Sonntags Tod

von Carla Berling 
4,4 Sterne bei46 Bewertungen
Sonntags Tod
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ChattysBuecherblogs avatar

Solider Auftakt zu einer spannenden Westfalen Reihe.

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Solider spannender Krimi

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Inhaltsangabe zu "Sonntags Tod"

Lokalreporterin Ira Wittekind ist gerade erst in ihre westfälische Heimat zurückgekehrt, als eine schreckliche Nachricht sie erreicht: Ihre Schulfreundin Verena ist tot, ermordet von ihrem Mann Richard. Direkt nach dem Mord hat der angesehene Hotelier sich selbst das Leben genommen. Kurz darauf ist Ira Zeugin, als ein Toter in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Durch ein kleines Detail wird sie auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Todesfällen aufmerksam. Und ihr wird klar, dass hinter der idyllischen Fassade der Provinz ungeahnte Abgründe lauern ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453419933
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:13.11.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.11.2017 bei Random House Audio erschienen.

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    HappySteffis avatar
    HappySteffivor 8 Monaten
    [Rezension] Sonntags Tod von Carla Berling

    Taschenbuch: 272 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Erscheinungstermin: 13. November 2017
    ISBN-10: 3453419936


    Klappentext

    Lokalreporterin Ira Wittekind ist gerade erst in ihre westfälische Heimat zurückgekehrt, als eine schreckliche Nachricht sie erreicht: Ihre Schulfreundin Verena ist tot, ermordet von ihrem Mann Richard. Direkt nach dem Mord hat der angesehene Hotelier sich selbst das Leben genommen. Kurz darauf ist Ira Zeugin, als ein Toter in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Durch ein kleines Detail wird sie auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Todesfällen aufmerksam. Und ihr wird klar, dass hinter der idyllischen Fassade der Provinz ungeahnte Abgründe lauern

    Autor
    Carla Berling, unverbesserliche Ostwestfälin mit rheinländischem Temperament, lebt in Köln, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Mit der Krimi-Reihe um Ira Wittekind landete sie 2013 auf Anhieb einen Erfolg als Selfpublisherin. MORDKAPELLE war ihr erster Wittekind-Roman bei Heyne, es folgte SONNTAGS TOD. Bevor sie Bücher schrieb, arbeitete Carla Berling jahrelang als Lokalreporterin und Pressefotografin. Sie tourt außerdem regelmäßig mit ihrer Comedyreihe Jesses Maria durch große und kleine Städte.

    Cover
    Dunkler Himmel, ein Kornfeld und im Hintergrund eine einsame Hütte. Das Cover zu Sonntags Tod kann mich leider nicht vom Hocker reißen. Zu nichtssagend für die Story und damit leider zu unscheinbar.

    Meinung
    Als die Journalistin Ira Wittekind in ihrer Heimat Bad Oeynhausen von dem Tod ihrer Kindheitsfreundin Verena erfährt ist sie schockiert. Alles sieht danach aus, als hätte ihr Mann zuerst sie, dann sich selber umgebracht.
    Als sich Ira einem Polizeieinsatz anschließt, wird eine weitere Leiche gefunden. Ein kleiner Hinweis lässt die Frau einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen vermuten und so begibt sie sich auf die Recherche.

    Ungeklärte Situationen und verwirrende Zusammenhänge erwarten Ira, die sich jedoch nicht davon abbringen lässt die Familiengeheimnisse und somit auch den Tod ihrer Freundin aufzuklären.

    Protagonistin Ira ist eine resolute Frau im besten Alter, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und mit Verstand und viel Gespür den Hinweisen nachgeht. Sie -genau wie andere Charaktere auch- ist liebevoll und mit Sinn für Details ausgearbeitet und es macht Spaß sie zu begleiten. Vor allem aber, das sie mit beiden Beinen im Leben und vor allem auf dem Boden steht macht sie sehr glaubhaft.

    Das gut aufgebaute Buch würde ich als eine Mischung zwischen Krimi und Roman einordnen. Zu stark sind die Rückblicke auf die Familienhistorie und das Zwischenmenschliche um hier einen reinen Krimi vor sich zu haben. Jedoch schafft es die Autorin trotzdem die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu halten. Unvorhersehbare Wendungen sorgen dafür, das erst am Ende alle Fäden zusammen laufen und sich eine Lösung ergibt.

