Camilla Macpherson

 3.9 Sterne bei 47 Bewertungen

Alle Bücher von Camilla Macpherson

Am Tag und in der Nacht

Am Tag und in der Nacht

 (46)
Erschienen am 16.09.2011
Bilder einer Ausstellung

Bilder einer Ausstellung

 (1)
Erschienen am 08.04.2015

Neue Rezensionen zu Camilla Macpherson

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Miamous avatar

Rezension zu "Bilder einer Ausstellung" von Camilla Macpherson

Vierzehn Bilder und eine Geschichte...
Miamouvor einem Jahr

Ich bemühe mich wirklich immer sehr, wenn ich in Geschäften, die eigentlich keine Buchhandlungen sind, sondern irgendwelche Sachen für Schule oder Büro verkaufen (ich will ja keine Werbung machen :-)), an einem Regal vorbeikomme, auf denen Büchern stehen, die zu 90% Mängelexemplare sind, vorbeizugehen. Ich gestehe, dass mir das nur äußerst selten gelingt und wenn ich dann ein Buch finde, dass ich schon ewig lesen wollte und es wird dir dann zu einem Spottpreis „nachgeworfen“ wäre ich eigentlich schön blöd, wenn ich nicht zugreifen würde. „Bilder einer Ausstellung“ stand nicht auf meiner Wunschliste, ich wusste nicht mal, dass es ein Buch mit diesem Titel gibt. Eigentlich verbinde ich mit diesem Titel Mussorskys Klavierzyklus, der nebenbei bemerkt wunderschön ist (für den mache ich sehr gerne Werbung :-)).

Und was soll ich sagen…mit diesem Buch habe ich eine wahre Entdeckung gemacht. Im Grunde ist die Geschichte so ja nicht ganz neu und auf ähnliche Weise liest man sie in dutzenden Büchern. Es geht um das Ehepaar Claire und Rob, die einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen, der ihre Ehe zu zerstören droht. Als Rob von einem Anwalt aus Kanada das Vermächtnis seiner verstorbenen Großmutter zugesendet bekommt, befindet sich darunter ein Stapel Briefe, die eine gewisse Daisy an Robs Großmutter geschrieben hat. Besagte Daisy war zu der Zeit als sie die Briefe geschrieben hat im kriegsgebeutelten London des Jahres 1943 und sie erzählt, dass in den Jahren des Krieges in der National Gallery monatlich ein Bild ausgestellt wird, damit die Kunst trotz des Krieges nicht ganz verloren geht. So stand Daisy jeden Monat vor einem neuen Bild und Claire verfolgt Daisys Spuren rund 70 Jahre später. Claire lernt dabei eine Frau kennen, die stark war, aber trotzdem ihre Schwächen und Ängste hatte, was Claire aber gleichzeitig hilft auch wieder nach vorne zu schauen.

Wie gesagt, es ist eine Geschichte, in der ein Familiengeheimnis aufgedeckt werden will, welches sich über mehrere Generationen hinweg aufgebaut hat bzw. in Vergessenheit geraten ist. Die Hauptprotagonistin Claire hängt sich an diese Geschichte, weil sie meint, dass sie der rettende Strohhalm ist, der ihr hilft ihren eigenen Schicksalsschlag zu überwinden. Ohne wirklich kitschig zu werden, geht Camilla Macpherson an diese Geschichte ran. Die Handlung, die sie dem Buch gibt, ist nicht wirklich spektakulär oder atemberaubend, aber sie ist sehr gefühlvoll und wunderschön. Man leidet mit Claire und Rob, obwohl es auch manchmal schwerfällt ihre gesetzten Handlungen zu verstehen (vielleicht muss man dazu aber wirklich in der Situation der beiden sein, um das zu können). Sehr schön verwebt sie darin auch die Bilder, die sie für ihr Buch gewählt hat. Das auf dem Cover abgebildete Bild ist von Renoir und heißt „Regenschirme“. Es ist das Bild, welches das letzte Kapitel des Buches betitelt und die Autorin wählt für ihre Protagonisten eine schöne Interpretation, sodass Vergangenheit und Gegenwart sehr schön ineinanderfließen. Eine Sache, die sie in jedem Kapitel macht. Denn jedes der vierzehn Kapitel hat als Titel ein Bild…und ja…es handelt sich dabei um die Bilder, die in der National Gallery 1943 ausgestellt wurden und die Claire in der Gegenwart ebenfalls besichtigt.

