Der CSI-Effekt in Deutschland

von Carina Jasmin Englert 
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Der CSI-Effekt in Deutschland
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Pflichtlektüre für Juristen und Medienschaffende

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Inhaltsangabe zu "Der CSI-Effekt in Deutschland"

​Der CSI-Effekt ist ein in Deutschland bislang nur marginal untersuchtes Phänomen. Dabei zeigen sich bereits in der Praxis der Polizei und Gerichtsmedizin erste Auswirkungen des bei den ZuschauerInnen von Krimisendungen entstandenen, gefährlichen Halbwissens‘ über die Arbeit der GerichtsmedizinerInnen – auch in Deutschland! Ausgehend von der Hypothese der bereits bestehenden Forschungen über den CSI-Effekt in den USA, dass insbesondere die Geschworenen vor US-amerikanischen Gerichtssälen sich auf das Wissen aus Crime-Sendungen berufen und zum Beispiel die rechtsmedizinische Methode der DNA-Analyse unter Rückgriff auf die konsumierten Fernsehsendungen als Allheilmittel stilisieren, untersucht der vorliegende Band die Darstellung der rechtsmedizinischen und kriminalistischen Untersuchungsmethoden in US-amerikanischen und deutschen Krimi- und Fahndungssendungen sowie in weiteren Reality-TV und Scripted Reality Formaten, die sich mit den modernen Methoden der Verbrechensaufklärung beschäftigen. Im Mittelpunkt dieser Forschung steht die Frage, welche Botschaft uns das Fernsehen über die Methoden der Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik mitteilt und welches Potential das Fernsehen als Akteur im Feld der Verbrechensaufklärung besitzt, das Verständnis von den Möglichkeiten der Verbrechensaufklärung bei den ZuschauerInnen zu prägen. Das Ergebnis dieser exemplarisch an vier hermeneutisch-wissenssoziologisch ausgewerteten Beispielsendungen dargelegten Forschungsarbeit überrascht: Nicht in jeder Sendung über Verbrechensaufklärung – insbesondere nicht in den deutschen Formaten – werden die modernen naturwissenschaftlichen Methoden der Kriminaltechnik und Gerichtsmedizin als Allheilmittel dargestellt​.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783658024147
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:250 Seiten
Verlag:Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Erscheinungsdatum:19.10.2013

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Pflichtlektüre für Juristen und Medienschaffende
    Standardwerk für Juristen, Medien- und Kommunikationswissenschaftler

    Man hätte den Buchtitel auch mit dem Begriff „Tatort-Effekt“ versehen können, wenn es keine wissenschaftliche Veröffentlichung wäre. „CSI-Effekt“ ist aber in der Rechtswissenschaft ein feststehender Begriff geworden, vor allem in den USA. Dort gibt es schon seit 14 Jahren die Fernsehserie „CSI: Crime Scene Investigation“ (Tatortermittlung, frei übersetzt), in Deutschland als „CSI: Vegas“ ausgestrahlt. Im US-amerikanischen Rechtssystem haben die Serienfilme dazu geführt, dass Geschworene danach befragt werden, ob sie diese anschauen oder gar gut finden. Ist das der Fall, werden sie als befangen abgelehnt. Man geht dort davon aus, dass die vielfach unwirklichen Darstellungen selbst ein Strafurteil beeinflussen können. In Deutschland gibt es keine Geschworenen. In Anlehnung an die Praxis in den USA könnte man hier Richter entsprechend befragen. Würde man den „Tatort“ zugrundelegen, gäbe es wohl keine Verurteilung mehr in Deutschland, weil nahezu alle Juristen befangen im entsprechenden Sinn wären.
    Dr. Carina Jasmin Englert ist Soziologin mit Schwerpunkt Medien. Die Autorin hat in ihrem wissenschaftlichen Werk, das sich in erster Linie an Dozierende und Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaft richtet, den Effekt untersucht, den Fernsehsendungen aus dem Genre „real crime“ auf die Gesellschaft, damit auch auf Juristen haben, in denen die Methoden der Tatortarbeit vor allem von Gerichtsmedizinern dargestellt werden. Überraschend hat sie festgestellt, dass nicht in allen solcher Medienprodukte der DNA-Test als Allheilmittel dargestellt wird, womit Wissenschaftler eigentlich rechneten.
    Das profunde Werk, das Dr. Englert vorlegt, sollten sich auch Juristen und Medienschaffende zu Gemüte führen, auch wenn es nicht in einem Rutsch nachts vor dem Schlafengehen gelesen werden kann.

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