    Der Schreibstil ist einfach und nicht sehr ausschweifend, was aber gut zur Geschichte und zur Protagonistin passt.

    Fazit
    Wer einen soliden, spannenden Krimi mit Roman-Einschlag sucht, der vor westfälischer Kulisse Familienabgründe beleuchtet sollte sich dringend Sonntags Tod von Carla Berling anschauen. Auch wenn dies mein erstes Buch der Autorin war, wird es bestimmt nicht das letzte sein. Ich freue mich schon auf andere Ermittlungen von Ira Wittekind. 

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    rike84s avatar
    rike84vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gute Idee, gelungener Lokalkolorit aber dann doch eine nicht so ganz nachvollziehbare Motivation der Ermittlerin.
    Ein Dorf und Geheimnisse

    Ira ist Lokalreporterin und muss zu einer Beerdigung, denn Ihre Schulfreundin wurde von ihrem Mann ermordet. Auf der Beerdigung in ihrem alten, westfälischen Dorf trifft sie viele Menschen aus ihrer Vergangenheit wieder. So auch Andy. Als sie dann wieder in ihrem Alltag als Reporterin unterwegs ist, entdeckt sie bei einem Polizeieinsatz eine Leiche in einer Messi-Wohnung. Als sie dann eine Verbindung zu ihrem alten Dorf aufdeckt, ermittelt sie plötzlich auf eigene Faust in einem Verbrechen und gerät in eine Familientragödie ungeahnten Ausmaßes.

    Stil, Machart, Meinung

    Dieser Kriminalroman legt einen großen Fokus auf die Ermittlerin Ira und die Vergangenheit in ihrem westfälischen Heimatdorf. Bald befindet sich der Leser inmitten einer großen Familie, in der jeder ein Geheimnis zu haben scheint. Nebenbei gibt´s eine Menge Lokalkolorit.

    Ich mag solche Geschichten eigentlich, aber mir war beim Lesen oft nicht klar, wieso Ira da jetzt eigentlich ermittelt und was das genau bringen soll. Ich fühlte irgendwie nicht, dass da so dringlich etwas aufgeklärt werden musste –was komisch klingt, aber tatsächlich so passierte.  Dazu muss ich erst einmal einen Kritikpunkt anbringen: Den meisten Anteil an der Ermittlung in dieser Geschichte hat nicht die Ermittlerin Ira, sondern Kommissar Zufall. Die Zufälle häufen sich, der Haufen ist mir am Ende zu groß.

    Mit Hauptperson Ira bin ich leider auch nicht recht warm geworden. Sie trägt gern rote Kleidungsstücke und hat einen Pudel. Neben diesen wenig beeindruckenden Eigenschaften mag ich ihre Art auch in vielen Situationen nicht recht. Sie soll auch die Gabe haben, Menschen durch zuhören allerlei Geheimnisse zu entlocken. Für mich sieht es jedoch eher so aus als würde sie ziemlich plump überall einfallen und direkt simple Fragen stellen, welche dann auf einmal wundersame Weise zu vielen vertraulichen Informationen führen. Vielleicht ist es ja auch die Anwesenheit des Pudels..

    So etwas ist ja immer Geschmackssache und es gibt durchaus auch Positives zu berichten: Wir haben hier eine Familie mit vielen Familienmitgliedern und ich konnte mir die Personen schnell merken. Die Schreibweise ist flott und flüssig. Der Plot dröselt sich am Ende auch ganz sinnig auf und die einzelnen Personen und deren Handlungen machen Sinn. Ein besonderes Lob gilt der Einbettung des Lokalkolorits: interessante lokale Besonderheiten werden charmant und in guter Balance ins Geschehen eingebracht, auch etwas Gesellschaftskritik bzw. Gegenwartsbeschreibung ist gut untergebracht.

    *Spoileralarm in Sachen Spoiler..*

    Eine Anmerkung: Auf der Rückseite des Covers werden die Hauptpersonen kurz steckbriefartig vorgestellt. Andy, der erst im letzten Drittel der Freund der Hauptperson ist, wird dort bereits als ihr Freund bezeichnet. Das ist natürlich blöd gemacht, weil es die Spannung nimmt ob aus den beiden dann am Ende was wird.

