einst fast 8 Milliarden Menschen leben vielleicht noch einige Tausend.

Im Gegensatz zu den meisten Postapokalypsen ist der Untergang der Menschheit allerdings weder durch einen Atomkrieg, einen Meteor oder Zombies eingetreten, sondern schlichtweg durchs aussterben. Wodurch auch immer bedingt. Plötzlich gab es keine Kinder mehr. Niemand konnte mehr Nachwuchs zeugen. Und so starben nach und nach einfach fast alle Menschen aus. Bis auf ein Millionstel, das aus irgendwelchen unverstandenen Gründen überlebte. Herausfinden kann es auch niemand mehr, denn alle Wissenschaftler sind tot und die Strukturen vollkommen zusammengebrochen. Zum Zeitpunkt der Erzählung sind auch bereits mehrere Generationen vergangen. Die Zivilisation existiert nicht mehr. Die Natur hat sich die Stahl- und Betonwüsten zurückerobert. Die wenigen Menschen leben an den Rändern der Welt, möglichst auf kleinen Inseln. Auf den Kontinenten grassieren möglicherweise noch Viren oder vielleicht sogar Kampfstoffe, die sich die untergehende Menschheit im Wahn aufeinander geschleudert hat. Und dort wo die unsichtbare Gefahr nicht existiert, leben wilde Tiere. Oder sogar andere Überlebende? Wer weiß schon was bedrohlicher ist.

Mit der Wut der Verzweiflung

C.A. Fletcher schreibt den Roman aus der Ich-Perspektive seines Erzählers.

„Mein Name ist Griz. Meine Kindheit war anders als deine. Ich hatte keine Freunde, einfach aus dem Grund, dass ich außer meiner Familie kaum jemanden kenne. Überhaupt bin ich in meinem ganzen Leben nur einer Handvoll Menschen begegnet. Zwar sagen meine Eltern, dass die Welt einst bevölkert war, doch jetzt gibt es nur noch uns. Aber wir sind nicht einsam auf unserer entlegenen Insel. Wir haben uns – und unsere Hunde.“

Eines Tages erscheint ein Segel am Horizont und ein fahrender Händler erscheint. Doch es wird nicht gehandelt, sondern der Hund von Griz wird gestohlen. Ohne nachzudenken und blind vor Wut nimmt Griz, noch halb Kind, die Verfolgung auf. Ein „Roadtrip“ durch die Hölle der Einsamkeit, Unwissenheit und Furcht beginnt. Ein emotionaler Flächenbrand nimmt seinen Lauf. Wut und Hass. Liebe und Freude. Angst und Zuversicht. Misstrauen und Vertrauen. Leben und Tod. Was für ein Monster von einem Buch. Herausragend geschrieben, wenn auch mit dem etwas zu sehr ausgereizten Stil des Cliffhangers arbeitend, ohne Pause spannend und mit großartigen Ideen. Und wie bei jedem heroischen Roadtrip bleibt es nicht aus, dass man denkt: warum? Warum tust du das? Ein Phänomen, dass man bereits im Hobbit und beim Herrn der Ringe reichlich erleben durfte. Aber Fletcher löst dieses erzählerische Problem grandios. Psychologisch einfühlsam begleiten wir eben keinen Helden, sondern nur einen Jungen, der seinen besten Fellfreund nicht alleine lassen will, koste es was es wolle. Und mit dieser Kohlhaas’schen Energie geht Griz auch zu Werk. Und wenn es das Letzte ist, was er tut.

„Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt“ ist einer jener seltenen Romane, bei denen man sich ärgert, dass das Buch nicht ein paar hundert Seiten länger ist. Was für eine geniale Geschichte. Was für ein erzählerisches Talent. Lest das! Unbedingt!

 

Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: 9783764532321)
K

Rezension zu "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" von C.A. Fletcher

Erst etwas holprig, dann nimmt es an Fahrt und Spannung auf
Kathi_Stockivor 2 Jahren

ERZÄHLSTRUKTUR: Aus der Sicht von Griz (1. Person Singular), Protagonist des Romans 

ORT/ZEIT DER GESCHICHTE: Eine Insel im Schottischen Meer und Schottland / mind. 100-200 Jahre in der Zukunft

ÜBER DAS BUCH: Erst etwas holprig, dann nimmt es an Fahrt und Spannung auf. Zu Beginn des Buches fällt es etwas schwer, sich in den Protagonisten hineinzufinden. Verwirrend war auch zu Beginn die Ansprache an den Leser, man ist sich nicht ganz sicher wer gemeint ist, der Leser, oder die fiktive Figur auf dem Foto, welches Griz findet. Hat man sich aber einmal in die Figur und die Erzählzeit eingefunden, nimmt die Geschichte an Spannung und auch an unerwarteten Wendungen zu. 

