Carla Berling Mordkapelle

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Inhaltsangabe zu „Mordkapelle“ von Carla Berling

Ein malerischer Sommerabend auf dem Land. Als die Lokalreporterin Ira Wittekind zur brennenden Friedhofskapelle in Rehme gerufen wird, findet sie ein schauriges Szenario vor: In der Ruine steht ein Rollstuhl vor dem Altar, der Mann darin ist tot. Es handelt sich um den angesehenen Apotheker Ludwig Hahnwald, allen bekannt als der schöne Ludwig. Ira Wittekind beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein dichtes Geflecht aus Lügen, Intrigen und verratener Liebe. Und auf ein grauenhaftes Unrecht, das vor vielen Jahren begangen und nie gerächt wurde.

Das ist mal ein überaus kurzweiliger Krimi mit interessanten Wendungen und spannenden Ereignissen. Zum in einem Rutsch durchlesen.

— Rufinella

Ein total spannender Krimi, den man nicht mehr aus der Hand legen will

— Annabeth_Book

Spannender Krimi mit sehr vielen Fäden, die zum Ende alle gelöst werden, den ich sehr gern empfehle.

— detlef_knut

Spannung pur...bis zur letzten Seite. Der beste der bisher erschienenen Ira Wittekind Reihe.

— sigids

Spannend und unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Seite.

— twentytwo

Spannung und Humor- eine gute Mischung !!

— Die-Rezensentin

Super Buch Da möchte ich mehr von lesen 😊

— loana192

Gelungener Krimi, spannend und mitreißend

— SillyT

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    Mordkapelle

    Rufinella

    13. August 2017 um 11:23

    ... auch in einer kleinen Kapelle. Und besonders gruselig noch dazu. Ohne sich zu verkünsteln oder in absurde Konstrukte zu verlaufen, erzählt Carla Berling nach und nach die Ereignisse, die zu dem Mord sowie einem Mordanschlag auf die Protagonistin Ira geführt haben. Alles erscheint mir folgerichtig, ich konnte keine Brüche feststellen. Die handelnden Personen, egal ob an vorderster Front oder als Begleitung, sind so lebendig dargestellt, jede mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit, so als würde man solche Personen selbst kennen - in der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz ... Meine liebsten Nebendarstellerinnen sind die beiden alten Tanten. Die hätte ich am liebsten aus dem Buch gepflückt und mit heimgenommen. In jeder Familie sollte es solche Tanten geben.Die Aufklärung ganz zum Schluß zeigt noch einmal, wie viele verschiedene Fäden ineinander gelaufen sind, wie mehrere Menschen mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten und Fehlern zu mehreren Verhängnissen beigetragen haben. Und wie Zeit dabei keine Rolle spielt. Auch wenn etwas vermeintlich lange vorbei ist, ist es eben doch nicht vorbei.Dieses Buch kann ich nur wärmstens empfehlen - ich freue mich schon auf einen weiteren Band mit diesen sympathischen Darstellern.

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  • Mordkapelle

    Mordkapelle

    Annabeth_Book

    20. July 2017 um 20:31

    Klappentext: Der schöne Ludwig brennt. Die Familie schweigt.Ira Wittekind ermittelt.Bad Oeynhausen. An einem malerischen Sommerabend brennt die Friedhofskapelle nieder. Als die Lokalreporterin Ira Wittenkind am Tatort ankommt, findet sie ein schauriges Szenario vor: In der Ruine steht ein Rollstuhl vor dem Altar, der Mann darin ist tot. Es handelt sich um den angesehenen Apotheker Ludwig Hahnwald, allen bekannt als der schöne Ludwig. Ira Wittenkind beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein grauenhaftes Unrecht, das vor vielen Jahren begangen und nie gerächt wurde. Autorin: Carla Berling ist verheiratet und lebt mit zwei Söhnen und ihrem Mann in Köln. "Mordkapelle" ist ihr erster Wittenkind-Roman bei Heyne. Bevor sie mit schreiben begann, arbeitete sie jahrelang als Lokalreporterin und Pressefotografin. Inhalt: Es klingt zunächst harmlos, den als Ira nach Bad Oeynhausen fährt denkt sie zunächst, das sie über die abgebrannte Friedhofskapelle berichten soll, bis sie auf eine Leiche stößt.War es Mord oder Selbstmord? Erster Satz: NEIN. Die Meinung von meiner MamaIch habe mich sehr gefreut als ich gehört habe, das ich dieses Buch von Heyne Verlag zugeschickt bekommen habe. Als es ankam, war klar das Cover passt wie die Faust aufs Auge, obwohl ich finde, das ich das gerillte jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte, da das Cover auch so wunderschön ist.Nun zum InhaltAls ich begonnen habe zu lesen hat es mich sofort gefesselt, sodass ich es innerhalb von 3 Tagen gelesen hatte, da es so spannend war, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte.Das Buch ist sehr flüssig zu lesen, sodass es wirklich Spaß macht es zu lesen.Die Charakteren gefallen mir auch sehr gut, den ich hatte das Gefühl das ich sie schon seit Ewigkeiten kenne und nicht erst seit diesem Buch.Auch der Schluss hat mir sehr gut fallen und es ist klar das es definitiv nicht das letzte Buch von der Autorin sein wird.