    Fazit

    Man konnte die Geschichte gut lesen, der Plot und der Lokalkolorit waren gut und zu meiner Freude wurde nicht ausschmückend herumgeschwafelt. Das Setting mit einem Dorf, einer Familie mit vielen Geheimnissen in Verbindung mit einem Mordfall – das mag ich sehr gern. Nur leider wurde ich mit der Hauptperson Ira und deren Motivation für die Ermittlung nicht warm. Ich las zwar nicht gelangweilt weiter, habe jedoch streckenweise wenig Sinn in der Ermittlung gesehen. Ich vergebe 3 Sterne und denke, dass meine subjektive Bewertung eventuell etwas von der allgemeinen Bewertung dieses Buches abweichen wird – wahrscheinlich liegt die durchschnittliche Bewertung um die 4 Sterne, aber mich persönlich hat neben positiven Aspekten auch einiges gestört. Deshalb werde ich ein nächstes Buch dieser Reihe wohl auch nicht lesen. Schlecht ist das Buch jedoch keinesfalls.

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    twentytwos avatar
    twentytwovor 9 Monaten
    Sonntags Tod

    Ira Wittekind ist erschüttert. Ihre alte Jugendfreundin Verena ist tot. Welchen Grund könnte ihr Ehemann gehabt haben sie zu ermorden und anschließend Selbstmord zu begehen? Die Tat bleibt unerklärlich, denn es gibt keinen Abschiedsbrief. Als Ira kurze Zeit darauf im Rahmen einer Polizeireportage auf einen weiteren Toten stößt, den Verena offensichtlich gekannt hat, erhärtet sich ihr Verdacht, dass mehr hinter der Sache stecken könnte als es zunächst den Anschein hatte. In Absprache mit der Familie des toten Mannes beginnt sie eigene Recherchen anzustellen und stößt dabei auf alte Familiengeheimnisse die sie tief erschüttern.

    Fazit
    Ein Krimi der sich als Familiendrama mit unzähligen brisanten Geheimnissen herausstellt, die in ihrer Anhäufung zu unglaubhaft und konstruiert wirken um echte Spannung aufkommen zu lassen.

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    monja1995s avatar
    monja1995vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: 100% Leseempfehlung von mir
    Abgründe in Bad Oeynhausen

    Klappentext:

    Ein Achtjähriger erschießt versehentlich seinen Großvater. Kurz darauf verschwindet der jüngste Sohn des Toten spurlos. Niemand weiß, warum er ohne ein Wort geht und sich nie wieder bei seiner Familie meldet.
    Vierzehn Jahre später: Die Welt im westfälischen Bad Oeynhausen scheint in Ordnung zu sein - bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet.
    Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung an den Ort ihrer Kindheit zurück. Als Reporterin ist sie dabei, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird.
    Und dann entdeckt sie einen tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck und dem Unglück in der Vergangenheit.

