Carl Zuckmayer Carl Zuckmayer. Gesammelte Werke in Einzelbänden / Als wär's ein Stück von mir

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Inhaltsangabe zu „Carl Zuckmayer. Gesammelte Werke in Einzelbänden / Als wär's ein Stück von mir“ von Carl Zuckmayer

Erinnerungen aus den ersten sechs Dezennien dieses Jahrhunderts – Erinnerungen eines Mannes, der gern lebt, obwohl es ihm die Anfeindungen der Bornierten zuweilen schwergemacht haben. In seinem Buch »wird eine gewaltige Welt wach gerufen. Dichter, Schauspieler, Politiker – große Namen und auch namenlose Leute aus dem Alltag, Gewinner und Verlierer ziehen vorüber, bewegt und umhegt von Zuckmayers Temperament: Der Erzähler wird zu einem packenden Zeugen, der mit unvergeßlicher Stimme seine Antwort gibt auf unsere so neugierig wie beklommen gestellten Fragen: ›Wie war es denn? Wie ist es dazu gekommen?‹« (Werner Weber) (Quelle:'Fester Einband/01.06.2006')

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  • Ein persönlicher Rückblick des Carl Zuckmayer auf sein langes Leben

    Carl Zuckmayer. Gesammelte Werke in Einzelbänden / Als wär's ein Stück von mir
    Waschbaerin

    Waschbaerin

    In diesem Buch beschreibt "Zuck", wie viele ihn nannten, seinen Lebensweg. Als aktiver Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges trieb es ihn von seinem Geburtsort Nackenheim über Mainz (dort machte er Abitur), über Berlin, Salzburg, die Schweiz nach Vermont in den USA, bis hin nach Saas Fee in die schweizer Berge im Wallis, wo noch heute sein damaliges Haus zur Besichtigung einlädt. "Aller Anfang ist schwer", heißt es und auch Carl Zuckmayer brauchte Zeit, seine Verleger von seinem Talent des Schreibens zu überzeugen. Doch nach und nach stellten sich die Erfolge ein. Seine Stücke kamen auf die Theaterbühnen. Seinen ersten Erfolg feierte er bereits 1925 mit "Der fröhliche Weinberg". Ein jäher Bruch gab es während der braunen Herrschaft der Nationalsozialisten. 1933 wurde ein Aufführungsverbot über ihn verhängt und "Zuck" trieb es mit seiner Familie in die USA, bewirtschaftete dort eine Farm und hätte ohne die Hilfe seiner Frau wohl nur mäßigen Erfolg als Farmer gehabt. Nach dem Krieg kam er zurück nach Europa, in das zerstörte Deutschland. Doch dort wollte er nicht mehr leben. Zuck pendelte zwischen der Schweiz und den USA hin und her. 1958 zog es ihn ins Wallis in die südliche Schweiz, direkt vor der italienischen Grenze. In Saas Fee, einem damals noch recht unbekannten Ort, den man lediglich auf schmalen, unbefestigten Wegen zu Fuß erreichen konnte, ließ er sich mit seiner Familie nieder. Als wir vor einigen Jahren Urlaub im Saastal machten, gehörte eine Besichtigung seiner Wohnstätte dazu. Mitten in diesem modernen Wintersportort, in dem die Skifahrer schon mal die Nacht zum Tage machen, steht noch immer dieses Haus wie ein Relikt aus vergangenen Tagen und lädt den Besucher zum Verweilen ein. Winzig klein erscheinen einem die Zimmer, aber gemütlich. Sein Arbeitszimmer mit dem Schreibtisch, die Bank vor dem Haus geben dem Besucher eine Vorstellung über das beschauliche Leben, das er später dort oben, abseits des pulsierenden Lebens führte. Dass für ihn auch immer ein gutes Gläschen Wein dazu gehörte, steht nach der Lektüre außer Frage. An diesem alten Schreibtisch, der immer noch an seinem angestammten Platz stand und wohl auch noch steht, verfasste er wohl auch dieses Buch, "Als wär's ein Stück von mir" als Rückblick auf sein langes Leben. Ende der Fünfziger des letzten Jahrhunderts drehte Helmuth Käutner nach einer Vorlage von C. Zuckmayer den Film "Schinderhannes" mit Curd Jürgens und Maria Schell. 1966 wurde C. Zuckmayer schweizer Staatsbürger. Am 18. Januar 1977 verstarb er in Visp/Wallis.

