Carlos María Domínguez Das Papierhaus

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Inhaltsangabe zu „Das Papierhaus“ von Carlos María Domínguez

Als die junge Literaturprofessorin Bluma Lennon die Straße überquert, wird sie, in einen Gedichtband Emily Dickinsons vertieft, von einem Auto erfasst und ist auf der Stelle tot. Ihren Lehrstuhl in Cambridge übernimmt ein junger Kollege, den mit Bluma nicht nur die Liebe zur Literatur verband, sondern ebenfalls eine turbulente Liaison. Eines Tages erhält er ein ramponiertes Buch mit einer Widmung seiner ehemaligen Geliebten, und verstört bricht er auf, einer Spur zu folgen, die ihn um die halbe Welt führt. Dabei wird er unversehens in eine Welt geheimer Bibliotheken und mysteriöser Leser hineingezogen. §"Das Papierhaus" ist eine hintersinnige Liebeserklärung an das Lesen und die Bücher, eine virtuose Hommage an eine der seltsamsten und beglückendsten menschlichen Leidenschaften.

Eine kleine, feine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und an die Menschen, die sich in ebenjener Welt bewegen.

— Jari

Bücherfans werden diese Geschichte lieben, wie ich. Interessant und inspirierend :-).

— Jutta-66

Eine kleine geistreiche Geschichte auf das Lieblingsaccessoire der Bibliophilen u. die Folgen, wenn sie sich in Begierde verwandelt.

— simone_richter

Ein bibliophiles Juwel

— BrittaRoeder

Ich liebe dieses kleine Buch :)

— DieBerta

Ein nettes Buch über die Liebe zu Büchern, leider viel zu kurz...

— smayrhofer

Für Buchliebhaber sind einige treffende Absätze drin, allerdings ist mir die ganze Geschichte leider ein bisschen zu konfus und willkürlich.

— soahC

Schöne kleine Geschichte mit viel Herz für Bibliophilie. Schade, dass es so schnell vorbei war.

— laser_bier

Sehr schönes Büchlein, perfekt für Bibliophile. Ein wenig mehr Umfang wäre aber noch schöner gewesen.

— Igelmanu66

Bücherliebe der extremen Art. Kurz und interessant.

— Meenama

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Meiner Meinung nach sehr emotionslos und überhaupt nicht packend

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  • Die Macht des Büchersammelns

    Das Papierhaus

    Duffy

    24. November 2017 um 09:36

    Joseph Conrads Buch "Die Schattenlinie" kam per Post von Uruguay nach Cambridge und war noch nicht mal für ihn, sondern für eine Kollegin, die es allerdings nicht mehr in Empfang nehmen konnte, weil sie bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Das Besondere an dieser Sendung war der Zustand des Buches, es war von Mörtel und Zementresten zusammengepresst und sah aus wie ein Stein. Der Erzähler findet außerdem noch eine merkwürdige Widmung und so macht er sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Absender. Die führt ihn zu einem Sammler nach Montevideo und zu einem Strandstreifen mitten im Niemandsland einer Lagune.Eine großartige Geschichte über die starke Passion, sein Leben nicht nur Büchern zu widmen, sondern auch abhängig von ihnen zu sein. Domínguez erzählt diese wunderbare kleine Geschichte ruhig und mit einer Art subjektiver Distanz, die ihn immer weiter treibt, um das Unerklärliche dieser Leidenschaft erklären zu können.Es ist eine Liebeserklärung an das Buch, allerdings auch eine Warnung, dem Sog des Bücher(an)sammelns Grenzen zu setzen, bevor er exzessiv und destruktiv wird. Eine Erzählung von 90 Seiten, in der jedes Wort passt und die der Bücherfreund sicher so manches Mal voller Freude wieder in die Hand nehmen kann, um zu prüfen, ob seine Liebe zu Büchern immer noch Liebe ist, oder ob er Gefahr läuft, dass sich diese Liebe in etwas Negatives wandeln könnte. Sehr dringende Leseempfehlung nicht nur für die, die Bücher lieben, sondern für alle, die das Buch als Eintrittskarte in einen andere Welt sehen.

