Carmen Buttjer

 4.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Levi und Levi.

Lebenslauf von Carmen Buttjer

Carmen Buttjer, 1988 geboren, wuchs in Deutschland und Finnland auf. Sie studierte an der Kunsthochschule Kassel. Carmen Buttjer lebt und schreibt in Berlin. Fuchsteufelsstill machte den Anfang, ein autobiografischer Text, der 2017 unter offenem Pseudonym beim Ullstein Verlag erschien. 2019 erschien ihr literarischer Debütroman Levi bei Galiani Berlin. Kürzere Texte sind daneben jeden Monat in ihrer Kolumne auf Vogue Online zu finden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Carmen Buttjer

Cover des Buches Levi (ISBN: 9783869711799)

Levi

 (5)
Erschienen am 22.08.2019
Cover des Buches Levi (ISBN: 9783864845970)

Levi

 (3)
Erschienen am 28.08.2019

Neue Rezensionen zu Carmen Buttjer

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Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Ein tolles, melancholisches Hörbuch!
Lia48vor 7 Monaten

“Wenn Menschen traurig waren, dann taten sie ganz unterschiedliche Dinge (...). Mein Vater tat nichts davon. Und während er das tat, versuchte ich ihn nicht zu stören.“

INHALT:
Levi ist 11 Jahre alt. Auf der Beerdigung seiner Mutter stiehlt er plötzlich die Urne und rennt damit davon.
Er begibt sich auf das Dach des Mehrfamilienhauses in Berlin, in dem er eigentlich wohnt. Dort schlägt er ein Zelt auf, nur wenige Stockwerke über der Wohnung seines Vaters.
Mit seinem Vater kommt er gar nicht gut zurecht. Dieser zeigt einfach kein Verständnis für das Verhalten seines Sohnes.
Dabei hat Levis erst kürzlich seine Mutter verloren. Und er war auch dabei, als sie getötet wurde...
Seitdem wird Levis von einem Tiger verfolgt und Realität & Fantasie beginnen sich nach und nach miteinander zu vermischen...

MEINUNG: 
Leider konnte ich mich beim Hörbuchhören mal wieder kaum konzentrieren 🙈. Dabei habe ich die ruhige, angenehme Sprechstimme diesmal einfach nur geliebt! Und sie passt so unglaublich gut zu den vielen großartigen poetisch angehauchten Passagen des Buches!
Man erfährt viel vom Innenleben Levis‘, dessen Eltern sich in der Vergangenheit viel gestritten haben, und der nun mit dem Verlust seiner Mutter zurechtkommen muss. Dies wird sehr einfühlsam beschrieben und weckte bei mir viel Mitgefühl für den trauernden Jungen.
Auf seinem Weg durch das Wohnviertel begegnet Levis immer wieder auch Kioskbesitzer Kolja, der als Kriegsfotograf gearbeitet hat, sowie Nachbar Vincent. Mit denen bin ich zwar nicht 100% warm geworden, aber alles andere hat wie die Faust aufs Auge gepasst! Vor allem die Geschichte um Levis habe ich ausgesprochen gerne verfolgt!
Durch das langsame Fortschreiten der Handlung, wirkt diese durchaus authentisch.
Ein etwas düster, melancholisch angehauchtes Buch, welches ich irgendwann auch noch lesen möchte (statt zu hören), da es so viele tolle, bewegende Sätze enthält!
FAZIT: Klare Empfehlung und 4,5/5 ⭐️!

