Die einzig wahre Liebe

von Carlos del Amor 
3,2 Sterne bei5 Bewertungen
Die einzig wahre Liebe
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Romantisch und kitschig, spannend und doch langatmig, durchdacht und doch banal, im Großen und Ganzen jedoch überaus poetisch.

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Ein echtes Juwel!

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Inhaltsangabe zu "Die einzig wahre Liebe"

Ich parkte mein Auto in der Tiefgarage. Sie war ansonsten vollkommen leer. Als ich in den Hausflur trat, stellte ich fluchend fest, dass der alte Aufzug wieder mal defekt war. Ich wohne in der sechsten Etage eines siebenstöckigen Altbaus, und so machte ich mich resigniert an den Aufstieg. Im dritten Stock trat ich auf etwas. Ich machte Licht und sah einen dicken Schlüsselbund vor mir liegen …« Madrid im Hochsommer. Die Stadt ist wie ausgestorben, bis auf einen Journalist, der sich einsam mit seinem ersten Roman abmüht. Als er eines Tages im Treppenhaus einen Schlüsselbund findet, den offenbar die Concierge verloren hat, wird er neugierig. Es ist August, alle Nachbarn sind verreist, und die Verlockung, sich nachts in den Wohnungen der anderen umzusehen, ist übermächtig. Doch dann entdeckt er in der Wohnung des alten Simón Díaz einen Stapel alter Zeitungen, die alle auf den 20. September datieren – und in jeder von diesen eine Anzeige, in der ein Símon einer Ana seit dreißig Jahren ewige Liebe schwört. Aus dem Zeitvertreib des Journalisten wird eine aufregende Suche, die zu einem rätselhaften Todesfall und einer faszinierenden Liebesgeschichte führt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455002027
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:20.02.2018

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    Miramisvor 7 Monaten
    Sommerlektüre zum Dahinplätschern

    Ein Journalist und Schriftsteller verbringt den Sommer in Madrid, während die ganze Stadt verlassen scheint - alle sind in Urlaub, einschließlich seiner eigenen Frau. Das mehrstöckige Haus, in dem er wohnt, ist verlassen - so erscheint es fast wie eine Einladung, als er den Schlüsselbund der ebenfalls abwesenden Concierge einfach so im Treppenhaus liegend findet. Er verschafft sich Zugang zu den Wohnungen seiner Nachbarn und entdeckt langjähriges und sorgsam gehütete Geheimnisse. Könnte dieses Wissen auch der Stoff zu seinem neuen Roman sein, für den er bisher noch nicht die zündende Idee hatte? Carlos del Amor, was ich zunächst für ein höchst albernes Pseudonym für einen Liebesroman gehalten habe, ist der Name eines der bekanntesten Fernsehmoderatoren Spaniens, der vor allem in Sachen Kultur unterwegs ist. Mit diesem Debütroman hat er nun den Schritt vollzogen, zu den Kulturschaffenden zu zählen und sie nicht nur zur interviewen. Leider habe ich mich mit den 236 Seiten aus del Amors Feder ziemlich schwer getan. Wir begleiten den Ich-Erzähler, dessen Namen wir über die gesamte Handlung hinweg nicht erfahren, in die verlassenen Wohnungen seiner Nachbarn. Abwechselnd mit seinen Entdeckungen wird aus Perspektive der Nachbarn ihre Geschichte erzählt; kurz und bündig, eine Lebensgeschichte auf wenigen Seiten. Dieser häufige Perspektivenwechsel sollte zwar eigentlich eine temporeiche Geschichte verheißen, mir kam es aber seltsam behäbig und zusammenhanslos auch vor, wie der Autor seinen Plot aufbaut. Die meiste Zeit hatte ich das Gefühl, es plätschert einfach alles so dahin. Inhaltlich nervte mich dieser Voyeurismus des Ich-Erzählers mehr und mehr. Es widerte mich zusehends an, wie er da die intimsten Geheimnisse seiner Nachbarn ausspäht, getrieben wie ein Süchtiger nach Informationen, Klatsch und Tratsch. Zwischendurch gibts dann ein paar philosophische Weltbetrachtungen, ein wenig Literaturklatsch.... wie aus einem Guss wirkt das Ganze wahrlich nicht. Am Ende macht der Ich-Erzähler aus seinem Wissen einen Roman, ohne zu ahnen, dass er dadurch irgendwann mit der Wahrheit konfrontiert wird. Dieser Teil der Erzählung konnte mich dann schon eher erreichen; das literarische Konstrukt innerhalb der Handlung und seine Wirkung hat mich mehr interessiert als die Passagen zuvor, und irgendwie funktioniert der Schluss dann auch ganz ordentlich. Trotzdem empfand ich die Geschichte als ausnehmend schwach konstruiert, dazu noch kommt auch der Schreibstil recht unspektakulär daher. Mein Fazit: Dieser Roman konnte mich aufgrund seiner Belanglosigkeit nicht überzeugen - den muss man wirklich nicht gelesen haben.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Ein Blick nicht nur durch's Schlüsselloch