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  • Ein Buch über Bücher

    Das Papierhaus

    Hunderttausendbuecher

    15. September 2017 um 10:42

    Eigene Meinung: Mit seinen gerade mal 88 Seiten ist dieses Buch nicht sehr lange und ich hatte anfangs bedenken, dass es zu kurz sein würde, um eine richtige Geschichte zu erzählen. Jedoch wurde ich von diesem Büchlein nicht enttäuscht, denn in Wahrheit geht es gar nicht so sehr darum eine interessante Geschichte zu erzählen, es handelt sich mehr um eine Liebeserklärung an die Literatur und Buchwelt. Am Anfang war ich mir nicht ganz sicher, wohin dieses Buch mich führen wurde. Denn die Hauptperson bleibt bis zum Ende ein wenig im Schatten und auch sonst werden nicht viele Personen behandelt. Prinzipiell besteht dieses Buch aus langen Monologen und Dialogen. Diese beschäftigen sich alle mit dem gleichen Thema: Bücher. Ich habe mich in diesem Buch wirklich verloren. Denn man merkt einfach, wie sehr die verschiedenen Charaktere Bücher lieben und ich musste teilweise einfach vor mich hin grinsen, wenn das Buch von Problemen und Begebenheiten berichtet, die einem als Büchernarren einfach passieren. Auf den letzten Seiten konnte mich das Buch dann auch nochmal richtig packen und ein wenig verstören, als berichtet wurde, was passiert, wenn die Bücherliebe zu weit geht. Es war zwar kein sehr langes Vergnügen, aber das macht nichts, da man dieses Büchlein ohne Bedenken wieder und wieder genießen kann. Bemerkung am Rande: Alle paar Seiten gibt es im Buch in rot gehaltene Zeichnungen von Büchern, die immer gerade zur Handlung passen. Diese Skizzen haben mir unglaublich gut gefallen und die Leseerfahrung noch besonderer gemacht. Fazit: „Das Papierhaus“ ist ein kurzes aber tolles Buch über die Liebe zu Büchern und was passiert, wenn diese zu weit geht. Ich würde dieses Buch ohne Umschweife jedem empfehlen, der Bücher liebt, denn man wird sich definitiv ein wenig in dem Text wiederfinden können.

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  • Verhängnisvolle Bibliomanie

    Das Papierhaus

    YukBook

    27. August 2017 um 15:01

    Büchernarren aufgepasst: Auch wenn die Versuchung groß ist, solltet Ihr ein frisch ergattertes Buch erst zu Hause lesen. Sonst ergeht es Euch wie Bluma Lennon in dieser Erzählungvon Carlos María Domínguez. Gleich im ersten Satz wird die traurige Nachricht verkündet, dass besagte Bluma in einer Buchhandlung in Soho ein Gedichtband von Emily Dickinson kaufte und an der nächsten Straßenecke, als sie beim zweiten Gedicht angelangt war, von einem Auto überfahren wurde. Dieser Anfang hätte einen Platz in dem Buch „Der erste schönste Satz“ verdient. Man kann gar nicht anders als weiterzulesen, besonders wenn der nächste Satz lautet „Bücher verändern das Schicksal der Menschen“. Wer war diese Bluma Lennon und was hat es mit dem Gedichtband auf sich? Dabei geht es in der Geschichte um etwas ganz anderes, nämlich das Buch „Die Schattenlinie“ von Joseph Conrad, das dem Kollegen und Liebhaber der verstorbenen Literaturprofessorin in die Hände fällt. Dieser ist äußerst verwirrt, denn das Buch ist nicht nur mit Zementresten verschmutzt, sondern enthält auch eine Widmung von Bluma an einen Carlos Brauer. Der Ich-Erzähler will der Sache auf den Grund gehen, macht die Adresse des Absenders ausfindig und reist von Cambridge über Buenos Aires nach Uruguay, um den Unbekannten aufzuspüren. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig, denn Brauer scheint verschollen zu sein. Bei der Suche trifft der Erzähler auf allerlei verrückte Gestalten, allesamt bibliophil wie Agustin Delgado, der sich eine Bibliothek mit 18.000 Büchern aufgebaut hat und viel Aufwand betreibt, um seine Bestände zu hegen und zu pflegen. Ihm liegt zum Beispiel viel daran, Werke von zerstrittenen Autoren im Regal nicht nebeneinander zu stellen. Welch abstruser Gedanke! Passionierte Leser werden noch so manch andere skurrile Anregungen finden, zum Beispiel Bücher aus dem 19. Jahrhundert bei Kerzenlicht zu lesen. Oder Werke mit der passenden musikalischen Untermalung zu kombinieren, zum Beispiel Baudelaire mit Debussy oder Goethe mit Wagner. Den Gipfel bildet schließlich die letzte Station, die Lagune von Rocha, die eine Erklärung des Buchtitels liefert. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Handlung fand ich ziemlich zäh, doch hat mich das Buch auch zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Der Autor beleuchtet die Bibliomanie aus verschiedenen Winkeln, beschreibt die Freude, Bücherschränke von Bekannten zu inspizieren, den Aufwand, seine eigene Bibliothek in Schuss zu halten, aber auch die zerstörerische Seite, wenn die Lesesucht und Sammelwut zur Obsession wird.

