fischer baumler

Carlos Ruiz Zafón Das Labyrinth der Lichter

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Lovelybooks Bewertung

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  • 16 Leser
  • 90 Rezensionen
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Inhaltsangabe zu „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafón

Packend, rasant und voller Magie - der neue Zafón!

Carlos Ruiz Zafón, Autor des Weltbestsellers ›Der Schatten des Windes‹, ist zurück! Mit seinen Romanen rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher schuf der spanische Bestsellerautor eine der faszinierendsten Erzählwelten aller Zeiten. Die Verheißung, die mit ›Der Schatten des Windes‹ begann, findet mit seinem neuen großen Roman ›Das Labyrinth der Lichter‹ ihre Vollendung.

Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc ihn nun einzuholen scheint. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ›Das Labyrinth der Lichter‹, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt.

Meisterlich verknüpft Carlos Ruiz Zafón die Erzählfäden seiner Weltbestseller ›Der Schatten des Windes‹, ›Das Spiel des Engels‹ und ›Der Gefangene des Himmels‹ zu einem spannenden Finale.

Bin durch jede Eingangstür des Labyrinths gegangen und habe es durch einen leuchtenden runden Ausgang verlassen. Einfach großartig!

— Ro_Ke

Ein fulminanter Abschluss der Reihe mit spannendem Finale! Purer Lesegenuss (*****)

— Insider2199

Ein wunderschöner Epos, der ein längst vergessenes Barcelona lebendig macht. Ein lesenswerter Abschluss der Reihe.

— jenvo82

Eine spannende Geschichte, wunderbare Sprache - was will man mehr :)

— Yolande

Eine Geschichte rund um einige meiner Lieblingsthemen - Bücher, Madrid, Barcelona. Perfekte Mischung gepaart mit spannenden Charakteren.

— Kindle_Madrid

Auch wenn die Handlung diesmal etwas schwächelt: Zafóns Worte sind für mich das Schönste und Magischste auf der Welt.

— Svenjas_BookChallenges

Mit der gewohnt einzigartigen Erzählstimme Zafons schließt sich der Kreis dieser unvergleichlichen Romanreihe

— TamiraS

Carlos Ruiz Zafón verknüpft die Erzählfäden seiner Weltbestseller zu einem besonderen Buch.

— friederickesblog

Furiose Mischung aus Gruselgeschichte, Polit-Thriller und historischem Roman über Barcelona 1936-1992.

— Widmar-Puhl

Fesselnde Geschichte und außergewöhnlicher Schreibstil, dieser Roman hat mich sehr begeistert

— Wuestentraum

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  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Fantasiewelten

    Das Labyrinth der Lichter

    UteSeiberth

    23. November 2017 um 11:46

    Ich habe vor längerer Zeit die Vorläufer dieses Buches gelesen und ich muss leider sagen,dass ich dieses Mal nicht mehr gut in diese Fantasiewelten hinein gekommen bin  wie früher.So habe ich das Buch etwa nach der Hälfte abgebrochen.

  • Große Verlosung zum Leserpreis 2017: 30 Buchpakete zu gewinnen!

    LovelyBooks Spezial

    Daniliesing

    Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2017 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 30. November feststehen wird, gar nicht erwarten! Unsere große Verlosung für euch! Nicht nur eure Lieblingsbücher haben die Chance, den Leserpreis 2017 zu gewinnen, auch auf euch warten ganz großartige Buchgewinne. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen und zusätzlich 25 weitere Buchpakete mit je 10 Neuerscheinungen verlosen. Ein wahrer Traum für jeden Buchliebhaber, oder?Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:1. Schreibt einen Blogbeitrag mit Link zum Leserpreis auf LovelyBooks. Ladet eure Leser darin ein, ebenfalls ihre Lieblingsbücher 2017 zu nominieren.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2. Berichtet auf euren Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram über den Leserpeis und verlinkt darauf. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt. Verwendet dabei den Hashtag #Leserpreis.https://www.lovelybooks.de/leserpreis/3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Bitte klickt für alle 3 Varianten zunächst auf den "Jetzt bewerben"-Button und füllt das Formular komplett aus. Gebt bei den Varianten 1 und 2 bitte den direkten Link zum Blogbeitrag oder zum Social Media Posting an und verlinkt nicht nur aufs Profil. Selbstverständlich haben wir Grafikmaterial vorbereitet, das wir euch gern zur Verwendung zur Verfügung stellen.Ihr dürft natürlich auch mehrere der Punkte erfüllen und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 3. Dezember möglich!Wir wünschen euch ganz viel Spaß!PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1712
  • Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub

    Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub

    Marina_Nordbreze

    Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub Herzlich willkommen bei unserem Lesewochenende im November! Vom 17. bis 19.11.2017 möchten wir gemeinsam die Gelegenheit nutzen, um uns zum Jahresende noch einmal intensiv mit den Büchern aus dem FISCHER Leseclub auseinanderzusetzen.Beim Lesen, Austauschen und Plaudern könnt ihr so sicherlich das ein oder andere Highlight aus dem FISCHER Leseclub entdecken, welches vielleicht ansonsten verborgen geblieben ist! Und das ist noch nicht alles! Ihr könnt zusätzlich ein ganz besonderes "Buch des Monat"-Abzeichen erhalten.Was ihr dafür tun müsst?Schreibt Rezensionen zu den FISCHER-Büchern, die ihr während des Wochenendes gelesen habt und löst die drei Aufgaben, die wir euch während des Lesewochenendes stellen bis zum 30.11.2017!Bitte beachtet, dass nur Rezensionen zu Büchern aus dem Stöberbereich des FISCHER Leseclubs gelten, das heißt, die Bücher müssen 2017 erschienen sein! Unter allen Usern, die das Abzeichen erspielen, verlosen wir 50 Wunschbücher aus den FISCHER-Verlagen!