ERGÄNZUNG ZUM HÖRBUCH: Eins zu Eins-Lesung, ohne Kürzung!

SPRECHER: Wanja Mues und Weitere

Erschienen bei: Random House Audio

SPRECHERBEURTEILUNG: spannend und gefühlvoll erzählt, nach meinem Empfinden etwas zu alt für das geschätzte Alter des Protagonisten. Zweite Sprecherin passt gut. Beiden gelingt es, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, so dass man sich alles sehr gut bildlich vorstellen kann

Cover des Buches Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt (ISBN: 9783764532321)
Fromme_Helenes avatar

Rezension zu "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" von C.A. Fletcher

Leben voller Mut, Herz und Unvernunft
Fromme_Helenevor 3 Jahren

Ich liebe Dystopien, besonders wenn die Protagonisten Kinder oder Jugendliche sind, die sich mit viel Mut und Ehrlichkeit ihrem Schicksal stellen und über sich hinauswachsen. Dieses Buch hat alles, um diesen Wunsch zu erfüllen.

Und doch hat es bei Griz' Geschichte etwas gedauert, bis mich die Erzählung völlig vereinnahmt hat. Das liegt hauptsächlich an der etwas ungewöhnlichen Erzählweise. Griz schreibt die Geschichte im Rückblick für einen unbekannten Jungen nieder, dessen Foto der einzige Vertraute auf der Reise ist. Griz wirkt durch diese Konstruktion sehr weit entfernt und lässt mich erst nach ungefähr einem Viertel näher heran.

Griz lebt mit der Familie und den Hunden zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor dem britischen Festland. Die Menschheit stirbt aus und die wenigen Menschen, die jetzt noch leben sind Selbstversorger und leben weit verstreut. Als ein Fremder auf der Insel auftaucht und in der Nacht die Hündin Jess entführt, bricht Griz mit dem Terrier Jip zur Verfolgung auf - ohne einen Moment des Zögerns. Ein Hund ist ein Familienmitglied, da gibt es nichts zu überlegen. Griz' Verfolgung entpuppt sich als ein lebensgefährliches Abenteuer in einer verlassenen Welt, in der die seltene Begegnungen mit anderen Menschen genauso eine Gefahr darstellen wie Wildtiere oder Unfälle, in dem unwegsamen Gelände.

Das Buch liest sich anfänglich wie Tagebucheinträge und enthält im ersten Teil viele Erklärungen über die Veränderung der Welt in den letzten Jahrzehnten und die Lebensweise der Überlebenden. Mehr und mehr nehme ich den Platz des Zuhörers ein und Griz Worte über das frühere Leben und die Menschheit sind direkt an mich gerichtet. Das ändert sich aber völlig, als die Reise beginnt und Griz sich den Gefahren und dem unbekannten Terrain auf dem Festland stellen muss. Ich vergesse völlig, dass ich doch nur zuhöre, und fiebere mit Griz, für den jeder Tag ein Überlebenskampf sein kann, und spüre die wundervolle Verbindung zwischen Griz und Jip, die das tägliche Überleben sichert. Der unbändige Wunsch die Hündin Jess zu befreien, treibt Griz voran – so unvernünftig das Vorgehen auch manches Mal erscheinen mag, so sehr nimmt es mich dieser Drang, alles zu einem guten Ende bringen zu wollen, ein.

Seite für Seite verschmelze ich mit Griz' Blicken auf das Leben, auf die Leere der Welt, die Schönheit der Natur, die Liebe zu Büchern, dem Willen Geheimnisse zu lüften und dem Wunsch nach Wahrheit. Die gefährliche Verfolgung wird zu einer Reise zu den Grundlagen des Menschseins und bleibt trotzdem ein spannendes Abenteuer.

In die Tage der Sicherheit brechen Momente der größten Gefahr herein. Diese extremen Tempowechsel treiben immer wieder den Puls hoch und sorgen für eine kontinuierliche Suspense. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Erzählung so eine überraschende Wendung, dass ich völlig geplättet bin. Niemals hätte ich gedacht, welches Geheimnis Griz vor der Welt verborgen hält, und mein Blick auf die Geschichte und ihre Wahrheiten hat sich noch einmal völlig verändert.

Für mich ein Buch, mit dem man wunderbar der Realität entkommen kann, um ein Abenteuer zu erleben und sich dem Mensch-Sein bewusst zu werden.

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