Camilla Sten

 4 Sterne bei 116 Bewertungen

Lebenslauf von Camilla Sten

Camilla Sten wurde 1992 geboren und studiert an der Universität Uppsala Psychologie. Sie interessierte sich schon früh für Politik und schreibt Artikel über Feminismus, Rassismus und das aktuelle politische Klima für diverse schwedische Zeitungen. Gemeinsam mit ihrer Mutter, der Bestseller-Autorin Viveca Sten, schrieb sie bereits mehrere Bücher. »Das Dorf der toten Seelen« ist ihr Thrillerdebüt.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Das Dorf der toten Seelen9783959674232

Das Dorf der toten Seelen

 (116)
Erschienen am 05.05.2020

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Rezension zu "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten

Vielversprechende Grundidee, großartiges Setting, aber leider auch viel verschwendetes Potential!
Lovely_Lilavor 3 Stunden

* Spoilerfreie Rezension! *

 ~ „Das Dorf der toten Seelen“ beginnt stark, doch leider gelingt es der Autorin im Laufe der Geschichte immer weniger, das Potential ihrer vielversprechenden Idee und ihres großartigen Settings zu nutzen. Camilla Stens Debüt ist ein kurzweiliger Thriller mit Stärken (Atmosphäre, unheimliche Szenen, flüssiger Schreibstil, besonderes Setting), aber auch Schwächen (Protagonistin, schwächerer Mittelteil, fehlende Spannung, frühe Auflösung, Klischees). Ich kann weder eine Leseempfehlung aussprechen noch möchte ich euch vom Buch abraten – wenn ihr Lust auf eine Reise nach Silvertjärn habt, gebt der Geschichte doch eine Chance – aber geht nicht (wie ich) mit zu hohen Erwartungen an sie heran. ~

 

Inhalt
 

Alice, eine Universitätsabsolventin, hat es satt, sich mit Aushilfsjobs durchzuschlagen und beschließt, sich ihren Traum, eine Dokumentation über die Geisterstadt Silvertjärn zu drehen, zu erfüllen. Dort sind vor ca. 60 Jahren über 900 EinwohnerInnen spurlos verschwunden. Was ist damals geschehen? Alice fährt mit einem kleinen Filmteam ins Dorf, um dort einige Tage zu recherchieren. Mit dem vorläufigen Filmmaterial soll ein Trailer erstellt werden, um Sponsoren zu gewinnen, damit die Dokumentation im Herbst gedreht werden kann. Doch als Alice und ihr Team in Silvertjärn ankommen, scheinen dort seltsame Dinge zu passieren… 

 

Übersicht


Einzelband oder Reihe: Einzelband
Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: kurz
Tiere im Buch: + Es werden im Buch keine Tiere verletzt, gequält oder getötet. Zwei Mitglieder leben sogar vegetarisch, weswegen keine der Malzeiten Fleisch enthält.
Triggerwarnung: Tod von Menschen, psychische Krankheiten (Depression, Psychose), Selbstverletzung, Suizid, sex. Missbrauch, Behinderung, Erbrechen

 

Warum dieses Buch?
 

Der Klappentext klang so spannend und unheimlich, dass ich nicht widerstehen konnte! 

 

Meine Meinung

                                                                                                  

Einstieg (5 Lilien ♥)

 

„Die Miene seines Kollegen zeigte eine Mischung aus Entsetzen und Ekel.
 ‚Was in Gottes Namen ist hier passiert?‘“ E-Book, Position 67

 

Nie ist mir der Einstieg in eine Geschichte leichter gefallen als bei diesem Buch. Der Thriller beginnt unheimlich stark mit einem Gänsehaut-Prolog und einer spannenden Projektbeschreibung. Man will sofort weiterlesen und die Geheimnisse des Dorfes ergründen!

 

Schreibstil (4 Lilien)

 

Ich mag den Schreibstil von Camilla Sten. Er ist einfach, schnörkellos, anschaulich und flüssig lesbar. Für einen kurzweiligen Thriller ist die Sprache also perfekt geeignet, auch wenn ich mir manchmal noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Achtung: Auch blutige und brutale Szenen werden detailliert beschrieben, weshalb das Buch für sensible Seelen nur bedingt geeignet ist.

