C.L. Potter

 4,5 Sterne bei 10 Bewertungen

Alle Bücher von C.L. Potter

Cover des Buches Lügen einer Lady (ISBN: 9783966986366)

Lügen einer Lady

(8)
Erschienen am 20.09.2020
Cover des Buches Tod eines Lords (ISBN: 9783966986151)

Tod eines Lords

(2)
Erschienen am 22.07.2020

Neue Rezensionen zu C.L. Potter

Cover des Buches Lügen einer Lady (ISBN: 9783966986366)
Uli-GKs avatar

Rezension zu "Lügen einer Lady" von C.L. Potter

Uli-GK
Müßiggang ist aller Laster Anfang

Da sind sie also wieder, die hochwohlgeborene Lady Christabel Mowgray und ihre eigenwillige Zofe Maud, die der Leser bereits im Vorgängerband „Tod eines Lords“ kennenlernen durfte! Und wieder hat er das Vergnügen, den beiden ungleichen Amateurdetektivinnen bei ihren Ermittlungen, die sich zwischen Pannen und Geistesblitzen bewegen, amüsiert über die Schulter zu schauen! Im Unterschied zum ersten Band allerdings stolpern Lady und Zofe diesmal nicht Hals über Kopf in einen Mordfall sondern werden gar – man lese und staune! - von einer gewissen Althea Haddington, einer Freundin der für ihre Zeit recht ungewöhnlichen, weil unkonventionellen und sich dem erwünschten Stand der Ehe halsstarrig verweigernden Lavinia Mowgray, Christabels bewunderter Tante, gebeten, ihr aus einer sehr delikaten Patsche zu helfen. Die Viscountess hat sich nämlich auf dem Landgut der Familie Comerford, der Edlen von Marchbrooke, dummerweise mit einem jungen Lakai eingelassen, von dem sie nun erpresst wird. Nicht auszudenken, was geschähe, wenn dieser Fehltritt ruchbar würde! Gesellschaftlich erledigt wäre die Dame, für immer und alle Zeiten, denn die herrschenden rigiden Regeln gestatteten ein solches Betragen in ihren Kreisen nicht, wiewohl außereheliche Beziehungen unter dem edlen Volk, das vor Langeweile und der Sinnlosigkeit des gesellschaftlich vorgeschriebenen Müßiggangs schier umkan, gang und gäbe waren. Nur musste dieses unmoralische Betragen unter dem fadenscheinigen Deckmäntelchen der Verschwiegenheit gepflegt werden und durfte unter keinen Umständen publik werden. Mit Heuchelei nämlich hatte man so gar keine Probleme – man sieht, dass sich daran bis heute nichts geändert hat....

Recht begeistert jedoch sind weder Miss Christabel noch die ziemlich skeptische Maud von dem Auftrag, die von dem hinterhältigen Lakaien entwendete Halskette der Viscountess zurückzustehlen, um ihm damit die Grundlage für die Erpressung zu entziehen, haben sie doch bereits erfahren müssen, wie schnell aus einem spannenden Detektivspiel, das zur Zerstreuung gedacht war, bitterer Ernst werden kann.... Und so dauert es auch gar nicht lange, bis den beiden für ihre Zeit ganz und gar nicht alltäglichen Frauen, die die Klassenschranken zwischen denen da oben und jenen da unten fröhlich missachten, feststellen, dass sie sich auch diesmal in etwas einmischen, das nicht nur eine Nummer zu groß für sie ist sondern sogar richtig gefährlich werden kann – denn dass alsbald ein Mord geschehen würde, haben sie nicht erwartet! Und auch nicht, dass ausgerechnet Maud dieser Mord in die Schuhe geschoben werden soll! Jetzt ist Christabel gefragt, denn schließlich hat sie es zu verantworten, dass Maud sich bei den von ihr angeordneten Schnüffeleien in Gefahr begeben hat. Und sie bekommt die Gelegenheit zu beweisen, dass weit mehr in ihr steckt, als man oberflächlich hinter der so sprunghaften wie launischen, sich duchaus ihrer gesellschaftlichen Vorzugsstellung bewussten, bisweilen arroganten jungen Dame vermuten könnte!