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    • 660
  • eBook Kommentar zu Das Labyrinth der Lichter von Carlos Ruiz Zafón

    Das Labyrinth der Lichter

    elsbeth heitzer

    via eBook 'Das Labyrinth der Lichter'

    zafon ist grossartig.wenn man einen zafon gelesen hat und dann ein anderes buch liest ist es so als ob man vom rand des paradieses stuerzt und sehr hart landet.

    • 4
  • Am Ende wartet ein leuchtender runder Ausgang

    Das Labyrinth der Lichter

    Ro_Ke

    Klappentext (Lovelybooks): Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc ihn nun einzuholen scheint. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ›Das Labyrinth der Lichter‹, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt.  Meine Meinung: Carlos Luis Zafón ist ein Meister darin, wenn es darum geht, mit den ersten Zeilen den Leser sofort gefangen zu nehmen und ihn auch erst ganz am Ende glücklich wieder zu befreien. Sein Schreibstil steckt voller Poesie und einnehmender Bildgewalt, so dass es leicht fällt, in die über 900 Seiten lange Geschichte zu versinken und sich der besonderen Atmosphäre auszuliefern. Diese führt einem sowohl sehr bedrückende, als auch herrlich romantische, zum Teil humorvolle Bilder vor Augen.  Seine Schauplätze Barcelona und Madrid beschreibt Zafón, wie nicht anders von ihm gewohnt, sehr lebendig und lässt damit selbst die dunkelsten Hintergassen in hellem Licht erstrahlen.  Man begleitet seine Figuren, die sich alle mehr oder weniger auf einer Reise zu sich selbst befinden und durchlebt mit ihnen ein ganz breites Spektrum an glaubhaften Emotionen. Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Handlung langatmig und der Autor schafft es wirklich meisterhaft, seinem Gesamtwerk schliesslich ein absolut rundes Ende zu verpassen.  Wenn sich die durch ihn erweckte Liebe zum „Magisches Realismus“ auch im Finale nicht weiter vertiefen liess, so hat mir sein Gesamtwerk ganz zauberhafte Momente beschert und wird mir lange in Erinnerung bleiben. Fazit: Bin durch jede Eingangstür des Labyrinths gegangen und habe es durch einen leuchtenden runden Ausgang verlassen. Einfach großartig! 

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    • 4
  • Leserunde zu "Das Labyrinth der Lichter" von Carlos Ruiz Zafón

    Das Labyrinth der Lichter

    Insider2199

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Das Labyrinth der Lichter" von Carlos Ruiz Zafón zu lesen. Wir beginnen ab 1. Oktober (oder schon sofort) und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man zwei Lose dafür.  Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!  Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. Viel Spaß uns allen :)

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    • 57

    Insider2199

    30. October 2017 um 21:20
    Beitrag einblenden
    Ro_Ke schreibt Vor allem bewundere ich Dich für Art, wie Du die Romane analysierst und es dann auch noch in so schöne verständliche Sätze verpacken kannst, dass sich mir neue Sichtweisen eröffnen. Danke!

    oh vielen Dank für die Blumen, das rutscht runter wie Öl :)) So etwas würde ich auch gerne beruflich machen wollen, also z.B. in einem Verlag die Manuskripte für die Lektoren sichten, aber dafür ...

  • Ein fulminanter Abschluss der Reihe mit spannendem Finale

    Das Labyrinth der Lichter

    Insider2199

    30. October 2017 um 21:11

    Ein fulminanter Abschluss der Reihe mit spannendem Finale Der 1964 in Barcelona geborene Autor war zunächst als Werbetexter tätig, dann 10 Jahre lang Drehbuchautor und Journalist in Los Angeles. Der erste Band dieser Reihe „Der Schatten des Windes“, der in 30 Sprachen übersetzt wurde, ist zwar nicht sein Debüt, verhalf ihm aber 2001 zu internationalem Durchbruch. Der vorliegende Roman ist nach „Der Gefangene des Himmels“ der 4. und letzte Band in der Reihe „Der Friedhof der vergessenen Bücher“. Zum Inhalt (Klappentext): Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc ihn nun einzuholen scheint. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ›Das Labyrinth der Lichter‹, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt. Meine Meinung: Mit knapp 1000 Seiten der längste Band der Reihe, aber ich muss gestehen, dass ich auch weitere 1000 Seiten hätte lesen können. Es gibt so gut wie keine Längen, was bei Büchern dieser Größenordnung oft der Fall ist, und zu keinem Zeitpunkt wird das Lesen langweilig oder gar zäh. In fulminanter Weise fügt der Autor alle Puzzle-Steine zusammen und begeistert den Leser mit einem großen Finale. Besonders gefiel mir wie er Julian, Daniel Semperes Sohn, als „alter Ego“ benutze, um den Lesern das Konzept der Reihe zu erklären: „Eine Geschichte hat weder Anfang noch Ende, nur Eingangstüren. Eine Geschichte ist ein unendliches Labyrinth aus Wörtern, Bildern und Geistern, die sich verschwören, um uns die unsichtbare Wahrheit über uns selbst zu enthüllen. Letztlich ist eine Geschichte ein Gespräch zwischen dem Erzähler und dem Zuhörer, und ein Erzähler kann nur so weit erzählen, wie sein Handwerk es zulässt, und ein Leser kann nur so weit lesen, wie es in seiner Seele festgeschrieben ist.“ Bedeutet also, dass sich jeder Band von einer anderen Seite dem Kern der Story – oder der Mitte des Labyrinths – nähert und es somit (lt. Autor) egal ist, in welcher Reihenfolge die Bände gelesen werden. Dennoch würde ich die chronologische Weise empfehlen. Etwas schade fand ich, dass hier die magischen Elemente fehlten, aber dafür gibt es ja Band 2 – somit hat jeder Band der Serie etwas anderes zu bieten. Auch sprachlich ist der Roman auf höchstem Niveau und bei vielen Stellen – z.B. das Tagebuch von Isabella – war ich richtig begeistert wie gekonnt der Autor komplexe Zusammenhänge auf einfache Weise erklären kann. Fazit: Ein fulminanter Abschluss der Reihe mit spannendem Finale. Ein Roman, bei dem man sich wünscht, er würde niemals enden. 5 Sterne und ein absolutes Jahres-Highlight. Unbedingt lesen!

