Caitlin Doughty

 4.1 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Fragen Sie Ihren Bestatter, Wo die Toten tanzen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Caitlin Doughty

Caitlin Doughty, geboren 1984, heuerte nach ihrem Studium der mittelalterlichen Geschichte bei einem Krematorium an, führt in Los Angeles ein Bestattungsinstitut und gilt in den USA als »Champion der alternativen Bestattungsindustrie« (Independent). Ihre YouTube-Serie »Ask a Mortician« hat Fans auf der ganzen Welt. Mit dem von ihr gegründeten »Order of the Good Death« setzt sie sich dafür ein, die Menschen wieder stärker mit »ihren« Toten zu konfrontieren. Von ihr erschien zudem der Band »Fragen Sie Ihren Bestatter. Lektionen aus dem Krematorium«.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Fragen Sie Ihren Bestatter

 (1)
Neu erschienen am 27.01.2020 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Caitlin Doughty

Cover des Buches Fragen Sie Ihren Bestatter (ISBN:9783406688201)

Fragen Sie Ihren Bestatter

 (13)
Erschienen am 21.01.2016
Cover des Buches Wo die Toten tanzen (ISBN:9783890295060)

Wo die Toten tanzen

 (5)
Erschienen am 02.09.2019
Cover des Buches Fragen Sie Ihren Bestatter (ISBN:9783406748905)

Fragen Sie Ihren Bestatter

 (1)
Erschienen am 27.01.2020
Cover des Buches Fragen Sie Ihren Bestatter (ISBN:9783945095157)

Fragen Sie Ihren Bestatter

 (1)
Erschienen am 01.10.2016

Neue Rezensionen zu Caitlin Doughty

Neu

Rezension zu "Wo die Toten tanzen" von Caitlin Doughty

Eine besondere Weltreise – Bestattungsrituale und der Umgang mit Verstorbenen rund um die Welt.
Buchraettinvor 5 Tagen

"Dias de la Muertos“ -es sind besondere Tage für Mexiko- „Der Tag der Toten“. Verkleidet als Skelette, geschmückte Gräber und der Agentenfilm „James Bond“- was der damit zu tun hat, das können interessierte Leser hier in diesem ungewöhnlichen Reisebericht nachlesen.
 Die Autorin habe ich bereits in ihrem Buch kennengelernt, in dem sie mir über ihre Ausbildung zur Bestatterin in einem Krematorium berichte. „Fragen Sie Ihren Bestatter…“.

Hier meine Rezi zu diesem Buch:

https://www.lovelybooks.de/autor/Caitlin-Doughty/Fragen-Sie-Ihren-Bestatter-2329170428-w/rezension/2434457602/

Das Buch hier wurde geschrieben wie eine Art Reisebericht der besonderen Art. Sie reist um die Welt und nimmt an besonderen landestypischen Bestattungen teil.  Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist der Respekt und die Toleranz wie sie berichtet. Es mag Menschen aus anderen Kulturkreisen abstoßend oder auch unmenschlich erscheinen, aber genauso wirken vielleicht die eigenen Bestattungsrituale auf andere Kulturen. Dieser weltoffene, tolerante Umgang mit den Verstorbenen, das wird hier deutlich gemacht. Auch der Umgang mit den Verstorbenen, der Umgang mit der Trauer, den Emotionen wird hier erzählt. 

Immer wieder lässt die Autorin Menschen vor Ort von ihren Angehörigen erzählen. Ihren Gefühlen, der Trauer und auch den verschiedenen Ritualen. Wie auch schon in ihrem ersten Buch klingt auch hier der feine Humor mit, der wirklich auch zum Thema passt und nicht unangemessen ist, sondern den Respekt für die Trauer und die Verstorben beinhaltet.

Sie spricht auch immer wieder darüber, wie sehr der Tot, die Verstorbenen und auch die Trauer der Angehörigen von der Gesellschaft hier von sich geschoben wird- ausgeklammert aus dem Leben, auf Distanz gehalten und mit Kommentaren versehen. 

Sehr gelungen fand ich auch Zitate aus Büchern, die die Autorin im Text verwebt. Und auch die Zeichnungen, die im ganzen Buch auftauchen. Sie stellen Textstellen graphisch dar und bewirken beim Lesen und betrachten der Bilder ein noch intensiveres Gefühl beim Lesen.