In der Tat erlebt der Leser eine reifere Protagonistin als im Vorgängerband, jemanden, der unerwartete Tiefen hat, ein soziales Gewissen und darüberhinaus zu wachsendem Verantwortungsgefühl in der Lage ist – wenn man ihr denn die Gelegenheit gibt, es weiterzuentwickeln. Sie gehört zu jenen Menschen, deren lange im Dornröschenschlaf verweilenden guten Eigenschaften gerade in prekären Situationen zum Vorschein kommen, wie auch ihre vielgeplagte und derzeit viel mehr mit der Sorge, dass ihre anrüchige Vergangenheit, die sich dem Leser auch in vorliegendem Band noch nicht erhellt, ans Tageslicht kommen könnte, beschäftigte Zofe konstatiert. Die Wandlung steht Christael gut zu Gesicht, lässt sie einen Schritt heraustun aus ihrer privilegierten Wolkenkuckuckswelt und bringt sie dem Leser näher, dessen Sympathie zwangsläufig den Angehörigen der unteren Schichten gelten muss, denen nämlich, die das sinnentleerte Luxusleben der Reichen und gar nicht so Schönen überhaupt erst möglich machen, den vielen unsichtbaren dienstbaren Geistern, die keinen Feierabend kennen, die den Launen ihrer Herrschaft ausgeliefert sind und wegen der geringsten Verfehlungen, die sie womöglich nicht einmal begangen haben, willkürlich und unziemlich bestraft werden können.

Die Autorin gibt auch in diesem zweiten Abenteuer der beiden jungen Frauen, die die besten Freundinnen sein könnten, wären sie hundert Jahre später geboren, einen sprechenden Einblick in das soziale Gefüge eines englischen Herrenhauses, Mikrokosmos und Spiegelbild der Gesellschaft zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts mit all seinen sozialen Missständen. Sie lässt ihre Leser sowohl Upstairs als auch Downstairs verweilen, gibt ihnen Zeit, die Interaktionen – spannender übrigens als die Krimihandlung! - sowohl zwischen dem in eine klare Hierarchie eingefügten Dienstpersonal als auch zwischen diesen und ihrer Herrschaft zu beobachten. Dabei gibt sie ihr so gründlich wie fleißig recherchiertes Wissen in unterhaltsamer Form preis, das wohl für die Mehrheit der Leser staunenswert neu ist. Dass die Handlung an sich nicht besonders spannend ist, dass die Übeltäter und deren Motive kaum auf Überraschung stoßen, ist mutmaßlich dem Genre Cosy Crime geschuldet, das vor allem Wert legt auf „cosy“, während der Krimi-Faktor wie eine nette Zugabe daherkommt – damit es nicht gar zu gemütlich zugehen möge. Aber von Gemütlichkeit kann in C.L.Potters „Häkelkrimis“ sowieso keine Rede sein – wie könnte es auch behaglich und entspannt zugehen an den Orten, zu denen die Autorin Lady und Zofe schickt? So vieles liegt dort im Argen, geht hinter der gepflegten und sorgsam aufgebauten Fassade vor sich, das niemals das Licht des Tages sehen darf, dadurch eine angespannte, durch und durch ungute Atmosphäre schaffend, die geradezu mit Händen zu greifen ist. Nein, keine Wohlfühlorte sind die prächtigen Paläste, zu denen uns C.L.Potter mitnimmt und deren Interieur sie mit sichtlichem Vergnügen am Detail sehr gründlich beschreibt. Und nicht nur Maud und ihre Ladyschaft verlassen die ungastlichen Orte nur zu gerne – um genauso gerne im Folgeband ein weiteres hochherrschaftliches Anwesen mit dem munteren Gespann aufzusuchen und sowohl den nächsten unvermeidlichen Mordfall zu lösen als auch endlich dem Geheimnis der pfiffigen Zofe auf die Spur zu kommen....

Cover des Buches Lügen einer Lady (ISBN: 9783966986366)
TanjaChristmanns avatar

Rezension zu "Lügen einer Lady" von C.L. Potter

TanjaChristmann
Spannend geht es in die zweite Runde

Dies ist meine persönliche
Lesemeinung. Sie muss nicht mit anderen Lesermeinungen
übereinstimmen.



Zum Inhalt mit meinen
Worten:

Lady Christobal wird von
ihrer Tante gebeten, sich ganz unauffällig nach deren verschwundenem
Schmuck umzusehen. Denn sie wird damit erpresst. Da Lady Christobal
immer noch nach ihrem Geliebten Ncholas sucht, sagt sie zu, um sich
abzulenken. Doch dieser Fall wird für Lady Christobal und ihre Zofe
zu einer Herausforderung.


Sicht des Erzählers:

Personaler Erzähler


Meine persönliche
Lesemeinung:

Die Seiten haben sich
schnell weg gelesen. Ich fand die Geschichte sogar besser als die
erste Geschichte. Auch in eine früher Zeit mich versetzen zu lassen,
fand ich sehr schön, aber bin doch sehr froh heute zu leben, wo
Frauen mehr Rechte haben.