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    • 2
  • Der lange Abschied der letzten Vergessenen

    Das Labyrinth der Lichter

    jenvo82

    26. October 2017 um 12:52

    „Sie stellte sich vor, wie sich die Stadt gleich einer schwarzen Rose öffnete, und für einen Augenblick befiel sie die Gelassenheit des Unvermeidlichen, die die Verdammten tröstet, oder vielleicht, dachte sie, war es auch nur die Müdigkeit.“ Inhalt Alicia Gris, körperlich gezeichnet durch eine schwere Bürgerkriegsverletzung, verbringt ihr Dasein als eine Art Schattengestalt. In den Fängen ihres Vorgesetzten Leandro, der sie zu ihrem Leidwesen viel zu sehr beeinflussen kann, weil er zu viele ihrer Schwachstellen kennt, macht sie sich als Privatermittlerin auf die Suche nach dem verschwundenen Mauricio Valls. Dieser begleitet mittlerweile ein öffentliches Amt und ist eine Person, die Rang und Namen besitzt, doch die Schandtaten seiner Vergangenheit scheinen ihn rasant eingeholt zu haben. Gemeinsam mit dem engagierten Polizisten Vargas durchsucht sie ganz Barcelona auf den Spuren des Vermissten. Als ihr Weg sich mit den Inhabern der Buchhandlung Sempere & Söhne kreuzt, wird ihr schlagartig bewusst, dass ihr eigenes Schicksal sehr eng mit dieser Familie verbunden ist. Hinzu kommt, dass Alicia ein Tagebuch besitzt, welches sie aus Valls Schreibtisch entwendet hat, in dem die jung verstorbene Isabella kurz vor ihrer Ermordung von  ihrer besonderen Verbindung zum angeblich verrückt gewordenen Schriftsteller David Martín erzählt. Und während die Detektivin akribisch die Puzzleteile zusammensetzt, wird immer deutlicher, dass die Fäden aller Beteiligten sich kreuzen, genau dort, wo Alicia herumstochert … Meinung Auch in diesem finalen Band der Reihe rund um „Friedhof der vergessenen Bücher“ zeigt der spanische Autor sein schriftstellerisches Können und überzeugt mit einer opulenten, fast epischen Erzählung, die sowohl kriminalistische Elemente aufweist als auch die klassischen Schauplätze einer Familientragödie besucht. Dabei nutzt er wie schon in den Vorgängerbänden die stimmungsvolle, dunkle Seite von Barcelona, die zwischen Nebelwänden, Sonnenuntergängen, dunklen Gassen und heruntergekommenen Hafenvierteln spielt und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch mehrere Jahrzehnte voller Schuld, Verbrechen, düsterer Gestalten und junger Hoffnungsträger. Und obwohl der Leser „Das Labyrinth der Lichter“ bereits aus den ersten Bänden kennt, hat er eigentlich immer nur einen Bruchteil der ganzen Geschichte kennengelernt, so dass das Hauptaugenmerk nun auf der Entwirrung aller Fäden beruht, die wie erwartet in der geheimnisvollen Vergangenheit der Familie Sempere und ihrer nicht gerade florierenden Buchhandlung verborgen liegt. Leider verzichtet Zafón in diesem letzten Teil wieder zu Gunsten der Logik und des Gesamtverständnisses auf die so wunderbar entworfenen mystischen Gestalten und Ereignisse der ersten beiden Bände, die ich regelrecht genial fand. Auch die vordergründig gestellte Kriminalgeschichte, die ab ca. Mitte des Buches aber in den Hintergrund tritt, lenkte mich etwas ab und passt nicht so ganz ins Gesamtkonzept. Tatsächlich hätte ich lieber Andreas Corelli wiedergetroffen, oder den Geist von Isabella oder den verschollenen David Martín. Doch es agieren nur die Semperes und der unverwechselbare gute Geist der Familie – Fermín. Persönlich habe ich die gut 900 Seiten genossen, wäre aber auch mit 700 ausgekommen, zumal das Ende der Geschichte viele Jahre rafft, während die Vergangenheit manchmal ausufernd beschrieben wurde. Fazit Ich vergebe gute 4 Lesesterne für den Abschlussband einer überaus fesselnden Familiensaga im Glanz einer längst vergessenen Zeit. Wunderbar führt der Autor durch die einzelnen Etappen und haucht seinen Protagonisten Leben ein. Der Leser kann mühelos in fremde und doch anscheinend schon bekannte Welten eintauchen und verliert sich zwischen den Zeilen, die so intensiv und engagiert wirken wie eh und je. Ich zähle mich zu den begeisterten Lesern, die sich gerne an die Semperes erinnern und denen diese Buchreihe sehr viel gegeben hat.  