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B

Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Levi
BirPetvor 10 Monaten

Levi hat mit seinen 11 Jahren schon sehr vieles erlebt, vor allem viel Unbeständigkeit.  Geboren ist er in Paris, danach hat er mit seinen Eltern in London und Brüssel gelebt, bis sie nun neu in Berlin sind. Eine Stadt viel zu groß für Levi. Nun geschieht etwas, was seine Welt völlig aus dem Ruder laufen lässt. Seine Mutter stirbt. Sie war Pathologin und als eine Leiche aus der Pathologie gestohlen wird, fällt sie den Dieben zum Opfer. Das Buch beginnt mit der Beerdigung, vielmehr mit der geplanten Beerdigung, denn den Weg in die Erde findet Levi’s Mutter nicht. Levi, der in der Trauerhalle neben seinem Vater sitzt, der ihm fremd ist und immer fremder wird, je mehr Zeit er mit ihm verbringt, steht plötzlich auf, schnappt sich die Urne mit der Asche seiner Mutter und beginnt zu laufen, rennt weg, weg von den Trauergästen, weg von seinem Vater, weg von alldem, was gerade in seinem Leben geschieht. Aber wohin mit 11 Jahren, einer Urne und einem zur Flucht geklauten Fahrrad? Levi fährt erstmal in Richtung „zuhause“ und macht am Kiosk gegenüber des Wohnhauses eine kurze Pause. Der Kiosk gehört Kolja, um die 60, ehemaliger Kriegsfotograf, der seine Erinnerungen versucht in Whiskey zu ertränken und für Levi immer wieder kleine Arbeiten im Kiosk hat, wodurch sie sich schließlich auch vertraut wurden. Doch das ist natürlich nicht der Platz um dort sein Versteck aufzuschlagen. Er geht also in die Wohnung und findet im Schrank ein Zelt, Seile und eine Luftmatratze, diese Dinge und etwas Geschirr, das größte Küchenmesser, falls er sich mal verteidigen muss, packt er in einen Karton, verlässt die Wohnung und steigt hinauf auf das Dach des Wohnhauses. Dabei begegnet er Vincent, ein geheimnisvoller und freundlicher Mann, ca 30 Jahre alt, der in der obersten Etage wohnt und nach kurzer Unterhaltung Levi etwas zu Essen zubereitet und so werden nicht nur Kolja, sondern auch Vincent für Levi Vertraute und Verbündete in dieser schweren Zeit, in der er haltlos, ziellos, alleine in dem Zelt auf dem Dach lebt, mit der Urne, in einem Dschungel mit vielen Tigern.

Levi ist eine sehr besondere Geschichte, was dem Protagonisten geschieht, die Umstände des Todes seiner Mutter und die Beziehung zum Vater sind schwere Themen, aber die Autorin schafft es die Schwere zu nehmen und leichtfüssig, teils poetisch Levi’s Geschichte zu erzählen. Levi hat eine blühende Fantasie und natürlich viele Ängste, seine kindliche Sichtweise, seine fantasiereiche Gedankenwelt und seine Entscheidungen, Handlungen, werden sehr deutlich und tragen seine Geschichte und doch ist es kein Jugendbuch, sondern ein Buch für Erwachsene, die leider oft vergessen, wie kindlich ein fast Pubertierender in seinem Herzen noch ist und wie groß die Welt und wie lang die Zeit erscheint.

Ich habe Levi gerne gelesen und das Trio, Levi, Kolja und Vincent sind jeder auf seine Art gezeichnet vom Leben und finden in dem Wunsch die jeweils eigene Vergangenheit zu verarbeiten zusammen und das auf teils sehr amüsante Weise.

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Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Einblick in das Seelenleben eines 11-Jährigen
ulistuttgartvor 10 Monaten

Der 11-jährige Levi beschließt an der Beerdigung seiner Mutter ihre Urne zu stehlen und damit abzuhauen. Er schlägt sein Lager auf dem Dach eines Berliner Wohnhauses auf, ein paar Etagen über der Wohnung seines Vaters. Mit diesem hat Levi ein sehr schwieriges Verhältnis, was ihn auch dazu veranlasst nicht mehr nach Hause zu gehen.

Levi fühlt sich verfolgt. Er fühlt sich bedroht von einem großen Tiger, der auch seine Mutter getötet hat. Was ist dran an diesem Ungeheuer? Sind es nur kindliche Fantasien und Angstvorstellungen nach diesem schrecklichen Erlebnis? Ist dieses Ungeheuer in Wahrheit eine Menschengestalt? Was geht in dem Jungen vor? Er muss nicht „nur“ mit dem Tod der Mutter klar kommen … Levi war dabei, als diese an ihrem Arbeitsplatz, der Pathologie, getötet wurde.