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  • super spannend

    Mordkapelle

    Flatter

    28. June 2017 um 19:53

    Über die Autorin: Carla Berling lebt in Köln, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Bevor sie Bücher schrieb, arbeitete sie jahrelang als Lokalreporterin und Pressefotografin. Sie tourt außerdem regelmäßig mit ihrer Comedyreihe Jesses Maria durch große und kleine Städte (Quelle: Verlag) Zum Inhalt: Klappentext Ein malerischer Sommerabend auf dem Land. Als die Lokalreporterin Ira Wittekind zur brennenden Friedhofskapelle in Rehme gerufen wird, findet sie ein schauriges Szenario vor: In der Ruine steht ein Rollstuhl vor dem Altar, der Mann darin ist tot. Es handelt sich um den angesehenen Apotheker Ludwig Hahnwald, allen bekannt als der schöne Ludwig. Ira Wittekind beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein dichtes Geflecht aus Lügen, Intrigen und verratener Liebe. Und auf ein grauenhaftes Unrecht, das vor vielen Jahren begangen und nie gerächt wurde. Meine Meinung: Der Apotheker Ludwig Hahnwald, auch der schöne Ludwig genannt, wird tot in der Kapelle in Bad Oeynhausen gefunden. Er sitzt im Rollstuhl und ist verbrannt. Die Lokalreporterin Ira Wittekind beginnt zu recherchieren. Wie konnte der allseits beliebte Ludwig so einem Verbrechen zum Opfer fallen? bei ihren Recherchen stößt Ira auf so einige Ungereimtheiten. Sein Sohn starb an einer Krankheit und auch seine erste Frau verstarb früh. Ludwig Hahnwald hatte einige Charakterzüge, die ihn alles andere als sympathisch erscheinen ließen. Aber ihn im Rollstuhl anzuzünden, dazu gehört schon eine Menge Hass. Es kommen immer mehr Puzzelteile ans Licht. Toll geschriebener Krimi, bei dem der Leser gefordert ist mitzuraten. Die Hauptfiguren sind authentisch beschrieben und der Schreibstil der Autorin ist mitreißend. Über die Verwandtschaft musste ich so manches Mal schmunzeln. Ira Wittekind ist eine taffe Reporterin, die sich nichts gefallen läßt. Das hat mir besonders gut gefallen. Cover: Düstere Farben und bedrohlich wirkendes Bild. Passt perfekt zur Geschichte. Fazit: Klasse Geschichte, die ich nur weiterempfehlen kann.

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  • Mordkapelle

    Mordkapelle

    thenight

    26. June 2017 um 10:27

    Inhalt:Die Journalistin Ira Wittekind ist gemeinsam mit ihrem Freund eigentlich auf dem Weg zum Rehmer Markt, als der Anruf einer Freundin die Pläne zunichte macht. In einer Kapelle wurde ein Toter gefunden der in seinem Rollstuhl verbrannte. Wie sich später herausstellte handelt es sich bei dem Toten um den allseits beliebten Apotheker Ludwig Hahnwald, allgemein auch der Schöne Ludwig genannt.Meine Meinung:Carla Berlin schreibt in kurzen knappen Sätzen, daran musste ich mich erst gewöhnen. Die kurzen Sätze gaben mir ein hohes Lesetempo vor, so das die Seiten nur so dahin flogen. Und es muss erwähnt werden, das Mordkapelle zwar das erste Buch der Autorin ist, das im Heyne Verlag erschienen ist, es aber schon 3 Vorhängerbände rund um Ira Wittekind gibt und dazu muss ich sagen, das ich oft das Gefühl hatte mir würden Informationen fehlen um einen echten Bezug zu den Protagonisten aufzubauen. Die Örtlichkeiten hingegen konnte ich mir als *Einheimische* recht gut vorstellen.Der Kriminalfall ist spannend, wie so häufig reichen das Motiv weit in die Vergangenheit und Ira kommt dem Täter während ihrer Recherche gefährlich nah.Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten und ich gebe gern ein Leseempfehlung.

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  • Neues und mehr von Ina Wittekind

    Mordkapelle

    abuelita

    25. June 2017 um 15:22

    Verwirrend war, dass ich schon Bücher von und mit der Reporterin Ina Wittekind gelesen habe und es von daher nicht ganz verstanden habe, dass dies der erste Band sein soll. AHHHH – der erste in diesem Verlag erschienene Band – na denn. Aber was soll so etwas? Ein malerischer Sommerabend auf dem Land. Als die Lokalreporterin Ira Wittekind zur brennenden Friedhofskapelle in Rehme gerufen wird, findet sie ein schauriges Szenario vor: In der Ruine steht ein Rollstuhl vor dem Altar, der Mann darin ist tot. Es handelt sich um den angesehenen Apotheker Ludwig Hahnwald, allen bekannt als der schöne Ludwig. Ira Wittekind beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein dichtes Geflecht aus Lügen, Intrigen und verratener Liebe. Und auf ein grauenhaftes Unrecht, das vor vielen Jahren begangen und nie gerächt wurde…Mit viel Humor und auch spannend geschrieben, wenn ich auch nicht so recht an die absolute Untadeligkeit der Hauptperson glauben mag. Ja doch, in diesen Büchern schon, aber real würde das wohl ein ganz klein bisserl anders aussehen…Viel Familiengeschichte ist wieder dabei, mehr  als die eigentliche Krimihandlung ausmacht. Und von daher fand ich es schon immer ein bisschen daneben, diese Art von Büchern als Krimi bezeichnen. Nur, wie sonst? Einfach nur Roman? Ach, imgrunde ist das doch auch egal – mir hat es gefallen  und das ist doch die Hauptsache...*g*

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  • der Ludewig, der Ludewig ...