 

Idee, Inhalt, Themen & Ende (3 Lilien)

 

„Silvertjärn ist eine ehemalige Bergarbeitersiedlung in Mittelnorrland, die seit 1959 so gut wie unberührt geblieben ist. Damals verschwanden sämtliche der rund 900 Einwohner unter ungeklärten Umständen.“ E-Book, Position 74

 

Durch unscheinbare Cover wäre ich beinahe nicht auf das Buch aufmerksam geworden. Doch der Klappentext ließ meine Erwartungen in die Höhe schnellen. Schließlich hatte die Grundidee unheimlich viel Potential! Ein abgeschiedenes Dörfchen, 900 verschwundene Menschen und ein kleines Filmteam, das sich auf die Spuren der Verschwundenen begibt – das klingt doch nach einem atemlos spannenden, großartigen Thriller, oder? 

 

Die Geschichte wird auf drei Zeitebenen erzählt: Wir begleiteten abwechselnd Alice und ihr Filmteam in der Gegenwart und ihre Urgroßmutter Elsa im Jahre 1959. Zusätzlich lesen wir Briefe aus Silvertjärn. Obwohl ich Rückblenden oft skeptisch begegne, habe ich sie hier sogar lieber gelesen als die Handlung in der Gegenwart. Themen wie Freundschaft, Lebensträume, Ehrgeiz, die eigene Familiengeschichte und Geheimnisse stehen im Mittelpunkt des Thrillers. Diese Aspekte werden meist mit angemessener Tiefe behandelt. Auch das Thema „psychische Krankheiten“ wird im Buch angesprochen – ich bin unschlüssig, was ich davon halten soll, da die Ausarbeitung (eine Frau mit Psychose wird als eine Art „Monster“ inszeniert!) meiner Meinung nach das Stigma, unter dem Betroffene leiden, in gewisser Weise fördert.

 

Das Buch startet stark und vielversprechend, doch leider gelingt es der Autorin im Laufe der Geschichte immer weniger, das Potential ihrer Idee und ihres besonderen Settings zu nutzen. „Ewig schade!“, würde man hier in Österreich sagen. Statt sich auf die unheimlichen Vorkommnisse in Silvertjärn zu konzentrieren, verliert sich die Geschichte vor allem im schwächeren Mittelteil immer wieder in gruppeninternen Spannungen und Problemen. Zudem gibt es meiner Meinung nach viel zu früh Hinweise darauf, was damals passiert ist, sodass das Mitraten wegfällt und viele Wendungen nicht mehr überraschend können. Dadurch gehen die unheimliche Grundstimmung und die Spannung immer wieder verloren. Leider konnte mich die Geschichte, die mir manchmal etwas zu konstruiert und klischeehaft war, auch emotional nicht so packen, wie ich mir das gewünscht hätte. Gelegentliche Wiederholungen und die Tatsache, dass manche Aspekte nie aufgelöst werden (was ist z. B. mit den Hunden und Katzen geschehen?), haben mich ebenfalls gestört. Man merkt diesem Thriller doch an, dass es sich hier um einen Erstling handelt. Das Ende (mit seiner unerwarteten Wendung) hat mir gefallen, auch wenn ich mir noch einen Epilog gewünscht hätte.

 

Protagonistin (2,5 Lilien) & Figuren (3 Lilien)

 

Mit ihren Figuren konnte mich Camilla Sten nur bedingt überzeugen. Mit Alice, der Protagonistin, bin ich bis zum Schluss leider nicht richtig warm geworden. Dazu war sie mir einfach nicht sympathisch genug. Ich empfand sie teilweise als sehr egozentrisch, empfindlich und gereizt. Ständig sieht sie ihre Autorität untergraben, ist beleidigt und gibt schnippische Antworten, was nach einer Weile sehr anstrengend wird. Außerdem konnte ich ihre Gedanken, ihre Vorwürfe anderen (besonders Emmy) gegenüber und Handlungen oft nicht nachvollziehen und manchmal nur den Kopf schütteln. Wie kann man z. B. während der Nachtwache einschlafen, wenn man weiß, dass das Lebensgefahr bedeutet? Da stehe ich doch sofort auf und bewege mich, wenn ich merke, dass ich müde werde!