    Madrid an einem heißen Tag im August, die Stadt wirkt verlassen. Ein Mann parkt sein Auto und will in seine Wohnung im sechsten Stock, als er feststellt, dass der hübsche, aber eben auch sehr alte Fahrstuhl mal wieder defekt ist. So quält er sich Stockwerk um Stockwerk die Treppe nach oben - bis er im dritten über etwas stolpert. Als er Licht macht, stellt er fest, dass es sich um den riesigen Schlüsselbund des Concierges handelt. Ein Schlüsselbund, der ihm Tür und Tor zum Leben anderer Menschen öffnen kann…

    Der Möglichkeit, sich Zugang zu den derzeit verlassenen Wohnungen, Briefkästen und Autos zu verschaffen, kann der Journalist nicht widerstehen - zumal er Zeit und das nötige Interesse am Alltag, aber auch den Träumen anderer Menschen, hat. Womit er allerdings nicht rechnet, ist die Liebesgeschichte, auf die er in der Wohnung eines alten Mannes stößt. Als dann auch noch ein mysteriöser Todesfall hinzukommt, stürzt sich der Mann in die Suche nach des Rätsels Lösung.


    „Die einzig wahre Liebe“ lässt die Leserin/den Leser durch das Schlüsselloch von Wohnungen fremder Menschen blicken, nein, mehr noch, die Wohnungen gemeinsam mit dem Ich-Erzähler betreten. Es sind intime Einblicke, wenn man bedenkt, dass man die Nachbarn, die derzeit ihren Sommerurlaub genießen, ansonsten gerade mal im Treppenhaus grüßt, sprich, kaum kennt. 


    Carlos del Amor erzählt hier nicht nur von Símon und Ana, sondern nebenbei noch viele kleine Geschichten, die den siebenstöckigen Altbau gleichermaßen wie seine Bewohner bevölkern. Wie in jedem Leben geht es dabei um Liebe und Schmerz, Verlust und Trauer, Zärtlichkeit und Verletzungen - dennoch bestimmt ein Sog die Handlung: während man sich nicht nur ein klein wenig wie ein Voyeur fühlt, möchte man erfahren, wie es mit den jeweiligen Fäden weitergeht. 


    Tja, wer möchte nicht wissen, welche Geheimnisse die Nachbarn pflegen? Diese Geschichte gibt einen Einblick, wie es sein könnte… „Die einzig wahre Liebe“ ist unterhaltsam, der Autor hat in meinen Augen eine gute Idee umgesetzt. Mit seinem flüssig-leichten Schreibstil lässt sich der 236 Seiten starke Roman schnell lesen und sorgt für wirklich gute Unterhaltung.

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    MyriamErichs avatar
    MyriamErichvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Romantisch und kitschig, spannend und doch langatmig, durchdacht und doch banal, im Großen und Ganzen jedoch überaus poetisch.
    Was bedeutet nun "einzig wahre Liebe"?

