Rezension zu "Das Reich der Sonnenkaiserin (Die Chroniken des Matriarchats 1)" von C.S. Dupont
LiteraturskiIn diesem Buch werden so einige Rollenbilder und Klischees einfach mal umgedreht und ermöglichen so einen schönen Wechsel des Blickwinkels. So wird der Eismagier Taler von der kleinen Elfe gerettet, die er eigentlich an Rebellen übergeben soll. Sie mausert sich immer mehr zu seiner Beschützerin. Zeitgleich bekommen wir durch den POV von Finja mit, was am Hofe der Kaiserin los ist. Denn selbstverständlich haben wir es auch mit politischen Intrigen zu tun.
Gesellschaftlich wird hier mit der Rolle des Matriarchats statt des Patriarchats gespielt. Da hier aber die Rollen 1:1 getauscht werden und in diesem Fall die Männer die unterdrückten sind, werden Missstände gegenüber denen wir in unserem täglichen Leben - oder durch den Konsum klassischer Fantasyromane- langsam abgestumpft sind, nochmal neu veranschaulicht. Für mich mehr eine Kritik an der generellen Natur des Menschen, als eine Aussage, dass ein Matriarchat "genauso schlecht wäre wie ein Patriarchat". Das hat mir sehr gut gefallen, da es insgesamt neue Denkansätze schafft.
Den Schreibstil habe ich ebenfalls sehr gemocht, er ist flüssig und lässt einen leicht durch die Seiten fliegen. Die Charaktere haben mir richtig Spaß gemacht. Sie sind klar umrissen und sprechen ihre eigene Sprache. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, das führt dazu, dass die Handlung immer wieder aufgelockert wird. Für mich ein Grund dieses Buch auch an Fantasy-Einsteiger zu empfehlen.
Die Handlung nimmt in der zweiten Hälfte des Buches etwas mehr Fahrt auf, nachdem wir in der ersten Hälfte zunächst ins Worldbuilding eingeführt und die Charaktere kennengelernt haben. Ich mochte, dass sich die Autorin hier Zeit genommen hat.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf den zweiten Teil und werde ihn definitiv zeitnah verköstigen.
Alles in allem für mich ein runder Auftakt für eine sehr interessante Trilogie. Ich empfehle das Buch sowohl für Fantasy-Einsteiger, als auch für erfahrene Lesende, die sich neue Impulse und "mal etwas anderes" wünschen.