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    • 11
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2570
  • Krönender Abschluss einer wunderbaren Buchreihe

    Das Labyrinth der Lichter

    Yolande

    24. October 2017 um 13:31

    Carlos Ruiz Zafón wurde am 25. September 1964 in Barcelona geboren. Vor seiner Schriftstellerkarriere war er in der Werbebranche tätig. Neben seiner Arbeit an Romanen arbeitet er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El Pais und La Vanguardia.1993 erschien sein erster Roman "Der Fürst des Nebels". Carlos Ruiz Zafón lebt heute vorwiegend in Los Angeles.Inhalt (Klappentext):Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie dem plötzlichen Verschwinden des Ministers Mauricio Valls nachgehen, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuic ihn nun einzuholen scheint.In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie "Das Labyrinth der Lichter", das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Sie folgt der Spur in die Buchhandlung Sempere & Söhne. An diesem verzauberten Ort scheinen alle Fäden zusammenzulaufen. Sie führen Alicia schließlich auf den Grund einer ungeheuerlichen Wahrheit - und ganz zu sich selbst."Das Labyrinth der Lichter" ist der vierte und letzte Band aus der Reihe "Der Friedhof der vergessenen Bücher" des spanischen Autors.Auch dieses Mal ist der Schauplatz die Stadt Barcelona, aber nicht das Barcelona, das die Touristen kennen. Wenn man die Bücher von Zafón liest, erscheint die Stadt immer düster, morbide und geheimnisvoll. Voller verfallener Paläste und eigentlich immer im Nebel. Dadurch entsteht eine mystische und magische Atmosphäre, die mich auch dieses Mal wieder in ihren Bann gezogen hat.Der Schreibstil ist wie gewohnt virtuos, auch wenn es der Autor für meinen Geschmack manchmal etwas übertrieben hat. Das kann allerdings auch an der Übersetzung liegen.Die Geschichte ist sehr spannend und obwohl das Buch über 900 Seiten hat, gab es für mich keine Längen.Mit dem letzten Kapitel bekommt die Reihe dann ihren wirklichen und runden Abschluss.Fazit: Ein grandioser Abschluss einer wundervollen und lesenswerten Buchreihe

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    • 3
  • Neues vom Meister

    Das Labyrinth der Lichter

    Svenjas_BookChallenges

    12. September 2017 um 17:53

    Ein Satz - ein Satz nur und ich war wieder verzaubert von Carlos Ruiz Zafóns wunderbaren Worten. Von der Magie, die sich hinter ihnen verbirgt, und von ihrer Kraft. Es gibt, so meine laienhafte Meinung, keinen anderen zeitgenössischen Autor, der es so meisterhaft versteht, Worte zu Welten zu verweben und sie vor dem geistigen Auge des Lesers Wirklichkeit werden zu lassen. Jahrelang habe ich gelechzt nach einem neuen Roman aus Zafóns Feder, der mich zurückführt auf den Friedhof der vergessenen Bücher. Und schließlich kam Das Labyrinth der Lichter - das Buch, das den Zyklus abschließt. Aber irgendwie bin ich nicht traurig darüber, dass es zu Ende ist. Es fühlt sich richtig an und gut, denn endlich schließt sich der Kreis und alles, was noch offen war, klärt sich auf.Aber der Reihe nach: Auch diesmal wieder ist es ein exzentrischer Protagonist, an dessen Seite der Leser durch die Gassen Barcelonas wandelt, um irgendwann unweigerlich in der Buchhandlung Sempere & Söhne zu landen, wo er auf alte Bekannte trifft. Daniel Sempere, seine Frau Bea und seinen Sohn Julián, Sempere Senior und natürlich Fermín, den etwas rauen, aber treuen und liebenswerten Freund der Familie, der einem noch aus Der Gefangene des Himmels im Gedächtnis ist. Der Weg bis zu diesem Zusammentreffen ist diesmal allerdings ungewohnt lang und (ich muss es leider sagen) leider auch langatmig. Einerseits mochte ich Alicia - eine ungewöhnliche Frau, die sich in einer Männerdomäne einen Namen gemacht hat und nicht nur ihrem Begleiter Vargas, sondern auch dem Leser gewaltigen Respekt einflößt. Andererseits wollte und wollte ich nicht so recht mit ihr warm werden. Zum einen vielleicht, weil sie so widersprüchlich ist. Zum anderen womöglich, weil sie es so sehr darauf anlegt, sich zu Grunde richten, dass einem alle, die mit ihr zu tun haben, unweigerlich leid tun.Vor allem im Mittelteil lässt die Handlung die Spannung und das Düstere, das unterschwellig Magische, das die anderen Romane ausmacht, vermissen. Auch hat Das Labyrinth der Lichter weitaus weniger von einem Schauerroman als seine Vorgänger. Vielmehr ist es eine Art Krimi, eine Spurensuche, in deren Verlauf die letzten Geheimnisse um Mauricio Valls, seine dunklen Machenschaften als Direktor des Montjuic Gefängnisses und ein letztes Mysterium um Daniels Mutter Isabella Sempere aufgedeckt werden. Durchaus etwas, das einen als begeisterten Leser der Vorgängerromane brennend interessiert und natürlich fehlt auch der "Book-Content" nicht - macht euch auf ein Wiedersehen mit David Martín, Julián Carax und Víctor Mataix gefasst. Gewürzt wird das Ganze mit politischen Intrigen, finsteren Machenschaften und einer gefährlichen Flucht vor jenen, die Valls' Geheimnisse sicher verborgen wissen wollen.Ihr merkt es sicher schon: Ich weiß irgendwie immer noch nicht, was ich von all dem halten soll. Auf der einen Seite, ja - da ist es Zafón pur. Mit meisterhaft gesponnenen Verknüpfungen, magisch düsteren Handlungsorten und Worten, wie man sie sonst nirgends findet. Auf der anderen Seite ist die Handlung streckenweise wirklich ermüdend und verliert unterwegs etwas von dem Zauber, der dem Friedhof der Vergessenen Bücher und dem ganzen Universum drumherum anhaftet. Und dennoch habe ich jede einzelne Seite genossen. Aaah, dieser Widerspruch. Zafón treibt mich noch in den Wahnsinn und ich ende irgendwann wie seine Buchfigur David Martín.Denn ich muss einfach sagen, dass ich Zafóns Worte atme, sie in mich aufsage. Die Zusammentreffen mit seinen einzigartigen, grandios gezeichneten Charakteren ein ums andere Mal genieße. Und hier ist Zafón für mich die große Ausnahme: Auch wenn die Handlung einmal schwächelt, was selten genug vorkommt, um es ihm nachzusehen, tragen mich die Worte weiter. Ich schwimme einfach weiter in diesem Sog, den diese ganze Welt des Friedhofs der vergessenen Bücher auf mich ausübt. Lächle über Fermíns zotige Bemerkungen, verliere mich in diesen unendlich vielen kleinen Welten, die sich in der Geschichte verbergen. Und kümmere mich irgendwann gar nicht mehr um die Haupthandlung, denn es gibt so viel mehr zu entdecken. Und auch wenn ich das Ende dann doch etwas sehr klischeehaft und wenig Zafón-like fand und ich bei mir dachte, dass die Handlung doch langsam leichte Ermüdungserscheinungen zeigt, bin ich immer noch glücklich. Es klingt vielleicht blöd, aber bei Zafón lasse ich mir jedes einzelne Wort auf der Zunge zergehen und will immer mehr, mehr, mehr. Ganz so wie bei Fermín und seinen Sugus.Mein Fazit:Carlos Ruiz Zafón ist ein Genie, ein Künstler und (m)ein Gott. Bei jedem Buch verliere ich mich aufs Neue in der einzigartigen Welt, die er mit seinen Worten erschafft. Und mit Das Labyrinth der Lichter bin ich nun ein letztes Mal auf den Friedhof der Vergessenen Bücher zurückgekehrt. Es war eine spannende, eine mystische, streckenweise vielleicht etwas langatmige und zähe, aber in jedem Fall eine unvergessliche letzte Reise. Wer, wie ich, ein Fan von Zafón ist, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. In jedem Fall sollte man sich aber im Vorfeld die drei Vorgänger-Bände noch einmal ins Gedächtnis rufen. Denn Handlungsstränge miteinander verknüpfen und Vergessenes zurück an die Oberfläche holen - ja, das beherrscht Zafón einfach meisterhaft.

