Carlos del Amor

 3.2 Sterne bei 5 Bewertungen

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Die einzig wahre Liebe

Die einzig wahre Liebe

 (5)
Erschienen am 20.02.2018

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Rezension zu "Die einzig wahre Liebe" von Carlos del Amor

Sommerlektüre zum Dahinplätschern
Miramisvor 9 Monaten

Ein Journalist und Schriftsteller verbringt den Sommer in Madrid, während die ganze Stadt verlassen scheint - alle sind in Urlaub, einschließlich seiner eigenen Frau. Das mehrstöckige Haus, in dem er wohnt, ist verlassen - so erscheint es fast wie eine Einladung, als er den Schlüsselbund der ebenfalls abwesenden Concierge einfach so im Treppenhaus liegend findet. Er verschafft sich Zugang zu den Wohnungen seiner Nachbarn und entdeckt langjähriges und sorgsam gehütete Geheimnisse. Könnte dieses Wissen auch der Stoff zu seinem neuen Roman sein, für den er bisher noch nicht die zündende Idee hatte? Carlos del Amor, was ich zunächst für ein höchst albernes Pseudonym für einen Liebesroman gehalten habe, ist der Name eines der bekanntesten Fernsehmoderatoren Spaniens, der vor allem in Sachen Kultur unterwegs ist. Mit diesem Debütroman hat er nun den Schritt vollzogen, zu den Kulturschaffenden zu zählen und sie nicht nur zur interviewen. Leider habe ich mich mit den 236 Seiten aus del Amors Feder ziemlich schwer getan. Wir begleiten den Ich-Erzähler, dessen Namen wir über die gesamte Handlung hinweg nicht erfahren, in die verlassenen Wohnungen seiner Nachbarn. Abwechselnd mit seinen Entdeckungen wird aus Perspektive der Nachbarn ihre Geschichte erzählt; kurz und bündig, eine Lebensgeschichte auf wenigen Seiten. Dieser häufige Perspektivenwechsel sollte zwar eigentlich eine temporeiche Geschichte verheißen, mir kam es aber seltsam behäbig und zusammenhanslos auch vor, wie der Autor seinen Plot aufbaut. Die meiste Zeit hatte ich das Gefühl, es plätschert einfach alles so dahin. Inhaltlich nervte mich dieser Voyeurismus des Ich-Erzählers mehr und mehr. Es widerte mich zusehends an, wie er da die intimsten Geheimnisse seiner Nachbarn ausspäht, getrieben wie ein Süchtiger nach Informationen, Klatsch und Tratsch. Zwischendurch gibts dann ein paar philosophische Weltbetrachtungen, ein wenig Literaturklatsch.... wie aus einem Guss wirkt das Ganze wahrlich nicht. Am Ende macht der Ich-Erzähler aus seinem Wissen einen Roman, ohne zu ahnen, dass er dadurch irgendwann mit der Wahrheit konfrontiert wird. Dieser Teil der Erzählung konnte mich dann schon eher erreichen; das literarische Konstrukt innerhalb der Handlung und seine Wirkung hat mich mehr interessiert als die Passagen zuvor, und irgendwie funktioniert der Schluss dann auch ganz ordentlich. Trotzdem empfand ich die Geschichte als ausnehmend schwach konstruiert, dazu noch kommt auch der Schreibstil recht unspektakulär daher. Mein Fazit: Dieser Roman konnte mich aufgrund seiner Belanglosigkeit nicht überzeugen - den muss man wirklich nicht gelesen haben.

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Rezension zu "Die einzig wahre Liebe" von Carlos del Amor

Ein Blick nicht nur durch's Schlüsselloch
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten

Madrid an einem heißen Tag im August, die Stadt wirkt verlassen. Ein Mann parkt sein Auto und will in seine Wohnung im sechsten Stock, als er feststellt, dass der hübsche, aber eben auch sehr alte Fahrstuhl mal wieder defekt ist. So quält er sich Stockwerk um Stockwerk die Treppe nach oben - bis er im dritten über etwas stolpert. Als er Licht macht, stellt er fest, dass es sich um den riesigen Schlüsselbund des Concierges handelt. Ein Schlüsselbund, der ihm Tür und Tor zum Leben anderer Menschen öffnen kann…

Der Möglichkeit, sich Zugang zu den derzeit verlassenen Wohnungen, Briefkästen und Autos zu verschaffen, kann der Journalist nicht widerstehen - zumal er Zeit und das nötige Interesse am Alltag, aber auch den Träumen anderer Menschen, hat. Womit er allerdings nicht rechnet, ist die Liebesgeschichte, auf die er in der Wohnung eines alten Mannes stößt. Als dann auch noch ein mysteriöser Todesfall hinzukommt, stürzt sich der Mann in die Suche nach des Rätsels Lösung.


„Die einzig wahre Liebe“ lässt die Leserin/den Leser durch das Schlüsselloch von Wohnungen fremder Menschen blicken, nein, mehr noch, die Wohnungen gemeinsam mit dem Ich-Erzähler betreten. Es sind intime Einblicke, wenn man bedenkt, dass man die Nachbarn, die derzeit ihren Sommerurlaub genießen, ansonsten gerade mal im Treppenhaus grüßt, sprich, kaum kennt. 


