Carissa Orlando

 4 Sterne bei 57 Bewertungen
Autor*in von Das Septemberhaus, The September House (English Edition) und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Carissa Orlando arbeitet als klinische Gemeindepsychologin, spezialisiert auf die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Vor dieser Karriere studierte Carissa kreatives Schreiben. Sie war immer ein begeisterter Horrorfan, schrieb ihre ersten Erzählungen schon als Kind, und so es war nur eine Frage der Zeit, bis sich ihre Interessen zur Psychologie und zum Geschichtenerzählen in einem Horrorroman vereinen würden: THE SEPTEMBER HOUSE. Dieser moderne Spukhaus-Roman wurde zu einem Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Carissa Orlando

Cover des Buches Das Septemberhaus (ISBN: 9783986761950)

Das Septemberhaus

(50)
Erschienen am 20.03.2025
Cover des Buches Das Septemberhaus (ISBN: B0FDBFC9WD)

Das Septemberhaus

(2)
Erschienen am 31.07.2025
Cover des Buches The September House (English Edition) (ISBN: B0BP6D9WD3)

The September House (English Edition)

(5)
Erschienen am 05.09.2023

Neue Rezensionen zu Carissa Orlando

Cover des Buches Das Septemberhaus (ISBN: 9783986761950)
binesbuecherwelts avatar

Rezension zu "Das Septemberhaus" von Carissa Orlando

binesbuecherwelt
Oft langwierige Handlungen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe mir von diesem Buch eindeutig mehr versprochen. Am Anfang kam ich beim Lesen gar nicht voran, weil es mich einfach kaum fesseln konnte.

Die Geschichte wird aus Sicht von Hauptprotagonistin Margaret erzählt. Der Hauptpart in diesem Buch besteht dann darin ihre Vergangenheit mit ihrem Ehemann Hal aufzuarbeiten und herauszufinden, ob Margaret den Verstand verliert oder nicht. Und es geht natürlich noch um die Toten, die in diesem Haus leben. Was ist mit ihnen geschehen und was wollen sie? Das war eindeutig das Beste an dem Buch. Aber vor allem die ersten beiden Drittel ziehen sich. Da passieren dann einfach mal Seiten lang irgendwelche belanglosen Dinge oder Sachen, die man schon kennt, weil es eben ständig in diesem Haus passieren und sich wiederholen.

Die Idee allerdings fand ich super. Es ist nicht unbedingt was Neues, was hier erzählt wird, Geschichten über Spukhäuser gibt es jede Menge, aber ich lese solche Bücher immer wieder gerne. Aber es zieht sich eben sehr oft. Das letzte Drittel des Buches hat mir am besten gefallen, endlich passiert etwas und es gibt viel mehr interessante Handlungen. Ich denke, dem Buch hätten ein paar Seiten weniger gut getan. Der Schreibstil von Carissa Orlando ist aber sehr gut, flüssig und lässt sich angenehm lesen. Ich fand nur eben die Story insgesamt etwas zäh.

Cover des Buches Das Septemberhaus (ISBN: 9783986761950)
Rabeas avatar

Rezension zu "Das Septemberhaus" von Carissa Orlando

Rabea
Eigentlich könnte alles perfekt sein – wäre da nicht der September.

Margaret und ihr Mann Hal erfüllen sich ihren Traum vom Eigenheim und ziehen in eine beeindruckende viktorianische Villa. Eigentlich könnte alles perfekt sein – wäre da nicht der September. In diesem Monat wird das Haus zum Albtraum: blutende Wände, unheimliche Geräusche und verstörende Erscheinungen gehören plötzlich dazu. Während Hal daran immer mehr zerbricht, geht Margaret erstaunlich gelassen damit um und scheint die Geister irgendwann fast wie einen Teil ihres Alltags zu akzeptieren. Als Hal schließlich verschwindet, eskaliert die Situation erneut.

Was anfangs wie eine klassische Spukhausgeschichte wirkt, entwickelt sich schnell in eine andere Richtung. Die Geschichte überrascht immer wieder und spielt bewusst mit Erwartungen. Statt nur auf Grusel zu setzen, mischt sich hier vieles: düsterer Humor, psychische Abgründe und immer wieder echte Horrormomente. Der Ton ist dabei oft leicht ironisch, was dem Ganzen eine besondere Note gibt – auch wenn es inhaltlich teilweise ziemlich heftig wird.

Im Kern geht es aber um mehr als nur Spuk. Themen wie psychische Belastung oder auch problematische Beziehungen spielen eine große Rolle und geben der Geschichte mehr Tiefe.

Gegen Ende zieht sich die Handlung für mein Empfinden etwas und wirkt stellenweise zu glatt gelöst. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv. Die Mischung aus Horror und Humor ist ungewöhnlich und sorgt dafür, dass das Buch im Kopf bleibt.

Cover des Buches Das Septemberhaus (ISBN: 9783986761950)
Aleshanees avatar

Rezension zu "Das Septemberhaus" von Carissa Orlando

Aleshanee
Sehr strange und abgefahren - nicht das was man erwartet!

Margaret und Hal träumen von einem eigenen Zuhause - einem Heim, wo sie endlich Wurzeln schlagen und zusammen alt werden können. Als sie das Haus in der Hawthorn Street kaufen sind sie sicher, das perfekte Domizil gefunden zu haben.