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  • Das Ende des Zaubers Barcelonas

    Das Labyrinth der Lichter

    TamiraS

    27. August 2017 um 10:54

    Selten war ich so traurig und glücklich zugleich, als ich ein Buch zuschlug, die letzten Wörter noch immer im Kopf, die, wie sie es am Ende eines Romans immer machen sollten, zwar das Ende einer Geschichte, jedoch nicht deren Personen verheißen.Denn Zafon hat es wie kaum ein anderer geschafft, Protagonisten so lebendig werden zu lassen, dass man von der ersten Seite an felsenfest davon überzeugt ist, dass diese Menschen, sofern es einen gnädigen Gott gibt, wirklich existieren müssen, um der Welt ihren Stempel aufzudrücken und sie zu einem, wenn nicht besseren, so doch spannenderen Ort zu machen.Doch beginnen wir von vorne.Dem beginnenden Leser und, sofern nicht schon geschehen, zukünftigen Jünger Zafons sollte bewusst sein, dass er, einmal mit einem Roman von ihm begonnen, sich dem Zauber nicht mehr wird entziehen können. Doch um in den vollen Genuss dieser Reise zu kommen, sollte man tatsächlich - auch wenn das Vorwort es erlaubt, es beliebig zu tun - mit dem ersten Roman der Reihe beginnen: nämlich mit dem Schatten des Windes.Wir folgen in dem kompletten Zyklus, der mit dem vorliegenden Band aus vier Teilen besteht, der Familie Sempere, die seit vielen Generationen eine Buchhandlung in Barcelona besitzt. Wir lernen jedes der Familienmitglieder kennen und lieben und begleiten sie auf ihren Reisen durch die dunklen und auch hellen Seiten Barcelonas. Hier liegt auch die besondere Stärke des Romanciers Zafon: Er legt einen Schleier aus Zauber und Schatten über die Stadt Barcelona und lässt seine Figuren - die guten, sowie die bösen - darin, wie mit Spinnweben verwoben, dramatische und immer düstere Stücke aufführen, wobei man als Leser sich jedoch nicht in der sicheren Entfernung von der Bühne in einem Theatersitz wähnt, sondern selbst als dunkler Schatten jedem der Charaktere durch Gassen, alte Häuser, Gefängnisse und, immer wieder ein Höhepunkt, in den Friedhof der vergessenen Bücher folgt.Jedes der Bücher umfasst einen anderen Teil der Geschichte der Semperes, sowie deren besten Freunden und wichtigsten Personen in deren Leben.Teil 1: Der Schatten des WindesIn der Schatten des Windes lernen wir Daniel kennen, der zu Beginn der Geschichte, verstört dadurch, dass er das Gesicht seiner verstorbenen Mutter Isabella vergessen hat, von seinem Vater in den Friedhof der vergessenen Bücher geführt wird. Ein Ort, an dem jeder das eine Buch, das für ihn bestimmt ist, adoptiert und bewacht, damit alle Bücher und Geschichte, die der Vergessenheit anheim gefallen sind, für immer einen Ort besitzen, an dem zumindest die wenigen, die davon wissen, sich ihrer erinnern.Der Roman, den Daniel erwählt, ist Der Schatten des Windes von Julian Carax. Einem Autor, der wie ein Geist über der kompletten Romanreihe liegt.Daniel beginnt im Leben von Carax zu graben und erfährt dabei teilweise auch die Vergangenheit seiner eigenen Familie.Teil 2: Das Spiel des EngelsIn diesem Teil folgen wir dem verfluchten Schriftsteller David Martin. Die Handlung spielt in der Generation vor Der Schatten des Windes und ist, wie ich finde, zusammen mit Teil 4 der beste Roman des Zyklus'. Wir erfahren hier, wie Martin seine Seele verkauft und sein Glück verdammt, um seinen Traum, ein Romancier zu werden, zu verwirklichen.Teil 3: Der Gefangene des HimmelsHier erfahren wir die Hintergrundgeschichte Fermins - eines Männchens, der tausend Leben nach seinen bereits tausend gelebten noch übrig zu haben scheint. Er ist eine schillerende Persönlichkeit - wir haben ihn bereits in den vorgegangenen Romanen kennengelernt - und begleiten ihn in seiner Zeit, als er während des Kriegs, wie so viele, im Gefängnis versauerte und dort auf David Martin trifft.Teil 4: Das Labyrinth der LichterIm letzten Band scheinen sich alle losen Enden zu verknüpfen, wobei jedoch anzumerken ist, dass die einzelnen Bände an sich nicht viele lose Enden zurücklassen. Man hat immer das Gefühl, einen vollständigen, für sich stehenden Roman gelesen zu haben und nicht, dass man noch immer auf das Ende der Geschichte warten muss. Vermutlich liegt es daran, dass jeder Band seinen ganz eigenen Teil der Geschichte um seine eigene Person erzählt.Wir folgen hier größten Teils Alicia, die einen ungenannten und nicht wirklich erklärten Beruf ausübt, dem einer Spionin, gemischt mit einer Mafiosi, wohl am nächsten kommt. Sie folgt der Spur des verschwundenen Politiker Valls, den wir zu genüge bereits in Teil 2 der Reihe kennen gelernt haben, und trifft hierbei wieder auf unsere Familie Sempere, auf Fermin und noch viele weitere, wunderbare Gestalten.Jeder Roman wird vom Schatten eines Bösewichts überdeckt, der, ganz der alten Schauerliteratur des vergangenen Jahrhunderts getreu, so düster ist, dass einem als Leser ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Egal ob Corelli, Valls oder Hendaya: Sie alle sind in ihrer Bosheit oder Verschlagenheit so einzigartig, dass man als Leser sich niemand geringeren als einen solchen Gegner für die geliebten Personen wünschen möge. Denn diese klassischen Bösewichte fordern unsere Protagonisten so sehr, dass sie sich jedes Mal erneut selbst übertreffen.Gerade dieses so klassische Elemente der alten Schauerliteratur oder des Gothic Novels machen diese Reihe so besonders.Und dass Zafons leicht schwadronierender, leicht blumiger Schreibstil einen Sog ähnlich in die Geschichte zieht, tut sein übriges.Welcher Leser also noch immer nicht den Friedhof der vergessenen Bücher besucht und sein persönliches Lebensbuch aus Zafons Werken daraus mitgenommen hat, sollte dies möglichst schnell nachholen. Denn nur selten schafft es ein Autor, dass man auch noch Jahre nach dem Genuss seiner Romane mit einem Lächeln und einem Frösteln an ihn zurückdenkt. 