    Mordkapelle

    detlef_knut

    22. June 2017 um 15:46

    Im Ostwestfälischen wird die verbrannte Leiche eines Apothekers in der Kirche gefunden. Wer sich hinter der Leiche verbirgt, wird schnell anhand des Rollstuhls klar. In einer Kleinstadt ist bekannt, wer im Rollstuhl fährt. Ludwig war ein angesehener Bürger und Förderer der Stadt, überall beliebt und Feinde konnte sich keiner für ihn vorstellen. Aber es war offensichtlich, dass es sich nicht nur um einen Unfall handelte. Ira, eine Journalistin der ortsansässigen Tageszeitung, beginnt zu ermitteln. Nicht, um den Fall aufzuklären, denn dafür liegt die Zuständigkeit die Kripo. Aber um fundierte Artikel für Ihren Arbeitgeber abzuliefern. Sie musste und wollte einen Schmierenschreiber von einem Online-Magazin Paroli bieten. Der veröffentlichte nur reißerische Sätze, die jeder mit einem Fragezeichen endeten, basierend auf wenigen Informationen aus einer dubiosen Quelle. Berling hat ein unterhaltsames Ensemble an Figuren für diese Roman zusammengestellt. Neben der Protagonistin Ira gehört deren Freund Andy dazu, ihre beiden Tantchen, die statt eines Kaffees lieber ein Likörchen trinken, ihre Freundin Coco, eine Taxifahrerin, die ebenso rasant Informationen beschaffen kann wie sie Taxi fährt, ihr Chef, ein Kommissar und ein Hund. Mit etwas Dialekt der Tantchen werden die Dialoge westfälisch aufgepeppt. Das macht Spaß und lässt den Leser auf den nächsten Auftritt diese Figuren hoffen. Das besonders Schöne an dem Roman ist der sehr vertrackte, ausgeklügelte Plot. Über weite Strecken wird der Leser auf angenehme Weise in die Irre geführt. Nur sehr schwer kann ein Faden losgelassen werden. Die Leser können denen der Figuren gut folgen, führen aber zu keinem Ergebnis. Zumindest nicht bis zum großen Showdown. Da wendet sich plötzlich alles. Wie aus dem Nichts, aber dennoch sehr plausibel, tauchen neue Figuren und Theorien auf, um die Klärung des Kriminalfall zum Abschluss zu bringen. Einfach klasse! Spannender Krimi mit sehr vielen Fäden, die zum Ende alle gelöst werden, den ich sehr gern empfehle.© Detlef Knut, Düsseldorf 2017

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  • Der schöne Ludwig macht es spannend...

    Mordkapelle

    Anjaxxx

    21. June 2017 um 13:56

    Da hat es der schöne Ludwig aber wirklich spannend gemacht.... Der Prolog hat mich gleich mal fast umgehauen. Ludwig lässt kurz seine Gefühle an sich vorbeiziehen und kämpft um sein Leben. Hilfe scheint zu nahen.... Auch der Einstieg in die Geschichte war von Anfang an spannend und nach und nach lernt man schnell sämtliche wichtige Protagonisten kennen. Hauptkern in diesem Buch und wichtigste Person ist allerdings Ira, ohne sie wäre das Buch gar nicht denkbar. Hier hat die Autorin eine ganz starke, interessante und unheimlich tolle Protagonistin erschaffen. Soviel Biss, Humor und Köpfchen wie Ira in ihren Handlungen zeigt, haben mich hier Seite für Seite mitgerissen. Mit allem Mitteln will sie wissen warum Ludwig, der stets großzügig schien, so qualvoll ums Leben gekommen ist. Die Ermittlungsarbeit der Polizei rückt hier in den Hintergrund, die meiste Zeit liest man über die Recherchen Iras. Schnell haben sich ganz viele Fragen ergeben. Was war mit Rosie? Warum macht sich jedes Familienmitglied irgendwie verdächtig? Welche schlimme Sache muss vor vielen Jahren geschehen sein? Vor allem aber: was führt der Steinhauer im Schilde? Ganz schnell war für mich klar, das jeder irgendwie ein Motiv hatte, was mir das Rätseln um den Mörder natürlich nicht erleichtert hat. Ich hatte hier alle 20 Seiten eine andere Person in Verdacht! Ganz toll wie es der Autorin gelungen ist den Leser immer wieder aufs neue in die Irre zu führen. Schritt für Schritt erfährt man etwas über die früheren Jahre, aber auch hier kann man Anfangs nur spekulieren was denn geschehen sein könnte. Als dann am Ende nach und nach die Aufkläung folgte, war ich nicht nur einmal überrascht. Mehrere Schockmomente und auch die Drohungen gegen Ira, haben mir richtig Angst gemacht. Langweile kam hier auf keiner Seite auf, denn ein Ereignis und eine unerwartete Wendung jagte die nächste. Das Ende hat mir gut gefallen, auch hier gab es noch die eine oder andere Überraschung und was ich immer besonders gut finde, es wurde alles genau und lückenlos erklärt, so das für mich wirklich keine Frage mehr offen blieb. Ganz toller Kriminalroman! Vielen Dank für das Lesevergnügen!

