Carmen Buttjer

 4,3 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor*in von Levi, Levi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Carmen Buttjer

Carmen Buttjer lebt in Berlin und arbeitet als Schriftstellerin als auch Gestalterin. Sie studierte Industriedesign, seit 2013 wird einer ihrer Entwürfe in Serie hergestellt und durch die Manufaktur Nils Holger Moormann vertrieben. Ihr aktueller Roman »LEVI« ist 2019 bei Galiani Berlin erschienen und wurde im gleichen Jahr für den Bayerischen Buchpreis nominiert. Daneben verfasst sie Artikel und Essays für verschiedene Publikationen. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Carmen Buttjer

Cover des Buches Levi (ISBN: 9783869711799)

Levi

 (7)
Erschienen am 22.08.2019
Cover des Buches Levi (ISBN: 9783442718009)

Levi

 (2)
Erschienen am 10.01.2022
Cover des Buches Levi (ISBN: 9783864845970)

Levi

 (3)
Erschienen am 28.08.2019

Neue Rezensionen zu Carmen Buttjer

Cover des Buches Levi (ISBN: 9783442718009)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Ein temporeicher Roman mit dem Thema Trauerbewältigung
MarcoLvor 9 Monaten

„Niemand hat mir gesagt, dass sich Trauer wie Wut anfühlt“

Levi begleitete seine Mutter oft an deren Arbeitsplatz in der Pathologie. Er beschäftigte sich selber, spielte, oder versteckte sich manchmal unter dem Schreibtisch. Genau dort war er auch, als seine Mutter und mysteriösen Umständen vor seinen Augen starb, auch wenn er eigentlich nichts davon mitbekommen hatte. Er war sich sicher, dass es ein Tiger war, der nach wie vor durch die Straßen und Gassen der Großstadt schlich um sein Unwesen zu treiben.
Levis Vater kümmerte sich nicht besonders um ihn, weder vor oder nach dem Tod seiner Frau. Die kleine Familie war zerrüttet, von elterlichem Streit geprägt. Manchmal kam Levi der Gedanke, dass es doch kein Tiger war, sondern sein eigener Vater, der Mutter tötete.
Auf der Beerdigung schnappte sich Levi kurzerhand die Urne mit der Asche seiner Mutter und rannte davon. Er flüchtete sich in das mehrstöckige Wohnhaus, und nistete sich tagelang auf dem Dach in einem provisorischen Zelt ein. Als er sich sicher sein konnte, dass sein Vater, ein Rechtsanwalt, nicht im Haus war, traute sich Levi nach draußen. Er unternahm Ausflüge mit seinem Nachbarn Vincent, oder ging in den Kiosk zu Kolja, der selbst mit seinem Schicksal haderte und mit den Traumata seiner Vergangenheit als Kriegsfotograf nicht klar kam.
Der Roman hat ein irres Tempo, die Szenen fliegen vorbei, die Flucht von Levi und seiner zwei „Fluchthelfer“ strömt dahin wie ein reißender Fluss, der kaum mal irgendwo zur Ruhe kommt.
Levi bastelt sich in den paar Tagen eine neue Realität zurecht, abseits seines zu Gewalt neigenden Vaters. Erinnerungen tauchen auf wie kleine Insel, die nur ein Gestrüpp von Streit und Disharmonie aufzuweisen haben.
Trauerbewältigung und die schlimmen Geister der Vergangenheit sind das zentrale Thema des Buches, Levi löst es auf seine eigene, kindlich naive, und dennoch mutige Art. Während Kolja sein Heil im Whiskey und Schlaf sucht. Jeder trauert auf seine Weise.
Ich gebe hier sehr gerne eine Leseempfehlung für diese Achterbahn der Gefühle ab, es ist ein temporeicher Roman, der während des Lesens die volle Aufmerksamkeit fordert; also nichts für Müde Geister spät am Abend. 

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Cover des Buches Levi (ISBN: 9783869711799)
Ana80s avatar

Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Tigerschatten
Ana80vor 2 Jahren

Levi lebt in einem Zelt auf einem Hausdach in Berlin. Auf dem Haus, in dem auch sein Vater ein paar Stockwerke unter ihm wohnt. Nachdem er auf der Beerdigung seiner Mutter die Urne mit ihrer Arsche geklaut hat richtet er sich dort ein, um nicht von ihm gefunden zu werden, doch die Tigerschatten folgen ihm auch auf das Dach, die Schatten des Tigers, der seine Mutter getötet hat. Davon ist er überzeugt, obwohl er es eigentlich schon besser weiß. In seiner Trauer helfen Levi seine zwei Freunde, der Kioskbesitzer Kolja, bei dem er schon öfter mal geholfen hat und Vincent, der im selben Haus wohnt und in zwielichtige Geschäfte verwickelt ist.

Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden. Erzählt wird sie aus der Sicht des mir sympatischen Jungen Levi, der interessante und fantasievolle Gedankengänge zuhauf hat. Auch die beiden anderen wichtigen Figuren Kolja und Vincent waren interessant und irgendwie rätselhaft, wenn ich manches aus Koljas Vergangenheit auch etwas zu detailliert beschrieben fand und für mich als unwichtig für die Geschichte empfunden habe. 