 

Auch die anderen Figuren sind leider nur teilweise gelungen. Manche von ihnen sind gut ausgearbeitet und überzeugen, andere wirkten auf mich blass und klischeehaft. Insgesamt werden sie mir wohl leider nicht lange in Erinnerung bleiben.

 

Spannung (3 Lilien) & Atmosphäre (3 Lilien)

 

„Als ich die Straßen entlanglaufe, an den Häusern vorbei, habe ich das Gefühl, als wäre jedes Haus eine Falle, jede offene Tür ein weit aufgerissener Schlund, als wollte das Dorf uns verschlingen.“ E-Book, Position 4376

 

Auch was Spannung und Atmosphäre betrifft, wurde leider viel Potential verschenkt: Die Geschichte beginnt unheimlich stark, doch der schwächere, spannungsarme Mittelteil zieht sich teilweise sehr, was ich schade fand. Mehr Tempo und einige Kürzungen hätten dem Thriller mit Sicherheit gutgetan. Punktuell gibt es zwar atemlos spannende, atmosphärische Momente und unheimliche Szenen, die eine Gänsehaut verursachen und schon fast in Richtung Horror gehen – doch insgesamt weiß  die Autorin das großartige (!) Setting leider nicht richtig zu nutzen.

 

Feministischer Blickwinkel (5 Lilien ♥)
 

Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Hu++ 

 

Zumindest was diesen Aspekt betrifft, hat die Autorin fast alles richtig gemacht. Bei anderen AutorInnen hätte das Filmteam wahrscheinlich nur aus Männern mit maximal einer Frau bestanden, hier ist das jedoch anders. Man merkt, dass die Autorin eine überzeugte Feministin ist, was ich toll finde! Das Buch besteht problemlos den Bechdel-Test und enthält zahlreiche starke, mutige und intelligente weibliche Figuren, die das Kommando haben und sehr durchsetzungsstark sind. Auch gibt es im Buch kaum Geschlechterstereotypen und toxische Männlichkeit, sondern Männer und Frauen wechseln sich beim Kochen ab und helfen beim Heben von schweren Gegenständen zusammen. Das alles hat mir sehr gut gefallen! Da verzeihe ich auch die traditionelle Rollenverteilung in der Vergangenheit (das ist leider authentisch!) und dieses eine „Hu++“. Etwas schade fand ich es nur, dass dieses Klischee vom besten Freund, der sich für seine Dienste eigentlich eine Gegenleistung in Form von Sex/Beziehung erwartet, im Buch vorkommt. Warum können nicht ein Mann und eine Frau einfach mal ohne Hintergedanken Freunde sein?  

 

Mein Fazit

 

„Das Dorf der toten Seelen“ beginnt stark, doch leider gelingt es der Autorin im Laufe der Geschichte immer weniger, das Potential ihrer vielversprechenden Idee und ihres großartigen Settings zu nutzen. Camilla Stens Debüt ist ein kurzweiliger Thriller mit Stärken (Atmosphäre, unheimliche Szenen, flüssiger Schreibstil, besonderes Setting), aber auch Schwächen (Protagonistin, schwächerer Mittelteil, fehlende Spannung, frühe Auflösung, Klischees). Ich kann weder eine Leseempfehlung aussprechen noch möchte ich euch vom Buch abraten – wenn ihr Lust auf eine Reise nach Silvertjärn habt, gebt der Geschichte doch eine Chance – aber geht nicht (wie ich) mit zu hohen Erwartungen an sie heran.

 

(Zusammenfassung, wird noch entfernt!)

