Caitlin Doughty Fragen Sie Ihren Bestatter

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Inhaltsangabe zu „Fragen Sie Ihren Bestatter“ von Caitlin Doughty

<p>Wie befördert man übergewichtige Tote aus dem obersten Stockwerk auf die Straße? Wie geht man mit den schockierten Angehörigen um? Und wie bekommt man die Knochen in die Urne? In ihrem unter die Haut gehenden Memoir berichtet Caitlin Doughty in teils komischen, teils bizarren Szenen von ihrer etwas anderen Arbeit. Ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, unsere Toten nicht länger hinter einem Vorhang aus Angst und Tabus verschwinden zu lassen.</p> <p>Als die 23-jährige Caitlin Doughty ihren Dienst als Krematoriumsfachkraft antritt, ist ihre erste Aufgabe, eine Leiche zu rasieren. So wird sie im Westwind-Krematorium schnell zur Expertin, die vor keiner Aufgabe zurückschreckt. In ihrem wunderbar offenherzig und ironisch geschriebenen Buch öffnet sie uns die Augen für unseren Umgang mit den Toten. Sie blickt zurück in die Geschichte des Todes und erzählt, was in anderen Kulturen mit den Leichen geschieht. Wer schon immer mit einem guten Freund zur Mitternacht einen Friedhof besuchen wollte, um den Tod mit anderen Augen zu sehen, der sollte diese unvergessliche Geschichte lesen.</p>

Hallo Leute! Ein Buch lag schon ganz lange auf meinem Nachtschränkchen. Aber irgendwie bin ich immer wieder zurückgeschreckt. Schließlich g

— Ankewien
Ankewien

Lektionen aus dem Krematorium (Buchuntertitel).

— kvel
kvel

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    Fragen Sie Ihren Bestatter
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    21. August 2017 um 12:28

