Carlo Strenger

 4.6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Abenteuer Freiheit, Zivilisierte Verachtung und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Carlo Strenger

Abenteuer Freiheit

Abenteuer Freiheit

 (4)
Erschienen am 15.01.2017
Israel

Israel

 (3)
Erschienen am 12.10.2011
Zivilisierte Verachtung

Zivilisierte Verachtung

 (3)
Erschienen am 09.05.2015
Diese verdammten liberalen Eliten

Diese verdammten liberalen Eliten

 (0)
Erschienen am 13.05.2019
Pragmatik als Basis von Semantik und Syntax

Pragmatik als Basis von Semantik und Syntax

 (0)
Erschienen am 01.09.1975

Neue Rezensionen zu Carlo Strenger

Neu
buecher-beas avatar

Rezension zu "Abenteuer Freiheit" von Carlo Strenger

Ein wissenschaftliches Taschenbuch für alle, die sich um Gegenwart und Zukunft kümmern!
buecher-beavor einem Jahr

Abenteuer Freiheit - Ein Wegweiser für unsichere Zeiten.
Ich habe dieses Buch in die Hand genommen, weil ich es im Bahnhofsbuchhandel bei den Bestsellern als Stapel sah - und es sprach mich an.

Herr Strenger, ein schweizer  Professor der Psychologie, beschreibt in seinem Essay ein Dilemma des westlichen Kulturkreises. Mit der Freiheit, ohne Dogmen sein Leben selbst leben zu können geht für ihn nämlich auch noch die andere Freiheit, seinem Leben Regeln und Maßgaben zu geben, einher.
Außerdem werden viele Menschen unter dem Druck des Glückfindens eher depressiv als erfolgreich, da Erfolg nur wenigen Menschen vorbehalten ist - sonst wäre es kein Erfolg. Viel lieber sollte man mit erreichbarem zufrieden sein und sich in die Lage versetzen, sich seiner Freiheiten bewusst zu sein und diese zu verteidigen, wenn sie jemand beschneiden will.

Auch wenn ich schon auf der ersten Seite ein Wort fand, welches ich nachschlagen musste (Malaise), hat mich der Abriss über die Geschichte der westlichen Freiheit und des Entdeckens des Egos fasziniert. Und auch, wenn man selbst Herrn Sprenger nicht in allem zustimmen möchte und gern mit so einem Kopf diskutieren würde, ist das Buch absolut lesenswert.

Kommentieren0
1
Teilen
Iudicares avatar

Rezension zu "Zivilisierte Verachtung" von Carlo Strenger

Zivilisierte Verachtung. Wie können die Grundwerte der freien Welt verteidigt werden?
Iudicarevor 3 Jahren

Rezension: „Zivilisierte Verachtung“ von Carlo Strenger

Der schweizerisch-israelischer Philosoph und Psychologe Carlo Strenger diagnostiziert in seinem politischen Essay „Zivilisierte Verachtung“ dem Westen eine intellektuelle Lähmung mit dem Umgang extremistischer Weltanschauungen und entwickelt Instrumente zur Überwindung dieser Herausforderung.

Mit der optimistischen Stimmung nach dem Mauerfall erschien der langersehnte ewiger Frieden zum Greifen nah zu sein. Doch wurde dieser Optimismus binnen kurzer Zeit durch die Huntington’sche Prophezeiung – dem Kampf der Kulturen eingedämpft. Statt der erhofften Harmonisierung der Gesellschaften im Zuge der wirtschaftlichen Verflechtung, stellen religiös motivierte Konflikte den Westen vor neuen Herausforderungen. Abgeleitet von dieser Problematik, geht Strenger der Frage nach und legt zugleich dem Leser eine Methode vor, wie der Westen, ihre Grundwerte verteidigen kann, ohne gleichzeitig ihre eigenen Werte verletzen zu müssen.

Strenger hebt zunächst, die noch weiterhin starke Rolle der Religion als Identifikation stiftendes Merkmal für Individuen und Gesellschaften hervor. Allerdings steht die Religion in einem Spannungsverhältnis zu den Prinzipien der Aufklärung – universelles Geltungsanspruch von Werten wie Meinungsfreiheit.„Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie schwer sich viele Vertreter der freien Welt damit tun, ihre Lebensformen ernsthaft zu verteidigen.“, so der Autor. Diese Kritik ist zugleich der Ausgangspunkt des Essays. Strenger ist der Auffassung, dass der Westen ihre eigenen Errungenschaften gegenüber anderen Lebensformen nicht konsequent schützt. Diese Ohnmächtigkeit führt er auf die „politische Korrektheit“ zurück, die einen grundlegenden Relativismus verinnerlicht hat. Daraus folgt, dass jede Weltanschauung, Religion und Lebensformen gleichgültige Geltung besitzen und daher nicht kritisiert werden können. „Wenn nichts begründet, aber auch nichts kritisiert werden konnte, war jede Meinung legitim.“

Der Westen konnte sich mit ihren Idealen der Aufklärung bis zu den Weltkriegen als eine moralische Überlegene Zivilisation präsentieren. Die verlorene moralische Überlegenheit im Zuge der Verbrechen des „Weißen Mannes“ wurde zunächst durch den Kommunismus übernommen, da sie sich für diese Verbrechen nicht entschuldigen mussten. Als auch der Kommunismus sich nicht als moralisch überlegen zeigte, bereitete dies den Nährboden für den neuen gesellschaftlichen Relativismus – den sogenannten politischen Korrektheit – vor. Im Momentum der Unsicherheit wird die Verteidigung der freien Welt an rechtsnationale Gruppen delegiert, die auch in den letzten Jahren in Europa politische Erfolge erreichen konnten. Diesem Erfolgstrend entgegenwirken zu können, entwickelt Strenger die Methode der „Zivilisierten Verachtung“ sowie ein Gedankenexperiment, den Ärztetest. Beide bilden den Dreh- und Angelpunkt des Essays.

