Carlo Lucarelli

 3,5 Sterne bei 63 Bewertungen
Autor von Der grüne Leguan, Der Kampfhund und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Carlo Lucarelli

Carlo Lucarelli geboren 1960 in Parma, ist Autor diverser Kriminalromane, Erzählungen und Sachbücher, die sich mit der jüngeren italienischen Kriminalgeschichte befassen. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet und werden von Lesern und Presse gefeiert. Außerdem schreibt Lucarelli Drehbücher für Film und Fernsehen und moderiert für den italienischen Fernsehsender RAI die preisgekrönte Sendung «Blu Notte».

Alle Bücher von Carlo Lucarelli

Neue Rezensionen zu Carlo Lucarelli

Cover des Buches Léon (ISBN: 9783852568638)
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Rezension zu "Léon" von Carlo Lucarelli

Erschwerter Zugang
JoanStefvor 5 Monaten

Deutsche Übersetzung erschwert Zugang zu dem Thriller & seinem Potential


Ein weiterer Thriller aus der " Ispettore Grazia Negro-Reihe " von Carlo Lucarelli.

Carlo Lucarelli wurde 1960 in Parma/Italien geboren. Heute lebt er nahe Bologna. Schon früh interessierte ihn alles aus dem Bereich Theater und Literatur. Seine Studien führte er in diesem Bereich durch. Jedoch standen der Wunsch zum Schreiben für ihn wohl meist im Vordergrund. In seinen mitunter düsteren Roman-Reihen, konstruiert & stellt der Autor seinen Lesern, immer wieder erfolgreich, die unterschiedlichsten Protagonisten vor.


Das Coverbild zeigt einen grünen Echsenschwanz. 

Der Titel  mit gelb-gün unterlegter Farbe geschrieben, springt mir sofort ins Auge.


Mein persönliches Leseerlebnis

Erzählstil, Charaktere, Spannung, Logik

Das 208 Seiten umfassende elektronische Leseexemplar liegt mir vor. 

Der Klappentext hatte mich sehr neugierig auf diesen Thriller gemacht. 

Die ersten Kapitel lasen sich relativ flüssig & die Szenen waren gut verständlich erzählt. 

Leider hat sich dieser EIndruck dann in der Folge nicht weiter bestätigt. Immer wieder musste ich Kapitel neu lesen, um den Sinn des mir Erzählten, erfassen zu können. 

Die letzten Seiten der Geschichte waren dann wieder flüssig & nachvollziehbar lesbar.

Spannungsbögen oder Cliffhanger wurden hier nicht als Werkzeug zur Hilfe genommen. Eine Kapiteleinteilung wurde nicht vorgegeben. 

Die deutsche Übersetzung ist an einigen Stellen leider unverständlich und nicht nachvollziehbar ausgeführt worden.


Zusammenfassung: Die deutsche Übersetzung dieses Thrillers ist leider nicht so geglückt. Mitunter gibt es seitenlange, unverständlich erzählte Ereignisse, die schwer einzuordnen bzw. zuzuordnen sind. Wurde dieses Buch von unterschiedlichen Übersetzern bearbeitet? Die qualitativen Schwankungen in der deutschen Übersetzung, erschweren die Beurteilung des Thrillers, sehr. 


Fazit: Ein neuer Thriller, der mit großem Potential angekündigt wurde, diesem jedoch nicht gerecht werden konnte. 

Eine  Sternebewertung fällt mir schwer, da mir nicht klar ist, ob die deutsche Übersetzung, in ihrer Kommunikation, der italienischen Orginalvorlage entspricht. 


Um jedoch einen Überblick zu meiner Meinungsbildung transparent zu machen hier eine Beurteilung einzelner Gesichtspunkte: 


Cover: schön anzusehen, macht neugierig: 4*

Personen: hinreichende Vorstellung :           3*

Storyline: schwer zu beurteilen, da wenig Übersetzungsstärke: 3*

Spannung:                                                         2,5*

Lesefluss:                                                          3*

Insgesamt: 15,5 * ergibt eine Gesamtnote von: 3,1 * Lesesterne


ISBN: 978-3852568638

FORMATE: elektronische Ausgabe & Paperback

SEITENZAHL: 208

VERLAG: FOLIO

DEUTSCHE ÜBERSETZUNG: Karin Fleischanderl 

VERÖFFENTLICHUNG IN DEUTSCHLAND: 13. September 2022


Vielen Dank für das elektr. Leseexemplar.

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Cover des Buches Léon (ISBN: 9783852568638)
B

Rezension zu "Léon" von Carlo Lucarelli

Carlo Lucarelli - Léon
birgitdvor 8 Monaten

Leon überrascht bis zur letzten Seite.
Das Buch spielt in dem Bologna, mit seinen Plätzen, Gerüchen und Farben, mit echten Bologneser Gestalten wie dem Taxifahrer RedSox, die in die Geschichte eingebaut sind.
Es liest sich schnell, auch dank der ständigen Wendungen, die einen zum Weiterlesen zwingen und die Spannung bis zum Ende hochhalten.
Ein gut geschriebenes, fesselndes und flüssiges Buch.
Ich fand dieses Buch angenehm zu lesen.