    Dieses Buch und ich fanden erst im 3. Anlauf zueinander, aber dann richtig. Anfangs habe ich es nach ein paar Seiten zweimal weggelegt, weil es mir zunächst wie ober-flächliches Geplapper vorkam. Ein paar Seiten weiter war ich versöhnt. Zugegeben, der Stoff ist schräg, noch mehr der Schreibstil, sehr humorvoll, da wir uns mit dem Tod beschäftigen. Das Buch ist amerikanisch, locker wird über Dinge referiert, die dann plötzlich wie die Faust ins Gesicht treffen, insbesondere, wenn man eine gute Vorstellung über sein Geruchsempfinden besitzt. Achtung! Wer zart besaitet ist, sollte nun nicht weiterlesen und schon gar nicht seine Nase in dieses Buch stecken! Caitlin Douhthy arbeitet nach ihrem Studium in einem Bestattungsinstitut. Zunächst lernt sie, Leichen ordentlich herzurichten, später darf sie auch im Krematorium mit-arbeiten. Die amerikanische Bestattungsindustrie hat einen anderen Ritus als Europa. In den USA wird am offenen Sarg Abschied genommen, Zeremonien, die über Tage gehen, Verwandte, die von weither anreisen. Darum muss die Leiche nach Tagen noch appetitlich aussehen. Tote, die ein paar Tage zu Hause lagen, Selbstmörder, grüne Wasserleichen, alle sollen ansehnlich und vorzeigbar aussehen, riechen. Wir erfahren, dass Übergewichtige gleich morgens verbrannt werden, da sie besonders stinken, denn Bakterien lieben Fett. Verwesungsstadien werden erklärt, hier aber keine Zitate zu pastell- bis neonfarbenen Leichenflecken- und Krusten von mir: selbst lesen.»Im Grunde genommen handelt es sich bei Science Support um einen Zwischenhänd-ler, der intakte Spenderleichen annimmt, weiterverkauft, so ähnlich, wie es ein Schrotthändler mit Autos macht.«Das Geschäft mit dem Tod wird angesprochen. In den USA ist eine Bestattung extrem teuer. Wer kein Geld hat, verkauft den Toten an eine Firma, die an wissenschaftliche Institute weiterverscherbeln. Die Aufbewahrung mit Formaldehyd ist nicht nur auf-wändig und teuer, dazu kommt Präparation und Schminke. Augenhöhlen und Mund werden ausgestopft, mit Sekundenkleber gehalten. Es wäre schrecklich, wenn dem Toten ein Lid aufklappte, die Angehörige in milchige Augen blicken. Mit den ver-schiedenen Chemikalien zu hantieren ist für den Bestatter nicht ganz ungefährlich.»Die Wari` praktizieren vornehmlich Endokannibalismus, was bedeutet, dass sie ritu-ell die Körperteile verstorbener Verwandter und Freunde verzehren.«An vielen verschiedenen Stellen erfahren wir etwas über Bestattungsriten anderer Kulturen. Einige, noch heute praktizierte Riten, haben Auswirkungen. In Indien wer-den Tote gern im heiligen Ganges beigesetzt, sodass die Regierung Tausende von fleischfressenden Schildkröten im heiligen Fluss aussetzte, damit sie die Überres-te der Toten entsorgen. »Der italienische Arzt Bernadino Ramazzini hat die unhaltbaren Zustände so be-schrieben: ›In der Kirche gibt es eine Unzahl von Gruften; zudem werden sie so häufig geöffnet, dass man diesen entsetzlichen Gestank unablässig in der Nase hat. Und auch Weihrauch, Myrrhe und sonstige Wohlgerüche können nicht verhindern, dass sich den anwesenden schlicht der Magen umdreht.‹« (Mittelalter)Wir erfahren auch viel über unsere eigene Kultur, das Christentum, über unseren Be-stattungsritus, über alte Traditionen, über die amerikanische Kultur. Die chemische Konservierung von Leichnamen kam in den USA während des Bürgerkriegs in Mode. Gefallene Soldaten mussten nach Hause transportiert werden, wo sie ein paar Tage zur Ehrenwache aufgebahrt wurden. Totenwache war allgemein keine traurige Ange-legenheit: Speis, Trank, Musik und Kartenspiele gehörten dazu. »Obgleich der Funke erloschen war, der den Verstorbenen einst beseelt hatte, verlang-ten es die Konventionen, dass ihm von den Lebenden Respekt gezollt wurde.«»Im Jahr 1231 verbot das Konzil von Rouen das Tanzen in Kirchen und auf Friedhö-fen.« Man traf sich dort, ging spazieren, es wurde Handel getrieben, gefeiert. Douger-ty mahnt, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, mit dem eigenen, mit dem von An-gehörigen, sich selbst zu überlegen, welche Wünsche man für seine Bestattung hat, dies vorzubereiten. Immer wieder träfe sie auf Menschen, die den Tod verdrängen.»Wir konnten ja nicht ahnen, dass sie so plötzlich von uns geht. Schließlich war sie erst ein halbes Jahr im Hospiz.«Doughty möchte die Menschen zu einem normalen Umgang mit den Toten aufrufen, wie es früher war. Es geht nicht um Beerdigungskitsch und teure Särge, sondern um Rituale. Sie würde es begrüßen, wenn Angehörige selbst ihre Toten waschen und an-ziehen, sofern sie dafür bereit sind. Auch plädiert sie an Kranke und deren Angehöri-ge, loslassen zu können. Sie lässt einen Arzt zu Worte kommen, der die meisten le-bensverlängernden Maßnahmen als schmerzhaft und unwürdig beschreibt.»Indem wir den Tod außen vorlassen, mit unseren Angehörigen nicht über die Rege-lung ihrer Angelegenheiten, Patienten- und Bestattungsverfügungen sprechen, tagen wir zu einer solchen Zukunft bei.«Hier geht es überfüllte Altenheime, in denen die Alten nur noch in den Tag dahin-dämmern, würdelos. Dies Buch ist eine scharfsinnig, substanziierte Analyse unseres gesellschaftlichen Umgangs mit dem Tod, trotz des flapsigen Tons. Bericht aus dem Bestattungswesen, medizinisch-biologische Vorgänge gut erklärt, historische und kul-turelle Erläuterungen, ethische Gedanken und der Tod als Wirtschaftsbereich, ein kompaktes Wissen, miteinander verwoben, ein hochinteressantes Buch. Der Tonfall ist heiter, aber immer respektvoll den Toten gegenüber. Ein schräges Buch, das gute Nerven und einen resistenten Magen voraussetzt. Lieber beim Lesen einen Whiskey hinstellen, als Kaffee und Kuchen. Wer aber bereit ist für Naturwissenschaft und so-ziokulturelle Geschichte, der wird hier interessante Dinge erfahren. P.S.: »Ihre Füße gingen plötzlich in herrlichem granatroten Flammenbändern auf, oh-ne Rauch und eifrig leckend wie die Feuerzungen, die zu Pfingsten auf die Apostel herabkamen. Und als der Sarg ganz hineinglitt, erfassten ihn die Flammen vollends, und meine Mutter wurde selbst Teil des wunderbaren Feuers.« – Nein, nicht aus diesem Buch! Bernard Shaw schrieb 1913 diese Zeilen nach der Kremation seiner Mut-ter.

