Jeden Tag nutzen wir sie, ohne sie könntet ihr diesen Beitrag nicht lesen: Sprache.
So sehr die Menschen eint, dass sie Sprache nutzen, desto mehr unterscheiden sich auch Stile, Worte und damit einhergehend Gebräuche in den einzelnen Sprachen.
Direkt zu Anfang des Buches wird deutlich, die Anzahl der Sprachen sinkt. Immer mehr Menschen konzentrieren sich auf Sprachen, die von vielen gesprochen werden und "vergessen" ihre eigene. Im Deutschen kennt man diese Entwicklung bei dem Rückgang der Dialekte.
Doch warum ist das so? Warum verkennen die Menschen, dass sie ihre eigenen Kulturen, denn nichts anders ist Sprache, vernachlässigen?
Nun der Autor gibt anhand von Experimenten und Forschungsergebnissen vielfältige Einblicke in die Entwicklung.
In einem aufgeräumten Schreibstil, der es auch interessierten Laien ermöglicht dem Thema zu folgen, erklärt er, dass es nicht nur die Unterhaltung der Menschen ist, die zur Sprache führt. Früher wurde die Sprache isoliert von allem anderen betrachtet, heute wird sie in ihrem Alltag gesehen.
Eines der bekanntesten Beispiele ist die Tatsache, dass es in manchen Sprachen fünfzig Worte für Schnee geben soll. Gut möglich, je nördlicher man lebt. Doch wenn dieser Mensch sich mit anderen unterhält, die nicht dort leben, benötigt er diesen Wortschatz nicht mehr oder auch dann nicht, wenn er wegzieht.
Viele einfache Beispiele zeigen, dass es um mehr geht als nur Worte. Das Zeit- und Ortsverständnis, die Art, wie und auch wann man kommuniziert, selbst die nonverbale Kommunikation, alles spielt in das "große Ganze" mit rein.
Wer sich dafür interessiert, dem sei das Buch mit seinen vielen Antworten ans Herz gelegt. Doch es bleibt zu betonen; es ist ein Sachbuch, was die Konzentration und die Aufmerksamkeit des Lesers sehr fordert.
4 von 5 Linguisten
Caleb Everett
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Caleb Everett
1000 Sprachen - 1000 Welten
Neue Rezensionen zu Caleb Everett
Caleb Everett nimmt seine Leser mit auf eine spannende Reise durch die faszinierende Welt der Sprachen. Mit anschaulichen Beispielen zeigt das Buch, wie unterschiedlich Menschen die Welt durch ihre Sprache erleben. Es ist erstaunlich zu erfahren, dass manche Kulturen keine Zeitformen für Verben nutzen oder die Vergangenheit vor sich sehen, während die Zukunft hinter ihnen liegt. Auch die Verbindung zwischen Sprache und Umwelt wird interessant dargelegt. Everett erklärt, wie Faktoren wie Klima oder Ernährung sogar die Lautbildung beeinflussen können. Der Gedanke, dass in trockenen Regionen weniger Tonhöhen zur Sprachbildung genutzt werden, um die Stimmbänder zu schonen, gibt spannende Einblicke in die engen Zusammenhänge von Lebensweise und Sprache.
Das Buch ist nicht nur ein Plädoyer für die Erhaltung bedrohter Sprachen, sondern auch eine Hommage an die kulturelle Vielfalt. Es macht deutlich, dass jede Sprache eine eigene Weltanschauung mit sich bringt, die es wert ist, bewahrt zu werden. Die Fülle an Informationen ist beeindruckend, und auch wenn der Schreibstil stellenweise anspruchsvoll ist, bleibt das Buch durchgehend inspirierend. Für alle, die sich für die Magie der Sprache und den Reichtum menschlicher Kulturen interessieren, ist es eine echte Bereicherung.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
2 Bibliotheken