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  • Carlos Maria Dominguez - Das Papierhaus

    Das Papierhaus

    Jari

    07. July 2017 um 20:37

    „Das Papierhaus“ hat mir meine Mutter geschenkt, da sie dieses Buch selber sehr gut fand. Es ist ein unscheinbares, aber äusserst bibliophil gestaltetes Büchlein, das vom Leben eines Bibliophilen berichtet. Dabei zeigt dieses Werk hier nicht nur die schönen Seiten des Verrücktseins nach Büchern, sondern auch seine zerstörerische Seite. Was passiert, wenn man etwas so sehr liebt, dass es einem das Leben -wenn nicht zerstört, dann doch sehr stark verändert. Dies wird hier in einer kleinen Odyssee geschildert. Was mir vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist der Staub. Dieses staubige Buch, das alles ins Rollen bringt. Und natürlich das tatsächliche Papierhaus - ein Symbol dafür, was geschehen kann, wenn man etwas zu sehr lieb und sich zu sehr in seiner Passion verliert. Nichtsdestotrotz ist "Das Papierhaus" eine kleine, feine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und an die Menschen, die sich in ebenjener Welt bewegen. Trotz Digitalisierung gibt es sie nämlich noch immer - jene, die nichts dagegen haben, mit einem Gedichtband von Emily Dickinsons in der Hand aus dem Leben zu scheiden. Jene, die einmal um die Welt reisen, um ein Buch seinem ursprünglichen Besitzer zurückzugehen. Und jene, die es einfach nur schätzen, sich in einem guten Buch zu verlieren.

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  • Ein Buch über Buchliebhaber

    Das Papierhaus

    radmoth

    04. July 2017 um 17:13

    Die Leidenschaft zu Büchern kann sehr unterschiedlich sein. "Es gibt zwei Sorten von Menschen [...]: Die einen sind Sammler [...]. Die anderen sind [...] Leser."Ich musste an vielen Stellen in diesem Buch schmunzeln, weil ich mich an einigen Stellen wiedererkannt habe oder einfach, weil es so interessant ist, was Bücher mit Menschen anstellen. Ein Buch ist Schuld am Tod eines Menschen. Bluma wird beim Lesen von einem Auto überfahren. Nachdem ein Buch an Bluma adressiert in die Hände ihres Kollegen und Geliebten landet, begibt dieser sich auf eine spannende Reise. Dabei trifft er auf verschiedene Buchlieberhaber, die meiner Meinung nach, sehr besondere Menschen mit tollen Geschichten sind.Das Büchlein weist so viele wunderbare Textstellen auf, dass ich gefühlt nur mit makieren und Zettelchen verteilen war.Mir hat das Buch super gefallen und ich werde es sicher noch öfter zur Hand nehmen.

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  • Vom bibliophilen Leserherz