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  • Mordkapelle

    Mordkapelle

    Themistokeles

    16. June 2017 um 12:52

    Cover und Klappentext: Eine einsame Kapelle auf weiter Flur. Irgendwie passt dieses Bild zum Titel einfach sehr gut und auch, wenn es vielleicht nicht direkt den Gegebenheiten im Buch entspricht, mir gefällt dieses Cover ausgesprochen gut. Was ich auch richtig genial finde, man aber am Bild gar nicht direkt merkt, dieses etwas Düstere, das Cover etwas verschwommen erscheinen lassende, was man an ihm irgendwie erkennen kann, ist auch haptisch zu erspüren, wenn man das Buch in den Händen hält. Es hat allgemein eine sehr raue Oberfläche dadurch, die ich persönlich sehr angenehm empfinde. Zumal dies auch einfach mal ein bisschen etwas anderes ist. Auch der Klappentext macht einfach nur neugierig, verrät vielleicht schon ein bisschen zu viel des Guten, was aber nicht zwingend schlimm ist, da keine Details genannt sind. Neugierig war ich aber sofort, was jemand getan haben muss, damit ihm ein solcher Tod beschert wird.   Inhalt/Idee: Für mich nichts vollkommen neues, aber doch nicht so häufig vorkommendes bei einem Kriminalroman, dass die Protagonistin weder bei der Polizei noch Detektiv, sondern Reporter ist. Von daher aber eine Abwechslung, die ich sehr schön finde. Auch, dass Ira eher ungewollt etwas zu dicht an den Täter heran gerät und damit auch ins Fadenkreuz desjenigen kommt, finde ich sehr stimmig. Es ist eindeutig eher ein sehr ruhiger Krimi, der von vielen Recherchen geprägt ist, was mir auch sehr zusagt. Vor allen Dingen auch wie Ira an die Informationen kommt, finde ich immer wieder spannend gemacht. Obwohl es mich teilweise wundert, dass die Reporter wirklich so nah von den Angehörigen an sich heran gelassen werden. Die Aufklärung des Falls hätte ich so zunächst nicht erwartet. Vielen Aspekten kommt man mit jeder Erkenntnis Iras immer näher, aber gerade der letztendliche Schluss ist dann doch noch spannender geworden, als ich ihn erwartet hätte. Vor allen Dingen aber was wirklich hinter Ludwig Hahnwald und seiner Vergangenheit steckt, einfach spannend, interessant und erschreckend.   Aufbau und Schreibstil/Umsetzung: Es ist nicht der erste Band rund um Ira Wittekind und das merkt man auch ein wenig. Die Charaktere und manche Örtlichkeiten werden deutlich so beschrieben, dass man sie eigentlich schon kennen sollte und sie nur dem Neuling noch bekannt gemacht werden. Gut in dem Sinn, dass man schnell in die Geschichte hinein kommt. Ansonsten merkt man einfach, dass es ein irgendwie doch deutlich anderer Stil ist, ob ein Mordfall durch einen Polizisten oder einen Reporter bearbeitet wird. Dabei ist in meinen Augen extrem gut dargestellt an welche Informationen Ira überhaupt kommen kann und mit welchen Mitteln. Gerade die Darstellung dieser Einschränkungen und auf welche Ideen sie kommt, finde ich sehr gelungen. Ein wenig überzogen vielleicht, wie extrem sie an dem Fall dran ist und wie sehr ihr Freund Andy auch manchmal darunter leiden muss. Einfach spannend und interessant geschrieben.   Charaktere: Ich mag Ira, auch wenn ich ihren Arbeitseifer an mancher Stelle ehrlich nicht nachvollziehen konnte, sie mir manchmal vielleicht auch ein bisschen zu hohe Risiken eingegangen ist. Ihre beste Freundin, die Taxifahrerin, finde ich einfach nur den Knaller, denn sie bringt eindeutig ein wenig frischen Wind in alles, ebenso wie die beiden Tanten von Andy, die mit auf dem Hof Eskendor leben, einfach zwei Unikate sind, die ein solches Buch einfach super gebrauchen kann. Die zwei sind irgendwie knuffig, vor allen Dingen, wie sie immer wieder erstmal ein Schnäpschen trinken wollen. Einfach alle rund um Eskendor sind im Grunde sehr sympathische Charaktere, selbst die, die wirklich eine kleine Rolle spielen. Die Familie rund um Ludwig Hahnwald finde ich einfach nur extrem interessant und auch die Facetten hinter den einzelnen Charakteren sind sehr gelungen. Man beginnt auch sehr schnell Sympathien und Unsympathien zu entwickeln, die einen immer mehr zu einem oder dem anderen tendieren lassen, wer wohl hinter dem Mord stecken könnte. Allgemein sehr gelungene Charaktere.   Fazit: Ein Krimi, der mal ein wenig anders ist, was die Ermittlerin angeht, da sie den Fall ja eigentlich gar nicht unbedingt lösen müsste, sondern es aus eigenem Ansporn tut und das vielleicht auch ein bisschen zu intensiv. Vor allem das Gespinst aus Lügen und Beziehungsgeflechten im Haus Hahnwald finde ich einfach nur klasse beschrieben und bringt gut Spannung in diesen Krimi. Und mit den Bewohnern auf Eskendor und Iras Privatleben wird es zudem noch ein wenig aufgelockert. Für mich einfach eine sehr angenehme Mischung, die viel Spaß beim Lesen macht.

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  • Mordkapelle

    Mordkapelle

    twentytwo

    10. June 2017 um 17:10

    Die Friedhofskapelle steht in Flammen und in der Kapelle sitzt ein Toter. Als die Reporterin Ira Wittekind am Tatort eintrifft bekommt sie zufällig mit, dass es sich bei demToten um den angesehenen Apotheker Hahnwald handeln soll. Diese Information veranlasst sie sich mit der Witwe zu einem Interview zu verabreden, um mehr über den Mann zu erfahren und ihn in einem Nachruf entsprechend zu würdigen. Während des Gesprächs, kommen ihr allerdings erhebliche Zweifel an dessen Ehrbarkeit. In seiner Vergangenheit scheint es einen dunklen Fleck zu geben, der möglicherweise zu dem brutalen Mord geführt hat. Ihre daraufhin folgenden Recherchen ergeben tatsächlich, dass Hahnwald sich eines üblen Vergehens schuldig gemacht hat von dem bisher scheinbar keiner etwas geahnt hat und für das er nie zur Verantwortung gezwungen wurde.FazitSpannend und unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Seite, mit teilweise sehr eigenwilligen Charakteren, die den Krimi humorvoll auflockern.