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  • Ein ganz besonderes Buch

    Das Labyrinth der Lichter

    friederickesblog

    23. August 2017 um 11:25

    Klappentext: Packend, rasant und voller Magie – der neue Zafón! Carlos Ruiz Zafón, Autor des Weltbestsellers ›Der Schatten des Windes‹, ist zurück! Mit seinen Romanen rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher schuf der spanische Bestsellerautor eine der faszinierendsten Erzählwelten aller Zeiten. Die Verheißung, die mit ›Der Schatten des Windes‹ begann, findet mit seinem neuen großen Roman ›Das Labyrinth der Lichter‹ ihre Vollendung. Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc ihn nun einzuholen scheint. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ›Das Labyrinth der Lichter‹, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt. Meisterlich verknüpft Carlos Ruiz Zafón die Erzählfäden seiner Weltbestseller ›Der Schatten des Windes‹, ›Das Spiel des Engels‹ und ›Der Gefangene des Himmels‹ zu einem spannenden Finale. Der Autor: Carlos Ruiz Zafón begeistert mit seinen Barcelona-Romanen um den Friedhof der Vergessenen Bücher ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. »Der Schatten des Windes«, »Das Spiel des Engels«, »Der Gefangene des Himmels« und »Das Labyrinth der Lichter« waren allesamt internationale Bestseller. Auch »Marina«, der Roman, den er kurz vor den großen Barcelona-Romanen schuf, stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Seine ersten Erfolge feierte Carlos Ruiz Zafón mit den drei phantastischen Schauerromanen »Der Fürst des Nebels«, »Mitternachtspalast« und »Der dunkle Wächter«. Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren und lebt heute vorwiegend in Los Angeles. Peter Schwaar, geboren 1947 in Zürich, studierte Germanistik und Musikwissenschaft in Zürich und Berlin und war Redakteur beim Zürcher »Tages-Anzeiger«. Seit 1987 arbeitet er als freier Journalist und Übersetzer (Eduardo Mendoza, Juan José Millás, Adolfo Bioy Casares, Álvaro Mutis, Tomás Eloy Martinéz, David Trueba u.a.). Er lebt in Barcelona.   Cover: Das Cover mit seinen zurückhaltenden Farben und dem kleinen Kind, das ins Schaufenster einer Buchhandlung blickt, bringt die Geschichte auf den Punkt. Außerdem ist die Darstellung stimmig mit der gesamten Buchreihe. Die Geschichte (Achtung: Spoiler!): Alicia kommt als Agentin zurück in ihre Heimat Barcelona. Sie soll zusammen mit ihrem Kollegen Vargas ein Ermittlerduo bilden und für die politische Polizei, unter größter Geheimhaltung, einen verschwundenen Minister suchen. Da sie eigentlich eine Einzelgängerin ist, stört sie Vargas Anwesenheit, der ihr aufgezwungen wurde, anfänglich sehr. Aber er kann sich langsam ihren Respekt erarbeiten. Im Besitz dieses Ministers befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie „Das Labyrinth der Lichter“. Alicia wird schmerzlich an ihre Kindheit erinnert und der Weg ihrer Nachforschungen führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Die beiden Ermittler stoßen auf eine Verschwörung und müssen um ihr Leben fürchten. Die Geschichte spielt in der Zeit des Franko Regimes. Meine Meinung: Das in sich abgeschlossene Buch ist literarisch von sehr hoher Qualität. Allerdings wäre es für mich besser und genussvoller gewesen, wenn ich alle zuvor erschienenen Bücher des Zyklus bereits gelesen gehabt hätte, da es sich um den Abschluss der Reihe um den Friedhof der vergessenen Bücher handelt. Sämtliche Protagonisten agieren mit fantastisch ausgearbeiteten Charakteren, die sich in all ihren Fassetten zeigen. Alle Schauplätze in Barcelona, sowie die Nebenschauplätze sind wunderbar beschrieben. Carlos Ruiz Zafon nimmt uns mit in die Zeit des Franco Regimes und lässt uns viele Male erschauern. Seine Sprache ist beeindruckend, anspruchsvoll und sehr vielfältig. Die Geschichte selbst ist äußerst komplex, der Spannungsbogen über 900 Seiten sehr hoch. Viele unterschiedliche Erzählstränge und wechselnde Zeiten haben mich herausgefordert, was sicherlich leichter gewesen wäre, hätte ich wie schon erwähnt alle Werke gelesen. Auch die Anzahl der Figuren ist beachtlich, wobei viele aus den anderen Büchern kommend wie selbstverständlich ohne besondere Einführung hineingearbeitet wurden, die ich aber leider noch nicht kannte. Dennoch, wenn man dranbleibt und seine grauen Zellen immer wieder dazu animiert, die gesamte Komplexität, die in die Tiefe gehende Geschichte, mit immer wieder neuen Wendungen und Gegebenheiten aufzunehmen und zu verarbeiten, dann ist dieses Buch etwas ganz Besonderes. Ganz sicher werde ich mir alle Bücher dieser Reihe kaufen und sie lesen, damit meine jetzigen Anstrengungen mit der nachträglichen Zusammenfügung des gesamten Werkes belohnt werden. Dieses Buch erhält von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.   Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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  • Das Buch besitzt eine hohe Komplexität