Der Ärztetest und die Zivilisierte Verachtung erlauben alle Lebensformen aber auch politische Einstellungen zu kritisieren, ohne dabei den Anhängern dieser Strömungen zu beleidigen, deren Meinungsfreiheit zu verletzten. Mit anderen Worten: Nicht die Person, sondern die Idee wird kritisiert. Ziel ist die Rückbesinnung auf die Idee der Aufklärung.

Dieser Essay muss als eine politische Kampfschrift mit emotionalem Charakter verstanden werden. Daher ist es selbstverständlich, dass die Erwartung des Lesers, ein vollkommen schlüssiges Praxishandbuch zur Verteidigung der freien Welt in die Hand zu bekommen, nicht befriedigt wird und nicht befriedigt werden kann. Der deutsche Staatstheoretiker Ernst-Wolfgang Böckenförde bestritt bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts dem liberalen Staat jegliche Abwehrfähigkeit ab, was heute, als ein nach ihm benannten Theorem (Böckenförde-Theorem) ein gängiger Begriff in den Politikwissenschaften ist. Auch Jürgen Habermas hat beobachtet, dass die Moderne durch fehlendes Narrativ gekennzeichnet ist. Somit ist Strenger nicht der Erste, der diese Herausforderung erkannt hat. Aber er ist vermutlich einer der wenigen, die mit dem Rechtsstaat vereinbare Lösungsvorschläge in die Diskussion einspeisen.

Der Ärztetest ist einer dieser Vorschläge. Die Praxistauglichkeit auf dem ersten Blick erweist sich auf dem zweiten Blick als ein fragiles und argumentativ angreifbares Konstrukt. Ein solcher Test wird mit aller Sicherheit Anhänger extremistischer Positionen nicht von den Werten der Aufklärung überzeugen können. Vielmehr dient es als ein Instrument der Mobilisierung der ‚eigenen Leute’. Zwar existieren allgemein anerkannte Kriterien für eine objektive Wissenschaft, dennoch ist die Wissenschaft durch eine „Erkenntnispluralität“ gekennzeichnet. Die aktuelle Finanzkrise zeigt, dass die Ökonomie bisher keine einzig richtige Methode vorlegen konnte. In diesem Zusammenhang zeigt sich die Untauglichkeit des Ärztetests. Strengers Gedankenexperiment ist auch der Tatsache der vollkommenen Rationalisierung und Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche ausgesetzt. Im Verlauf des Essays bekommt der Leser das Gefühl, das die Zivilisierte Verachtung keinen Anspruch auf eine gesellschaftliche Veränderung hat, sondern vielmehr sich auf den Wunsch eines Gewaltverzichtes der Werte orientiert.

Kommentieren0
1
Teilen
JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Zivilisierte Verachtung" von Carlo Strenger

Hoffen auf den Aufstand der Anständigen?
JulesBarroisvor 4 Jahren

Zivilisierte Verachtung: Eine Anleitung zur Verteidigung unserer Freiheit – Carlo Strenger, 104 Seiten, Suhrkamp Verlag; (21. März 2015), 10,00 €, ISBN-13: 978-3518074411

 

Der Schweizer Carlo Strenger ist Professor für Philosophie und Psychologie, lehrt an der Universität Tel Aviv "Eine der klügsten Stimmen der israelischen Linken", hat ihn die "Zeit" einmal gelobt.

10 Kapiteln, die durchaus als eigenständige Essays gelesen werden können legt er vor:

Das Eigentor der westlichen Kultur - Ein Testfall: Die Fatwa gegen Salman Rushdie - Die Geburt des Toleranzprinzips in der Aufklärung - Kolonialismus und zwei Weltkriege - Der Aufstieg der politischen Korrektheit - Verantwortliche Meinungsbildung: der Ärztetest - Wenn Ressentiment zur Tugend wird - Religion und zivilisierte Verachtung - Kränkungen ertragen - Die Leidenschaft für die Freiheit

Strenger attackiert die politische Korrektheit, kritisiert die politische Linke und die Mitte, dass sie die Verteidigung unserer Grundwerte an die Rechten abgetreten hat, prangert das Versagen Europas an und fordert das Gegenteil von politischer Korrektheit: eine Haltung der zivilisierten Verachtung.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um den Aufstand der Anständigen. Und der muss viel früher beginnen, die ganze Rhetorik, die den Westen als dekadent, als wertlos, als nihilistisch betrachtet und deswegen auch nicht als verteidigungswürdig, dass dieser Rhetorik geantwortet werden muss.

Und wie sagte Strenger in einem Interview zur Leipziger Buchmesse: „Ein zivilisierter Mensch zu sein, heißt, dass man Kränkungen ertragen kann, ohne zur Gewalt zu greifen.“

„Wenn andere Kulturen nicht kritisiert werden dürfen, kann man die eigene nicht verteidigen.“ (Seite 19)

Ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion. Ich würde mir so eine deutliche Sprache sehr viel öfters wünschen.

 

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Suhrkamp/Insel Verlages:

http://www.suhrkamp.de/buecher/zivilisierte_verachtung-carlo_strenger_7441.html

 

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.deZivilisierte

 

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 17 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks