Carlos Castaneda Das Feuer von innen

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Inhaltsangabe zu „Das Feuer von innen“ von Carlos Castaneda

Im Zentrum dieses Berichts steht wieder Don Juan, der große Zauberer und Lehrmeister, der die Schar seiner Schüler, darunter den Autor, durch seine Einsichten und magischen Künste verblüfft und mit ihnen zusammen eine neue Welt plant und zu konstruieren versucht. Der mit der Erzählweise Castanedas vertraute Leser findet sich in der 'Zauberwelt'. in der 'anderen Wirklichkeit', sofort zurecht, und der neue Leser wird keine Mühe haben, den belehrenden, fast platonischen Dialogen zu folgen und sich den verschiedenen Handlungssträngen, die immer wieder von magischen Ereignissen durchkreuzt werden, anzuvertrauen. Die Welt Castanedas ist für viele seiner Leser zu einer Alltagswelt geworden, und die Anziehung, die von seinen Erkundungen im Reich der Phantasie, Visionen, der Denkmöglichkeiten und –unmöglichkeiten ausgeht, scheint ungebrochen zu sein. Castanedas Bücher sind Märchen und Poesie, Gleichnis und Magie, Philosophie und 'Denkspiel', und Castaneda ist zugleich Erzähler und Magier, Natur- und Menschenforscher, Zertrümmerer steril gewordener westlicher Rationalität und Technologiehörigkeit und Schöpfer einer alternativen, humanen, von Gefühl wie von kristallener Gedankenklarheit erfüllten neuen und anderen Welt. Carlos Castaneda starb 1998. Wenn Sie die Bücher von Carlos Castaneda lesen wollen, empfiehlt sich folgende Reihenfolge: Zur Einführung "Das Wirken der Unendlichkeit" und dann "Die Lehren des Don Juan", "Eine andere Wirklichkeit", "Reise nach Ixtlan", "Der Ring der Kraft", "Der zweite Ring der Kraft", "Die Kunst des Pirschens", "Das Feuer von innen", "Die Kraft der Stille" und zum Schluss "Die Kunst des Träumens" und "Tensegrity".

Kann simple Gemüter ganz schön in die Irre führen.

— Selket

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    Das Feuer von innen

    Selket

    20. June 2015 um 10:33

    Der Autor hat mehrere Bücher über seine Zeit als Zauberlehrling bei einem Yaqui Indianer geschrieben. Diese Bücher werden oft als Lehre, im Sinne einer Philosophie verstanden. Anhand des vorliegenden Buches wird das Fiktionale der Erzählung daran erkennbar, dass der Autor Zustände „gesteigerter Bewusstheit“ beschreibt, von denen er gleichzeitig berichtet, dass er sich an diese eigentlich gar nicht hätte erinnern können, um sie aufzuschreiben. Allein dieses Paradoxon führt bereits auf die Fährte der Fiktion. Handelt es sich um Fiktion, ist der Leser aufgefordert, zwischen den Zeilen zu lesen, um eine tiefer liegende Wahrheit herauszufinden. Diese autobiographische Erzählung ist demnach nicht wörtlich zu nehmen, was jedoch viele Leser tun und was durch die Sprachkomposition der Erzählung beabsichtigt wird. Es soll vorgekommen sein, dass sich Leser in den 80igern auf La Gomera nach der Lektüre von Castanedas Büchern in der Annahme, frei und unsterblich zu sein, von den Klippen gestürzt haben. Worum geht es? Der Autor beschreibt hauptsächlich eine dem rationalen Denken und dem Alltagsbewusstsein entgegengesetzte Wirklichkeit, die nicht einfach mit der Gefühlswelt identisch ist sondern darüber hinaus existentielle Wahrheiten des Menschen wie Leben, Tod, Geburt, Traum, Macht, Konkurrenz, Sex, Feindschaft etc. umfasst. Kurz alles, was das Leben ausmacht und womit jeder rechnen muss. Worauf es ankäme, ist die Orientierung im Drama des Daseins zu bewahren oder zu erlangen und mit der eigenen Energie haushalten zu lernen. Hierbei hilft die Erweiterung des Bewusstseins. In dieser Kunst wird der Autor vom Yaqui Schamanen Don Juan unterwiesen und der Leser erfährt auf 287 Seiten, wie es dem Autor dabei ergangen ist. So erhält er Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite. Die auf den Intellekt abzielenden Erklärungen des Schamanen sind für die „rechte Seite“ gedacht. Der Leser kann der Lektüre entnehmen, dass während der Dauer der Lehrzeit das Weltbild des Autors allmählich zerstört oder in Einzelteile zerlegt wurde und wieder neu zu einem andersartigen Weltbild zusammengesetzt wurde. Bei den Unterweisungen für die „rechte Seite“ ist daher viel über den „Montagepunkt“ und „Bewusstsein“ nach indianischen Vorstellungen die Rede, wie z.B. „Glut der Bewusstheit“, „Emanationen der Bewusstheit“. Es wird vom „Adler“ erzählt, der das Bewusstsein zum Zeitpunkt der Empfängnis verleiht und zum Zeitpunkt des Todes wieder verschlingt. Ein Krieger müsse „sehen“ lernen, um dem „Adler“ zu entgehen. Die Rede ist von „alten und neuen Sehern“, vom „Verbündeten“, den man besiegen müsse und noch anderes mehr. Die allmähliche Zerstörung des Weltbilds durch die Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite geht nicht ohne erhebliche hysterische Anfälle des Autors vonstatten. Was durchaus verständlich ist. Die Unterweisungen für die „linke Seite“ beinhalten hauptsächlich die im Zustand der „gesteigerten Bewusstheit“ ablaufenden Ereignisse, die aber, wie vom Autor gesagt, der Erinnerung unzugänglich bleiben. Genau genommen ist mit dem Begriff „linke Seite“ daher das Unterbewusstsein gemeint. Und der Autor befand sich bei den Unterweisungen für die „linke Seite“ nicht in einem Zustand „gesteigerten Bewusstseins“ sondern in Trance oder in einem hypnotischen Zustand und hatte dementsprechende Absenzen. Die benutzte Sprache ist aber entscheidend für die Suggestivkraft der Fiktion. Wenn der Autor diese Dinge beim richtigen Namen genannt hätte, wäre der mystifizierende Effekt verloren gegangen, der den Leser gefangen nehmen soll. Zuletzt erfährt man, dass der indianische Schamane vom „inneren Feuer“ ausgefüllt wird und wie vom Winde verweht in die Unendlichkeit verschwindet, und dass der Autor „in den Abgrund springt“. Beides sind natürlich Metaphern, da es sich, wie wir gesehen haben, um Fiktion handelt. Das erste ist eine Metapher für Erleuchtung - von buddhistischen Mönchen seit Jahrtausenden angestrebt – und das andere ist eine Metapher für die Überwindung von Angst. Der Autor spielt in genialer Weise mit der alten Sehnsucht des Menschen nach Wissen und Unsterblichkeit. Simple Gemüter seien jedoch gewarnt, die Erzählung wörtlich zu nehmen, denn das kann aufgrund der mystifizierenden Sprache durchaus gefährlich werden. Ein Buch über die 'andere Wirklichkeit', das ohne mystifizierende Sprache auskommt, ist Shakti Morgane's eBook „Hexenmondin“ (epub, mobi).

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