Es gibt Begegnungen mit
„alten“ Bekannten. Und auch neue, ganz liebe Freundschaften ;-)
tun sich auf.


Mein liebstes Zitat aus
dem Buch:

„Bei uns auf dem Land
hat ein Tier nur dann einen Zweck, wenn es nützlich ist.“


Bildquelle:

Mein Eigentum. Hier hatte
ich das Glück, dass Amy, das Katzenmädel meiner Mutter, für das
Cover posierte.

Cover des Buches Lügen einer Lady (ISBN: 9783966986366)
monika_schulzes avatar

Rezension zu "Lügen einer Lady" von C.L. Potter

monika_schulze
Juhu, die beiden ermitteln wieder

Inhalt:

Tante Lavinia bittet Lady Christabel ihrer Freundin Lavinia beizustehen. Sie hat sich auf die Affäre mit einem Lakaien eingelassen, der ihr eine Kette gestohlen hat und sie seither erpresst. Damit die Affäre nicht öffentlich wird, sollen Maud und Christabel die Kette zurückholen.

Auf Blackwell Castle lernen sie den Verdächtigen kennen, aber Maud kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er hinter der Erpressung steckt. Doch je mehr die Zofe ermittelt, desto tiefer gerät sie selbst ins Visier des Erpressers … .

Meine Meinung:

Nach dem ersten Fall von Lady Christabel und ihrer Zofe Maud war für mich klar, dass ich auch die weiteren Fälle dieses Duos lesen muss. Deshalb stürzte ich mich sofort auf das neue Buch von C.L. Potter. 

Anfangs erfährt man, dass Christabel nach ihrem ersten Fall und ihrer ersten Geschichte in einer Art Schreibblockade steckt. Da kommt ihr der Hilfeaufruf ihrer Tante gerade recht und natürlich nimmt sie diesen Fall sofort an. Maud ist erst gar nicht begeistert, da sie damit rechnet wieder die unangenehmen Aufgaben erledigen zu müssen. Ihr steckt noch der Ausgang des letzten Falls in den Knochen und sie hat Angst vor den Konsequenzen. Anders als Christabel, die vor allem das Abenteuer hinter dem Ganzen sieht und Inspiration für eine neue Geschichte. 

Als die beiden aber auf Blackwell Manor ankommen, ist alles anders, als gedacht. Ihr Verdächtiger passt überhaupt nicht in das Bild eines Erpressers und die Begebenheiten auf dem Anwesen machen ihnen die Ermittlungen schwer. Das Schlimmste jedoch ist, dass Maud schließlich selbst in Verdacht gerät und Christabel alle Hände voll zu tun hat, um ihre Unschuld zu beweisen. 

Mir hat es wieder großen Spaß gemacht, gemeinsam mit den beiden Protagonistinnen auf Spurensuche zu gehen. Einen kleinen Verdacht hatte ich dieses Mal, der sich zum Teil bewahrheitet hat, aber andersrum hatte ich keine Ahnung, wer wirklich die Fäden zog und das obwohl es einige Hinweise darauf gab. Die hat C.L. Potter aber so geschickt in die Geschichte eingebunden, dass sie kaum Verdacht erregt haben. Das ist der Autorin auch im ersten Fall schon hervorragend gelungen und schon da fand ich es richtig toll, dass man nicht sofort am Anfang erkennen konnte, wer der Täter ist. Das macht das Buch richtig spannend und ich habe immer weiter und weiter gelesen, weil ich wissen wollte, was hinter der ganzen Erpressung steckt. 

Sehr schön fand ich auch, dass C.L. Potter einige losen Fäden aus dem ersten Teil aufklärt, dafür aber auch neue Fragen aufwirft, die dann im dritten Band wohl ihre Antworten finden sollen. Ich freu mich jedenfalls sehr darauf, dass es einen weiteren Fall für Lady Christabel und Maud geben und dass dort vielleicht auch die geheimnisvolle Vergangenheit der Zofe Thema sein wird. Ich brenne nämlich darauf, mehr über sie zu erfahren. 

Fazit:

Dieser neue Fall von Lady Christabel und ihrer Zofe Maud hat mich wieder schwer begeistert. Ich liebe die Zeit, in der die Geschichte spielt und die beiden Protagonistinnen sind ein unschlagbares Team, wenn es darum geht, Fälle aufzuklären. Mir macht die Spurensuche jedes Mal wieder sehr viel Spaß und ich finde es großartig, wie C.L. Potter immer wieder kleine Hinweise auf die Täter einstreut, die man aber sehr leicht übersehen kann, so dass es bis zum Ende und der Auflösung spannend bleibt. 

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

 

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