Carlos I. Calle Auf einen Kaffee mit Einstein

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Inhaltsangabe zu „Auf einen Kaffee mit Einstein“ von Carlos I. Calle

Wer wäre besser geeignet, unsere Fragen nach dem Universum, nach Atomen, Zeit und Raum zu beantworten als Albert Einstein? Bei einem Kaffee erklärt er uns seine revolutionäre Relativitätstheorie, erzählt von seiner Suche nach der Weltformel und spricht über Persönliches – wie über Religion, Musik oder das Segeln.
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  • Rezension zu "Auf einen Kaffee mit Einstein" von Carlos I. Calle

    Auf einen Kaffee mit Einstein
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    10. May 2009 um 10:41

    Hinter jeder öffentlichen Person steckt ein Mensch, der Macken hat, sein Leben lebt und gerade darum auch im Fokus des Interesses steht. Unbekannt sind uns als Bewohner westlich und kapitalistisch geprägter Landstriche diese Erscheinungen nicht. Paparazzi, ein populärer Journalismus und noch viel dreistere Maschinerien spähen den Menschen und seine alltäglichen Gänge aus. Einer von denen, der dies partout nicht gewollt hat, war Albert Einstein. So weit er es vermeiden konnte, hat er Auskünfte über sein Privatleben zurückgewiesen. „Jeder Piepser wird zum Trompetensolo. Ich bin überzeugt, dass es einen viel zu großen Unterschied gibt zwischen dem, was ich bin, und dem, wofür die Leute mich halten.“ Nun versucht das im Notizbüchlein gehaltene Format Auf einen Kaffee mit Einstein aus dem dtv-Verlag auf 123 Seiten sowohl einen klaren und verständlichen Einblick in das zu geben, was jener Physiker der Welt hinterlassen hat, aber auch sein Privatleben in den Bereichen zu beleuchten, die der Nachwelt zugänglich sind und für ein eigenes Bild des Wissenschaftlers durchaus interessant sein könnten. Carlos I. Calle ist selbst Physiker und stellt sich mit dem vorliegenden Buch zur Aufgabe, die Theorien Einsteins so zu erläutern, wie der große Denker das selbst gewollt hätte. „Abgesehen von der Mathematik [sollten] sich alle physikalischen Theorien so beschreiben lassen, dass auch ein Kind sie nachvollziehen kann“, sagt Calle in seiner Einleitung. Es gibt ja so einige Bücher dieser Art auf dem deutschen Buchmarkt, allen voran, arbeiten die großen Wissenschaftler ja mit Verlagen im Bereich der Kinderliteratur zusammen, um einfach und verständlich an ernste und vor allem interessante Themen heranzuführen. Da gibt es zum Beispiel die Kinder-Uni oder Stephen Hawkings Buch Der geheime Schlüssel zum Universum, das er mit seiner Tochter verfasst hat und durch eine abenteuerliche Geschichte um einen wissbegierigen Jungen gerahmt ist. Das beste an diesen Vorhaben: Solche Bücher funktionieren! Und nun wird man also von Carlos I. Calle zum Kaffee mit Einstein eingeladen. Zuerst erfährt man einen kurzen Einblick in das Leben Einsteins. Bekanntermaßen war er in der Schule ja kein Genie, lernte nur, was er lernen wollte, hat diese auch recht früh verlassen. Aber es wird gezeigt, wie Einstein seinen Weg selbst findet, für sich lernt und denkt. Und so im Jahr 1905, dem Wunderjahr, wie es im Buch immer betitelt wird, mit 26 Jahren fünf wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die eine Revolution für die Physik bedeuten sollen. Sie waren Ursprung der Quantenphysik, von der Einstein allerdings nicht viel hält, und behandelten die Relativitätstheorie. Beides Begriffe, die jeder schon so oft gehört hat, unter der man sich aber vielleicht gar nichts Rechtes vorzustellen vermag. Das Büchlein ist so konzipiert, dass – in 15 Themen gegliedert – ein unbekannter Fragesteller Einstein zu seinem Denken, den Theorien und auch Themen wie Familie, Religion und Musik löchert. Schwierige Thematiken, wie die Vorstellung der Relativitätstheorie, die mit den intuitiven Erfahrungen der Menschen von Raum und Zeit nicht vereinbar sind, werden behutsam behandelt und durch Rückfragen und weitere Erklärungsgesuche sehr grundlegend ausgeleuchtet. Jedem dieser 15 Themen ist dabei eine kleine Einführung vorangestellt, die den Leser geschichtlich und biographisch in die Thematik einführt und so eine gute Abrundung für die trockeneren Themen zu den wissenschaftlichen Betrachtungen darstellt. Dabei wirken die Ausführungen Einsteins sehr behutsam ausgewählt. Dem Buch sind auch Lektürehinweise und Angaben zu im Text selbst verwendeten Zitaten hinzugefügt, was die Auswahl Calles nachvollziehbar macht und einen interessierten Leser zum Weiterlesen anzuregen vermag. Dabei wird am Beispiel Einsteins vielleicht vor allem sichtbar, wie spannend und erkenntnisreich Denken sein kann, und, dass auch Einstein selbst nie ganz sicher über die Dinge war, die er da gefunden hatte. So schrieb er einmal an seinen Freund Conrad Habicht: „Die Überlegung ist lustig und bestechend; aber ob der Herrgott nicht darüber lacht und mich an der Nase herumgeführt hat, das kann ich nicht wissen.“ Erstaunlich und doch beruhigend, dass das Vordringen in die Gefilde des Unerforschten auch immer mit Unsicherheit zu tun hat. Dies mag eine Erfahrung sein, die jedem Leser nicht fremd sein mag und Einstein als Person in diesem kleinen Büchlein umso greifbarer und liebenswürdiger macht. Der Einblick in sein Privatleben scheint dabei auch dem Nötigen geschuldet zu sein, wenn auch sozusagen pikantere Einblicke zart gestreut werden. Diese aber sollte man selbst lesen und sich so in die Denkweise Einsteins einführen lassen, die sich mit der Strahlung von Licht und deren grundlegender Bedeutung für die Menschheit auseinandersetzt. Und so unsere alltäglichen Gewohnheiten, mit Raum und Zeit, die für uns relativ gleichförmig verstreichen, umzugehen, einmal in Frage stellt. Dabei werden mit anschaulichen Beispielen die Leser zum Denken angeregt. Prekäre Themen wie die Zeitreise oder die Atombombe bleiben nicht aus und werden nach Calle, so scheint es, in unbedingter Stimmigkeit mit Einsteins Meinung dargelegt. Fazit: Dieses Buch führt behutsam und erklärend an die Theorien von Einstein heran und lässt sich gut an einem Nachmittag bei zwei oder drei Kaffees trinken. Vielleicht ist ein einmaliges Lesen noch nicht vollständig erhellend, aber dafür ist der Text flüssig und einladend geschrieben und kann so durchaus bei weiteren Kaffees wiedergelesen werden. Einer der Riesen, auf dessen Schultern Einstein seine Theorien baute und den er sehr verehrte, war Newton. Dessen Erkenntnisse erklärten die Mechanismen des Universums, wie das Kreisen der Planeten um die Sonne. Aber lassen Sie sich doch einladen auch das einmal bei einem Kaffee mit Newton genauer in Erfahrung zu bringen. Dieser Teil der Reihe soll im Dezember erscheinen. Derweil gibt es noch viel zu entdecken.

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