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    Carl Zuckmayer. Gesammelte Werke in Einzelbänden / Als wär's ein Stück von mir
    Kaivai

    Kaivai

    16. May 2013 um 13:22

    "Sie müssen nach Paris, sie müssen unbedingt nach Paris, und zwar sofort. Es erwartet sie dort das entscheidende Ereignis ihres Lebens". Dies sagte ein Hellseher in Amsterdam im Mai 1938 zu Ödön von Horwath. Weil ihn vorher der Regisseur Siodmak nach Paris eingeladen hatte, um mit ihm eine Verfilmung seines Romans "Jugend ohne Gott" zu besprechen, sagte er zu einem Bekannten: "Vielleicht sieht er wirklich hell". Also fuhr er nach Paris. Dort zog ein Sturm auf und auf der Champs Elysees wurde er von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Ich kannte die Geschichte schon von einem Jugendfreund. Der hat sie mir damals erzählt. Ich wußte aber nicht, dass Ödön eigentlich nicht nach Paris wollte. Er war stattdessen mit Carl Zuckmayer verabredet. Wer ist Carl Zuckmayer? Als mir meine Mutter diese Autobiografie schenkte, hab ich ihn so eingeordnet: ein österreichischer Romancier, der das Buch "Des Teufels General" geschrieben hat. Das war der Stand meines Pseudowissens (ich möcht gar nicht daran denken, wieviel Pseudowissen ich intus hab), bis ich nach langer Wartezeit endlich das Buch zur Hand nahm. Jetzt weiß ich einiges mehr: er ist Deutscher, kein Romancier, sondern Dramatiker. Seine Theaterstücke heißen "Der fröhliche Weinberg", "Der Hauptmann von Köpenick", "Schinderhannes", "Des Teufels General" usw. Das Drehbuch von "Der blaue Engel" ist auch von ihm. Ich weiß, dass er in Österreich gelebt hat und von den Nazis verfolgt in die USA emigriert ist. Im Dezember 1896 geboren, war er 17 als der erste Weltkrieg begann. Hat sich voller Begeisterung freiwillig gemeldet. Und wurde dann in vier Jahren restlos umgekrempelt. Jugend ohne Gott. Kaum faßbar für mich, was für ein Leben das damals war, hier in Deutschland. Ganz lebendig, bei aller Drastik, wird das in diesem Buch. Auch seine Flucht, seine Jahre in Amerika, großartiges wirklichgewesenes Kopfkino. Und vor allem: viel Kulturgeschichte. Berlin im Zwanzigertaumel. Seine Begegnungen mit all den Kunstgrößen, von denen mir vor allen Brecht in Erinnerung geblieben ist. Dann schildert er seine Theateraufführungen, die orgiastischen Lachsalven bei der ersten Aufführung des fröhlichen Weinbergs, das Treffen mit den höchst kritischen vor Vitalität und Kraft protzenden Artisten vom Zirkus Knie, bei einer für sie arrangierten Voraufführung von "Katharina Knie". Und wie sie danach zu Tränen gerührt sind. Vieles in diesem Buch ist einfach nur magisch! Zum guten Ende zitier ich ihn. Als ich das gelesen hab, dachte ich: manches war wirklich echt gut in der alten Zeit. Carl Mayer war sein Gastwirt. "Einmal jedoch saß ich an einem späten Januarabend, an dem draußen lautlos Schnee fiel, allein mit ihm in der Gaststube, die schon geschlossen war, auch in der Küche befand sich niemand mehr. Er stickte, was er abends besonders gern tat, an einem Gobelin nach alter Vorlage, auf dem Judith dem Holofernes das Haupt abschlug, und ich las bei einem Krug Wein in einem Buch. Plötzlich pochte es in einer halbdunklen Ecke des großen Raumes dreimal laut und heftig, so wie wenn jemand mit einem Stock auf den Boden schlagen würde. "Guten Abend, Großmutter", sagte Carl, ohne von seiner Arbeit aufzusehen, mit gleichmütiger Stimme. Ich sagte nichts und beobachtete die Zimmerecke und gleichzeitig sein Gesicht von der Seite. Er sah nicht anders aus, als ob ein später Gast noch einmal an die Tür geklopft hätte. Nach kurzer Zeit pochte es wieder dreimal aus der gleichen Ecke, wie mir schien, etwas heftiger, ungeduldiger. "Ja, ja", sagte er mit derselben gleichmütigen Stimme, "es ist alles recht und 's Geschäft geht gut. Jetzt geb scho Ruh." - "Mit wem", fragte ich nach einer Pause, "hast du jetzt eigentlich gesprochen?" - "Mit meiner Großmutter Moser", sagte er, wie wenn das selbstverständlich wäre, "heute ist der elfte Jänner, ihr Todestag, da meldet sie sich fast immer. Dort in der Ecke hat sie die letzten paar Monat in ihrem Lehnstuhl gesessen, sie war gelähmt und hat immer mit dem Krückstock aufgehaut, um zu hören, was los ist. Das macht's halt jetzt noch. A rechte G'schaftlhuberin" Damit war der Vorfall erledigt und wir gingen zu Bett."

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