    Das Papierhaus

    NiWa

    22. April 2017 um 11:11

    Bluma Lennon überquert die Straße und ist im nächsten Moment tot, weil sie ein Auto erwischt hat. Schuld daran ist Emily Dickinson, weil die junge Literaturprofessorin ihre Nase lieber in Bücher steckt als auf den Verkehr zu achten. Ihr Nachfolger an der Universität erhält ein äußerst lädiertes Buch, das ihn auf eine weite Reise auf den Spuren seiner Vorgängerin führt."Das Papierhaus" wurde für passionierte Leser und Bücherwürmer geschrieben, denn von Anfang bis Ende geht es um Bibliophilie, die Liebe zum Buch, und das büchersammelnde Leserherz.Mit Blumas verfrühten Tod hat niemand gerechnet, auch nicht ihr Nachfolger, den eine Romanze mit der Literaturprofessorin verband. Eines Tages findet er ein sehr ramponiertes Buch in ihrem bzw. seinem Büro vor und geht seinem Geheimnis auf die Spur.Dieses Geheimnis ist in der Bibliophilie begründet und regt in die andere Richtung zum Nachdenken an. Ist es wirklich der Sinn des Lebens, es lesend mit der Nase im Buch zu verbringen? Wie weit kann die Gier nach Büchern gehen ohne in Wahnsinn abzudriften? Und wie sehr werden wir von Büchern beeinflusst, unabhängig davon, ob uns ihre Geschichten gefallen haben?So geht Carlos María Domínguez schon eingangs auf die Gefahren von Büchern ein, wenn er davon erzählt, wie Bluma dank Emily Dickinson ihr Ende fand, sich sein Freund Richard wegen des Autors Faulkner ein Bein brach und ein anderer Freund aufgrund eines Buches an Tuberkulose erkrankte. „Ein Auto hat sie getötet. Nicht das Gedicht.“ (S. 11)Bücher sind gefährlich, aber nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist sind sie eine reelle Gefahr. Wer Stunde um Stunde in Büchern verbringt, verlernt vielleicht sich der Realität zu widmen oder wird von der Buchwelt eingeholt …„Doch es kommt der Moment, da unsere Bücher eine unsichtbare, durch ihre Menge definierte Grenze überschreiten. Was einst unser Stolz war, wird uns zur Last, denn die Platzfrage bleibt ein Problem.“ (S. 20)Dabei ist der charmante Sprachstil besonders erwähnenswert. Mit blumigen Vergleichen, sanften Pointen und einer leidenschaftlichen Wortwahl, von der Liebe zum Buch durchströmt, erzählt der Protagonist, wie er dem lädierten Exemplar von Blumas Schreibtisch auf die Schliche kommt, und warum ihm diese Geschichte zu denken gibt.Die Handlung lässt ab ungefähr der Hälfte zu wünschen übrig, weil es mir dann doch etwas zu abstrus geworden ist. Zwar kann sie sich bis zum Ende wieder fangen, schmälert bei mir trotzdem den Gesamteindruck. Dennoch hat Carlos María Domínguez mit „Das Papierhaus“ eine Liebeserklärung an die Buchwelt sowie eine kleine, literarische Perle verfasst, in der man sich als zügelloser Leser nur wiederfinden kann.

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    • 9
  • Sehr schönes Büchlein, perfekt für Bibliophile.

    Das Papierhaus

    Igelmanu66

    »Ich hatte die herrliche Ausgabe der irischen Märchen mit einem Vorwort von William Butler Yeats und den Originalillustrationen von James Torrance schon einmal in der Hand gehabt, ebenso den unveröffentlichten privaten Briefwechsel des Marquis de Sade, und es hatte auch die Gelegenheit gegeben, für wenige Minuten Inkunabeln zu berühren, ihre Seiten umzublättern, ihr Gewicht zu prüfen – ein einmaliges Privileg. Aber kein Buch hatte mich je so verwirrt wie dieses rustikale Exemplar, dessen klamme, aufgequollene Seiten schon um ihrer selbst willen nach einer Lektüre verlangten.« Die Literaturdozentin Bluma Lennon wird eines Tages – vertieft in ein Buch mit Gedichten von Emily Dickinson – von einem Auto überfahren und getötet. Der junge Kollege, der ihren Lehrstuhl übernimmt (und übrigens der Erzähler der Geschichte ist), erhält kurz darauf mit der Post ein arg mitgenommenes Buch, adressiert an Bluma. Weder gibt es einen Absender, noch ein Begleitschreiben. Die einzigen Spuren sind uruguayische Briefmarken und eine Widmung im Buch von unserer Dozentin an einen gewissen Carlos. Da den Erzähler mehr mit Bluma verband als nur Berufliches und das beschädigte Buch zudem seine Neugierde weckt, reist er nach Südamerika, um das Rätsel zu lösen… Ein Buch für Bibliophile ist das – anders kann man es nicht sagen. Die Liebe zum gedruckten Wort springt dem Leser von jeder Seite entgegen, bei fast allen Charakteren steht das Buch im Mittelpunkt ihres Lebens. Selbstironisch werden die „klassischen“ Probleme des Bibliophilen angegangen, beispielsweise der chronische Platzmangel und der Wunsch nach immer noch mehr Büchern. Fasziniert las ich, was einem „Abhängigen“ so alles widerfahren kann! Im Klappentext wird das Buch als „eine hintersinnige Liebeserklärung“ bezeichnet, das trifft es sehr gut. Schöne Zeichnungen und eine fein formulierte Sprache runden den Lesegenuss ab. Der Nicht-Bibliophile allerdings wird nach der Lektüre vermutlich ein großes Fragezeichen im Gesicht haben ;-) Das Buch hat im Grunde nur ein Manko: Es ist so kurz, man würde gerne mehr davon lesen. Fazit: Sehr schönes Büchlein, perfekt für Bibliophile. Ein wenig mehr Umfang wäre aber noch schöner gewesen. » [Aber] Brauer ist immer ein zwanghafter Leser gewesen. Kaum hatte er Geld, schon setzte er es in Bücher um. Als ich ihn vor etlichen Jahren an den Bücherständen in der Tristán Narvaja kennengelernt habe, wusste ich auf Anhieb, dass er ein unrettbarer Fall war. Man kann das an der Haut erkennen; bei den Abhängigen ist sie leicht pergamentartig.«

