Carmen Boullosa | Mike Wallace

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Rezension zu "¡Es reicht! Der Fall Mexiko - Warum wir eine neue globale Drogenpolitik brauchen" von Carmen Boullosa | Mike Wallace

Die wahren Eltern des mexikanischen Drogenkrieges
JulesBarroisvor 3 Jahren

¡Es reicht! Der Fall Mexiko: Warum wir eine neue globale Drogenpolitik brauchen - Carmen Boullosa | Mike Wallace (Autor) – 250 Seiten, Verlag Antje Kunstmann; Auflage: 1. (7. Oktober 2015), 19,95 €, ISBN-13: 978-3956140594

Der Begriff "Drogenkrieg in Mexiko" verleitet. Es impliziert, dass das anhaltende Blutbad, das jetzt weit über 100.000 Menschen getötet hat, eine interne mexikanischen Angelegenheit ist. Aber das lenkt die Aufmerksamkeit ab von der Rolle der USA beim Schaffen und Erhalten des Blutbades. Die Amerikaner kaufen nicht nur Medikamente aus Mexiko sondern verkaufen auch Waffen an Mexikos mörderischen Kartelle. Auch weil die USA die Verwendung und den Verkauf von Drogen in den frühen 1900er Jahren untersagten, gab es auf Mexiko einen Druck mit tödlichen Folgen.

Mexiko ist nicht ein hilfloses Opfer. Starke Kräfte innerhalb des Landes profitiert enorm von der Lieferung nach USA mit dem, was ihre Regierung verboten hat. Aber die Politik, die die Drogenkrieg hervorbrachte, hat katastrophale Folgen für beide Länder.

Die Autoren, die mexikanische Romanautorin Carmen Boullosa und der US-Historiker Mike Wallace erklären sehr überzeugend, wie Mexikos Leiden aus der Herrschaft der Partei der institutionalisierten Revolution ( PRI) erwuchsen, wie die NAFTA (nordamerikanisches Freihandelsabkommen) für das Entstehen eines großen Pools der Unterbeschäftigten junge mexikanische Landarbeiter veranwortlich ist. Die Einrichtung eines vermeintlich gleichen Handels zwischen ungleichen Partnern drängte Tausende von mexikanischen Bauern aus ihren eigenen Märkten. Am häufigsten kritisieren sie den ehemaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon (2006-12) in dessem „Krieg gegen die Drogen“ Kriminelle mächtig wurden und Banker sich bereicherten. Sie zeigen, wie die Kartelle nicht aus dem Nichts kamen, sondern aus einem prohibitionistischen Rechtsrahmen der USA und einer korrupten Durchsetzungsregelung der mexikanischen Regierung entstanden sind. Seit Jahrzehnten ist das wirtschaftliche Geschick Mexikos eng mit den USA verbunden: wenn die USA einen Schnupfen bekommt, dann fängt sich Mexiko eine Grippe ein.

Boullosa und Wallace zeichnen chronologisch die Geschichte der Drogenbekämpfung in Mexiko auf, von den frühesten Verbotsmaßnahmen im Jahre 1920 zu seiner im Entstehen begriffenen Reformbewegung heute. Sie widmen etwa zwei Drittel des Buches dem Zeitraum von 2000 bis zur Gegenwart. Die besten Teil des Buches sind die vielen vergessenen Geschichten aus dem Drogenkrieg.

Boullosa und Wallace, haben eine große Menge an Material in einem relativ kurzen Buch gesammelt und so einen wertvollen Überblick darüber gegeben wie die USA und Mexiko den Krieg gegen die Drogen führten. Ihr Fokus auf die US-Politik und die neoliberalen Wirtschaftsreformen, die Mexikos Wirtschaft schwächten, sind besonders treffend.

¡Es reicht! kann manchmal eine langsame und etwas verwirrende Lektüre sein, weil es schwierig ist, den Überblick über verschiedene Abkürzungen, Organisationen und Namen, von denen vielen Figur zu behalten. Manchmal geht der Wald in den Bäumen verloren.

Aber das Buch hat auch eine hoffnungsvolle Note. Ein mögliches Ende der Krieg gegen die Drogen gibt es: In den USA wäre dies die Legalisierung. In Mexiko, eine neue Schnittstelle von Staat und Zivilgesellschaft, die die Gemeinden stärken und die Korruption eindämmen würde.

Bekannt als "Drogenkrieg in Mexiko", hat diese Feuersbrunst wirklich zwei Eltern. Wer sich als politischer Leser durch dieses nicht ganz einfache Buch arbeit, wird neue Erkenntnisse zu diesen brisanten Themen gewinnen.


Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages

http://www.kunstmann.de/titel-0-0/es_reicht-1152/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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