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  • Toller Krimi mit charmanter Ermittlerin

    Mordkapelle

    Silkchen2909

    30. May 2017 um 14:28

    Ira Wittekind ist die Karla Kolumna von Ostwestfalen – als Lokalreporterin kümmert sie sich um alles, was in Bielefeld und vor allen Dingen auf dem Land passiert. Als eine Friedhofskapelle brennt und dabei der örtliche Apotheker im Rollstuhl sitzend um s Leben kommt, kann sie ihre Spürnase nicht stoppen. Sie ermittelt, auch wenn es als Recherche für die Artikel über den Mord getarnt ist und findet am Ende raus, wer den Apotheker auf dem Gewissen hat.   Carla Berling hat einen tollen Krimi geschrieben, bei dem ich mich in die Figuren verliebt habe: Ira ist mal endlich keine junge, attraktive und immer charmante Protagonistin, sondern über 50 mit Falten im Gesicht und auf der Seele. Sie ist wunderbar, genauso wie die Tanten ihres Lebensgefährten, typisch ostwestfälische Damen, mit all ihren Weisheiten und Eigenheiten.   Die Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, immer wieder wird man in die Irre geführt und rätselt mit, wer der Täter aus welchem Grund sein könnte. Die Autorin schreibt sehr angenehm und trifft genau meinen Humor, der auch nicht zu kurz kommt.   Freunden  guter Krimis mit leicht regionalem Flair kann ich „Mordkapelle“ nur ans Herz legen.

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  • Spannung und Humor- eine gute Mischung !!

    Mordkapelle

    Die-Rezensentin

    30. May 2017 um 08:53

    Lokalreporterin Ira Wittekind ist den meisten Lesern ja schon aus den vorigen Bänden bekannt, jedoch kann man auch problemlos mit diesem Band einsteigen.Als der Apotheker Ludwig Hahnwald in der Dorfkapelle bei einem Brand ums Leben kommt, sieht alles nach Mord aus und Ira beginnt sofort mit den Vorbereitungen für ihren Artikel. Sie möchte das Leben von Ludwig Hahnwald beleuchten und eine Reportage über ihn schreiben.Wer hatte ein Motiv, den beliebten Apotheker zu töten? Profitiert vielleicht jemand finanziell von seinem Tod oder gab es doch andere Gründe?Als sie sich näher damit beschäftigt, stößt Ira immer wieder auf unerklärliche Vorkommnisse in der Vergangenheit und auf eine Familie, in der seit Jahren so einiges totgeschwiegen wird.Ira ist eine sympathische Protagonistin, die den Dingen gerne auf den Grund geht. Ziemlich verbissen versucht sie, mehr über die Familie Hahnwald herauszubekommen.Was sie dabei nach und nach entdeckt, lässt auf eine große Story hoffen, doch es wird immer besser. Jeder aus der Familie hat anscheinend etwas zu verbergen und der allseits beliebte Ludwig Hahnwald hatte auch allerlei Geheimnisse in seinem Leben. Ira findet heraus, dass er bei weitem nicht der nette Mensch war, den alle in ihm sahen.`Mordkapelle`ist eher ein ruhiger Krimi und nicht sonderlich actionreich, hier geht es hauptsächlich um Recherche und die vielen dunklen Geheimnisse im Umfeld des Toten.Die Autorin schreibt in lockerem, leichten Stil, bringt immer wieder neue Verdächtige ein, sodass der Leser keine Ahnung hat, wer den Apotheker auf dem Gewissen hat.Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Für die Leser der vorigen Bände gibt es ein Wiederlesen mit Andy und seiner Familie. Humorvoll beschreibt Carla Berling die beiden alten Tanten, die immer ein `Schnäpsken` bereit halten. Die ostwestfälische Mundart der beiden war mir in den anderen Bänden manchmal etwas viel, hier hat sie jedoch genau die richtige Dosis gefunden.Obwohl die  Protagonistin Reporterin ist und keine Polizeibeamtin, ist `Mordkapelle` ein fesselnder Krimi mit vielen humorvollen Szenen und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit!!

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  • Ein solider, unterhaltsamer Krimi zum Miträtseln