Die Grundidee hatte unheimlich viel Potential! Ein abgeschiedenes Dörfchen, 900 verschwundene Menschen und ein kleines Filmteam, das sich auf die Spuren der Verschwundenen begibt – das klingt doch nach einem atemlos spannenden, großartigen Thriller, oder? „Das Dorf der toten Seelen“ beginnt stark und vielversprechend mit einem Gänsehaut-Prolog, doch leider gelingt es der Autorin im Laufe der Geschichte immer weniger, das Potential ihrer Idee und ihres außergewöhnlichen Settings zu nutzen. Statt sich auf die unheimlichen Vorkommnisse in Silvertjärn zu konzentrieren, verliert sich die Geschichte vor allem im schwächeren Mittelteil immer wieder in gruppeninternen Spannungen. Auch gestört haben mich die frühen Hinweise auf die Auflösung (so konnte ich nicht mehr Mitraten und viele Wendungen konnten mich nicht mehr überraschen), der manchmal etwas konstruiert wirkende und klischeehafte Plot, die Spannungseinbrüche und das fehlende Tempo im Mittelteil, die Wiederholungen und die Tatsache, dass manche Aspekte nie aufgelöst werden. Mit der Protagonistin bin ich bis zum Schluss leider nicht richtig warm geworden. Dazu war sie mir einfach nicht sympathisch genug. Ich empfand sie teilweise als sehr egozentrisch, empfindlich und gereizt. Außerdem konnte ich ihre Gedanken und Handlungen oft nicht nachvollziehen und manchmal nur den Kopf schütteln. Gefallen haben mir hingegen der einfache, schnörkellose, anschauliche und flüssige Schreibstil, der für einen kurzweiligen Thriller perfekt geeignet ist, die atemlos spannenden, atmosphärischen Momente und unheimlichen Gänsehaut-Szenen, die Grundidee und das besondere, außergewöhnliche Setting. Einer feministischen Analyse hält das Buch ebenfalls stand, was vor allen an den durchsetzungsstarken, intelligenten Frauen und den kaum vorhandenen Geschlechterstereotypen liegt. Themen wie Freundschaft, Lebensträume und die eigene Familiengeschichte stehen im Mittelpunkt und werden mit angemessener Tiefe behandelt. Auch das Thema „psychische Krankheiten“ wird im Buch angesprochen – ich bin allerdings unschlüssig, was ich davon halten soll, da die Ausarbeitung (eine Frau mit Psychose wird als eine Art „Monster“ inszeniert!) meiner Meinung nach das Stigma, unter dem Betroffene leiden, in gewisser Weise fördert. Kurz: „Das Dorf der toten Seelen“ ist ein kurzweiliger Thriller mit Stärken, aber auch Schwächen. Ich kann weder eine Leseempfehlung aussprechen noch möchte ich euch vom Buch abraten – wenn ihr Lust auf eine Reise nach Silvertjärn habt, gebt der Geschichte doch eine Chance – aber geht nicht (wie ich) mit zu hohen Erwartungen an sie heran.

 

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 3 Lilien
Umsetzung: 3 Lilien
Worldbuilding: 4 Lilien
Einstieg: 5 Lilien ♥
Ende / Auflösung: 3 Lilien
Schreibstil: 4 Lilien
Protagonistin: 2,5 Lilien
Figuren: 3 Lilien
Spannung: 3 Lilien
Atmosphäre: 3 Lilien
Emotionale Involviertheit: 3 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 5 Lilien ♥


Insgesamt:

❀❀❀ Lilien

 Dieses Buch bekommt von mir drei Lilien! 

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Rezension zu "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten

Alice im Geisterdorf
Archervor 9 Stunden

Vor sechzig Jahren verschwanden in einem kleinen, abgelegenen Ort alle Einwohner - gefunden wurden nur noch eine an einem Pfahl gefesselte, zu Tode gesteinigte Frau und ein Baby. 

Alice, die Enkelin von jemandem, der einst in diesem Dorf gelebt hat, möchte jetzt einen Film über dieses Dorf drehen und sie hat es geschafft, ein Team und etwas Ausrüstung aufzubringen. Noch bevor sie dort ankommen, merken sie, dass ihre Handys nicht mehr funktionieren - auch die mitgebrachten Walkie Talkies haben immer wieder seltsame Störungen. Schon nach einem Tag geschieht ein Unfall, eines ihrer Autos explodiert und sie müssen sich zugestehen: Sie sind nicht allein in dem Geisterdorf. Bald gibt es Tote ...

