Carina Lechner Als ich verschwinden wollte: Meine Hungerjahre

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Inhaltsangabe zu „Als ich verschwinden wollte: Meine Hungerjahre“ von Carina Lechner

Über eine halbe Million Frauen in Deutschland sind magersüchtig. So wie Carina, die schon als Teenager verrückt war nach Essen und Erbrechen – bis sie mit 1,72 Metern Körpergröße nur noch 41 Kilo wog und beinahe gestorben wäre. In dieser schonungslosen Lebensbeichte schildert die heute 22-Jährige, wie sie den Kampf gegen die Magersucht gewann. „Ich bin spindeldürr, alle Knochen stechen durch die Haut. Meine Augen wirken noch größer, da sie tief in die Höhlen gesunken sind. Im Spiegel sehe ich aus, wie ein erschrockenes Skelett. Aber ich hungere weiter...“

Erschütternd und schonungslos offen, aber auch voller Hoffnung! Lesenswert!

— Diary-of-a-Booklover
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    Als ich verschwinden wollte: Meine Hungerjahre

    Diary-of-a-Booklover

    26. April 2017 um 13:46

    Rezension von Diary of a Booklover Autorin: Carina LechnerVerlag: Sandras VerlagSeitenzahl: 158 Seiten Genre: Erfahrungsbericht “Erst wenn es fast zu spät ist, führt einem die Anorexie schonungslos ihren zweiten Vornamen vor Augen: Sterben.”- S. 16 Inhalt in einem Satz:In Als ich verschwinden wollte beschreibt die heute 22-jährige Autorin Carina Lechner ihren harten Kampf gegen die Magersucht und ihren steinigen Weg zurück ins Leben. “Manchmal wäre ich gerne eine Sternschnuppe, die nur kurz aufleuchtet in ihrer großen und furchteinflößenden Umgebung. Ich fände es gar nicht schlimm, wenn ich schon mit 20 oder noch jünger sterben müsste. Todesangst kenne ich nur aus Träumen. Oft erscheint mir die Wirklichkeit unwirklich und so viel Unwirkliches real und erdrückend.”- S. 9 Meine Meinung:Manche Rezensionen sind schwerer zu schreiben als andere. Gerade bei Biografien und Erfahrungsberichten ist das der Fall, denn wie könnte man jemals eine wahre Lebensgeschichte bewerten? Dennoch ist es mir unheimlich wichtig, über genau diese Art von Büchern zu berichten! Deshalb stelle ich euch diese ohne Wertung vor und verschaffe euch stattdessen einfach einen ersten Eindruck, worum es geht. Als die Autorin mich fragte, ob ich Als ich verschwinden wollte rezensieren möchte, war ich sofort dabei. Denn schon die Leseprobe bescherte mir eine Gänsehaut. Und bei dem Buch an sich war das nicht anders. Carina Lechner gewährt dem Leser einen eindrucksvollen Einblick in die Gedankenwelt einer Magersüchtigen, die durch die Krankheit nicht erkennen kann, dass ihr Verhalten verheerend ist. Sie macht Betroffenen jedoch auch Hoffnung, denn letztendlich ist es ihr im letzten Moment gelungen, die Notbremse zu ziehen. Ich muss zugeben, ich kannte mich vor dieser Lektüre nicht näher mit Anorexie, Bulimie und Co. aus und war daher umso erstaunter darüber, was eine Erkrankte empfindet, wie sie sich vor sich selbst und vor ihren Mitmenschen rechtfertigt und so immer tiefer in den Teufelskreis hineinschlittert. Besonders der Sinneswandel der Autorin ist unglaublich beeindruckend, denn er zeigt, was man allein durch Willenskraft und den eigenen Überlebenswillen bewältigen kann! Der Schreibstil in diesem Erstlingswerk kann bis auf Kleinigkeiten locker mit großen Verlagsbüchern mithalten, was mich ebenfalls sehr beeindruckt hat. Mein einziger objektiver Kritikpunkt an der Schreibweise wären einige Zeitsprünge mitten in den Sätzen - doch das tat dem Lesefluss kaum einen Abbruch. Viel zu gefesselt war ich von den teils schockierenden, teils hoffnungsvollen Gedanken, dem dramatischen Krankheitsverlauf und der schonungslos offenen Art, wie die Autorin all das mit uns Lesern teilt. Allgemein habe ich höchsten Respekt vor dem, was Carina Lechner durchgemacht und erreicht hat und wie es ihr mit nur noch 41kg auf der Waage gelungen ist, sich Stück für Stück ihr Leben zurückzuerobern. Als ich verschwinden wollte wird mir sicher nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen, und das ist auch gut so! Ob ich Betroffenen raten würde, zu diesem Buch zu greifen, weiß ich nicht, denn der Kampf gegen die Magersucht ist von Fall zu Fall sicher völlig verschieden und somit wäre es vielleicht nicht sinnvoll für andere Erkrankte, sich an einem bestimmten Vorbild zu orientieren. Angehörigen und Freunden von Betroffenen hingegen kann ich dieses hoffnungsvolle Buch nur wärmstens empfehlen. Ebenso wie allen “unbeteiligten” Lesern, die gern ihren Horizont erweitern und sich näher über das Thema Magersucht informieren wollen. Auch das finde ich unheimlich wichtig, denn wir sollten mit offenen Augen durch die Welt gehen. So gelingt es uns leichter, vielleicht auch in unserem eigenen Umfeld erkrankte Personen zu erkennen und diesen unsere Hilfe anzubieten. Auch hierfür lohnt es sich sehr, dieses Buch zu lesen! “Ich starrte in den Spiegel. Was war noch mal der Sinn meiner Selbstquälerei? Ich wusste es nicht mehr.” - S. 63 Mein Fazit: Ein beeindruckender, schonungslos offener Bericht über eine selbstzerstörerische Erkrankung und den schwierigen Weg einer Betroffenen, dieser Falle zu entkommen. Absolut lesenswert! Vielen herzlichen Dank an die Autorin, die mir dieses Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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