Die einzigen „Freunde“ und Vertraute von Levi sind der zwielichtige Nachbar Vincent und der ehemalige Kriegsfotograf Kolja, der in seinem Kiosk mit Whisky und alten Bildern versucht sich von der Vergangenheit zu befreien.

„… denn auch wenn meine Mutter nicht mehr da war, schlich sie dennoch durch meine Knochen … da war kein Ende ... nicht solange ich an sie dachte und ich ahnte, dass das erst aufhören würden, wenn ich selbst sterbe …“

Was passiert mit einem 11-jährigen, der auf mysteriöse Weise seine Mutter verliert, der zuvor seine Eltern nur streitend in Erinnerung hat und der keinerlei Verständnis von seinem Vater bekommt?

„Was ich wollte, war ein anderer Name, einer der mit meinem Vater nichts zu tun hatte. Gleichzeitig wollte ich … meine Arme um seine Schultern legen …“


Carmen Buttjer zeigt in ihrem eigenwilligen Debütroman was Kinder und Heranwachsende denken und fühlen. Sie gibt einen Einblick in ihre Seele. Verdeutlicht wie Kinder leiden, wenn sich ihre Eltern streiten, wie viel Liebe sie brauchen und wie unbegreiflich es für sie ist, ein Elternteil zu verlieren.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach und gut verständlich. Der Text mitreißend und emotional, oft melancholisch und traurig.

Das Cover auf dem Dach über Berlin mit der Leuchtschrift ‚Levi’ ist ein Hingucker und sehr ansprechend.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Auch die Erzählungen um den Kioskbesitzer und ehemaligen Kriegsfotografen Kolja und den in Hinterhofgeschäfte verwickelte Vincent war für mich interessant und gab dem Roman Abwechslung.

Den kleinen, liebenswerten Levi hatte ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und mit ihm gefühlt und gelitten.

5 Sterne

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Gespräche aus der Community

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Hallo,

von Zeit zu Zeit sehe ich all meine Bücher durch und versuche dann auszusortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Ich merke, dass es mir zunehmend keine "Freude bereitet" zu viele ungelesene Bücher zu Hause zu haben. Denn irgendwie greife ich nur ganz selten nach den Büchern, die schon hier stehen und lese stattdessen die ganz neuen. Ideal wäre es also wohl in meiner Vorstellung, wenn ich einfach nur noch bei Bedarf 1-2 neue Bücher kaufen und direkt lesen würde. Nun kommt das große ABER: 

Ich habe gestern abend alle ungelesenen Bücher aus dem Regal geholt, genau angesehen und überlegt. Am Ende hatte ich 3 Stapel: 1. Definitiv behalten, 2. Anlesen und dann entscheiden, 3. Definitiv weggeben

Leider war der Stapel Nr. 3 dann am Ende mit 37 Büchern verhältnismäßig klein, Stapel 1 immerhin etwas kleiner als Stapel 2. Zugleich habe ich nun ein Problem - so viele Bücher kann ich einfach nicht anlesen und so entscheiden.

Deshalb dachte ich mir, vielleicht möchtet ihr mir bei der Entscheidung helfen? Ich hänge euch mal ein Fotos der Bücher an, bei denen ich unsicher bin, ob ich sie behalten möchte. Kennt ihr etwas davon? Und was würdet ihr sagen - behalten oder weggeben? Eine Begründung für eure Entscheidung wäre natürlich spannend. Falls die  Bücher auf den Fotos nicht gut genug zu erkennen sind, hänge ich sie euch an.

Ich bin es auch ein bisschen leid, Bücher zu lesen, die mich nicht völlig begeistern. Leider werde ich immer anspruchsvoller und somit ist die Chance, ein echtes Highlight zu entdecken, immer geringer. Aber vielleicht verbirgt sich hier ja doch das ein oder andere.

Ich bin gespannt, was ihr sagt!

PS: Die GEO-Zeitschriften dürfen ignoriert werden ;-)

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