    Mordkapelle

    ClaudiasWortwelten

    29. May 2017 um 19:14

    Ich hatte mal wieder richtig Lust auf einen spannenden Krimi zum Miträtseln und bin bei meiner Suche nach neuem Lesestoff auf Mordkapelle von Carla Berling gestoßen. Bei deutschen Kriminalromanen bin ich inzwischen immer ein wenig skeptisch, denn entweder stecken sie so voller Lokalkolorit, dass man auch gleich einen Reiseführer lesen könnte, oder sie sind so gewollt komisch, dass sie eher einer albernen Slapstickkomödie gleichen. Beides geht leider meistens auf Kosten eines intelligenten Plots und vor allem der Spannung. Der Klappentext von Carla Berlings Kriminalroman klang allerdings äußerst vielversprechend, und so war ich sehr gespannt auf Mordkapelle, den vierten Band der Reihe um die Lokalreporterin Ira Wittekind. Die ersten drei Bände dieser Krimireihe wurden allerdings im Selbstverlag veröffentlicht, während Mordkapelle nun der erste Band ist, der kürzlich bei Heyne erschien, aber man muss die vorhergehenden Bände nicht zwingend kennen, um der Handlung folgen zu können. Ich hatte jedenfalls nie den Eindruck, dass mir entscheidende Vorkenntnisse fehlen, um Ira Wittekind bei ihrem vierten Fall zu begleiten, denn man lernt die Protagonistin und das Umfeld, in dem sie lebt und arbeitet, sehr gut kennen, und der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Erfreulicherweise hielt sich das Lokalkolorit in Grenzen, sodass man Bad Oeynhausen nicht kennen muss, um seine Freude an diesem Krimi zu haben. Man merkt, dass Carla Berling selbst jahrelang als Lokalreporterin tätig war, und es hat mir sehr gut gefallen, dass sie in ihrem Kriminalroman keinen klassischen Ermittler, sondern eine Journalistin ins Rennen schickt. Besonders sympathisch war mir, dass Ira Wittekind nicht mehr ganz jung, sondern bereits Mitte fünfzig ist, eigentlich ein recht intaktes Privatleben hat und weder unter Depressionen noch unter Psychosen leidet. Ein bisschen neurotisch ist sie freilich, aber weit entfernt von den vielen gebrochenen Ermittlerfiguren, die ansonsten in der Krimilandschaft zu finden sind und mir allmählich etwas auf die Nerven gehen. Die Protagonistin ist sehr glaubwürdig angelegt und hat durchaus die nötigen Ecken und Kanten. Sympathisch war sie mir trotzdem nicht, denn für mein Empfinden war sie einfach eine Spur zu kühl und tough, aber ich muss Charaktere auch nicht zwingend mögen, wenn mich ein Buch ansonsten begeistert und die Geschichte spannend erzählt und raffiniert gestrickt ist. Das Privatleben der Ermittler interessiert mich allerdings meistens nicht besonders, weshalb ich die Passagen, in denen Ira Wittekinds Beziehung zu ihrem Freund Andy und ihr familiäres Umfeld im Vordergrund stehen, etwas langweilig fand. Besonders genervt war ich von zwei alten Tanten, die gemeinsam mit Ira und ihrem Lebensgefährten auf dem Hof von Andys Familie leben und sich – streng nach dem Motto „Nich‘ lang schnacken, Kopp in’n Nacken“ – bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit einen hinter die Binde gießen. Selbst wenn das am Anfang noch recht komisch war, wurde es mir irgendwann zu viel und einfach eine Spur zu albern. Die Darstellung der beiden alten Damen war leider sehr überzeichnet, sodass sie auf mich eher wie Karikaturen wirkten. Ich bin zwar nicht vollkommen humorbefreit, aber solche gewollt komischen Momente stören mich in Kriminalromanen doch sehr und treffen auch nicht unbedingt mein Komikzentrum. Iras Lebensgefährte Andy, der ein sehr liebenswürdiger, verlässlicher und überaus geduldiger Partner an ihrer Seite ist, und auch ihre beste Freundin Coco mochte ich hingegen sehr gerne. Ira Wittekinds Privatleben und ihre Bedenken, mit ihrem Freund eine Ehe einzugehen, haben mich ein bisschen gestört und auch sehr gelangweilt, aber der spektakuläre Mordfall, in dem sie ermittelt, nimmt in der Erzählung glücklicherweise einen breiteren Raum ein und konnte mich auch weitaus mehr begeistern. Bereits die Tötungsart und der Tatort sind schon überaus bizarr, aber besonders rätselhaft ist das Motiv, denn Ludwig Hahnwald, das Mordopfer, war äußerst beliebt, hatte für jeden ein freundliches Wort übrig, war großzügig, hilfsbereit, ein kompetenter Apotheker und angesehener Geschäftsmann, der von jedem geachtet und von den Frauen noch immer umschwärmt wurde. Wer sollte also einen Grund haben, den betagten Mann zu töten? Bei ihren Recherchen findet Ira Wittekind jedoch sehr schnell heraus, dass das Mordopfer ein hartherziger Patriarch war. Obwohl das Bild des vermeintlich perfekten und allseits beliebten Apothekers allmählich bröckelt, scheint auf den ersten Blick niemand ein Motiv gehabt zu haben, ihn zu ermorden. Während Ira immer tiefer in die Abgründe einer furchtbaren Familientragödie vordringt, muss sie allerdings feststellen, dass ihr ein Newsblogger mit reißerischen Schlagzeilen stets einen Schritt voraus ist. Außerdem wird sie von einem anonymen Anrufer tyrannisiert und fühlt sich zunehmend bedroht. Offenbar möchte jemand unbedingt verhindern, dass sie der Wahrheit auf die Spur kommt. Ich fand es nicht gerade glaubwürdig, wie mühelos Ira Wittekind bei ihren Recherchen an die nötigen Informationen kommt. Es war jedenfalls erstaunlich, wie bereitwillig die meisten Befragten aus dem privaten Umfeld des Opfers die Lokalreporterin mit recht delikaten Familieninterna versorgen, die man am nächsten Tag nicht unbedingt in der Zeitung lesen möchte und – abgesehen von der Polizei – auch keinem Außenstehenden anvertrauen würde. Eine besonders ausgeklügelte Taktik, mit der es ihr gelingt, das Vertrauen der Befragten zu gewinnen, konnte ich jedenfalls nicht erkennen. Auch die Ermittlungsarbeit der Polizei war mir ein vollkommenes Rätsel. Ira Wittekind ist bei ihren Recherchen jedenfalls weitaus erfolgreicher, stößt dabei auf ein erschütterndes Familiengeheimnis und zahlreiche Verdächtige. Es war sehr interessant, an Iras Seite immer tiefer in die düstere Vergangenheit des Mordopfers einzutauchen, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen und fleißig mitzurätseln, wer den Mord begangen haben könnte. Auch wenn ich den Kriminalfall und seine Hintergründe sehr spannend fand und die Abgründe, die sich hinter der Fassade des vermeintlich ehrenhaften und allseits beliebten Mordopfers auftaten, äußerst erschreckend waren, war mir die Erzählweise der Autorin häufig ein wenig zu gemächlich. Carla Berlings Sprache ist einfach, lässt sich angenehm und flüssig lesen, aber nervenzerreißende Hochspannung oder das Gefühl, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, konnte bei mir leider nicht aufkommen. Der Kriminalfall war allerdings gut durchdacht, durchaus glaubwürdig und logisch konstruiert. Das Ende war ebenfalls schlüssig, wenn auch nicht besonders überraschend. Die etwas zähe Ermittlungsarbeit, Ira Wittekinds recht unspektakuläres Privatleben und die klischeehaften Figuren, die für mein Empfinden zu wenig Tiefe hatten, konnten mich allerdings nicht so recht überzeugen. Für mich war Mordkapelle ein solider und zuweilen recht unterhaltsamer Kriminalroman zum Miträtseln, dem es jedoch leider etwas an Spannung und dem nötigen Tiefgang fehlte. Ein netter Krimi für Zwischendurch, aber nichts, was im Gedächtnis bliebe.