    " Ich liebe dich; ich liebe dich, ich sage es in der Gegenwart, denn ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass du zur Vergangenheit geworden bist. "
    Del Amor. Passender könnte der Name nicht sein, um einen Liebesroman zu schreiben. Manchen mag dieser Zufall kitschig erscheinen, andere stehen ihm vielleicht gleichgültig gegenüber, wie auch immer. Denn was hier wirklich zählt, ist nicht der Name des Autors: Spannend wird es erst, wenn es um den Inhalt seines Werkes geht. Was vielversprechend beginnt, entwickelt sich wie der heiße Sommer in Madrid: Heiß, träge und schleppend mit einem Hauch Mühseligkeit. Ein Sommer eben, den es eigentlich nicht geben sollte. 
    "Die einzig wahre Liebe" erzählt von einem Schriftsteller, der sich auf Spurensuche in der dunklen Vergangenheit seiner Nachbarn begibt. Diese kommen ihm nicht gerade ungelegen, da er sich mitten in einer Schreibblockade befindet, der er sich nur schwerlich entziehen kann. Mithilfe des Schlüssels der Concierge, bricht er in die Wohnungen seiner Nachbarn ein und stößt dort auf unzählige Zeitungsausschnitte mit Liebesbotschaften, Fotos und Bildern aus längst vergangenen Zeiten.
    " Dieses Buch ist kein Krimi, aber es gibt einen Todesfall. Es ist kein Liebesroman, aber es gibt eine berührende Liebesgeschichte. Es ist von allem etwas und genau das, was sich der Leser wünscht", schreibt die ABC. 
    Nun ja, es ist kein Krimi, in der Tat, denn dazu fehlt es an allen Ecken und Enden an Spannung. Obwohl der Schriftsteller etwas Verbotenes tut und in die Wohnungen seiner Nachbarn einbricht. Die, ganz nebenbei bemerkt, alle außer Hause sein. Noch größere Zufälle oder banalere Konstruktionen kann es schon gar nicht mehr geben. Dabei läge gerade an dieser Stelle so viel Potenzial! Schon ein paar knarzende Dielenböden oder ein neugieriger Nachbar, der hin und wieder durch die Flure streift, hätten hier schon ausgereicht.
    Ein Liebesroman? Das trifft es schon eher. Berührend? Wenn Kitsch berührend sein kann, dann ja. Denn was sich hier entwickelt, ist keine tiefgehende Liebesgeschichte, sondern eine kurzlebige Affäre mit dem Nachbarn von gegenüber. 
    Faszinierend bleibt das Werk del Amors lediglich durch sein Talent, die Dinge bedeckt zu halten. Die Auflösung hingegen ist banal und beinahe lieblos hingeklatscht. Die Leser wollen einen Mord? Bitte, sie sollen Ihn haben. Die Auflösung erscheint hier gleichgültig und und wichtig. Zumindest scheint es so. Denn, liest man den Klappentext, so erwartet man einen spannenden Sommerroman, gespickt mit viel Gefühl und Leidenschaft und einer Prise Spannung, die ihren Höhepunkt auf einer knackigen Auflösung erfährt. Doch davon fehlt leider jede Spur.
    Jedoch verfügt der Autor, als einer der allerwenigsten, über die wunderbare Gabe, mit den Worten zu jonglieren, wie ein Zauberkünstler: Denn unter seiner Hand werden sie erst zu Poesie. Darüber hinaus gelingt es ihm immer wieder, Fiktion und Wahrheit so zu vermischen, dass sich der Leser jedes Mal aufs neue mit der Frage konfrontiert sieht, welche Elemente, Passagen und Begebenheiten der Wahrheit entsprechen und welche nicht. 
    So stellt man sich als Leser nicht selten die Frage, ob die ganze Geschichte nicht aus dem Leben des Autors gegriffen ist. Denn: " In gewisser Weise ist der Mensch der Schöpfer er eigenen Geschichte. Das Leben ist Literatur und wir alle sind in gewisser Weise Autoren." Dies macht schließlich den eigentlichen Reiz des Buches aus. 
    Fazit: Ein interessantes buch, das jedoch ein wenig schwerfällig in Gang kommt und mindestens genau so schwerfällig endet.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein echtes Juwel!
    Vierzehn Schlüssel...

    Mit Carlos del Amors „Die einzig wahre Liebe“ ist mir ein echtes Juwel über den Weg gelaufen und ich bin echt froh, dass ich es mitgenommen habe. Es ist eine Geschichte über das Leben, über die Liebe, die vor einem Gemälde begonnen hat und die bis über den Tod hinausgeht und die Geschichte eines „Mordes“.

