Camilo Sánchez Die Witwe der Brüder van Gogh

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Inhaltsangabe zu „Die Witwe der Brüder van Gogh“ von Camilo Sánchez

Paris im Jahr 1890: Johanna van Gogh-Bonger ist mit Vincent van Goghs jüngerem Bruder Theo verheiratet, der Vincent finanziell aushält, damit dieser sich ganz -seiner Kunst widmen kann. Als der Maler sich das Leben nimmt, stirbt kurz darauf auch Theo in verzweifelter Trauer. Nun stapeln sich in Johannas enger Wohnung Hunderte von Bildern van Goghs. Sie erkennt ihre Bedeutung, und ihr Leben verändert sich von Grund auf, als sie sich zunehmend in den Briefwechsel der Brüder vertieft. Beharrlich und gegen alle Hindernisse öffnet sie die ersten Türen zu van Goghs Erfolg.
Camilo Sánchez erzählt von einer jungen Witwe, die sich nicht in die Passivität fügen wollte und zuletzt als Organisatorin, Kunsthändlerin und Herausgeberin der Welt die Stirn bot.

Eine kleine, feine Romanbiographie.

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  • Die Frau hinter van Goghs Erfolg

    Die Witwe der Brüder van Gogh

    YukBook

    30. September 2017 um 11:22

    Künstlerbiografien lese ich wahnsinnig gern. Mindestens so spannend ist aber oftmals das Leben der nahestehenden Personen wie zum Beispiel die Tochter Chagalls, die Ehefrau von Franz Marc oder Hemingways Geliebte. Meist stehen sie im Schatten extravaganter Maler, Schriftsteller oder Komponisten, sind Muse und Inspirationsquelle oder Antreiber.Auch Johanna von Bonger-Gogh war mir bisher nicht bekannt, bis ich dieses Buch von Camilo Sánchez las. Sie war die Ehefrau von Theo van Gogh, dem Bruder des weltbekannten Impressionisten. Die Konstruktion der Romanbiografie ist ungewöhnlich, denn sie beginnt kurz nach dem Selbstmord von Vincent van Gogh im August 1890. So erfahren wir nur in Rückblicken und anhand von Johannas Tagebucheinträgen ausgewählte Details aus van Goghs Leben und künstlerischem Schaffen. Ihre Gedanken kreisen um ihren trauernden Ehemann Theo, den tödlichen Schuss und die Beerdigung Van Goghs sowie ihren kleinen Sohn Vincent. Theo bemüht sich um eine Retrospektive und Biografie seines Bruders, studiert Vincents Briefe und lebt in einem Wechsel zwischen hektischer Betriebsamkeit und Apathie. Interessant fand ich, welche Reaktionen van Goghs Kunst auslöste. Der Galerist Durand-Rule lehnt eine Ausstellung ab, weil ihn die Wucht der Bilder und die radikalen Stilbrüche irritieren. Mehrmals wird Johanna von seltsamen Leuten behelligt, die dem Werk van Goghs dunkle Kraft zusprechen und ihr nahelegen, die Bilder zu zerstören. Unfassbar!Durch die erste Hälfte des Buches muss man sich etwas mühsam durchkämpfen, denn ständig ist von Theos nervlichen Zusammenbrüchen und seiner fortschreitenden Lähmung die Rede, die nicht nur Johanna, sondern auch den Leser mental herunterziehen. Johanna versucht, Theos schwieriges Verhalten durch ihr Tagebuch zu verarbeiten und schreibt ihre Gedanken nieder. Nach dem Tod ihres Mannes nimmt die Geschichte jedoch an Fahrt auf. Nach Theos Tod vertieft sich Johanna in van Goghs Briefwechsel mit seinem Bruder, in der Hoffnung, mehr über ihren Ehemann zu erfahren. Überrascht stellt sie fest, welches schriftstellerische Talent in Vincent steckte. Sie beschließt eine Ferienpension zu eröffnen und kauft eine Villa in Bussum. Angespornt von Van Goghs Gemälden, die die Wände der Pension schmücken und seinen Briefen, bemüht sich Johanna, die Bilder ihres Schwagers in Umlauf zu bringen.Camilo Sánchez gibt mit dieser Biografie nicht nur einen interessanten Einblick in die Kunstwelt des ausgehenden 19. Jahrhunderts, sondern porträtiert auch eine sensible, kluge und resolute Frau, der wir die Bewahrung eines der größten Kunstschätze zu verdanken haben.