Bisweilen schweift Camilla Macpherson mit ihren Interpretationen auch in philosophische Gedanken ab, ohne dabei ausufernd zu werden, aber wo man sich als Leser schon öfter dabei ertappt, dass sie das nicht besser hätte ausdrücken können. Auch ihren Figuren, allen voran Claire, gibt sie damit eine sehr reflektierte Haltung, was ich persönlich sehr schön finde. Gleichzeitig greift sie damit auch Themen auf, die nicht immer einfach sind, die einem im Alltag aber immer wieder treffen (bspw. wie man mit Schicksalsschlägen umgehen kann; wie weit man geht bzw. was man einsetzt um Freundschaften/Beziehungen/eine Ehe zu retten). Ich fand es sehr rührend, wie Rob sich bemüht, die vermeintlich zerstörte Ehe mit Claire wieder zu kitten und wie sie sich schlussendlich auch wieder darauf einlassen kann.

All dies macht die Autorin, ohne dabei so richtig kitschig zu werden. Auch wenn sie das ein oder andere Klischee dann doch auch bedient hat, so hat mich das in diesem Fall nicht so sehr gestört, wie es das normalerweise tut. Das Ende war aber nicht wirklich überraschend, obwohl es zwischendurch mal so aussah, als ob es anders kommen könnte.

Ich spreche daher eine Leseempfehlung aus, besonders für alle, die Liebesromane eigentlich nicht lesen, weil sie zu verkitscht sind.

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engineerwifes avatar

Rezension zu "Am Tag und in der Nacht" von Camilla Macpherson

Macht Lust auf einen Besuch in der National Gallery ...
engineerwifevor 2 Jahren

Was für einen nette Idee, Trauer, Liebe und Kunst zu einem Roman zu verknüpfen. Der Roman unterteilt sich in mehrere Kapitel, in denen jeweils ein Bild aus der heutigen Sicht von Claire als auch aus der Sicht der jungen Daisy, die den zweiten Weltkrieg in London erlebt, beschrieben wird. Beide Frauen verarbeiten ihr eigenes Dilemma in Anlehnung an die Bilder, von denen in London während des Kriegs jeweils eines pro Monat ausgestellt wurde. Während man schon recht früh ahnt, wie die Geschichte ausgehen wird, versteht es die Autorin dennoch den Leser bei der Stange zu halten und lädt mit ihrem leichten Schreibstil zum Schmökern ein.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Portraits in Farbe auf den beiden inneren Buchdeckeln abgebildet sind. Ich muss gestehen, dass ich doch die meisten der Bilder nicht kannte. 

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Langeweiles avatar

Rezension zu "Am Tag und in der Nacht" von Camilla Macpherson

Am Tag und in der Nacht
Langeweilevor 3 Jahren

Die Geschichte von Daisy und Claire hat mich von Anfang an fasziniert.Ich habe noch keinen Roman gelesen in dem eine Liebesgeschichte so geschickt mit Kunst und Zeitgeschehen verknüpft wurde. Es geht um Claire und Rob ,ein junges Ehepaar welches sein erstes Kind erwartet.Durch einen brutalen Überfall verliert Claire ihr Baby und kann sich von diesem Schicksalsschlag nicht erholen.Sie gibt Rob die Schuld,weil er zum Zeitpunkt des Überfalls nicht bei ihr war.Die Ehe gerät in eine tiefe Krise.In dieser Situation erhält Rob ein Paket aus dem Nachlaß seiner verstorbenen Großmutter.Hierin befindet sich ein Foto eines jungen Paares,sowie ein Bündel Briefe .Es stellt sich heraus ,daß die Briefe im Jahre 1943 von Daisy aus London an ihre Cousine Elizabeth,die Robs Großmutter war, in Kanada geschickt wurden.Sie beschreibt in jedem Brief ein Gemälde ,welches in der National Gallery ausgestellt war.Sie berichtet in anschaulicher Weise von den schlimmen Kriegszeiten ,ihrer großen Liebe Richard ,sowie von Charles mit dem sie verlobt war.Die monatlichen Museumsbesuche gaben ihr die Kraft,die schweren Zeiten zu überstehen. Rob zeigt zuerst kein Interesse an der Korrespondenz,Claire beschließt nach dem Lesen des ersten Briefes,sich auf die Spurensuche zu begeben. Sie schaut sich jeden Monat das gleiche Bild an ,welches Daisy gesehen hat und liest paralell dazu den jeweiligen Brief.Im Museum begegnet sie Dominic ,sie verabreden weitere gemeinsame Museumsbesuche.Als sie sich in einer ähnlichen Situation wie Daisy befindet und sich zwischen zwei Männern entscheiden muß,gibt sie ihrer Ehe eine neue Chance.Gemeinsam mit Rob versucht sie die komplette Geschichte von Daisy zu entschlüsseln.Als sie erneut schwanger wird,ist auch ihre Ehe auf einem guten neuen Weg. Der Autorin ist ihr Debütroman sehr gut gelungen,ich freue mich schon auf ein neues Buch. Buchtitel: Am Tag und in der Nacht

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