Caragh O'Brien Promised

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  • Rezension zu "Promised" von Caragh O'Brien

    Promised
    sabisteb

    sabisteb

    09. January 2013 um 12:15

    Time to take down the wall Oktober 2410. Mehr als ein Jahr sind seit Band 2 vergangen. Die siebzehnjährige Gaia ist nun die Anführerin von New Sylum. Nach 3 Wochen Fußmarsch gelangen die 1800 Bewohner von New Sylum endlich an ihr Ziel, Gaias alte Heimat. Da hat sich aber so einiges verändert und nicht zum Besseren. Nach einer Rebellion, in der sich die Frauen von Wharfton weigerten ihre Kinder weiterhin der Stadt abzugeben, hat man sich zu einem neuen Weg entschieden: Das Vessel Institut. Frauen aus den Außenbezirken vor der Stadt können sich hier als Leihmütter verdingen. Währen der Schwangerschaft leben diese Frauen im Luxus der Stadt. Wenn sie 3 Kinder gebären und diese brav abliefern dürfen sie auch in der Stadt leben bleiben. Auch Gaias Freundin ist eine dieser Leihmütter, zum großen Entsetzen Gaias. Das Protectorat ist wenig begeistert über die Flüchtlinge vor seinen Toren und stellt harte Bedingungen. Wir Gaia bereits sein, dieses große Opfer zum Wohle aller zu bringen? Zwischen Band zwei und drei klafft eine Lücke von über einem Jahr, die durch die Kurzgeschichte „Ruled“, die man auf Englisch direkt auf der Verlagsseite nachlesen kann, ein wenig überbrückt wird. Schlimm finde ich diese Lücke nicht, es passiert in dieser Zeit ja nichts. Dieses Buch ist fast genauso, wie es sich bereits in Band 2 abzeichnete. Neue genetische Variation wandert ein. Natürlich wollen sich die reichen Bewohner gegen diese Flüchtlinge erst einmal Abschotten und ihre Privilegien bewahren. Hier wird eine klassische hydraulische Gesellschaftsform nach Karl A. Wittfogel praktiziert. Spurt das Fußvolk vor der Stadt nicht, dreht man ihm einfach den Wasserhahn zu, bis sie klein beigeben. Nur lassen sich dies die armen Bewohner der Außenbezirke diesmal nicht mehr gefallen. Hinzu kommt noch ein Thema, das Margaret Attwood bereits in ihrer „Geschichte der Magd“ behandelt. Das Überleben der Spezies Mensch ist aufgrund Inzucht, Akkumulation von Erbkranheiten und zunehmender Unfruchtbarkeit gefährdet. Die Eliten mit diesem Problem, wollen aber dem Fußvolk nichts zugestehen und bevorzugen es, dieses lieber weiterhin nach ihrer Bedingungen zu kontrollieren, und das Problem der Unfruchtbarkeit eben mit (Zwangs-)Leihmüttern zu beheben, nachdem das mit den Adoptionen eher nach hinten losgegangen ist, weil die Kindern nun Kontakt zu ihren leiblichen Eltern suchen und so die Bande nach außerhalb der Mauer gestärkt werden. Gaia hat nun das Glück oder Pech, einen gesuchten Genotyp zu repräsentieren. Man steht also vor der Wahl das Recht des Individuums gegen das der Allgemeinheit aufzuwiegen. Ich finde, die Autorin hat das recht gut gelöst. So gesehen, ist das Buch wieder so gelungen, wie der ersten Band, ein wenig Flüchtlingsproblem, ein wenig Ethik, wenn, ja wenn da nicht ein paar Schnitzer wären, die mich echt stören. Man ist in der Lage künstliche Befruchtungen durchzuführen, man kann hormonell stimulieren, man kann flüssigen Stickstoff herstellen, ABER man ist nicht in der Lage, die Gerinnungsfaktoren aus Blutpräparaten zu gewinnen?! Das ist unlogisch. Leon nimmt Angie mit gebrochenem Arm auf den Arm? Und überhaupt, Gaias Leibwächter sind so unglaublich naiv, lassen sich abfüllen und mit Medikamenten ausknocken. Gaia selber verhält sich teilweise einfach auch unglaublich dumm. Statt Schutz in der Menge zu suchen, ihre Leute für sich arbeiten zu lassen, macht sie es wie die Kapitäne in Star Trek und geht selber, allein auf die gefährlichsten Missionen. Das kann man nicht damit entschuldigen, dass sie erst 17 ist, das ist einfach nur unglaublich dumm und kurzsichtig. Die Animosität gegen das Protektorat wird recht platt geschürt. Die Machthaber sind einfach grausam, lieben es zu foltern, treten Rechte mit Füßen, da macht es sich die Autorin ein wenig zu einfach. Nicht jeder, der an der Macht ist, ist auch gleich ein Sadist. Überhaupt, das Protektorat handelt dermaßen kurzsichtig und Kurzschlusshandlungen, wie ein Teenager, da wundert es, dass die Machthaber überhaupt so lange an der Macht waren.

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