Callum Roberts

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Der Mensch und das Meer

Der Mensch und das Meer

 (3)
Erschienen am 22.04.2013

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Rezension zu "Der Mensch und das Meer" von Callum Roberts

Reichtum und Bedrohung der Meere
michael_lehmann-papevor 6 Jahren


 

Es ist kein „nur bewegter Laie“, der hier dem Leser einen tiefen Einblick in die Vielfalt, die erst langsame Erforschung und die dabei entstehenden, überraschenden und faszinierenden Einblicke in „das Leben der Meere“ auf dem „blauen Planeten“ gibt. Der die elementare Wichtigkeit dieses Lebensraumes für das Bestehen der Erde betont. Nicht nur als Ort der Entwicklung allen Lebens auf dem Planeten, sondern auch als „Quelle“ des Bestandes des Lebens.

 

Ebenso ist Roberts da, wo er im Buch eindringlich und, vor allem, fundiert die „Zerstörung“ des Lebensraumes Meer vor Augen führt und deutlich mahnt, kein „Unheilsprophet“, sondern in all dem vor allem immer eins: anerkannter und kompetenter Fachmann als Meeresbiologe und Professor für Meeresschutz. Einer, der die ungeheuere Vielfalt des „Wasserlebens“ ebenso prägnant vor Augen zu führen versteht, wie dessen Wichtigkeit für das Leben an sich und die aktuellen, hohen Gefährdungen, die im Raume stehen.

 

„In der Geschichte unserer Zivilisation war der Zustand der Weltmeere sehr stabil. Heute jedoch sind die Ozeane an der Reihe“. Und so wende sich Roberts dem „Wandel der Meere auf der ganzen Welt“ kompetent und, auch in der Sprache, sehr verständlich und nicht selten geradezu aufrüttelnd zu.

 

Gerade weil Roberts kompetent, sachlich-nüchtern und flüssig zu beschreiben versteht, ist es fast nicht möglich, sich als Leser den vor Augen geführten Gefährdungen zu entziehen. Ein „Wandel der Meere“ hin zu Überfischung, steigender Meeresspiegel, ätzendes Meer, (jetzt bereits schon) tote Zonen, die Belastung durch Tonnenweise Plastik, der Drang der menschlichen Zivilisation zur „Vereinheitlichung des Lebendigen“ (welcher nun beginnt, auch die Meere hoch belastet“, statt der Vielfalt eine Wertschätzung zu geben.

 

All dies ist hier und dort bereits in der ein oder anderen Form schon thematisiert worden, wir aber hier erst in der Zusammenschau zu einem ganzen an Bild und zu einem Szenario der Zerstörung, das Konsequenzen hervorrufen will, ja geradezu muss.

 

Konsequenzen, die Roberts durchaus dem Diskurs zur Verfügung stellt. Er b leibt nicht bei der bedauernden Beschreibung des „Niedergangs“ stehen, sondern bietet alternativen. „Abkühlung statt Erwärmung“, das ginge und Roberts macht ernst zu nehmende Vorschläge. Ein „New Deal“ für die Meere, wie er zu Zeiten auch in Wirtschaften erfolgreich war, die überhitzten. Einen Schritt zurückgehen können, neuen Anlauf nehmen und es dann besser machen. Das ist nicht leicht, die Beschädigungen sind fortgeschritten, das kostet Anstrengung und wird nicht billig zu haben sein. Aber es ginge. Das ist die wichtige Kernaussage des Buches für die mittelfristige Zukunft. Und für jeden, der meint, dass dies nicht nötig sei oder der als Verantwortlicher Schwierigkeiten mit dem „Willen zur Veränderung“ hat, der sollte dieses Buch gründlich lesen. Denn als Quintessenz bleibt fest zuhalten, dass es im ureigensten Interesse der menschlichen Gemeinschaft ist, die Meere möglichst stabil zu halten.

 

Natürlich findet der Leser auch neueste Forschungsergebnisse über das Leben in den Meeren an sich im Buch, die ebenso mit einigen beeindruckenden Bildern im Buch illustriert werden, wie sich auch die nackte Zerstörung durch Menschenhand in intensiven Fotografien niederschlägt.

 

Auch wenn gilt, wie Robertson formuliert: „Dieser Wandel ist sehr schnell über uns gekommen, und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es uns schwerfällt, uns darauf einzustellen“, das kann kein Argument gegen eine konzentrierte Arbeit gegen die Beschädigungen eines elementaren Bausteins des eigenen Lebensraumes sein.

 

Ein hervorragendes, informatives, kompetentes und aufrüttelndes Fachbuch, das Alternativen bietet und eine fundierte Analyse darreicht. Angefangen vom Umgang mit Plastik bis zur Entsorgung hochgiftigen Mülle „irgendwo da draußen auf dem Meer“.

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