    Das Labyrinth der Lichter

    WinfriedStanzick

    23. August 2017 um 08:14

    Das hier vorliegende Buch ist der grandiose Abschluss einer Romanreihe über den sogenannten „Friedhof der vergessenen Bücher“ in Barcelona während und nach der Franco-Diktatur. Carlos Ruiz Zafon hat ihn so komponiert, dass man ihn durchaus auch ohne Kenntnis seiner drei Vorgänger „Der Schatten des Windes“ „Das Spiel des Engels“ und „Der Gefangene des Himmels“ lesen kann. Dennoch sind alle vier Bände ein ineinander verwobenes Gesamtwerk und trotz der mehr als 2500 Gesamtseiten empfehle ich, alle zu lesen. Mit diesem Werk löst Zafon seine Zusage ein, einen wirklichen Abschluss seines epischen Werkes vorzulegen, der offene Fragen aus den drei vorherigen Büchern beantwortet und den Kreis seiner Gesamtgeschichte schließt.Es begegnen dem Leser all die alten Bekannten, die er in den letzten Jahren kennen- und lieben gelernt hat, beginnend bei der Familie Sempere, Fermín, Isaac, den Schriftstellern Carax, Mataix und Martín und den vielen anderen Figuren, die alle möglichen Geheimnisse ans Licht zerrten und oft mehr Schmerz als Freude erlitten. Immer auf dem Hintergrund der Franco-Diktatur und der vielen bösen Eminenzen, die sie hervorgebracht hat. Ergänzt wird das riesige Ensemble durch ein solides Set neuer, interessanter und ebenso liebevoll gestalteter Figuren, die sich nahtlos in den Epos einbetten und viele – zum Teil mysteriöse – Verbindungen zum bekannten Geschichten-Universum besitzen.Zunächst geht es um einen einfachen Kriminalfall. Ein hoher Minister des Franco-Regimes verschwindet spurlos. Da die Polizei keine Erfolge vorweisen kann, wird ein ungewöhnliches Ermittlerduo auf seine Spur gesetzt. Alice ist die führende Agentin einer mysteriösen Geheimorganisation, die verkörperte Selbstbeherrschung, manipulativ und zielgerichtet. Sie ist eine Einzelgängerin und nimmt Vargas, ihren aufgezwungenen, neuen Partner, zunächst als unnötige Behinderung wahr. Der langgediente Polizist mit trainiertem Blick und breitem Kreuz gewinnt aber bald ihren Respekt. Die beiden stoßen auf eine Verschwörung riesigen Ausmaßes, die tief in die Geschichten der vorangegangenen Bücher hineinreicht und dann schließlich auch zur Familie Sempere führt. Eine Verschwörung über eine Schandtat, deren authentische Darstellung und das heutige Wissen über das Franco-Regime eine Mischung bilden, die den Leser bewegt und immer weiter atemlos lesen lässt. Die Geschichte ist selten gewalttätig, aber wenn sie Gewalt zeigt, ist deren Darstellung grausam, nackt und ungeschönt.Das Buch besitzt eine hohe Komplexität, die es nötig macht, das Buch so schnell wie möglich in wenigen Tagen ohne eine andere Lektüre zwischendurch auszulesen, damit man dran bleibt und nicht den Faden verliert.So wie das gesamte Epos ein Meisterwerk, das man noch in Jahrzehnten lesen wird.  Vielleicht bringt der S. Fischer Verlag in den nächsten Jahren eine Box heraus mit allen vier Bänden zu einem günstigen Preis.