Dennoch trotz aller Sachlichkeit, die das Buch auch mitbringt, gibt es Geschichten, die mich als Leser tief berühren und auch emotional berühren. Diese ganz persönlichen tief traurigen Momente, die Zeit der Trauer, die manchmal nie vergehen wird, das ist schon berührend.

Dann folgen aber auch Abschnitte, in denen der Tod als Forschungsgebiet im Mittelpunkt steht.  Forensik, Verbrechensaufklärung, auch das gehört in diesem Buch mit zu den Themen. Im Anhang findet sich noch ein reichhaltiges, vorwiegend aus englischer Literatur bestehendes Literaturverzeichnis.

Was ich am Stil auch sehr mochte, war die immer mal direkte Ansprache an mich als Leser. Und ich bin gespannt auf hoffentlich weitere Bücher aus der Feder der Autorin.

Eine besondere Weltreise – Bestattungsrituale und der Umgang mit Verstorbenen rund um die Welt.



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Rezension zu "Fragen Sie Ihren Bestatter" von Caitlin Doughty

Ein Sachbuch, das unter die Haut kriecht- löst Emotionen aus
Buchraettinvor 14 Tagen

Vorweg. Die Autorin schreibt schon im Vorwort eine Art Warnung. Sie berichtet in diesem Sachbuch über ihre Ausbildung in einem Krematorium- und sie erzählt es hautnah, detailliert, mit einem passenden leichten Humor und dennoch auch diesem Respekt vor den Toten. Es ist ein Buch, da sollte man wissen, dass sie hier wirklich genau berichtet was sie bei ihrer Arbeit erleben. Und es war schon heftig, was sie da berichtet.

Dennoch gehört auch das zum Leben- denn was passiert mit den Toten? 

Anhand des Inhaltsverzeichnisses zu Beginn des Buches kann der Leser sich einen ersten Überblick über die Themen verschaffen.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sie in den täglichen Arbeitsablauf im Krematorium auch Szenen einfließen lässt, in denen sie auch Rituale, Vorgehensweisen in anderen Kulturen eingeht. Kannibalismus nach dem Tod, Bestattungsriten, Mythen über die Totenwelten.

Hin und wieder streift ein Hauch von Humor durch die Zeilen. Kam  mir als Leser das manchmal auch makaber vor, spricht die Autorin auch davon, dass sie diese Balance auch braucht in ihrer Tätigkeit. Täglich den Tod vor Augen- und das Leben nicht aus den Augen verlieren.

Sie spricht auch an, dass die Menschen heutzutage sich immer mehr vom Tod distanzieren.  Natürlich bleibt auch beim Leser dieses Thema nicht distanziert. Besonders emotional wird es, als sie davon berichtet, dass der Tod nicht auf das Alter Rücksicht nimmt. Es kommt manchmal schon vor der Geburt, bei der Geburt, bei Babys und Kindern. 

Caitlin Doughty plädiert immer wieder für einen anderen, offeneren Umgang mit dem Tod, der zum Leben dazu gehört.

Sie spricht auch über die Faszination des Todes, die einige Menschen mit dem Besuch einer Ausstellung in der tote Menschen gezeigt werden wohl empfinden und deren Besucherzahlen  das wohl belegen können. 

Wie geht es ihr als junge Frau, einen akademischen Abschluss in der Tasche, während ihrer Ausbildung? Die Reaktionen der Menschen, Ablehnung, Abscheu, Neugier- die Palette der Verhaltensäußerungen ihrem Beruf gegenüber ist groß. Auch hier zeigt sich, wie distanziert der Umgang mit dem Tod in der Gesellschaft sich abzeichnet.

Es ist ein Sachbuch, das unter die Haut kriecht. Das mich nachdenklich zurücklässt, das Emotionen auslöst und dennoch auch informiert.  Ungewissheit erzeugt Angst und Unsicherheit- sachliche Informationen zeigen die Vorgehensweise nach dem Tod und bieten die Möglichkeit gelassener damit umzugehen. 

Weil dieser eine Termin, der wird jeden Menschen irgendwann einholen.

