Carel van Schaik , Kai Michel Das Tagebuch der Menschheit

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Inhaltsangabe zu „Das Tagebuch der Menschheit“ von Carel van Schaik

Kein Buch fand mehr Leser als die Bibel, ihre Geschichten sind fester Bestandteil unserer Kultur. Und doch hat man eine entscheidende Frage bislang kaum an die Heilige Schrift gestellt: Was verrät sie über die Spezies Mensch? Liest man sie nicht als Wort Gottes, sondern als Zeugnis der kulturellen Evolution, lösen sich viele ihrer Rätsel und Widersprüche auf. Carel van Schaik und Kai Michel präsentieren einen evolutionsbiologischen Blick auf die Bibel. Die Vertreibung aus dem Paradies steht für das einschneidendste Ereignis in der Geschichte der Menschheit: den Übergang von egalitären Jäger-und-Sammler-Gruppen zur sesshaften Lebensweise mit Ackerbau und Viehzucht. Dieses neue Dasein ist die Ursache all der Mühsal, mit der wir uns seit Adam und Eva herumschlagen, weil wir für die neuen Lebensbedingungen biologisch schlecht ausgerüstet sind. Mit den Geschichten von Kain und Abel, der Sintflut oder dem Turmbau zu Babel versuchten sich unsere Vorfahren einen Reim auf Epidemien, Ausbeutung, Krieg oder die Unterdrückung der Frauen zu machen. Die Tora, die Psalmen oder die Predigten Jesu enthalten ihre Überlebensrezepte. Die Bibel ist ein Tagebuch der Menschheit. Gestützt auf Kognitionswissenschaft, Evolutionsbiologie, Religionswissenschaft und Archäologie nehmen uns die Autoren mit auf eine Reise voller Überraschungen, vom Garten Eden über den Exodus aus Ägypten bis nach Golgatha und zur Apokalypse. Sie eröffnen eine faszinierende Perspektive auf die Evolution des Menschen und der Religion und zeigen, warum das Buch der Bücher uns alle angeht.

Hat bei mir ein Aha-Erlebnis nach dem anderen ausgelöst.

— Jari
Jari

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  • Carel van Schaik & Kai Michel - Das Tagebuch der Menschheit

    Das Tagebuch der Menschheit
    Jari

    Jari

    27. April 2017 um 12:04

    Dieses Buch ist aktuell in aller Munde und immer wieder begegnen mir Rezensionen dazu. Schon vor Erscheinen hatte ich mich in der Onleihe auf die Warteliste gesetzt. Ja, es gab tatsächlich eine Warteliste, so gross war der Run auf diesen Titel. Hat sich das Warten gelohnt? Ja, das hat es. Hält das Buch, was es verspricht? Ja, das tut es. Anthropologie ist die Lehre bzw. die Wissenschaft vom Menschen und die beiden Autoren lesen die Bibel aus anthropologischer Sicht. Schon früher ist ihnen aufgefallen, dass an manchen Bibelstellen etwas nicht passt oder etwas nicht aufgeht und beide fragten sich, woran das liegen könnte. Ihre Forschung, die sie fünf Jahre lang betrieben haben, hat die Antwort darauf: Die Bibel ist ein Tagebuch der Menschheit und zeigt wie kein anderes Buch die Evolution unserer Gesellschaft vom Sesshaftwerden bis zur heutigen Gesellschaftsstruktur. Zu Beginn des Buches erklären Carel van Schaik (Evolutionsbiologe) und Kai Michel (Historiker), wie sie mit den jeweiligen Texten arbeiten. Dies machen sie sehr bildlich, sodass der Leser die Gedankengänge der Autoren direkt nachvollziehen kann. Und was die Autoren zu Tage fördern ist spannend, aufschlussreich und absolut bemerkenswert. „Das Tagebuch der Menschheit“ hat bei mir ein Aha-Erlebnis nach dem anderen ausgelöst. Viele Stellen der Bibel sind widersprüchlich, dies ist auch mir bei meiner Lektüre aufgefallen. Manche Geschichten sind wirr und an manchen Stellen konnte ich nur den Kopf schütteln. Doch nun kommen van Schaik und Michel und erklären, dass jede Geschichte ihren Daseinszweck hat. Dabei betrachten van Schaik und Michel die Bibel hier tatsächlich als eine Art Tagebuch und lösen die Heilige Schrift erst einmal von der Kirche. Dennoch betonen beide, dass man keine religiösen Gefühle verletzen möchte und das tun sie auch nicht. Gläubige werden durch die Lektüre in ihrem Glauben bestärkt (der Gott Israels ist ein starker Gott, der eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen hingelegt hat), aber auch für Atheisten und Agnostiker interessant ist. Denn die Geschichte des Menschen ist unabdingbar in derjenigen der Bibel verwurzelt. Die Lektüre öffnet die Augen für unsere eigene Geschichte. Wir erfahren, wer wir mal waren, wer wir sind und vielleicht, wohin wir gehen. „Das Tagebuch der Menschheit“ ist ein aussergewöhnliches Buch, dem ich viele Leser wünsche. Mir persönlich wurden viele Fragen beantwortet. Manche sogar, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie hatte. Mir ist nun einiges klarer. Was die Bibel betrifft, aber auch bezüglich des Menschen selber. Nun kann ich verstehen, weshalb manche gesellschaftlichen Konstruktionen nicht funktionieren können, wie es dazu kam, dass wir in einem patriarchalischen System leb(t)en und warum der alttestamentliche Gott sich so verhält, wie er es eben tut. „Das Tagebuch der Menschheit“ erklärt nicht nur die Bibel, sondern auch den Menschen. Denn beide gehören zusammen. Ohne das Heilige Buch wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Und das sage ich als überzeuge Agnostikerin. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass viele Aussagen über das Leben vor der Sesshaftwerdung nicht belegt sind und auch, dass die Quellenangaben sehr, sehr schlicht gehalten sind. Einiges hätte ich gerne noch selbst nachgelesen, aber die Angaben machen das echt schwer. Hier verlieren die Autoren ein klein wenig an Glaubwürdigkeit. Dennoch ändert sich für mich dadurch nichts am Wow-Effekt dieses Buches.

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