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  • Großes Finale eines genialen Romanzyklus

    Das Labyrinth der Lichter

    Widmar-Puhl

    15. August 2017 um 13:46

    Er begann als Autor von Schauerromanen und hat in der Zunft den Ruf eines genialen Arschlochs, was auch immer das heißen mag. Carlos Ruiz Zafón hat jedenfalls in den Romanen seines Barcelona-Zyklus mit "Der Schatten des Windes", "Das Spiel des Engels", "Der Gefangene des Himmels" und "Marina" gezeigt, dass er auf sehr hohem Niveau schreibt. Alle seine Bücher wurden Bestseller (was nichts mit der Qualität eines Autors zu tun hat), aber alle haben nicht nur das Publikum, sondern auch die Kritiker begeistert (was ziemlich viel mit der Qualität eines Autors zu tun hat). Mit dem Roman "Das Labyrinth der Lichter" legt Zafón jetzt das große Finale dieses genialen Zyklus vor: Fast 1000 Seiten dick und doch keine einzige davon langweilig. Wo andere vielleicht Zeilen schinden oder sich geschwätzig in den Wirren eines komplexen Plots verlieren, fällt diesem Autor immer noch etwas ein, um die Spannung zu steigern. Überraschungen sind sein Metier ebenso wie seine Heimatstadt Barcelona. Da sollte man meinen, man kennt das Zubehör und Überraschungen seien nicht mehr wahrscheinlich. Weit gefehlt! Man mag ja auch die Zutaten eines guten Kochs auf dem Markt schon lange kennen und vielleicht auch selbst einkaufen. Aber das allein macht noch keinen guten Koch. Der wird man erst durch gute Rezepte und geniale Ausführung. Was zu begründen wäre: Das Konzept ist eine furiose Mischung aus Gruselgeschichte, Polit-Thriller und historischem Roman über die Leiden einer Buchhändlerfamilie im spanischen Bürgerkrieg, in der Francodiktatur und in der Zeit danach. Da hat nämlich ein Teufelspakt zwischen Nationalisten und Sozialisten in Madrid dafür gesorgt, dass die Mörder nicht nur ungeschoren davonkamen, sondern auch nahezu unbehelligt weitermachen konnten. Die Zeit nach Franco war in vieler Hinsicht eine Zeit der Beutesicherung für die Sieger: Zu Unrecht erlangte Posten, geraubte Vermögen, erseilschaftete politische Macht in Behörden, Banken, Baukonzernen, Kunst- und Kulturbetrieb wurden mit Methoden des organisierten Verbrechens und politisch gedeckter Vertuschung nachhaltig zementiert und immunisiert gegen juristische Verfolgung. Vergangenheitsbewältigung? - Fehlanzeige in der spanischen Realität. In der Literatur muss man aber neben das Werk des leider 2015 verstorbenen Rafael Chirbes inzwischen einen zweiten Namen stellen: Zafón. Beide lassen nicht locker, haben sich regelrecht verbissen in einen gesellschaftlichen und historischen Skandal, der wirklich mehr als nur einen spannenden Plot hergibt. Dennoch muss man diese wüste, saharanesk riesige Stoffmenge erst einmal sammeln, sichten, sortieren und bewältigen. Zafón meistert diese Mammutaufgabe souverän. Hier, in diesem mutmaßlich letzten Roman des Zyklus, verschwindet ein "begnadeter" Kulturminister spurlos, der sich im Lauf detektivischer Recherchen als Massenmörder, Folterknecht, Titelbetrüger und Dieb entpuppt, der auch noch mit gefälschten Staatspapieren handelte, um das Maß voll zu machen. Seine Opfer haben ihn erst entführt und sich dann grausam gerächt, was perfekt ins Konzept einer intriganten Grauen Eminenz passt, die einen lästigen Mitwisser entsorgt sehen will, der einfach zu viel Mist gebaut hat. Diese Graue Eminenz  missbraucht Geheimdienstler und Kripo als Marionetten, wie das nur Politiker können. Irgendwann kippt halt eine Lebensvesicherung, die darin besteht, mit mächtigen Leuten buchstäblich viele gemeinsame Leichen im Keller zu haben, ins Risiko. Dann die Charaktere: Von Bösewichten und Opfern bis zu heldenhaft beharrlichen, aber keineswegs eindimensionalen Ermittlern mit menschlichen Schwächen zeichnet Zafón glaubwürdige Figuren und stattet sie mit historisch korrektem Outfit, dem nachvollziehbaren Auftreten und einer passenden Sprache aus. Sie spielen sorgfältig ausdifferenzierte Rollen und reden so, wie man halt in so einer Rolle nur allzu oft redet. Manchmal sehr sachlich, lakonisch und knapp. Auch komisch und durchaus witzig. Manchmal satirisch oder salbadernd und eitel, manchmal hochgestochen und saudumm politisch, an den richtigen Stellen naiv oder arrogant, brutal oder verletzlich, je nach Standpunkt auch sarkastisch oder zynisch. Zafon behherrscht diese Tonarten alle, und das brillant. Wo er dabei seine Sympathien hat, ist letztlich wurscht. Das Buch ist ein fulminantes Sprachkunstwerk, das eine ganze Gesellschaft ausschließlich mit erzählerischen Mitteln im Kopf entstehen lässt. Das alles in der Übersetzung nachzuvollziehen, ist das große Verdienst von Peter Schwaar. Die Gabe des Erfindens schließlich: Zafón nutzt nicht nur historische Steilpässe fürs Famulieren, sondern hat mit seinen Ausflügen in das unterirdische Barcelona und den grandiosen, labyrinthischen "Friedhof der vergessenen Bücher Schauplätze mit psycholgisch dichter Atmosphäre geschaffen, die denen des real existierenden Barcelona mit seinen Hafenspelunken und Cafés, seinen historischen Villen an den Hängen des Montjuic und den Folterkellern der Geheimpolizei in nichts nachstehen. Eine nette Klammer, die alle Romane in diesem Zyklus verbindet und nur hier aufgelöst wird: Den Wächter dieses Friedhofs der vergessenen Bücher stellt traditionell ein Mitglied der Buchhändlerfamilie Sempére. Mittendrin natürlich immer schöne Frauen und herzzerreißende Geschichten von Liebe, Betrug, Abhängigkeit, Genie und Wahnsinn, in denen die beteiligten Männer eher unglücklich bis ahnungslos agieren.

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