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Rezension zu "Wo die Toten tanzen" von Caitlin Doughty

Interessante Reise in die Welt der Totenrituale
himbeerbelvor 5 Monaten

Nicht einfach, dieses Buch zu beschreiben, das von einem Thema handelt, über das meist doch lieber nicht gesprochen wird. Dabei ist das endgültige Versagen aller lebenserhaltenden Funktionsabläufe – also der biologische Tod von Lebewesen – eigentlich etwas ganz Natürliches. Im 19. Jahrhundert hätte es niemanden verwundert, wenn ein Leichnam von den Verwandten für die Trauerfeierlichkeiten hergerichtet wurde – es wäre sogar befremdlich gewesen, wenn sie das nicht getan hätten. In beeindruckend kurzer Zeit ist jedoch die Bestattungsbranche entstanden und in vielen Industrieländern zur teuersten, kommerziellsten und bürokratischsten Art mit seinen Verstorbenen umzugehen geworden.

Aus genau dieser Branche kommt die amerikanische Bestatterin Caitlin Doughty. In den letzten Jahren reiste sie durch die Welt, um herauszufinden, welche Totenrituale in anderen Ländern praktiziert werden – unter anderem in Indonesien, Mexiko, Spanien, Japan, Bolivien und in verschiedenen Gegenden der USA. In dem Buch „Wo die Toten tanzen – Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird“ versucht sie zu zeigen, dass es keine reglementierte Art gibt, mit dem Tod zu ‚verfahren‘ oder ihn zu verstehen. Sie besucht in Indonesien einen Mann, der mit dem mumifizierten Körper seines Großvaters zusammenlebt. Verfolgt in Japan eine Zeremonie, bei der Angehörige die Knochen des Verstorbenen mit Stäbchen aus der Verbrennungsasche lesen. Und geht in Mexiko dem „Tag der Toten“ auf den Grund. Augenzwinkernd stellt sie Alternativen wie die Öko-Bestattung vor. Und hinterfragt, ob unsere westlichen Riten Raum zur angemessenen Trauer lassen.

„Ich glaube mittlerweile, dass die Vorzüge eines Totenbrauchs nicht auf Mathematik beruhen, sondern auf Emotionen, auf dem Glauben an die einzigartige Würde der jeweils eigenen Kultur. Das heißt, wir halten Totenrituale nur dann für primitiv, wenn sie nicht mit den unseren übereinstimmen.“ (S. 14)

Wenn man dies gleich zu Beginn des Buches für sich geklärt hat, herrscht die nötige Offenheit um kennenzulernen, wie in anderen Kulturen mit dem Tod und den Verstorbenen umgegangen wird. Die Konfrontation mit dem Tod ist nichts für schwache Nerven und manche Beschreibungen über Aussehen und den Umgang mit menschlichen Überresten verursachen mir beim Lesen ein flaues Gefühl im Magen. Tatsächlich hätte ich mir stellenweise eine weniger anschauliche Schilderung gewünscht, weil es mich doch schockiert hat. Nichtsdestotrotz ist die Thematik sehr interessant und auf ihre Weise bereichernd, da mein Umgang mit dem Tod bislang eher oberflächlicher Natur war. Ebenfalls für gelungen halte ich die zahlreichen Illustrationen von Landis Blair, die Aufbauten und Arrangements begleitend zum Text auf ansprechende und in gewisser Weise doch pietätvolle Art verbildlichen, wie es beispielsweise Fotografien nicht gekonnt hätten.

Gelegentlich ist mir die Ausdrucksweise jedoch zu flapsig und makaber, der Humor der amerikanischen Autorin zu gewollt. Doch das sind glücklicherweise nur kurze Sequenzen, denn sobald Caitlin Doughty wieder etwas sachlicher wird, lese ich gespannt und interessiert weiter.

„Wo die Toten tanzen“ ist kein Buch, das sich einfach so weglesen lässt. Zu oft vergleicht man mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen und wird mit dem Tod in einem Rahmen konfrontiert, der teilweise nur schwierig vorstellbar ist. Gleichzeitig entmystifiziert das Buch dieses Thema ein wenig und ist ein Plädoyer dafür, dem Tod wieder mit mehr Würde zu begegnen. Eine Empfehlung!

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