    Sie beginnt damit, dass der Ich – Erzähler, ein Schriftsteller, der an einem momentanen Schreibtief leidet, in seinem Wohnhaus auf der Treppe einen Schlüsselbund findet. Den Schlüsselbund der Concierge, an dem vierzehn Schlüssel zu den Wohnungen aller Mieter führen. Der Schriftsteller ist alleine in dem Haus, weil während des Sommers alle seine Nachbarn verreist sind. Systematisch beginnt er also, von seiner Neugier gepackt, alle Wohnungen zu durchstöbern und entdeckt dabei ungewöhnliche Begebenheiten und große Geheimnisse seiner Nachbarn.

    Gleich zu Beginn dachte ich mir, dass es ja im Grunde ein Riesenzufall ist, dass in einem Wohnhaus mit vierzehn Parteien nicht einer da ist und dass so ein Wohnhaus im Zentrum Madrids ja niemals gottverlassen sein kann. Trotzdem habe ich mich aber mal darauf eingelassen und am Schluss werden dieser Zufall und auch noch viele andere, die mir im Laufe des Lesens untergekommen sind, so herrlich aufgelöst, dass man einfach nur darüber schmunzeln kann. Es handelt sich also hier um ein Buch, dass man einfach rundheraus wirklich bis zum Ende lesen und jeden Satz darin genießen muss. Mittlerweile bin ich ja schon ein großer Fan solcher Bücher geworden, da sie gewisse Spannungsmomente aufbauen und man so sehr dem Ende entgegenfiebert, dass man sich regelrecht schwer tut, sie aus der Hand zu legen.

    Der Schriftsteller macht im Grunde etwas Verbotenes, was auch einen gewissen Reiz innehat, indem er in fremden Wohnungen herumschnüffelt. Seine erste Wohnung ist „Im fünften Stock links“ – eine Überschrift eines Kapitels in dem Buch, dem ich im Moment des Lesens eigentlich wenig Bedeutung geschenkt habe und dann wurde es sehr bedeutsam. Dort findet unser Ich – Erzähler nämlich Zeitungen aus dem Jahre 1983, in der Simón, der Mieter der Wohnung, eine Anzeige geschalten hat, in der er den Tod seiner geliebten Frau Ana betrauert. Bei der weiteren Schnüffelei entdeckt der Schriftsteller, dass es nicht nur die eine „alte Zeitung“ gibt, sondern viele mehr und jedes Mal findet er ein Gedicht, einen Brief oder eine Widmung von Simon an seine verstorbene Frau, datiert mit dem 20. September jedes Jahres. Neugierig geworden beschließt der Schriftsteller auch die anderen Wohnungen zu durchforsten und so entsteht ein sehr kaleidoskopartiges Puzzle vor dem Auge des Leser, der seinem Hauptcharakter immer um den entscheidenden Schritt voraus ist. Ana hatte nämlich eine Affäre mit Héctor, dem Mieter der Wohnung im siebten Stock und dann kommt auch noch heraus, dass sie am 20. September 1982 vermeintlich Selbstmord begeht, denn Dona Margaritha, eine andere Mieterin, gesehen hat. Die spricht dauernd davon, dass Ana „nicht alleine war“, kann aber aufgrund ihrer Demenz nicht sagen, wen sie gesehen hat. Und auch der Postbote hat seine Finger mehr als im Spiel. Die Polizei geht zwar jeder Spur nach, konnte den Fall aber nur als „Selbstmord“ deklarieren.

    Viele Stränge, die zum Schluss ein wunderschönes, stimmiges Ganzes ergeben, gepaart mit einem bezaubernden Schreibstil, der den Leser an all den vielen kleinen Geschichten aller Charaktere teilnehmen lässt. Natürlich merkt man bei näherem Betrachten, in welche Richtung das Ganze hingehen wird und doch kann das Ende mit einer Riesenüberraschung aufwarten.

    „Wir sind erfinderisch, lassen uns etwas einfallen, bis sich in unserer Erinnerung das Erlebte und das Erfundene so miteinander vermischen, dass wir es nach einer Weile selbst nicht mehr genau auseinanderhalten, und in der Erinnerung stellt sich manches anders dar, als es wirklich war.“ (S. 146). Dieser Satz fasst sehr gekonnt die Handlung und den Rahmen dieses kleinen, feinen Büchleins zusammen.

    Kurzum: Ein wundervolles Buch, das mir nach längerer Zeit wiedermal eine absolute Topbewertung abringen konnte. Daher eine unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite.


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    hasirasi2s avatar
    hasirasi2vor einem Jahr

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