Carlos del Amor Die einzig wahre Liebe

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Inhaltsangabe zu „Die einzig wahre Liebe“ von Carlos del Amor

Ich parkte mein Auto in der Tiefgarage. Sie war ansonsten vollkommen leer. Als ich in den Hausflur trat, stellte ich fluchend fest, dass der alte Aufzug wieder mal defekt war. Ich wohne in der sechsten Etage eines siebenstöckigen Altbaus, und so machte ich mich resigniert an den Aufstieg. Im dritten Stock trat ich auf etwas. Ich machte Licht und sah einen dicken Schlüsselbund vor mir liegen …« Madrid im Hochsommer. Die Stadt ist wie ausgestorben, bis auf einen Journalist, der sich einsam mit seinem ersten Roman abmüht. Als er eines Tages im Treppenhaus einen Schlüsselbund findet, den offenbar die Concierge verloren hat, wird er neugierig. Es ist August, alle Nachbarn sind verreist, und die Verlockung, sich nachts in den Wohnungen der anderen umzusehen, ist übermächtig. Doch dann entdeckt er in der Wohnung des alten Simón Díaz einen Stapel alter Zeitungen, die alle auf den 20. September datieren – und in jeder von diesen eine Anzeige, in der ein Símon einer Ana seit dreißig Jahren ewige Liebe schwört. Aus dem Zeitvertreib des Journalisten wird eine aufregende Suche, die zu einem rätselhaften Todesfall und einer faszinierenden Liebesgeschichte führt …

Romantisch und kitschig, spannend und doch langatmig, durchdacht und doch banal, im Großen und Ganzen jedoch überaus poetisch.

— MyriamErich
MyriamErich

Ein echtes Juwel!

— Miamou
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  • Was bedeutet nun "einzig wahre Liebe"?

    Die einzig wahre Liebe
    MyriamErich

    MyriamErich

    10. February 2017 um 09:51

    " Ich liebe dich; ich liebe dich, ich sage es in der Gegenwart, denn ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass du zur Vergangenheit geworden bist. " Del Amor. Passender könnte der Name nicht sein, um einen Liebesroman zu schreiben. Manchen mag dieser Zufall kitschig erscheinen, andere stehen ihm vielleicht gleichgültig gegenüber, wie auch immer. Denn was hier wirklich zählt, ist nicht der Name des Autors: Spannend wird es erst, wenn es um den Inhalt seines Werkes geht. Was vielversprechend beginnt, entwickelt sich wie der heiße Sommer in Madrid: Heiß, träge und schleppend mit einem Hauch Mühseligkeit. Ein Sommer eben, den es eigentlich nicht geben sollte.  "Die einzig wahre Liebe" erzählt von einem Schriftsteller, der sich auf Spurensuche in der dunklen Vergangenheit seiner Nachbarn begibt. Diese kommen ihm nicht gerade ungelegen, da er sich mitten in einer Schreibblockade befindet, der er sich nur schwerlich entziehen kann. Mithilfe des Schlüssels der Concierge, bricht er in die Wohnungen seiner Nachbarn ein und stößt dort auf unzählige Zeitungsausschnitte mit Liebesbotschaften, Fotos und Bildern aus längst vergangenen Zeiten. " Dieses Buch ist kein Krimi, aber es gibt einen Todesfall. Es ist kein Liebesroman, aber es gibt eine berührende Liebesgeschichte. Es ist von allem etwas und genau das, was sich der Leser wünscht", schreibt die ABC.  Nun ja, es ist kein Krimi, in der Tat, denn dazu fehlt es an allen Ecken und Enden an Spannung. Obwohl der Schriftsteller etwas Verbotenes tut und in die Wohnungen seiner Nachbarn einbricht. Die, ganz nebenbei bemerkt, alle außer Hause sein. Noch größere Zufälle oder banalere Konstruktionen kann es schon gar nicht mehr geben. Dabei läge gerade an dieser Stelle so viel Potenzial! Schon ein paar knarzende Dielenböden oder ein neugieriger Nachbar, der hin und wieder durch die Flure streift, hätten hier schon ausgereicht. Ein Liebesroman? Das trifft es schon eher. Berührend? Wenn Kitsch berührend sein kann, dann ja. Denn was sich hier entwickelt, ist keine tiefgehende Liebesgeschichte, sondern eine kurzlebige Affäre mit dem Nachbarn von gegenüber.  Faszinierend bleibt das Werk del Amors lediglich durch sein Talent, die Dinge bedeckt zu halten. Die Auflösung hingegen ist banal und beinahe lieblos hingeklatscht. Die Leser wollen einen Mord? Bitte, sie sollen Ihn haben. Die Auflösung erscheint hier gleichgültig und und wichtig. Zumindest scheint es so. Denn, liest man den Klappentext, so erwartet man einen spannenden Sommerroman, gespickt mit viel Gefühl und Leidenschaft und einer Prise Spannung, die ihren Höhepunkt auf einer knackigen Auflösung erfährt. Doch davon fehlt leider jede Spur. Jedoch verfügt der Autor, als einer der allerwenigsten, über die wunderbare Gabe, mit den Worten zu jonglieren, wie ein Zauberkünstler: Denn unter seiner Hand werden sie erst zu Poesie. Darüber hinaus gelingt es ihm immer wieder, Fiktion und Wahrheit so zu vermischen, dass sich der Leser jedes Mal aufs neue mit der Frage konfrontiert sieht, welche Elemente, Passagen und Begebenheiten der Wahrheit entsprechen und welche nicht.  So stellt man sich als Leser nicht selten die Frage, ob die ganze Geschichte nicht aus dem Leben des Autors gegriffen ist. Denn: " In gewisser Weise ist der Mensch der Schöpfer er eigenen Geschichte. Das Leben ist Literatur und wir alle sind in gewisser Weise Autoren." Dies macht schließlich den eigentlichen Reiz des Buches aus.  Fazit: Ein interessantes buch, das jedoch ein wenig schwerfällig in Gang kommt und mindestens genau so schwerfällig endet.