Soweit der Prolog.
Wir erleben diese Geschichte aus Margarets Perspektive und schon in Kapitel 1 wird klar, dass wir es hier mit einem Spukhaus zu tun haben. Immer im September ist es soweit: die Wände bluten, nächtliche Geräusche bringen das Ehepaar um den Schlaf und Geister tummeln sich wie selbstverständlich in den Räumen - und sprechen sogar mit ihnen.

Ich war etwas erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit Margaret erzählt, wie sie den Umgang mit den schaurigen Elementen gelernt hat. Nach und nach erfährt man, wie geschickt sie hinter manches Geheimnis gekommen ist und wie sie gewisse Regeln einhält und Verhaltensweisen anpasst, um die ruhelosen Geister möglichst nicht zu stören oder von ihnen behelligt zu werden.
Regeln - etwas wovon Margaret regelrecht besessen zu sein scheint, weil sie schon ihr ganzes Leben prägen.

Gerade diese Selbstverständlichkeit des Grauens, das sie umgibt, hat mir leider anfangs auch das Gefühl genommen, schaurige Momente zu erleben. Das hat mich zuerst gestört, da ich meine Erwartungen hier anders waren; doch die Andersartigkeit hab ich hier auf eine völlig ungewohnte Art kennengelernt, deren Genialität erst am Ende so richtig eingeschlagen hat.
Für Margaret ist alles alltäglich und erträglich. Ihre fixe Idee, dieses Haus zu ihrem perfekten Heim zu machen lässt sie alles erdulden und macht sie zu einer extrem starken Persönlichkeit. Dabei ist sie so gefangen in ihrem kleinen Umfeld, fixiert auf das Haus, das sie nur für Einkäufe verlässt und in ihrem Bestreben, für sich und ihren Mann Hal das perfekte Leben zu gestalten.
Teilweise mag sie schwach wirken und sie sagt selbst von sich, dass sie sich ständig verbiegt, um den Anschein zu wahren und anderen gerecht zu werden, aber wenn man erkennt, was sie durchmacht und wie sie wie eine Löwin verteidigt, was ihr am Herzen liegt, dann stellt man fest, was für eine ausdauernde Kraft sie aufbringen muss.

Über Hal erfahren wir durch sie erstmal wenig. Wir wissen nur, dass er verschwunden ist, da er mit der Situation der Geistererscheinungen nicht klarkam. Je mehr wir aber aus der Vergangenheit erfahren, umso mehr wird klar, welches Grauen Margaret tatsächlich durchlebt, das für sie der ganz normale Wahnsinn geworden ist.

Die Anspielung darauf, dass sich manches im Alltag einschleicht, sehr kleine Dinge oder geringe Veränderungen, die man gar nicht bemerkt und die man irgendwie umgehen oder wegstecken kann oder andere Möglichkeiten findet, damit umzugehen, fand ich sehr interessant. Es wirkte auf mich, als wäre hier der Bezug zu diesen abstrusen Leben mit dem Horrorhaus und den Geistern eine Analogie zu unserem Alltag. Auch wir erleben Veränderungen oft nur schleichend und passen uns an - bis sie uns eines Tages über den Kopf wachsen oder plötzlich eskalieren. Und erst im Rückblick erkennt man, dass diese Überraschung sich schon vor langer Zeit angekündigt hat und man den Dreck so lange unter den Teppich gekehrt hat, bis man auf einmal drüber stolpert.

Eine Szene fand ich allerdings sehr cool, als sie über den Film Der Exorzist reden. Was die Hintergründe der Thematik sein könnten hab ich so tatsächlich noch nie betrachtet und das fand ich echt interessant!

Als schließlich ihre Tochter Katherine auftaucht, scheint langsam alles aus dem Ruder zu laufen. Die schwierige Beziehung droht immer wieder zu eskalieren und während immer mehr Hintergründe aufgeschlüsselt werden entpuppt sich das ganze zu einem verstörenden Familiendrama.

Die Autorin hat es geschafft, eine Spukhausgeschichte zu schreiben, die lange Zeit weniger gruselig als irrwitzig wirkt. Die gesamte Situation hat trotz der unheimlichen Ereignisse etwas skurril verstörendes, das völlig normal erscheint. Auch kommen Fragen auf, was tatsächlich real ist und an Wahnvorstellungen grenzt.

Es mag etwas alles etwas träge wirken und es ist definitiv keine typische Horror- oder Geisterhausgeschichte, aber gegen Ende bekommt man dafür eine geballte Ladung an grausamen Erkenntnissen, Schockmomenten und schockierenden Wendungen, die man so gar nicht erwartet hatte. Hier waren einige Szenen dabei, die mich total in den Bann gezogen haben und die die Autorin mit viel Gespür und subtilen Feinheiten großartig in Szene gesetzt hat.
Am Ende musste ich das alles erstmal auf mich wirken lassen, denn dann wird erst klar, wie genial diese Geschichte insgesamt konstruiert und aufgebaut wurde.

Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich die Geschichte an sich schon sehr genial finde. Mit einem anderen Aufhänger -> und damit anderen Erwartungen hätte sie vielleicht auch anders gewirkt von Anfang an.
Dieses Spiel mit dem schwarzen Humor, der in der Rückschau dann eigentlich sehr tragisch wirkt und der ständigen Frage, was nun real ist oder nicht, ist ihr schon sehr gut gelungen, aus meiner Sicht.

4.5 Sterne von mir

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