Carlos del Amor erzählt hier nicht nur von Símon und Ana, sondern nebenbei noch viele kleine Geschichten, die den siebenstöckigen Altbau gleichermaßen wie seine Bewohner bevölkern. Wie in jedem Leben geht es dabei um Liebe und Schmerz, Verlust und Trauer, Zärtlichkeit und Verletzungen - dennoch bestimmt ein Sog die Handlung: während man sich nicht nur ein klein wenig wie ein Voyeur fühlt, möchte man erfahren, wie es mit den jeweiligen Fäden weitergeht. 


Tja, wer möchte nicht wissen, welche Geheimnisse die Nachbarn pflegen? Diese Geschichte gibt einen Einblick, wie es sein könnte… „Die einzig wahre Liebe“ ist unterhaltsam, der Autor hat in meinen Augen eine gute Idee umgesetzt. Mit seinem flüssig-leichten Schreibstil lässt sich der 236 Seiten starke Roman schnell lesen und sorgt für wirklich gute Unterhaltung.

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MyriamErichs avatar

Rezension zu "Die einzig wahre Liebe" von Carlos del Amor

Was bedeutet nun "einzig wahre Liebe"?
MyriamErichvor 2 Jahren

" Ich liebe dich; ich liebe dich, ich sage es in der Gegenwart, denn ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass du zur Vergangenheit geworden bist. "
Del Amor. Passender könnte der Name nicht sein, um einen Liebesroman zu schreiben. Manchen mag dieser Zufall kitschig erscheinen, andere stehen ihm vielleicht gleichgültig gegenüber, wie auch immer. Denn was hier wirklich zählt, ist nicht der Name des Autors: Spannend wird es erst, wenn es um den Inhalt seines Werkes geht. Was vielversprechend beginnt, entwickelt sich wie der heiße Sommer in Madrid: Heiß, träge und schleppend mit einem Hauch Mühseligkeit. Ein Sommer eben, den es eigentlich nicht geben sollte. 
"Die einzig wahre Liebe" erzählt von einem Schriftsteller, der sich auf Spurensuche in der dunklen Vergangenheit seiner Nachbarn begibt. Diese kommen ihm nicht gerade ungelegen, da er sich mitten in einer Schreibblockade befindet, der er sich nur schwerlich entziehen kann. Mithilfe des Schlüssels der Concierge, bricht er in die Wohnungen seiner Nachbarn ein und stößt dort auf unzählige Zeitungsausschnitte mit Liebesbotschaften, Fotos und Bildern aus längst vergangenen Zeiten.
" Dieses Buch ist kein Krimi, aber es gibt einen Todesfall. Es ist kein Liebesroman, aber es gibt eine berührende Liebesgeschichte. Es ist von allem etwas und genau das, was sich der Leser wünscht", schreibt die ABC. 
Nun ja, es ist kein Krimi, in der Tat, denn dazu fehlt es an allen Ecken und Enden an Spannung. Obwohl der Schriftsteller etwas Verbotenes tut und in die Wohnungen seiner Nachbarn einbricht. Die, ganz nebenbei bemerkt, alle außer Hause sein. Noch größere Zufälle oder banalere Konstruktionen kann es schon gar nicht mehr geben. Dabei läge gerade an dieser Stelle so viel Potenzial! Schon ein paar knarzende Dielenböden oder ein neugieriger Nachbar, der hin und wieder durch die Flure streift, hätten hier schon ausgereicht.
Ein Liebesroman? Das trifft es schon eher. Berührend? Wenn Kitsch berührend sein kann, dann ja. Denn was sich hier entwickelt, ist keine tiefgehende Liebesgeschichte, sondern eine kurzlebige Affäre mit dem Nachbarn von gegenüber. 
Faszinierend bleibt das Werk del Amors lediglich durch sein Talent, die Dinge bedeckt zu halten. Die Auflösung hingegen ist banal und beinahe lieblos hingeklatscht. Die Leser wollen einen Mord? Bitte, sie sollen Ihn haben. Die Auflösung erscheint hier gleichgültig und und wichtig. Zumindest scheint es so. Denn, liest man den Klappentext, so erwartet man einen spannenden Sommerroman, gespickt mit viel Gefühl und Leidenschaft und einer Prise Spannung, die ihren Höhepunkt auf einer knackigen Auflösung erfährt. Doch davon fehlt leider jede Spur.
Jedoch verfügt der Autor, als einer der allerwenigsten, über die wunderbare Gabe, mit den Worten zu jonglieren, wie ein Zauberkünstler: Denn unter seiner Hand werden sie erst zu Poesie. Darüber hinaus gelingt es ihm immer wieder, Fiktion und Wahrheit so zu vermischen, dass sich der Leser jedes Mal aufs neue mit der Frage konfrontiert sieht, welche Elemente, Passagen und Begebenheiten der Wahrheit entsprechen und welche nicht. 
So stellt man sich als Leser nicht selten die Frage, ob die ganze Geschichte nicht aus dem Leben des Autors gegriffen ist. Denn: " In gewisser Weise ist der Mensch der Schöpfer er eigenen Geschichte. Das Leben ist Literatur und wir alle sind in gewisser Weise Autoren." Dies macht schließlich den eigentlichen Reiz des Buches aus. 
Fazit: Ein interessantes buch, das jedoch ein wenig schwerfällig in Gang kommt und mindestens genau so schwerfällig endet.

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