Carlos Fuentes Landschaft in klarem Licht

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Inhaltsangabe zu „Landschaft in klarem Licht“ von Carlos Fuentes

In seinem ersten Roman zeichnet Fuentes ein umfassendes Bild der postrevolutionären Mexiko-Stadt. Er kreist um die Frage nach der mexikanischen bzw. lateinamerikanischen Identität und verknüpft die neuere, von Desillusionen geprägte Geschichte Mexikos mit seiner mythisch-indianischen Vergangenheit. 1987 erhielt Fuentes den Cervantespreis für sein Lebenswerk.

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  • Rezension zu "Landschaft in klarem Licht" von Carlos Fuentes

    Landschaft in klarem Licht

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. May 2012 um 11:19

    Das 1958 erschienene Erstlingswerk Carlos Fuentes', _Landschaft in klarem Licht_, ist kaum in einer kurzen Inhaltsangabe zusammenzufassen. Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, man springt von einem Schauplatz zum nächsten und wird zwischen Jahrzehnten mexikanischer Geschichte hin und her geschleudert. Am treffendsten lässt sich vielleicht sagen, dass _Landschaft in klarem Licht_ vor allem das Porträt Mexiko-Stadts und seiner Bewohner ist. Das Spektrum reicht dabei vom neureichen Bankier, dekadenten wie idealistischen Intellektuellen, dem alten, fast vergessenen Adel, über die Ureinwohner bis zur untersten Schicht der Bevölkerung, deren Geschichten durch eine der wenigen wirklich beständigen Figuren, dem rätselhaften Ixca Cienfuegos, immer wieder verbunden werden. Fuentes versteht es, in seinem Buch gleichermaßen die harte Realität der Metropole, mit ihren Gegensätzen zwischen arm und reich, wie auch die träumerischen, im Stream-of-Consciousness verfassten Gedanken und Wünsche der einzelnen Akteure darzustellen. Die raschen Wechsel des Schauplatzes und der Personen sorgen zwar mitunter für leichte Verwirrung bishin zu zwischenzeitlicher Orientierungslosigkeit, schaffen zugleich aber ein komplexes Bild, das bald über die dargestellte Handlung hinausgeht und dem Leser tiefe Einblicke in das Innenleben zumindest des mexikanischen Volkes und seiner Geschichte, wenn nicht menschlicher Gesellschaften im Allgemeinen, gewährt. So wissen wir oft nicht mehr, wer da wirklich denkt; ist es die gerade beschriebene Prostituierte, der im nächsten Kapitel auftauchende Anwalt, oder der nahezu omnipräsente Cienfuegos? Jener Cienfuegos, die Hauptfigur des Buches, sofern man denn eine benennen will, bleibt gleichermaßen verschwommen, mag den Autor selbst oder vielleicht sogar das Bewusstsein der Stadt darstellen. Aus jenen Gründen eine Stärke des Buches, ist er zugleich auch die größte, möglicherweise einzige echte Schwäche. Zu allwissend kommt er gelegentlich daher, zu früh reißt er manche Szene an sich, die man gerne länger beobachtet hätte. Dennoch ändert dieser Wehrmutstropfen wenig daran, dass man es mit einem äußerst intelligenten, lebendigen Werk zu tun hat, welches völlig zu Recht den Startschuss für die steile Karriere Fuentes' darstellte. _Landschaft in klarem Licht_ ist sicherlich kein Buch, welches sich mal eben beim Warten in der Arztpraxis lesen lässt. Der Stream of Consciousness ist nicht jedermanns Sache und wer mit dieser Technik nichts anfangen kann, sollte besser auch die Finger von diesem Buch lassen. Wer sich aber für die südamerikanische Literatur interessiert, der wird in diesem Buch eine genauso facettenreiche Darstellung und Analyse der dortigen Gesellschaft finden, wie beispielsweise in Márquez' _Hundert Jahre Einsamkeit_.

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