    Ira Wittekind fährt nach Bad Oeynhausen, um an einer Beerdigung teilzunehmen. Es ist die Beerdigung ihrer Kindheits- und Jugendfreundin Verena. Diese war ihre engste und einzige richtige Freundin, die sie durch Kinderzeit und Jugend begleitete. Erst später trennten sich ihre Wege aus beruflichen Gründen.
    Jetzt ist Verena tot. Sie wurde von ihrem Ehemann getötet, der unmittelbar danach auch sich selbst tötete.
    Auf der Trauerfeier, über die sie für ihre Zeitung bei der sie als Reporterin beschäftigt ist, berichten soll, trifft sie auf Bekannte aus ihrer Jugendzeit. Als es zu Unstimmigkeiten, die die Feier stören kommt, beschließt Ira auf eigene Faust weiter zu ermitteln, was auf Hof Eskendor im Argen liegt.
    Da sie in der Gegend aufgewachsen ist, weiß sie, wie sie die Menschen zum sprechen bringen kann und stößt auf unsägliche Geschichten, die sich innerhalb eines Familienclans in den letzten Jahrzehnten abgespielt hatten und letztendlich durch 3 Tote nicht mehr geheim bleiben dürfen.
    Mit ihrer Krimireihe die in und um Bad Oeynhausen spielt, hat Carla Berling einen Schritt in eine Richtung gewagt, aus der hoffentlich noch mehr von ihr kommen wird. Sie versteht es, den Leser ins Geschehen voll und ganz einzubinden, setzt Spannungsspitzen genau dort, wo sie hingehören und schreibt mal laut, aggressiv und dann wieder voller Leidenschaft, Gefühl und Sanftheit. In diesem Buch prangert sie in erster Linie die allgemeine, althergebrachte Intoleranz gegenüber Menschen an, die nicht ins Schema F der Allgemeinheit passen, ebenso zeigt sie, wie viel im Verborgenen einer Dorf- und auch Familiengemeinschaft passieren kann und welchen Schaden die davon betroffenen, meist minderjährigen und hilflosen Kinder tragen und wie sich deren Kindheitserlebnisse auf deren späteres Erwachsenenleben im Positiven, wie auch im Negativen auswirken können. Nein, Carla Berling schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sie schreibt so, wie die Geschichte millionenfach überall auf der Welt geschehen sein könnte und wie eine Reporterin durch geschickte Fragen und Feingefühl für Emotionen hinter die dunkelsten Geheimnisse kommt.
    Auch wenn die Autorin zu Beginn darauf hinweist, dass außer den Örtlichkeiten alles frei erfunden ist, so ist es doch so realistisch dargestellt, als wäre man als Leser mitten im Geschehen und würde die Personen und Örtlichkeiten vor sich sehen und kennen.
    Ein perfekt ausgearbeiteter Krimi einer deutschen Autorin, von der sicherlich noch viel in dieser Richtung zu erwarten sein wird. Ich persönlich freue mich darauf und spreche meine 100%ige Leseempfehlung für Sonntagstod aus.

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    Padmanpls avatar
    Padmanplvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein etwas anderer Krimi, bei dem eine einfache Reporterin dunkle Geheimnisse aufdeckt
    Ein etwas anderer Krimi, in dem eine einfache Reporterin dunkle Geheimnisse aufdeckt

    „Sonntags Tod“ von Carla Berling aus dem Heyne Verlag.

    Genre: Krimi

    Es ist ein Kriminalroman auf 269 Seiten, der mit einer Geschichte aufwartet, mit der man so nicht rechnet. Aufgelöst werden die Zusammenhänge von der Reporterin Ira Wittekind. Meine Lesedauer betrug ca. 6 Stunden. Das Buch erschien bereits am 13.11.2017. Die Erstveröffentlichung war jedoch schon am 27.09.2013.

    Klappentext:

    Lokalreporterin Ira Wittekind ist gerade erst in ihre westfälische Heimat zurückgekehrt, als eine schreckliche Nachricht sie erreicht: Ihre Schulfreundin Verena ist tot, ermordet von ihrem Mann Richard. Direkt nach dem Mord hat der angesehene Hotelier sich selbst das Leben genommen. Kurz darauf ist Ira Zeugin, als ein Toter in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Durch ein kleines Detail wird sie auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Todesfällen aufmerksam. Und ihr wird klar, dass hinter der idyllischen Fassade der Provinz ungeahnte Abgründe lauern…

    Das erste Drittel in diesem Buch hat sich für mich als etwas schwierig dargestellt, da noch nicht viel passiert, aber sehr viele Menschen vorkommen. Die Hauptfigur Ira Wittekind ist bei der Beerdigung ihrer alten Schulfreundin, welche mitsamt ihrem Ehemann, begraben wird. Dass dieser erst seiner Frau und anschließend sich das Leben nahm ist weitläufig schon bekannt. Auf dieser Beerdigung begegnet sie alten Bekannten und Freunden aus ihrer Jugendzeit wieder.

    Bis hierhin insgesamt tragisch, aber nicht ungewöhnlich. Erst als sie bei einer Reportage auf einen Toten, dessen Nachname Sonntag ist, stößt und sich dieser als der verschwundene Sohn einer ihr bestens bekannten Familie entpuppt, beginnen die verworrenen Zusammenhänge. Diese sind zu Beginn ihrer Recherchen noch lange nicht klar und lösen sich im Verlauf der folgenden Geschichte durch viele Ecken und Kanten auf. Dabei verläuft die Recherche und Suche bis zum Schluss der Geschichte, in welcher ungeahnte dunkle Geheimnisse schlummern und ans Licht gebracht werden.