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    • 13
  • Nur für Bibliophile!

    Das Papierhaus

    Hamlets_Erbin

    15. May 2016 um 03:35

    "Häufig ist es schwerer, ein Buch loszuwerden, als es zu bekommen." (S.18) Natürlich musste ich als bekennende Bibliophile dieses Büchlein sofort haben als ich es zufällig im Buchladen meines Vertrauens entdeckte. Und nachdem ich den ersten Satz gelesen hatte, der mich atmosphärisch an den Film "Die fabelhafte Welt der Amélie" erinnerte, war ich überzeugt, dass eine skurril-amüsante Geschichte auf mich wartete. Doch leider wurden meine Erwartungen enttäuscht. Denn letztlich haben wir es hier nicht mit einer Erzählung im eigentlichen Sinne zu tun (dafür wird inhaltlich/dramaturgisch zu wenig geboten), sondern vielmehr mit der Beschreibung/Charakterisierung von vier Bücherliebhabern. Das ist zwar eindrucksvoll und hat für alle Bibliophilen auch hohen Wiedererkennungswert, aber es sorgt eben auch dafür, dass die Erzählung nicht viel mehr als ein Liebhabertext ist & keine Geschichte, die einen Leser befriedigen könnte, der höhere Erwartungen an einen Text hat. Darüber hinaus hatte ich Probleme, mit der sprachlichen Umsetzung (möglicherweise eine Folge der Übersetzung oder aber der bewusst poetisch gehaltenen Sprache?). Die verhinderte nämlich, dass ich vollständig in den Lesefluss eintauchen konnte und schmälerte das Vergnügen an der Geschichte zusätzlich. Inhalt: Nachdem seine Kollegin Bluma beim Lesen eines Gedichtbandes überfahren wurde, erhält der Erzähler ein an sie adressiertes Paket, in dem sich ein Buch von Joseph Conrad befindet, das eine Widmung von ihr enthält und außerdem voller Zementbröckchen ist. Der Erzähler bricht auf, um dem Absender das Buch zurückzugeben & lernt auf seiner Reise die Geschichten von drei fanatischen Bücherliebhabern kennen. "Eher geht eine Vase zu Bruch, versagt uns eine Kaffeemaschine oder ein Fernseher den Dienst als ein Buch." (S.67)

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  • Am Ende will man mehr

    Das Papierhaus

    ChubbChubb

    07. February 2016 um 16:55

    Das Papierhaus von Carlos Maria Dominguez ist leider ein sehr kurzes Buch über die liebe zu Büchern, die leidenschaftlich, traurig und verhängnisvoll sein kann.  Ein Spanischdozent fällt nach dem Tod einer Kollegin ein an sie adressiertes Paket in die Hände. Darin ist ein Buch, das mit merkwürdigerweise mit Zement verschmiert ist. Warum bekommt seine Kollegin das Buch und warum ist es so verdreckt. Der Protagonist sucht nach der Lösung des Rätsels in Amerika und lernt Bücherliebhaber kennen, die alles für die richtige Sortierung und Ausführung ihrer Bibliothek tuen würden.  Viel zu kurz ist das kleine Büchlein von Dominguez über das mysteriöse Paket. Am Ende hätte ich mir mehr gewünscht: Mehr zu der Geschichte, aber auch mehr Erklärung zu den Ereignisse. 