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  • Die Erbin der van Goghs

    Die Witwe der Brüder van Gogh

    Liebes_Buch

    29. December 2014 um 13:44

    "Die Witwe der Brüder van Gogh" von Camilo Sanchez ist ein interessanter Roman über die Brüder van Gogh aus der Sicht Theos Frau. Da ich über Vincent van Gogh bisher kaum etwas wusste, hat mich das Buch sehr gefesselt. Der Autor beschreibt den Niedergang und Tod Theo van Goghs nach dem Selbstmord (oder Unfalltod- da gibt es ja neue Theorien) Vincents. Er überlebte seinen Bruder nur um ein halbes Jahr. Seine Witwe Johanna erbt alle Bilder und bemüht sich darum, Vincent berühmt zu machen. Der Roman beschreibt die verlotterte Künstlerszene Paris zur Zeit der Weltausstellung, des Eifelturms und der Einführung der Seidenstrümpfe. Ich weiss nicht, ob es an Johanna van Gogh oder am Autor liegt, dass die Witwe der van Goghs selbst so unsympathisch erscheint. Sie ist Lehrerin, arbeitet jedoch nicht. Dafür beurteilt sie Vincent und Theo, deren Arbeit, Verhalten, Kunst oder Briefe. Sie erscheint mir etwas schulmeisterlich und nörglerisch. Ernüchternd auch der Körpereinsatz, mit dem Johanna Vincents Bilder an den Mann bringt. Muss sie wirklich mit einem Kunsthändler schlafen, um Interesse an Vincent van Gogh zu wecken? Das Buch schildert die Zeit, die Brüder van Gogh und das Gebaren der Kunstwelt sehr unterhaltsam und lesenswert. Original-Zitate bereichern den Roman. Bloss Johanna erschien mir kalt und berechnend- neidisch auf das enge Verhältnis der Brüder, das als unnatürlich angedeutet wird. Das Buch ist sehr interessant und hat meine Neugierde auf mehr über die van Goghs geweckt! Auch auf van Goghs Schwester, die für das Frauenwahlrecht kämpft. Ich möchte noch die besonders schöne Gestaltung des Buches erwähnen: Das Buch ist in Leinen gebunden und das Bild auf dem Cover hat einen Bezug zu den van Goghs.

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  • Sorgfältige Darstellung

    Die Witwe der Brüder van Gogh

    michael_lehmann-pape

    16. December 2014 um 12:15

    Sorgfältige Darstellung Nein, Johanna van Gogh-Bonger war nicht mit beiden van Gogh Brüdern je verheiratet, ihren Schwager Vincent hat sie auch nur drei, viermal persönlich kennengelernt. Den Schwager als Maler allerdings kannte sie umfassend und gut, denn Theo, ihr Ehemann, war der regelmäßige, fast einzige Unterstützer seines Bruders. Zumindest, was die regelmäßigen Geldüberweisungen anging. Aber auch den festen Glauben an die Kunst seines Bruders. Johanna nun wird allerdings Schritt für Schritt die entscheidende Rolle für den Maler übernehmen. Nach dessen Freitod und nach der tiefen Depression, in die dieser ihren Mann Theo stürzen wird. Und die er nicht überleben wird. In einer Melange aus biographischer Erzählung und Tagebuchaufzeichnungen stellt Sanchez Johanna dem Leser breit und tief vor. Von der jungen Mutter mit all ihren Problemen, was das Kind angeht und was ihren Mann angeht, der noch nicht einmal mehr seine Kleidung wechselt über die luftigen Momente mit ihrem Bruder wird eine verantwortliche, kluge, belastete, aber tatkräftige Person immer deutlicher herausgearbeitet, ohne deren Wirken wohl die mannigfaltigen Bilder Vincent van Goghs der Nachwelt kaum erhalten geblieben wären. Denn mehr als hier und da einiges an Achtung hatten die Bilder bis dato nicht ausgelöst. Der Tod des Malers ist der Öffentlichkeit nur einen einzigen Artikel wert. „Um van Gogh zu begreifen, genügt es nicht, eins seiner Werke zu betrachten, man muss sie alle sehen“, schreibt Maurice Beaubourg. Nirgendwo sonst in der Presse wird der Tod des Malers erwähnt. In all dem Drama um diesen Tod, um den Tod ihres Mannes, um ihre Aufgabe als Mutter in dieser Zeit, fasst Johann Tritt und beginnt, nicht nur sich das Werk van Goghs zu erschließen, sondern dieses auch in die Öffentlichkeit zu bringen. Während sie parallel in den gesammelten Briefen zwischen ihrem Mann und seinem Bruder beide als Menschen tief kennenlernt, das Verhältnis der beiden Brüder zueinander und zu ihrer Familie entdeckt und damit einen weiteren, vertiefenden Zugang zur Person ihres Schwagers und seinem Werk erhält. Ruhig und kenntnisreich führt Sanchez dem Leser diese besondere Frau vor Augen, die in einer Zeit ihren „Mann“ stand, als das für Frauen noch lange nicht üblich war Die mit ihrer Klugheit nicht nur das Werk van Goghs erfasste, sondern auch die wichtigen ersten Schritte für eine öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Werk setzte, die sich um den Verkauf einzelner Werke ebenso kümmerte, wie sie die Entwicklung ihres Sohnes Vincent aufmerksam begleitet und verfolgt hat. Eine sehr angenehme, sprachlich reife und informative Lektüre.

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