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  • Vierzehn Schlüssel...

    Die einzig wahre Liebe
    Miamou

    Miamou

    09. November 2016 um 16:07

    Mit Carlos del Amors „Die einzig wahre Liebe“ ist mir ein echtes Juwel über den Weg gelaufen und ich bin echt froh, dass ich es mitgenommen habe. Es ist eine Geschichte über das Leben, über die Liebe, die vor einem Gemälde begonnen hat und die bis über den Tod hinausgeht und die Geschichte eines „Mordes“. Sie beginnt damit, dass der Ich – Erzähler, ein Schriftsteller, der an einem momentanen Schreibtief leidet, in seinem Wohnhaus auf der Treppe einen Schlüsselbund findet. Den Schlüsselbund der Concierge, an dem vierzehn Schlüssel zu den Wohnungen aller Mieter führen. Der Schriftsteller ist alleine in dem Haus, weil während des Sommers alle seine Nachbarn verreist sind. Systematisch beginnt er also, von seiner Neugier gepackt, alle Wohnungen zu durchstöbern und entdeckt dabei ungewöhnliche Begebenheiten und große Geheimnisse seiner Nachbarn. Gleich zu Beginn dachte ich mir, dass es ja im Grunde ein Riesenzufall ist, dass in einem Wohnhaus mit vierzehn Parteien nicht einer da ist und dass so ein Wohnhaus im Zentrum Madrids ja niemals gottverlassen sein kann. Trotzdem habe ich mich aber mal darauf eingelassen und am Schluss werden dieser Zufall und auch noch viele andere, die mir im Laufe des Lesens untergekommen sind, so herrlich aufgelöst, dass man einfach nur darüber schmunzeln kann. Es handelt sich also hier um ein Buch, dass man einfach rundheraus wirklich bis zum Ende lesen und jeden Satz darin genießen muss. Mittlerweile bin ich ja schon ein großer Fan solcher Bücher geworden, da sie gewisse Spannungsmomente aufbauen und man so sehr dem Ende entgegenfiebert, dass man sich regelrecht schwer tut, sie aus der Hand zu legen. Der Schriftsteller macht im Grunde etwas Verbotenes, was auch einen gewissen Reiz innehat, indem er in fremden Wohnungen herumschnüffelt. Seine erste Wohnung ist „Im fünften Stock links“ – eine Überschrift eines Kapitels in dem Buch, dem ich im Moment des Lesens eigentlich wenig Bedeutung geschenkt habe und dann wurde es sehr bedeutsam. Dort findet unser Ich – Erzähler nämlich Zeitungen aus dem Jahre 1983, in der Simón, der Mieter der Wohnung, eine Anzeige geschalten hat, in der er den Tod seiner geliebten Frau Ana betrauert. Bei der weiteren Schnüffelei entdeckt der Schriftsteller, dass es nicht nur die eine „alte Zeitung“ gibt, sondern viele mehr und jedes Mal findet er ein Gedicht, einen Brief oder eine Widmung von Simon an seine verstorbene Frau, datiert mit dem 20. September jedes Jahres. Neugierig geworden beschließt der Schriftsteller auch die anderen Wohnungen zu durchforsten und so entsteht ein sehr kaleidoskopartiges Puzzle vor dem Auge des Leser, der seinem Hauptcharakter immer um den entscheidenden Schritt voraus ist. Ana hatte nämlich eine Affäre mit Héctor, dem Mieter der Wohnung im siebten Stock und dann kommt auch noch heraus, dass sie am 20. September 1982 vermeintlich Selbstmord begeht, denn Dona Margaritha, eine andere Mieterin, gesehen hat. Die spricht dauernd davon, dass Ana „nicht alleine war“, kann aber aufgrund ihrer Demenz nicht sagen, wen sie gesehen hat. Und auch der Postbote hat seine Finger mehr als im Spiel. Die Polizei geht zwar jeder Spur nach, konnte den Fall aber nur als „Selbstmord“ deklarieren. Viele Stränge, die zum Schluss ein wunderschönes, stimmiges Ganzes ergeben, gepaart mit einem bezaubernden Schreibstil, der den Leser an all den vielen kleinen Geschichten aller Charaktere teilnehmen lässt. Natürlich merkt man bei näherem Betrachten, in welche Richtung das Ganze hingehen wird und doch kann das Ende mit einer Riesenüberraschung aufwarten. „Wir sind erfinderisch, lassen uns etwas einfallen, bis sich in unserer Erinnerung das Erlebte und das Erfundene so miteinander vermischen, dass wir es nach einer Weile selbst nicht mehr genau auseinanderhalten, und in der Erinnerung stellt sich manches anders dar, als es wirklich war.“ (S. 146). Dieser Satz fasst sehr gekonnt die Handlung und den Rahmen dieses kleinen, feinen Büchleins zusammen. Kurzum: Ein wundervolles Buch, das mir nach längerer Zeit wiedermal eine absolute Topbewertung abringen konnte. Daher eine unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite.

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