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  • Ein papierenes Haus

    Das Papierhaus

    steffchen3010

    02. January 2016 um 11:35

    „Bücher verändern das Schicksal der Menschen.“ Zitat, Seite 9 Die Literaturdozentin Bluma Lennon wird auf offener Straße überfahren. Es ist ihre Leidenschaft zum Buch, die Nase tief in ein Gedichtband von Emily Dickinson gesteckt, die ihr zum Verhängnis wird. Als ihr junger Kollege ihren Lehrstuhl an der Universität Cambridge übernimmt, erreicht ihn eines Tages ein altes ramponiertes Werk von Joseph Conrads „Die Schattenlinie“. Ein abgewohntes und von Feuchtigkeit aufgequollenes Exemplar, an dessen Buchdeckel merkwürdige feine Zementpartikel haften und dessen Buchdeckel eine Widmung der Verstorbenen trägt. Verstört nimmt er die mysteriöse Spur des Buches auf, das scheinbar eine viel größere Geschichte zu erzählen scheint, als die offensichtliche von Conrad. Er reist nach Buenos Aires, in seine ferne Heimat, in der das Buch in Besitz eines gewissen Carlos Brauer gewesen zu sein scheint. Eine Reise, die ihn nicht nur durch die facettenreiche Welt der Literatur, sondern auch durch die Schattenseiten einer passionierten Leidenschaft führt. „Manchmal ist es schwerer, ein Buch loszuwerden, als es zu bekommen. Durch einen Pakt an Bedürftigkeit und Vergessen sind sie an uns gebunden wie die Zeugen niemals wiederkehrender Augenblicke in unserem Leben.“ Zitat, Seite 18 “Eine Lektüre ist nie stumm, denn die Stimme ist immer ganz leise beteiligt. Sie führt die Teile aus wie ein Instrument die Partitur.“ Zitat, Seite 52 Wie in einem Rausch taumelte ich durchs Buch. Es ist unglaublich, was Domínguez mit so wenigen Seiten geschaffen hat. Sein facettenreicher Mini-Wälzer liest sich wie ein großes Buch. Es ist atmosphärisch rund und reich an Metaphern, verbirgt neben entzückenden Textstellen voller Leidenschaft für die Literatur auch kontroverse, skurrile und mit einer gewissen Provokation versehene Zeilen.  Mit der Figur Carlos Brauer präsentiert uns Domínguez ein greifbares Sinnbild für einen im Literaturmeer Ertrunkenen. Einen Bibliophilen, dessen Liebe zum Buch irgendwann so überwuchernd wird, dass er die Kontrolle über sie verliert. Während er den Inhalt seiner Bücher jahrelang zu inhalieren scheint und ihn mit zahlreichen Markierungen versieht, sollen die Bücher ihm eines Tages als Fundament eines Hauses dienen. Ich vögele mit jedem Buch, keine Markierung bedeutet für mich kein Orgasmus.“ Zitat, Seite 41 Doch das Haus, von dem sich Brauer Schutz und Geborgenheit erhofft, lastet auf ihm wie ein schwerer Brocken. Es nimmt ihm die Luft zum Atmen und bricht eines Tages über ihm zusammen. Mit diesem Sinnbild hat der argentinische Autor einen ungewöhnlichen, aber interessanten Weg gewählt, um uns eindringlich die Tragkraft einer krankhaften Bücherliebe zu verdeutlichen. Ganz umbemerkt führt er uns an menschliche Abgründe heran und lässt uns auf dem schmalen Grat zwischen Leidenschaft und Sucht gefährlich schwanken. „Ich verschenke Jahr für Jahr Bücher und schaffe es trotzdem nicht, ein neues Bücherregal oder die nächste Doppelreihe zu vermeiden; schweigsam und unschuldig breiten sich die Bücher im ganzen Haus aus, und es gelingt mir nicht, sie aufzuhalten.“ Zitat, Seite 17

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  • Wenn die Liebe zu Büchern dich beherrscht...