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  • Überzeugend

    Mordkapelle

    SillyT

    07. May 2017 um 20:42

    Ira Wittekind ist Reporterin bei der Zeitung von Bad Oeynhausen. Während der Kirmes im Ort erhält sie einen Anruf: in der kleinen Kapelle brennt es und wie es aussieht, scheint dort jemand in der Kirche gewesen zu sein. Ira fährt kurzerhand zum Tatort und erfährt hier, dass es tatsächlich ein Opfer gab: den schönen Ludwig, so nannte ganz Bad Oeynhausen den Apotheker Ludwig Hahnwald. Dieser wurde bei lebendigem Leibe in seinem Rollstuhl angezündet. Doch wer sollte etwas gegen den bei allen beliebten Mann gehabt haben? Ira beginnt in Hahnwalds Kreisen zu forschen und zu interviewen und so langsam scheint es, als hätte der schöne Ludwig mehr als ein Geheimnis gehabt. Und wer ist dieser neue Blogschreiber, der scheinbar Insiderwissen der Polizei über das Internet verbreitet und Ira immer einen Schritt voraus zu haben scheint?Meine Meinung: Mordkapelle ist der erste Krimi aus der Ira Wittekind Reihe, der im Heyne Verlag herauskam, allerdings gab es zuvor schon Bücher über die sympathische Reporterin. Trotzdem gibt es hier im persönlichen Bereich der Journalistin und auch bei diesem Fall keinerlei Verständnisprobleme. Ganz im Gegenteil, denn schon der Einstieg in den Krimi gelingt rasant und mitreißend und der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, verständlich, flüssig und klar. Innerhalb kürzester Zeit war ich gebannt von den Ereignisse und begab mich gemeinsam mit Ira auf Spurensuche, die auch zum Teil in die Vergangenheit des Opfers führte.Die Geschichte ist sehr spannend erzählt und ich persönlich mag es auch sehr gerne, wenn ein Krimi nicht immer aus der klassischen Sicht eines Polizeiermittlers erzählt wird. Carla Berling versteht es ausgezeichnet, immer wieder einzelne Spuren zu streuen und kleinere Puzzlestücke zu offenbaren, so dass der Leser nicht nur mitfiebern, sondern auch sehr gut miträtseln kann. Dieser Fall hier hat es dann auch ganz schön in sich und je mehr Ira herausfindet, desto brenzliger wird es hier. Spannung und Nervenkitzel steigern sich hier permanent und halten den Leser einfach gefangen.Was mir hier sehr gut gefallen hat, waren die Nachforschungen in der Vergangenheit des Opfers, bei dem so einiges zu Tage kam und mich immer wieder aufs Neue überraschen konnte, ein wirklich gelungenes Versteckspiel, mit geschickten Wendungen, bei dem die Autorin zu keiner Zeit den roten Faden verliert. Ganz im Gegenteil, jedes Ereignis war sehr glaubhaft und authentisch dargestellt.Erzählt wird hier in erster Linie durch einen personellen Erzähler in der dritten Person, der die Perspektive der Protagonistin Ira Wittekind einnimmt. Als Leser verfolgt man die Ereignisse dabei gleich aus der ersten Reihe und das Buch liest sich, wie ein spannender Fernsehkrimi sich anschauen läßt.Ira Wittekind ist eine sehr authenische Protagonistin, die mir richtig gut gefallen hat und von der ich hoffe, dass ich noch so einige Ermittlungen mit ihr erleben darf. Sie ist eine gestandene Frau Mitte fünfzig, der man so schnell nichts mehr vormachen kann und genau das macht sie hier auch sehr glaubwürdig. Sie tritt meistens sehr resolut auf und einschüchtern kann man sie auch nicht so leicht. Neben Ira gibt es dann noch ihren Lebensgefährten, deren beiden betagten Tanten mich so einige Male schmunzeln ließen. Auch Iras beste Freundin Coco wirkte sympathisch und passte hier perfekt hinein. Die komplette Riege der Verdächtigen sind gut ausgearbeitet, so dass man bei jedem so ein kleines bisschen grübeln und überlegen kann, doch am Ende kommt es dann eh anders, als man bis dahin dachte.Mein Fazit: Ein rundum gelungener Krimi, der von der ersten Seite in die Geschichte zieht und permanent Spannung halten kann. Geschickte Wendungen, viele Geheimnisse und kleine Puzzlestücke lassen den Leser mitgrübeln und fesseln, dabei bleibt der rote Faden durchweg erhalten, was die Glaubwürdigkeit unterstreicht. Eine sympathische Ermittlerin, mit einer tollen Familie und interessanter Freundin runden das Gesamtbild ab. Für Krimifans eine klare Leseempfehlung!

