Cover des Buches Die Stadt der verschwundenen Kinder (ISBN: 9783453528000)flyingelles avatar
Rezension zu Die Stadt der verschwundenen Kinder von Caragh O'Brien

Rezension zu "Die Stadt der verschwundenen Kinder" von Caragh O'Brien

von flyingelle vor 10 Jahren

Review

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flyingellevor 10 Jahren
Caragh O'Briens Die Stadt der verschwundenen Kinder hat mich bereits nach dem lesen des Klappentextes interessiert. Ich habe schon viele Dystopien gelesen, in denen die Umwelt thematisiert wird, und gerade das wird in Die Stadt der verschwundenen Kinder nicht thematisiert. Genau deswegen wollte ich es lesen und, wie erwartet, hat es mir gut gefallen. Aufmachung & Details im Buch: Mir gefällt das Cover sehr gut. Langsam ähneln sich Jugendbücher von ihren Covern her immer mehr, indem hübsche Mädchengesichter abgebildet werden. Dieses Cover hat etwas mysteriöses mit den hellen Farben auf dunklem Grund. Wirklich passend für den Inhalt finde ich es jetzt nicht, allerdings auch nicht unpassend. Anders ergeht es mir mit dem Titel: Den erachte ich als sehr passend zum Buch, allerdings nicht zu viel verratend. Dazu gibt es noch eine Karte der Stadt hinter den Mauern, die einem hilft, sich zurecht zu finden. Manchmal habe ich dort nachgeschaut, um Gaias Weg zu verfolgen, war aber nicht wirklich abhängig davon, um der Geschichte folgen zu können. Trotzdem finde ich, dass Karten immer ein toller Zusatz sind. So kann man sich Orte und Reisen viel besser vorstellen. Idee & Umsetzung: Dystopien gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Die berühmten Themen habe ich alle schon mehrmals gelesen, und gerade deswegen interessierte mich die Stadt der verschwundenen Kinder. Kinder sind ja bekanntlich die Zukunft eines Landes, aber nicht nur das wird thematisiert. Meiner Meinung nach stehen mehr die sozialen Unterschiede im Vordergrund: Hinter der Mauer wimmelt es vor Luxus, aber die Menschen dort haben ganz andere Probleme, die ihnen der Luxus nicht entschädigen kann. Vor der Mauer herrscht Armut, aber die Menschen machen das beste daraus und sind glücklich. Für mich gibt das Buch noch viel mehr Dinge her, die laut dem Klappentext von statten gehen, obwohl er durchaus das Geschehen wiedergibt. Caragh O'Brien hat ihre Idee toll umgesetzt und sogar noch mehr daraus gemacht Schreibstil: Caragh O'Briens Stil ist sehr detailliert. Sobald es ihre Protagonisten in eine neue Umgebung führt beschreibt sie diesen ganz genau, jeden Lichtfleck und jede Farbe. Man könnte meinen das es einem ein wenig zu viel sein könnte, doch bei mir war das kein bisschen der Fall. Ich konnte mir alles vorstellen und tauchte nur noch mehr in die Welt von Gaia ein. Es war immer spannend und ich habe mich kein bisschen gelangweilt. Obwohl keine schwierigen Wörter benutzt werden, war es ein gehobener Stil. Die Wörter waren stets schön und ich habe keinen einzigen komischen Satz entdecken können. Bilder wurden sogar richtig aufgemalt, in riesigen Buchstaben und Zeichen. Als Gaia hinter ein Rätsel kam, konnte man als Leser es mit ihr lösen und genau verstehen, was sie meinte, denn eben dieses Rätsel wurde aufgezeichnet und einem verdeutlicht. Das hat mich ganz besonders begeistert und ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem es genauso war. Charaktere: Gaia, die Protagonistin, war mir sehr sympathisch. Sie ist kein hübsches Mädchen, dass durchs Leben lacht - ganz im Gegenteil. Sie hat es schwer und kämpft sich durch, doch genau das hat mir so gefallen. Ich konnte ihre Handlungen und Gefühle stets nachempfinden und würde es wohl genauso machen wie sie. Ihre große Liebe zu ihren Eltern hat mich beeindruckt, genauso wie ihre Person an sich. Sergeant Leon Grey spielt ebenfalls eine große Rolle. Er war ein eher undurchsichtiger Charakter, von dem man nie 100 % sagen konnte, was er wohl tun wird. Trotzdem hat er mir, je mehr man über ihn erfuhr, immer besser gefallen. Ich habe die Gespräche zwischen ihm und Gaia geliebt, denn sie waren spielerisch und immer wieder interessant. Er war ein sehr gut dargestellter Charakter, über den ich gerne noch mehr erfahren würde. So geht es mir mit vielen der Nebencharakter. Ich habe von keinem gelesen, der nicht interessant war, der nicht realistisch und gut dargestellt wurde. Von einigen hoffe ich noch mehr zu erfahren, denn sie blieben kaum erwähnt, um andere muss ich trauern. Ich habe selten ein Buch erlebt, in der die Personen so gut dargestellt waren, keiner war unrealistisch. Und obwohl einige sehr unsympathisch waren, hoffe ich dennoch mehr über ihre Beweggründe zu erfahren. Ende: Definitiv ein sehr spannendes Ende. Teils würde ich es als Happy End beschreiben, auf der anderen Seite sind schreckliche Dinge geschehen. Diese machen es so spannend und dringend, den 2. Band zu lesen! Ich persönlich muss ihn mir auf jeden Fall bald kaufen, denn ich will unbedingt wissen, wie es auf der Reise weitergeht. Fazit: Caragh O'Briens Die Stadt der verschwundenen Kinder besitzt großartige Anlagen. Ich kann über keinen Aspekt etwas richtig negatives sagen. Trotzdem ist der Funke bei mir noch nicht hundertprozentig übergesprungen. Ich bin mir trotzdem ziemlich sicher, dass das in den folgenden Bänden der Fall sein wird und besorge mir den zweiten Teil sehr bald, denn ich bin von einer Steigerung überzeugt. Elfie ist 8,5 mal wild im Raum herum geflogen. Das wären 4,25 Sterne im normalen System, also 4 Sterne. Zitate: "Gebrauche deinen Verstand, Gaia, und denk daran, dass wir alle verwundbar sind. Besonders, wenn wir lieben." "Da hast du etwas falsch verstanden", sagte Gaia und dachte an ihre Eltern. "Liebe macht uns stark." - Seite 25 Gaia blinzelte, und die Erinnerung ließ von ihr ab. Zurück blieb nur ein Hauch der alten Scham. Selbst die schlimmsten Gefühle wurden mit der Zeit vertraut und erträglich. - Seite 52 "Du hast immer eine Wahl, Gaia. Du kannst immer Nein sagen." Seine Stimme klang seltsam hohl. "Sie können dich dafür töten, aber du kannst Nein sagen." ... "Es gibt ein paar Dinge, die wir nicht mehr infrage stellen können, sobald wir sie getan haben, denn sonst könnten wir nicht weiterleben. Und wir müssen weiterleben, jeden einzelnen Tag." - Seite 151
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