    Das Papierhaus

    The iron butterfly

    „Bücher verändern das Schicksal der Menschen.“, so das Resümee des Erzählers in „Das Papierhaus“ von Carlos Maria Dominguez und er hat Recht damit. Gleich zu Beginn der Erzählung erfährt der Leser, dass die, an der Universität Cambridge Hispanik lehrende Professorin Bluma Lennon in einer Buchhandlung in Soho einen alten Gedichtband von Emily Dickinson kauft und darauf an der ersten Straßenecke, als sie gerade das zweite Gedicht liest, von einem Auto überfahren wird. Jedoch handelt „Das Papierhaus“ nur am Rande von Blumas Schicksal und doch ist der Erzähler bedingt durch diesen Unfall plötzlich in ihr Leben involviert. Der argentinische Erzähler ist Blumas Stellvertreter und erhält eines Tages eine Postsendung, die an Bluma adressiert ist. Neugierig öffnet er die Sendung und hält einen von Zement verkrusteten Band von Joseph Conrads „Die Schattenlinie“ in der Hand; im Buch eine Widmung von Bluma. Wer sendet Bluma dieses Buch zurück und warum? Und warum befindet sich das zerlesene Exemplar mit diesen ganz persönlichen Worten in einem so desolaten Zustand. Eine Suche beginnt und eine Reise um die halbe Welt. Diese melancholische Erzählung handelt von der Liebe zu Büchern, aber auch von der Besessenheit, die diese Liebe zur Literatur in uns wecken kann. Wer Bücher liebt, weiß um den Zwiespalt den sie einem bereiten; behalten und Buch um Buch horten, katalogisieren, entstauben, umsortieren bis die Regalbretter nachgeben, die Seiten vergilben? Oder lesen und sich wieder trennen…verkaufen, ausleihen oder verschenken? Carlos Maria Dominguez erzählt mit viel Pathos und lässt seinen Erzähler den Zwiespalt am eigenen Leib erleben, ist er doch selbst ein Literaturliebhaber und Bücherfreund, der zwar immer wieder viele Bücher an seine Studenten verschenkt, um Platz zu schaffen…für neue Bücher. Und auch der Leser wird sich bald selbst erkennen, dazu muss er den Blick vermutlich nicht weit schweifen lassen. Eine tragische, aber auch humorvolle Hommage an die Liebe zu Büchern.

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  • Das Papierhaus - Carlos Maria Dominguez

    Das Papierhaus

    milasun

    21. September 2015 um 16:31

    "Niemand hat es gern, wenn ihm ein Buch abhanden kommt. Lieber verlegen wir einen Ring, eine Uhr, oder unseren Schirm als ein Buch, das wir vielleicht nicht mehr lesen werden, das aber mit dem vertrauten Klang seines Titels ein altes, vielleicht verloren gegangenes Gefühl in uns wachruft."

  • Über die Leidenschaft zu Büchern

    Das Papierhaus

    Emma.Woodhouse

    09. February 2015 um 19:25

    Inhalt: Bluma Lennon, Literaturprofessorin in Cambridge stirbt beim Überqueren einer Straße während sie die Gedichte von Emily Dickinson liest. Ihr Nachfolger erhält ein an sie adressiertes Buch, das sich in einem furchtbaren Zustand befindet. Das Buch lässt ihn nicht mehr los und so begibt er sich auf die Reise um zu ergründen was es damit auf sich hat. Meinung: Ich habe noch die alte Ausgabe des Papierhauses, das im Eichborn Verlag erschienen war. Das Cover ist recht schlicht aber die Farben und der Buchstabensalat machen eine ganze Menge her. Mittlerweile wurde das Buch neuaufgelegt in meinem geliebten Insel Verlag. Die gestapelten Bücher auf dem Insel-Cover gefallen mir ebenso wie das alte Cover weil es einfach zur Geschichte passt. Was an der Neuauflauge besonders toll ist, sind die Illustrationen von Jörg Hülsmann. Ich sage nur so viel: Die Illustartionen sind so wunderschön das ich ernsthaft überlge mir auch noch die Neuauflauge zuzulegen. Denn das wichtigste, die Geschichte ist einfach toll. Sie ist sowohl sprachlich wie auch inhaltlich die reinste Poesie. Es ist ein Büchlein über Bücher, über die Buchleidenschaft und über Buchverrückte. Es zeigt welches Schicksal sich hinter einem Buch verbergen kann, welche Geschichte und was Bücher für Menschen wie mich bedeuten können. Es zeigt aber auch wie einen die eigene Leidenschaft auffressen kann. Es ist berührend und absolut exzentrisch - es ist einzigartig. Und genau deshalb lege ich dieses Buch jedem ans Herz lege, der Bücher liebt. Es ist eine besondere Geschichte für ganz besondere Menschen - für Bibliophile!