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  • Der schöne Ludwig brennt

    Mordkapelle

    MikkaG

    30. April 2017 um 12:12

    Gleichzeitig ein Debütroman und ein vierter Band? Möglich gemacht wird das scheinbare Paradoxon von der einfachen Tatsache, dass Carla Berling. die ihre schriftstellerische Karriere als Lokalreporterin und Pressefotografin begann, die ersten drei Bände ihrer erfolgreichen Krimireihe in eigener Regie als Selfpublisherin herausgab. In "Sonntagstod", "Königstöchter" und "Tunnelspiel" ließ die Autorin eine starke Heldin mittleren Alters ermitteln: Ira Wittekind, mit der sie mehr gemeinsam hat also nur den Beruf, und der sie daher eine überzeugende Authentizität verleihen konnte. Vielleicht war es das, was die Aufmerksamkeit des Heyne-Verlags erregte? Jedenfalls trudelte im November 2014 eine Mail bei Carla Berling ein, die Interesse an einer Zusammenarbeit bekundete – und das Ergebnis steht nun unter dem Titel "Mordkapelle" in den Buchhandlungen. Ein Verlagsdebüt also, und dennoch eine Krimireihe, deren Hauptcharaktere schon eine gewisse Hintergrundgeschichte mitbringen. Das merkt man auch, denn sie wirken sehr lebendig und vielschichtig, mit  all den familiären und freundschaftlichen Querverbindungen, die aus langer Bekanntschaft eben entstehen! Das Buch enthält eine kleine Übersicht der wichtigsten Personen, aber sie sind in meinen Augen ohnehin unverwechselbar genug, um als Leser nicht durcheinander zu kommen. Ira Wittekind ist schon in sofern eine eher ungewöhnliche Krimi-Heldin, dass sie Mitte fünfzig ist – und das ist wunderbar. Warum sollen es immer nur die Mittzwanzigerinnen sein, die Abenteuer erleben? Wenn ich sie in wenigen Worten beschreiben müsste, dann wären es wohl: 'hartnäckig', 'entschlossen', 'intelligent', 'integer'... Und 'Tunnelblick'. Denn sie kann sich ganz schön verbeißen in einen Fall, und manchmal sieht sie dann den Wald vor lauter Bäumen nicht! Manchmal konnte ich ihr Verhalten nicht hundertprozentig nachvollziehen, meist war ich aber ganz "bei ihr" und fand ihre Ermittlungsmethoden schlüssig und hochspannend. Das Buch ist ein klassischer Krimi im Stile eines "Whodunits". Nicht ausufernde Gewalt steht im Mittelpunkt, sondern das große Rätsel: Wer hat es getan? Und warum?  Ira ermittelt, was der Polizei oft ein Dorn im Auge ist, und fördert dabei nach und nach einiges zu Tage: mehr als eine Person im Umfeld des ermordeten Apothekers Ludwig Hahnwald hat Dreck am Stecken und/oder ein mögliches Motiv. Außerdem stößt sie auf ein altes Geheimnis, das mehr als 40 Jahre nicht aufgedeckt wurde. Der Leser kann fleißig miträtseln, der Fall ist interessant konstruiert, es gibt zahlreiche Winkelzüge und versteckte Motive. Die Auflösung ereilt die Guten wie die Bösen überraschend, im Rückblick konnte ich mich aber an genug Hinweise erinnern, dass sie nicht aus heiterem Himmel kam. Ein wenig enttäuscht hat mich, dass Ira im Finale eine zwar dramatische, aber eher passive Rolle spielt! Statt aktiv das letzte Rätsel zu lösen, widerfährt ihr die Lösung eher, als dass sie sie triumphierend präsentiert. Gelegentlich fand ich auch etwas zweifelhaft, wie mühelos sie Verdächtige und Zeugen zum Reden bringt – und das zum Teil mit sehr offensichtlich strategischen Fragen. Die Spannung ist meist eher eine unterschwellige, statt vor Action nur so zu strotzen, aber sie hält sich durchweg auf hohem Niveau. Es sind nicht nur der Mordfall und das alte Geheimnis, die für Verwirrung sorgen: genauso brisant ist das plötzliche Auftauchen eines selbsternannten Enthüllungsjournalisten, der auf seiner Webseite mit geschmacklosen Schlagzeilen ganz tief im Dreck wühlt. Außerdem verfügt er über Informationen, die die Polizei noch gar nicht herausgegeben hat... Er war ein interessanter, zwiespältiger Charakter, allerdings erschien mir eine bestimmte Entwicklung gegen Ende ein wenig konstruiert. Der Schreibstil ist flüssig und locker; die Autorin lässt ein wenig Lokalkolorit und Humor einfließen, was der Krimi-Atmosphäre und der Ernsthaftigkeit des Falls aber keinen Abbruch tut. Fazit:In der ausgebrannten Friedhofskapelle wird ein Rollstuhl mit der verkohlten Leiche von Ludwig Hahnwald entdeckt. Der alte Apotheker war im Ort allseits bekannt und beliebt, aber als Lokalreporterin Ira Wittekind sich mit dem Leben des "schönen Ludwig" beschäftigt, stellt sie schnell fest, dass sich hinter der Fassade viel Unschönes verbirgt. Ein klassischer Krimi, in dem es mehr um Ermittlungsarbeit geht als um literweise Blut und Ekelfaktor! Das Buch hat mich – trotz kleinerer Kritikpunkte – mit glaubhaften Charakteren, falschen Fährten und einem angenehmen Schreibstil gut unterhalten. 

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