    Vielleicht mag es ein wenig gekünstelt wirken, aber könnte es diese dunklen Geheimnisse und eine Familie in dieser Form geben? Das ist durchaus denkbar. Jedenfalls beginnt dieser Krimi ab diesem Zeitpunkt spannender und interessanter zu werden. Dabei entstehen immer wieder Atempausen, die das ganze wieder abflachen lassen. Ein richtiges Spannungshoch gab es aus meiner Sicht jedoch nicht. Dafür ist die Verworrenheit so interessant, dass man selbst beim Lesen durchaus mal den Überblick verlieren kann. Wer hat da noch mit wem zu tun und was sind die Beweggründe und wie war das nochmal in der Vergangenheit? Alles das spielt mit rein und entwickelt sich zu einem interessanten Familienportrait.

    Das Ganze spielt sich in Bad Oeynhausen ab. Eine kleine Stadt in der Nähe von Bielefeld. Die Autorin nutzt ihre Ortskenntnisse und auch den westfälischen Dialekt, was durchaus die Örtlichkeit des Geschehens noch ein kleineres Stück näher an den Leser bringt. Wobei ich hin und wieder eines der Dialektwörter googlen musste. Eine andere Sache, die sehr auffällig ist, ist der Punkt, dass häufig Alkohol konsumiert wird. Da habe ich mich schon gefragt, ob das nicht schon ein wenig zu viel des Guten sein könnte – oder die Beteiligten einfach nur trinkfest sind?!

    Insgesamt ist es dadurch interessant, dass eine einfache Reporterin die Recherchen durchführt. Sie nutzt ihre Berufserfahrung aus, um an Informationen heranzukommen, obgleich sie natürlich den Vorteil hat, dass sie viele Personen befragen kann, die sie bereits seit Jahrzehnten kennt.

    Auch der Schreibstil und die Wortwahl sind angenehm einfach, sodass man gut durch die Story geleitet wird. Das ist gerade im ersten Drittel des Buches ungemein wichtig, da es, wie bereits erwähnt, der ruhigste Teil in diesem Krimi ist.

    Es mag mich zwar nicht vom Hocker gehauen haben, aber eingeschlafen bin ich auch nicht. Für mich war nicht das Spannungselement entscheidend, sondern die Verworrenheit und die Puzzlestücke, welche nach und nach zusammengefügt werden, das Element, was mein Interesse an dieser Story aufrecht hielt.

    Der klassische Krimifan wird hier wohl nicht so glücklich werden. Wenn man sich jedoch für die etwas andere Art der Ermittlungen, bzw. Recherchen, mit dem Aufdecken von dunklen Geheimnissen innerhalb einer Familie interessiert, kann sehr wohl mit diesem Buch eine sehr gute Story lesen.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Eingängiger Regional-Krimi

    Eingängiger Regional-Krimi

    „Sie hatte die Worte kaum ausgesprochen, als die Beine unter ihr nachgaben. Sie streckte die Hand aus und griff im Fallen nach Andy. Er konnte gerade noch verhindern, dass seine Mutter ohnmächtig auf dem Boden aufschlug“.

    Bis es soweit ist, dass Elsa, Witwe eines ostwestfälischen Großbauern, Mutter von vier Söhnen, oft in der Ehe mit Gewalt konfrontiert gewesen, zu Boden sinkt, ist schon eine ganze Weile im Buch vergangen.

    Und immer noch ist der Leser zwar voller Ahnungen, was hinter all den mysteriösen Todesfällen aus Gegenwart und Vergangenheit stecken könnte, hat aber weiterhin genauswenig Gewissheit, wie Ira. Die junge Journalistin, im Provinzkaff dort aufgewachsen und, nach Jahren in der „großen weiten Welt“ (Köln) wieder zurückgekehrt.

    Wo sie ihre alte Schulfreundin tot vorfindet. Wohl ermordet von ihrem Mann, warum auch immer. Wo ein Junge inzwischen erwachsen geworden ist, der wohl seinen Großvater (Elsas Mann und Großbauer) vor 14 Jahren versehentlich erschossen hat. Wo der jüngste Sohn der Bauernfamilie just seit diesem Geschehen einfach verschwunden ist (mit Plan und Ziel, wie sich herausstellen wird, auch wenn er daran wohl scheiterte). Wo der älteste Sohn der Familie, Andy, von Beginn an das Herz Iras schneller schlagen lässt (auch wenn beide schon das 50. Lebensjahr hinter sich gelassen haben).

    Mehr und mehr wird Ira in diese Familie mit den nicht wenigen dunklen Geheimnissen ihrer Angehörigen hineingezogen und verbeißt sich regelrecht in die Aufklärung all dieser Tode und dieses Verschwindens. Wobei zwei alte Frauen, die auf dem Hof Leben, durchaus das ein oder andere beisteuern können und zudem ein in der Nähe gelegenes, ehemaliges Waisenhaus eine über aus düstere Rolle einnehmen wird.

    Dass dabei Ira in wenigen Wochen und mit eher schlichten Recherchemethoden des ein oder anderen „Klicks“ auf Ergebnisse stößt, die Elsa, der Mutter, trotz Privatdetektivs zu Zeiten verschlossen geblieben waren. Dass in der Familie so wenige so viel nicht gesehen und bemerkt haben wollen, dass der getötete Ehemann Elsas eine überaus dramatische Kindheit im Waisenhaus verlebt hat, diese eher „leicht“ fallenden Ergebnisse der Recherchen wirken dabei auf Dauer zwar ein stückweit unrealistisch und manches „sich bedeckt halten“ wirkt am Ende der Lektüre auch zu sehr auf Geheimnis getrimmt, dennoch bietet Carla Berling einen flüssig verfassten Kriminalroman, der sich eines dunklen Kapitels menschlicher, übergriffiger Sexualität annimmt, das den Leser immer mehr auch emotional mit in diese düstere Familiengeschichte und -Situation hineinnimmt.

    Sprachlich eher schlicht gehalten (was gut zu den Protagonisten passt und durch, immer wieder eingestreute, Mundartbrocken aufgelockert wird), ist es doch auch mit einer gewissen Spannung versehen, der Auflösung all der merkwürdigen Haltungen und Ereignisse aus über einem Jahrzehnt Familiengeschichte entgegen zu lesen.

    Alles in allem eine klassische Kriminallektüre, die das „Wegsehen“ in kleinen Orten ebenso mit zum Thema hat, wie die Härten des Lebens, die gerade unschuldige Kinder für das ganze weitere Leben deformieren können.

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    Thrillertantevor einem Jahr
    Sonntags Tod

    Ira Wittekind, Lokalreporterin, kehrt in ihre westfälische Heimat zurück und wird gleich mit einer Hiobsbotschaft erwartet. Schulfreundin Verena wurde von ihrem Mann Richard ermordet und dieser hat sich im Anschluss das Leben genommen. Zu allem übel wird Ira kurz darauf noch Zeugin, als ein Toter in einer mehr als verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Ira stellt durch ein Detail fest, dass der Mord, Selbstmord und die gefundene Leiche in irgendeinem Zusammenhang stehen müssen und stößt bei ihrer Recherche auf Abgründe, die irgendwieso gar nicht in diese idyllische Provinz zu passen scheinen...

    Der Klappentext des Kriminalromans hat sich so spannend angehört, dass ich nicht umhin kam den Krimi zu lesen und ich habe es nicht bereut!

    Carla Berling legt hier einen Kriminalroman vor, in dem sich eine Familiengeschichte verbirgt, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Die Story ist durchweg spannend und beim Lesen wird man ein bisschen selber zum Ermittler und will, genau wie Ira, die Zusammenhänge, die bestehen müssen, entwirren und den Täter, der verwahrloste Tote wurde ermordet, entlarven. Dies gestaltet sich nicht ganz einfach, denn es gibt jede Menge Geheimnisse, die erst mal aufgedröselt werden müssen und die Ira fast sprachlos machen.

    Ira und alles anderen Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet und ich konnte mich, gerade mit Ira, sehr gut identifizieren. Manches Mal habe ich kleine Probleme mit Krimis, die viel Lokalorit enthalten, bei "Sonntags Tod" allerdings überhaupt nicht!

    Obwohl viele relevanten Charaktere in der Geschichte vorkommen, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, diese auseinanderzuhalten. Ein weiterer Pluspunkt für mich ist, dass Polizeiarbeit und die Privatleben der Ermittler, die mich oft an Krimis stören, nur am Rande oder gar nicht vorkommen! So blieb "Sonntags Tod" für mich durchweg spannend und trotzdem ich mitgerätselt habe, hatte ich meist den falschen Täter in Verdacht! Carla Berling hat geschickte Wendungen eingebaut und mich an der Nase herumgeführt, was noch ein Pluspunkt für mich bedeutet!

    So kann ich für "Sonntags Tod" nur eine absolute Leseempfehlung geben und freue mich auf weiter Krimis von Carla Berling, am liebsten mit der symphatischen Protagonistin Ira Wittekind!

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    LisaLiebeskinds avatar
    LisaLiebeskindvor einem Jahr
    Kurzmeinung: "Sonntags Tod" von Carla Berling ist ein gut durchdachter, unterhaltsamer Krimi mit sehr abwechslungsreichen Elementen.
    Nicht die typische Ermittlungsarbeit

    Meine Meinung 

    Als Thriller-Fan haben es Kriminalromane bei mir meistens nicht so leicht, weil sie für mich einfach auf der Spannungsebene nicht mithalten können und sich oft durch die eintönige Verfolgung der Ermittlungsarbeit auszeichnen.
    Bei "Sonntags Tod" von Carla Berling ist zwar auch keineswegs die Spannungskurve mit einem Thriller vergleichbar, aber trotzdem hat sie es geschafft mich in die Geschichte hineinzuziehen.

    Schon die Aufmachung des Buches hat mir gut gefallen. Das Cover ist toll, die Innengestaltung ebenso und auf Vorder- und Rückseite ist die Haptik des Buches durch teilweise ribbelige Erhebungen (ähnlich einem Schleifpapier) verändert.

    Mir hat an diesem Buch besonders gut gefallen, dass es nicht aus der sonst so typischen Sicht eines meist frustrierten, außenseiterischen Ermittlers erzählt wird, sondern wir an der Seite von Ira Wittekind, einer Lokalreporterin, durch die Geschichte geführt werden. Ira ist eine eigenständige und sehr sympathischen Figur, die versucht diverse Todesfälle aufzuklären und die dabei eine Vielzahl dunkler Geheimnisse aufdeckt.
    Ob es nun wirklich so realistisch ist, dass eine solche Frau einen Mord untersucht und dabei dieselben Dinge tut, die wir sonst von Polizisten kennen, ist meiner Meinung nach fraglich, aber es war trotzdem schön sich darauf einzulassen.

    Der Schreibstil von Carla Berling ist sehr angenehm, auch wenn ich an manchen Stellen das Gefühl hatte, dass sie sich ein wenig zu stark in Beschreibungen verliert, die an gewissen Stellen nicht von Nöten waren.
    Bei einigen Textpassagen musste ich wirklich schmunzeln, weil die Autorin manchen Figuren einen starken westfälischen Dialekt verleiht. Dieses Stilmittel lockert die Dialoge ziemlich auf und verleiht ihnen einen gewissen Charme.

    Was mich persönlich gestört hat, was aber tatsächlich nur mein persönliches Problem und kein allgemeines an der Geschichte ist, ist die... Dödömm... Liebesgeschichte. Es war vorhersehbar, dass sie kommt und ich bin immer froh, wenn ein Buch auch einfach mal ohne eine solche auskommt, vor allem wenn sie keinen nennenswerten  Mehrwert für die Geschichte bietet. Zuerst habe ich gehofft, dass sie der Handlung noch eine andere Wendung gibt, aber leider war dem nicht so.

    Fazit

    "Sonntags Tod" von Carla Berling ist ein gut durchdachter, unterhaltsamer Krimi mit sehr abwechslungsreichen Elementen. Wer sich gerne einmal auf ein anderes Ermittlungsverfahren einlassen möchte und eher zart besaitet ist, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Carla Berling besticht vor allem durch ihre gut gezeichneten Figuren, ein gut platziertes Spannungsniveau und den ein oder anderen Überraschungsmoment. Eine schöne und seichte Lektüre für Zwischendurch. 