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  • Schöner wohnen mit Büchern

    Das Papierhaus

    Gruenente

    Was wäre der schönste denkbare Tod für einen bücherverrückten Menschen? Klar: lesend sterben. Bluma Lennon (Literaturprofessorin in England) ereilt dieses Schicksal. In einem gerade gekauften Buch lesend, wird sie auf der Straße überfahren. So behält die Großmutter des Ich-Erzählers Recht. „ …weißt du denn nicht, wie gefährlich Bücher sind?“ Kurze Zeit später öffnet ein Kollege von ihr ein an sie adressiertes Päckchen ohne Absender. Darin befindet sich das Buch „Die Schattenlinie“ von Joseph Conrad mit einer Widmung von Bluma. Das Exemplar ist alt und zerlesen und mit Zementpartikeln übersät. Den jungen Kollegen lässt diese Geschichte keine Ruhe. Er reist nach Buenos Aires, um ihr auf die Spur zu kommen. Eine sehr schöne Erzählung für alle Bücherliebhaber, die nicht mehr wissen wohin mit ihren Schätzen. Es wird viel über Bücher, Sammelleidenschaft, lesen, katalogisieren, aufbewahren erzählt. Die Liebe zu Büchern steht bei allen Protagonisten im Vordergrund. Und da gibt es Menschen, die bis zu 20.000 Bücher besitzen. Welch ein Traum! Aber auch welche Verantwortung, sie sicher vor Schäden zu bewahren. Die Schätze werden in Regalen, Vitrinen aufbewahrt. Bis sich einer entschließt sich ein Haus aus Büchern zu bauen. Der Irrsinn ist bei Bibliophilen wohl zum Greifen nahe… Das Buch wurde mit wunderschönen Illustrationen von Jörg Hülsmann verschönert. Ein Kleinod für jeden Buchverrückten!

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    19angelika63

    27. January 2015 um 07:44
  • ♥ Eine Hommage an alle bibliophile Menschen ♥

    Das Papierhaus

    19angelika63

    Klappentext Beim überqueren der Straße wird die junge Literaturdozentin Bluma Lennon, in einen Gedichtband Emily Dickinsons vertieft, von einem Auto erfasst und ist auf der Stelle tot. Ihren Lehrstuhl in Cambridge übernimmt darauf ein junger Kollege, den mit Bluma nicht nur die Liebe zur Literatur verband, sondern auch eine turbulente Liaison. Eines Tages erhält er ein ramponiertes Buch mit einer Widmung seiner ehemaligen Geliebten. Vertsört bricht er auf, einer Spur zu folgen, die ihn  in seine ferne Heimat führt. Und dort wird er unversehens in eine faszinierende Welt geheimer Bibliotheken und mysteriöser Leser hineingezogen. Was für ein wundervolles Stück Prosa. Von der ersten bis zur letzten Seite hat es mich verzaubert. Alleine die Aufmachung ist schon wunderschön. Wenn ich über das Cover fühle spüre ich jedes einzelne Buch, das darauf abgebildet ist. Schlage ich es auf und blättere durch, finde ich auf manchen Seiten wunderschöne Zeichnungen. Und dann beginne ich zu lesen und finde mich wieder. Als Leser, als Liebhaber von Büchern und nicke mit dem Kopf, weil das was ich lese mir bekannt vorkommt. „(…) und schaffe es trotzdem nicht, ein neues Bücherregal oder die nächste Doppelreihe zu vermeiden; schweigsam und unschuldig breiten sich die Bücher im ganzen Haus aus, und es gelingt mir nicht, sie aufzuhalten. (…)“ (Seite 17) Dieses kleine und feine Buch ist ein Hommage an alles Leser und Liebhaber von Büchern. Es lässt das eigene Herz höher schlagen und verzaubert den Leser. ♥♥♥

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