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Cover des Buches Der schwärzeste Winter (ISBN: 9783852568362)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Der schwärzeste Winter" von Carlo Lucarelli

Eine Meisterleistung im Genre Noir Kriminalliteratur
Gwhynwhyfarvor 8 Monaten

Der Anfang: «Der Deutsche riss die Tür auf und steckte den Kopf ins Wageninnere, wobei er achtgab, mit dem Helm nicht gegen den Dachholm zu stoßen. Den Handschuh, den er ausgezogen hatte, trug er wie ein Hund im Mund, denn mit der anderen Hand hielt er den Griff der Maschinenpistole. Der Zeigefinger im dicken Wollhandschuh lag auf dem Bügel des Abzugs. Er nahm die bereitgehaltenen Papiere, die Franchina ihm reichte, und blickte die beiden lange reglos an: Der junge Mann am Steuer hatte noch Pickel im Gesicht und Brillantine in den gewellten Haaren; De Luca daneben, im Sitz des Fiat 1100 vergraben, trug einen hellen Trenchcoat, der viel zu leicht für den bereits kalten Wintertag war.»


Jedes Kapitel beginnt mit einem Zeitungsausschnitt der «Resto del Carlino», einer Zeitschrift, die zu dieser Zeit von den regierenden Faschisten herausgegeben wird: «‹Il Resto del Carlino›, Freitag, 1. Dezember 1944, XXIII, Italien, Reich und Kolonien, 50 Centesimi.» Insofern verfolgt der Leser parallel in Originalauszügen der Propagandazeitschrift diese Zeit. Commissario De Luca ist jetzt Teil der politischen Polizei und steht damit an der Seite der Faschisten. Die Menschen der besetzten Stadt im Winter bei Eiseskälte, ausgeblutet von den Bombenangriffen leben in ständiger Angst, leiden Hunger. Wehrmacht und SS werden flankiert von Mussolinis «Schwarzen Brigaden», die äußerst grausam auf Partisanenaktionen reagieren; doch die Antifaschisten agieren weiter im Untergrund. Drei Morde: Ein erschlagener Ingenieur, ein erschossener Professor und ein nackter, verstümmelter SS-Mann (Erkennungsmerkmal, die 0 für die Blutgruppe unter die Achsel tätoviert); und De Luca soll nun für drei Auftraggeber ermitteln: für die Faschisten, für die Nazis und undercover für die Kollegen des geheimen «antifaschistischen Polizeipräsidiums» – ein führender Kopf des Widerstands wird nämlich zu Unrecht beschuldigt, einen Mord begangen zu haben.


«Es war jemand von der Guardia Nazionale Repubblicana oder den Schwarzen Brigaden oder sonst einer politischen Organisation gewesen, man hatte ihn in eine Kaserne gebracht, massakriert und dann hier abgelegt. Deshalb hatte Rassetto, der Leiter der autonomen Polizeigruppe, der De Luca angehörte, ihn geschickt, denn er wusste am besten, wie man so etwas vertuschte.»


Der Noir-Krimi besteht aus drei Teilen: «Die Morde», «Die Ermittlung», «Die Mörder». Die Geschichte ist hochbrisant und kunstvoll konstruiert – allein schon dafür meine Hochachtung. Ziemlich schnell gibt es Verdächtige und eine Menge falscher Spuren. Die Auflösung ist brillant. Die Zeiten sind gefährlich, Faschisten, SS, Revolutionäre – wer gehört zu wem? Wem darf man was sagen und wem kann man vertrauen? Verhaftungen und Anschläge gehören zur Tagesordnung. Selbst die Schwarzen Brigaden sind spinnefeind mit den Deutschen. 


«Sie wissen doch, was dort passiert ist. Nein? Ist gut, Sie haben recht, in Marzabotto ist nichts passiert.»


Geschickt spielt Carlo Lucarelli neben den Zeitungsartikeln historische Eckdaten ein. Marzabotto, ein Dorf, in dem die Waffen-SS ein Massaker an der Bevölkerung verübte – darf als solches nicht erwähnt werden. Ein Zeuge wird De Luca zugespielt, den er offiziell nicht erwähnen darf. Denn es handelt sich um einen jüdischen Anwalt, der sich in einem Keller versteckt hält, um der Deportation durch die Deutschen zu entgehen. Frauen, deren Männer sich in Kriegsgefangenschaft in Deutschland befinden. Die Amerikaner rücken aus dem Süden vor, wie lange noch können sich die Faschisten halten? Natürlich kommt De Luca ständig in Gewissenskonflikte. Alle Optionen offenhalten ... 


«Eine Ermittlung war vom Präfekten und eine von den Deutschen in Auftrag gegeben worden…Und jetzt auch noch von der Resistenza. Oder nahezu.»


De Luca ist zur politischen Polizei versetzt worden, was ihm nicht passt. Er ist ein guter Ermittler, ein Commissario, und er will Morde aufklären – mit den Faschisten hat er nicht viel am Hut. Nun hat er drei rivalisierende Gruppen im Nacken und muss genau aufpassen, was er tut. Ein falsches Wort, ein falscher Schritt und er würde mit dem Leben spielen. Was ihn antreibt, ist seine Neugier, die Ermittlung, die Täter zu finden – und natürlich die Sache, einen Unschuldigen aus dem Gefängnis zu holen, ihm das Leben zu retten. Ein spannender historischer Krimi, der eine gefährliche Zeit atmosphärisch beschreibt, ein intelligenter Plot, für mich eine Meisterleistung im Genre Noir Kriminalliteratur.


Carlo Lucarelli ist 1960 in Parma geboren, lebt bei Bologna. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Journalist, Regisseur und Fernsehmoderator. International bekannt wurde er durch seine Kriminalromane, die in viele Sprachen übersetzt, mehrfach preisgekrönt und verfilmt wurden. Mitbegründer des «Gruppo 13» und Lehrer an der «Scuola Holden» für kreatives Schreiben.

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