Carlos Blasco , Gabriela Bejerman Neues vom Fluss

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Inhaltsangabe zu „Neues vom Fluss“ von Carlos Blasco

Argentinien, Uruguay, Paraguay – drei Länder am Rio de la Plata und seinen Zuflüssen. Argentinien ist in europäischen Köpfen schon lange vor der Frankfurter Buchmesse 2010 als Literaturland verankert gewesen. Die weitaus kleineren Länder Uruguay und Paraguay hätten dies ebenfalls verdient – und das nicht nur wegen Autoren weltliterarischen Ranges wie Augusto Roa Bastos (Paraguay) oder Juan Carlos Onetti (Uruguay). Hier präsentieren sich die jungen Literaturszenen der drei Länder mit provokanten wie schlitzohrigen Texten, die fast allesamt Erstveröffentlichungen sind. Diese sprengen sämtliche Formen und kümmern sich nicht um ästhetische Regeln des Erzählens; dafür nähern sie sich, wenn eine schöne Frau nackt durch die Fußgängerzone läuft oder Nick Cave mal eben im besetzten Haus vorbeischaut, der alten Goetheschen Novellendefinition von der „unerhörten Begebenheit“ als erzählerischem Ausgangspunkt spürbar an. Der magische Realismus ist auf seinem Ursprungskontinent längst bedeutungslos geworden.
Neben der ästhetischen Tabuverletzung ist ein zweiter Kern des Erzählens spürbar: Insbesondere für viele der argentinischen Autorinnen und Autoren der jungen Generation ist explizit oder implizit die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Militärdiktatur ein Lebensthema.
Die ganze Bandbreite der jungen Literatur aus Uruguay, Paraguay und Argentinien: von schriller Popliteratur und wilde Sex-Drugs&Rock’n’Roll-Stories über postmoderne, offene Erzählformen bis hin zu leisen Tönen der Vergangenheitsbewältigung.

Die Publikation wurde durch das SUR-Programm der argentinischen Botschaft unterstützt. Die Übersetzung der Texte wurde von Dr. Eva Katrin Müller und Marcel Vejmelka betreut und erfolgte im Rahmen eines Projekts des Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft an der Johann Gutenberg-Universität, Mainz.
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  • Rezension zu "Neues vom Fluss" von Timo Berger

    Neues vom Fluss

    Herbert Fraunhoffer

    05. November 2010 um 00:09

    Es hat viel Spaß gemacht die Geschichten zu lesen, es war eine wirklich sehr kurzweilige Lektüre, die mich manchmal zum Nachdenken, manchmal zum Schmunzeln, manchmal zum Schaudern und manchmal zum erneuten Lesen und Zurückblättern gebracht hat. Es sind hier so viele unterschiedliche Themen versammelt, mörderische Brutalität, Satire, Rock´N Roll, Spionage, Kriminalität, Erotik, einfach von allem etwas. Da hat Timo Berger ganze Arbeit geleistet und ein wunderschönes Büchlein zusammengestellt, die auch in deutscher Sprache ihre ganze Pracht entfalten, dank der geglückten Übersetzungen von ihm und den Übersetzerinnen. Denn dadurch werden dem Leser, auch ihm fremde, Zusammenhänge verständlich, es formt sich ein Bild in meinem Kopf, von der Welt rund um den Rio Plata, von den Menschen dort, ihren Problemen und Verhaltensweisen, wie ich sie mir eigentlich nicht vorgestellt habe. Einerseits wird mir klar, dass die Autoren teilweise mit denselben Sachen beschäftigt sind, wie ich und die Menschen hier, aber es tauchen auch uns fremdartige Probleme auf. Und originell sind die Themen im Buch natürlich auch, wer kommt auf die Idee, sich zum Ausgehen so zu verkleiden, dass man dick und hässlich aussieht, wie in "I want to be fat", oder die Frau, die nackt über den Prachtboulevard läuft, um ihrem Geliebten eins auszuwischen, in "Calle Palma", oder der "Himmelblaue Jasmin", der obwohl schon verwelkt, doch noch zu etwas sehr eigenartigem zu gebrauchenist. Sehr gut gefallen haben mir jene Geschichten, wenn es um Musik ging, um das Leben und Leiden von Rockmusikern und ihrem Anhang. Vom Aufbau und Thema her, hat mich "Kurze Geschichte der Wirklichkeit" besonder beeindruckt, wie ein Abschnitt an den nächsten anschließt ist sehr interessant geschrieben und verleiht der Geschichte einen besonderen Reiz. Es gibt kaum eine Geschichte, die mich nicht berührt hat, oder die mir nicht interessant genug für diese Auswahl scheint. Wie im Klappentext angekündigt ist wirklich die ganze Bandbreite an Literatur versammelt. Ich werde das Buch auch nicht zu weit weg stellen, um immer wieder mal reinzuschauen und die Erinnerung an die Texte so wach zu halten.

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