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  • Was sie schon immer nicht wissen wollten

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    Ankewien

    Ankewien

    25. September 2016 um 10:07

    Hallo Leute!Ein Buch lag schon ganz lange auf meinem Nachtschränkchen. Aber irgendwie bin ich immer wieder zurückgeschreckt. Schließlich geht es ja um Bestattungen - und eigentlich will man ja gar nicht so genau wissen, was da so "hinter den Kulissen" läuft. Man geht zur Bestattung und ist traurig, geht zum "Tröster" und dann wieder ab nach Hause.Jetzt ist meine letzte Bestattung schon eine ganze Weile her - daher habe ich mich doch mal getraut und mich tatsächlich amüsiert.Fragen Sie Ihren Bestatter^^^^^Daten^^^^^Autorin: Caitlin DoughtyVerlag: C.H. BeckISBN: 3406688209Preis: 19,95€Gebundene Ausgabe, 270 SeitenInhalt^^^^^Caitlin hat schon einen ganz besonderen Job, um den sie sich im Alter von 23 keinesfalls gerissen hat. Eigentlich hatte sie mittelalterliche Geschichte studiert, als sie ihren Dienst als Krematoriumsfachkraft im Westwind Krematorium antritt. Sie erzählt aus ihrem Berufsleben. Inzwischen führt sie ein "alternatives" Bestattungsunternehmen in Los Angeles.Gleich zu Beginn soll sie eine Leiche rasieren - weiß aber gar nicht so recht, wie sie das anfangen soll. Sie schreibt davon, wie schwer es ihr zu Anfang fiel, mit den Angehörigen umzugehen.Manche Arbeiten sind ziemlich eklig, andere Wünsche Angehöriger auch ein bisschen skurril. Manch einer wünscht sich kleine Aschenkapseln oder Daumenabdrücke der Toten und auch manch ein Utensil ihrer Arbeit erinnert mehr an einen Handwerker - Sekundenkleber etwa gehört zu ihren alltäglichen Gebrauchsgegenständen.Sie beschreibt aber auch ein Thema, von dem viele sicher gar nicht gerne hören - vom Thema Tod. Bei dem sehen viele Menschen weg, obwohl oder vermutlich gerade weil es auf jeden von uns irgendwann zukommt. Das Buch von Caitlin Doughty ist viel mehr ein Plädoyer dafür, dass es mehr Menschen geben sollte, die damit umgehen und ihren Job sogar gerne machen. Kaum junge Ärzte gehen in die Geriatrie und die Bestattungsindustrie hat auch Nachwuchssorgen - aber gestorben wird eben immer. Und gerade deshalb sollte unsere Gesellschaft entspannter mit dem Thema Sterben umgehen können.Fazit^^^^^Sicher, man sollte das Buch nicht lesen, wenn man gerade einen nahen Angehörigen verloren hat. Denn Caitlin schreibt schon herrlich offenherzig und ein bisschen ironisch von ihrer Arbeit. Manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu offenherzig, bei manchen Geschichten gruselt es einen dann schon aufgrund der vielen Details. Für schwache Nerven und Hypochonder ist das Buch definitiv nicht.Gleichzeitig offenbart sie aber auch aus einem ganz interessanten Blickwinkel, wie sehr der Tod in unserer Gesellschaft verteufelt und an den Rand geschoben wird. Viele ihrer Kunden kommen beispielsweise aus den Altenheimen, wurden so lange künstlich am Leben gehalten, dass sie kaum mehr als Haut und Knochen sind.Es ist eine ganz andere Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, ein bisschen mehr Brechstange als ein sensibler Ratgeber, dafür aber umso amüsanter. Bestatter möchte ich zwar trotzdem nicht werden, aber mit dem Thema werde ich von nun an etwas entspannter umgehen...In diesem SinneEure Anke

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  • Lektionen aus dem Krematorium (Buchuntertitel).

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    kvel

    kvel

    12. February 2016 um 22:24

    Inhalt und meine Meinung: Dieses Buch ist meiner Meinung nach eine Mischung aus Autobiografie und Sachbuch; denn zum Einen berichtet die Autorin aus ihrem Berufsalltag quasi von Beginn ihrer „Lehrjahre“ als sie ihren ersten Tag ihrer Stelle als Krematoriumsfachkraft nach ihrem Studium der mittelalterlichen Geschichte antrat; und zum Anderen lässt sie sehr viele Informationen über den Umgang mit dem Tod in anderen Kulturen einfließen, so dass das Buch überaus informativ ist. Insgesamt lässt das Buch sehr tief auf den sehr empathischen Umgang der Autorin bei ihrer täglichen Arbeit im Krematorium mit den Lebenden, bei den Beratungsgespräche mit den Hinterbliebenen, und den sehr humanen Umgang mit den Toten schließen. „Wir bemühen uns nach Kräften, den Tod an den Rand unseres Daseins zu verdrängen, indem wir die Toten hinter rostfreien Stahltüren wegschließen, die Kranken und Sterbenden in Krankenhauszimmer auslagern.“ (S. 9) „Wir verbergen den Tod so perfekt, dass man fast glauben könnte, wir seien die erste Generation von Unsterblichen.“ (S. 9) „Doch das Verdrängen des Todes ist kein Segen, weil wir unsere Ängste lediglich unter die Oberfläche verbannen.“ (S. 9) Der Sprachstil der Autorin ist angenehm locker, zuweilen sogar „flapsig“, was das Dargebotene immer mal wieder angenehm auflockert: „diese Mittelalterheinis hatten schwer einen an der Waffel“ (S. 98 über Hexen, deren Prozesse und Verurteilungen), aber dies täuscht nicht darüber hinweg, dass sie echt Nachdenkenswertes beschreibt. Bspw. über Bestattungsriten in andern Kulturen. Sehr interessant fand ich die Ausführungen zu dem Volk der Wari', die den Endokannibalismus praktizierten (d.h. Sie aßen rituell die Körperteile ihrer Verstorbenen): Denn nach dem Tod eines Dorfbewohners „gingen Verwandte des Verstorbenen durchs Dorf und rissen aus jeder Hütte einen Holzpfahl, worauf das Dach der jeweiligen Behausung herabsackte - […] eine visuelle Mahnung, dass der Tod die Dorfgemeinschaft ins Wanken gebracht hatte.“ (S. 80). Die Autorin berichtet viel, ausführlich und auf interessante Weise aus ihrem Arbeitsleben und den dazugehörigen Handhabungen, dass z.B. die Toten aus den Krankenhäusern abgeholt werden, usw. „Die Menschen in der Kühlung hätten sich in der Welt der Lebenden wohl kaum miteinander abgegeben – der ältere Schwarze mit dem Herzinfarkt, die Weiße mittleren Alters, die ihrem Gebärmutterhalskrebs erlegen, und der junge Hispano, der nur ein paar Häuserblocks vom Krematorium erschossen worden war. Der Tod hatte sie zu einer Art UN-Versammlung zusammengeführt, einem offenen Gespräch über das Ende ihrer Existenz.“ (S. 25). Ich war beim Lesen zu Tränen gerührt über die Lebensgeschichte einer Mutter beim Beratungsgespräch zur Bestattung ihres Sohnes; da sie ihren Sohn schon unzählige Male zuvor zu Grabe getragen hatte: Als er mit den Drogen angefangen hatte, als er das erste Mal in den Knast gewandert war, bei seinem ersten, zweiten, sechsten Rückfall, jedes Mal, wenn er verschwunden war (S. 111). Fazit: Absolut lesens- und nachdenkenswert! Denn: „Jeder muss sein eigenes Arrangement mit dem Ende treffen.“ (S. 238)

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