Mit dieser Prämisse wurde zwar das Rad nicht neu erfunden, aber es ist trotzdem eine spannende Sache - oder sollte es zumindest sein. Die Autorin hat es nicht geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, was auch an der suboptimal gewählten Protagonistin liegt. Alice kann keine Geschichte tragen; sie ist zickig, anstrengend und verliert ständig die Nerven. Von Sympathie konnte da keine Rede sein. Auch die anderen Mitwirkenden sind wenig geeignet, wirklich Interesse aufkommen zu lassen. Lediglich Elsa - aus dem Erzählstrang von 1959 - schaffte es, Wohlwollen zu erregen. Das wäre alles nicht so problematisch, wenn die Geschichte wenigstens zu einem logischen und nachvollziehbaren Ende gelangen würde, aber was uns die Autorin hier präsentiert, ist entweder Unfähigkeit, einen glaubwürdigen Schluss zu präsentieren oder sie dachte sich: Ach, egal. Bei dem Nachnamen werde ich eh gelesen, da brauche ich mir um Logik nun wirklich keine Gedanken zu machen. Selbiges gilt für das Buch - darum muss man sich keine Gedanken mehr machen, sondern kann es gleich nach dem Zuklappen wieder vergessen. 

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Rezension zu "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten

So gruselig wie abgestandenes Wasser
Philonoevor 9 Stunden

Die Bevölkerung eines 900 Seelen Dorfes verschwindet in den 1950er Jahren komplett über Nacht, außer einer Bewohnerin, die an einem Marterpfahl gesteinigt aufgefunden wird, sowie einem Säugling und bisher hat sich noch niemand um eine Aufklärung bemüht?

Also wenn das mal keine super Stoff für eine True Crime Serie auf Netflix mit mindestens sechs Folgen ist…. Umso erstaunlicher, dass die junge Filmemacherin Alice so große Schwierigkeiten hat Sponsoren und Mitarbeiter zu finden, dass sie sogar ihre Studienkollegin Emmy engagieren muss, mit der sie sich überworfen und seit Jahren kein Wort mehr gewechselt hat.

Der Teil der Geschichte, der im Heute spielt und in dem das Filmteam in dem verlassenen Ort die alten Häuser filmt, dreht sich dann hauptsächlich um den Zwist der beiden. Weil das nicht besonders spannend ist und auch nichts zur Erhellung der Geschehnisse beiträgt, wird das ganze ein wenig mit gruseligen Elementen aufgepeppt nämlich einem unheimlichen Lachen auf einer Videoaufnahme, knisternden Walkie Talkies und einer dunklen Gestalt im Halbschlaf wahrgenommen.

Parallel dazu werden Kapitel aus der Perspektive von Elsa eingefügt, die zur damaligen Zeit in dem Bergarbeiterdorf gelebt hat und man bekommt Briefe zu Gesicht, die deren Tochter Aina an ihre ältere Schwester in Stockholm geschrieben hat. Diese Schwester wiederum ist die Großmutter von Filmemacherin Alice und deren Erzählungen verdankt Alice den Lebenstraum die Ereignisse von damals aufzuklären.

Wie so oft ist der Teil, der in der Vergangenheit spielt um einiges interessanter als der Handlungsverlauf in der Gegenwart, aber leider auch wesentlich kürzer.

Der Leser erhält peu à peu die Informationen, die Alice schon zu Beginn ihrer Unternehmung zur Verfügung gestanden haben und da ist es sehr verwunderlich, dass sie nicht gleich die richtigen Schlüsse gezogen und ihre Dokumentation anders aufgebaut hat.

Der Roman enthält keine langatmigen Stellen, aber leider gelingt es der Autorin nicht Spannung zu erzeugen und da nützt auch der Einsatz von Pyrotechnik nichts, die Geschichte ist einfach zu dünn und dazu noch uninteressant erzählt.

Die genaue Auflösung hinterließ bei mir nur ein Kopfschütteln, banal und gleichzeitig unglaubwürdig und darin wohl die einzigen „Mystery“-Elemente liegend, die viele Leser gefunden haben wollen.

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