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    Anja_Sebs avatar
    Anja_Sebvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Absolut spannend und lesenswert!
    Getarnte Familienidylle

    Die Rezension * * * * *

    gelesen und rezensiert von Anja Sebastian

    Mit diesem Kriminalroman schafft es die Autorin den Leser wahrhaftig zu fesseln und gleichzeitig so zu beeindrucken, dass man am liebsten selbst direkt mit ermitteln möchte und sich parallel zum gelesenen Geschehen auf die Spurensuche begibt. Die Geschichte um die Reporterin Ira Wittekind ist sehr gut recherchiert und authentisch bis ins Detail aufgebaut, weshalb man sofort in ihren Bann gezogen wird und das Buch nicht mehr zur Seite legen mag. Hinzu kommt der wirklich gute Schreibstil der Autorin, inklusive passendem Dialekt, der das Lesen sehr angenehm gestaltet. Man fliegt förmlich durch das Buch und kommt hier und da sogar mal zum Schmunzeln. Geschickt werden einige Wendungen und Irrwege in die Geschichte eingebaut, die dem Leser viel Raum für Spekulationen lassen.

     Von mir gibt es eine absolute Lese- und Kaufempfehlung, denn hinter dem idyllischen ersten Eindruck lauerte eine unglaubliche tiefgründige Geschichte.

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    janett_marposnels avatar
    janett_marposnelvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Unter jedem Dach ein Ach und wenn dann noch ein Mord hinzukommt, wird es spannend für den Krimiliebhaber.
    Authentische Unterhaltung für Krimiliebhaber

    Richard bringt erst seine alkoholabhängige Frau Verena um und anschließend sich selbst. Ira, freie Journalistin und ehemalige Freundin der verstorbenen Verena, kehrt zur Beerdigung des Ehepaars in ihre alte Heimatstadt zurück und dringt, anfänglich aus beruflichen Gründen, tief in die tragische Familiengeschichte ein.

    Es ist möglich, dass man „Sonntags Tod“ von Carla Berling nicht ohne größere Pausen lesen sollte, weil man sonst dem Verlauf der Handlung mit den zahlreichen Familienmitgliedern, Verstrickungen und anderen Bewohnern von Bad Oyenhausen nicht mehr folgen kann. Dieses Problem löst sich aber von selbst, denn die Geschichte ist so unterhaltsam und flott geschrieben, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen will und wenn es unbedingt sein muss, dann nur für kurze Zeit.

    Was diese Geschichte sympathisch macht, ist der Umstand, dass der Leser eine konkrete Vorstellung, die man fast schon voyeuristisch bezeichnen kann, vom Flair der Stadt erhält, sodass man sich in Bad Oyenhausen irgendwie heimisch fühlt beim Lesen. Aber nicht nur die Ortsbeschreibungen tragen zur Authentizität des Kriminalromans bei, auch die Figuren werden hervorragend zum Leben erweckt. Die Autorin macht es dem Leser leicht, sich in das Leben der mitwirkenden Charaktere hineinzuversetzen und schafft es nahezu mühelos, sich mit ihnen verbunden zu fühlen. Besonders die alten Schwestern vom Hof Eskendor Tante Friedchen und Tante Sophie mit dem Zigarrenstummel im Mundwinkel und dem ostwestfälischen Dialekt auf den spröden Lippen sind mir ans Herz gewachsen. Stets schmunzelnd hatte ich die beiden gestandenen Bäuerinnen haargenau vor Augen.

    Den letzten Schliff erhält der Krimi durch die gut gelungene Auseinandersetzung mit dem Verdrängen und Todschweigen unangenehmer Tatsachen innerhalb der eigenen Familie. Immer nach dem Motto: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Wahrscheinlich ist diese fragwürdige Taktik in vielen Familien üblich, sodass die meisten Leser sich gut in die geschilderte Situation hineinversetzen können und somit noch stärker in die Handlung gezogen werden.

    Alles in allem bekommt der Leser ein breites Spektrum an Unterhaltung geboten: Von Mord über Familientwist bis hin zu knisternder Liebelei ist alles dabei. Da bleibt einem nichts weiter übrig, als viel Spaß beim Lesen und Erleben zu wünschen.

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