Die Welt von Levi gerät durch den Tod seiner Mutter vollkommen aus den Fugen und da er viele Fragen hat und niemanden der sie ihm beantworten kann, trifft er in seiner Trauer viele falsche Entscheidungen, die man als erwachsener Mensch natürlich als nicht in Ordnung empfindet und trotzdem nachvollziehen kann. Ich habe es als besonders empfunden, dass es der Autorin gelingt, einem dieses Kind so nah zu bringen und dieses hochemotionale und schwere Thema voller Leichtigkeit zu erzählen. Sie kombiniert mit den drei Hauptpersonen sehr unterschiedliche Leben miteinander, was ich sehr abenteuerlich und sympatisch fand.

Das Buch ist gut erzählt, wirklich empathisch, dabei aber nicht zu emotional und ich kann es wirklich empfehlen.

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Cover des Buches Levi (ISBN: 9783864845970)
Lia48s avatar

Rezension zu "Levi" von Carmen Buttjer

Ein tolles, melancholisches Hörbuch!
Lia48vor 3 Jahren

“Wenn Menschen traurig waren, dann taten sie ganz unterschiedliche Dinge (...). Mein Vater tat nichts davon. Und während er das tat, versuchte ich ihn nicht zu stören.“

INHALT:
Levi ist 11 Jahre alt. Auf der Beerdigung seiner Mutter stiehlt er plötzlich die Urne und rennt damit davon.
Er begibt sich auf das Dach des Mehrfamilienhauses in Berlin, in dem er eigentlich wohnt. Dort schlägt er ein Zelt auf, nur wenige Stockwerke über der Wohnung seines Vaters.
Mit seinem Vater kommt er gar nicht gut zurecht. Dieser zeigt einfach kein Verständnis für das Verhalten seines Sohnes.
Dabei hat Levis erst kürzlich seine Mutter verloren. Und er war auch dabei, als sie getötet wurde...
Seitdem wird Levis von einem Tiger verfolgt und Realität & Fantasie beginnen sich nach und nach miteinander zu vermischen...

MEINUNG: 
Leider konnte ich mich beim Hörbuchhören mal wieder kaum konzentrieren 🙈. Dabei habe ich die ruhige, angenehme Sprechstimme diesmal einfach nur geliebt! Und sie passt so unglaublich gut zu den vielen großartigen poetisch angehauchten Passagen des Buches!
Man erfährt viel vom Innenleben Levis‘, dessen Eltern sich in der Vergangenheit viel gestritten haben, und der nun mit dem Verlust seiner Mutter zurechtkommen muss. Dies wird sehr einfühlsam beschrieben und weckte bei mir viel Mitgefühl für den trauernden Jungen.
Auf seinem Weg durch das Wohnviertel begegnet Levis immer wieder auch Kioskbesitzer Kolja, der als Kriegsfotograf gearbeitet hat, sowie Nachbar Vincent. Mit denen bin ich zwar nicht 100% warm geworden, aber alles andere hat wie die Faust aufs Auge gepasst! Vor allem die Geschichte um Levis habe ich ausgesprochen gerne verfolgt!
Durch das langsame Fortschreiten der Handlung, wirkt diese durchaus authentisch.
Ein etwas düster, melancholisch angehauchtes Buch, welches ich irgendwann auch noch lesen möchte (statt zu hören), da es so viele tolle, bewegende Sätze enthält!
FAZIT: Klare Empfehlung und 4,5/5 ⭐️!

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Gespräche aus der Community

Hallo,

von Zeit zu Zeit sehe ich all meine Bücher durch und versuche dann auszusortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Ich merke, dass es mir zunehmend keine "Freude bereitet" zu viele ungelesene Bücher zu Hause zu haben. Denn irgendwie greife ich nur ganz selten nach den Büchern, die schon hier stehen und lese stattdessen die ganz neuen. Ideal wäre es also wohl in meiner Vorstellung, wenn ich einfach nur noch bei Bedarf 1-2 neue Bücher kaufen und direkt lesen würde. Nun kommt das große ABER: 

Ich habe gestern abend alle ungelesenen Bücher aus dem Regal geholt, genau angesehen und überlegt. Am Ende hatte ich 3 Stapel: 1. Definitiv behalten, 2. Anlesen und dann entscheiden, 3. Definitiv weggeben

Leider war der Stapel Nr. 3 dann am Ende mit 37 Büchern verhältnismäßig klein, Stapel 1 immerhin etwas kleiner als Stapel 2. Zugleich habe ich nun ein Problem - so viele Bücher kann ich einfach nicht anlesen und so entscheiden.

Deshalb dachte ich mir, vielleicht möchtet ihr mir bei der Entscheidung helfen? Ich hänge euch mal ein Fotos der Bücher an, bei denen ich unsicher bin, ob ich sie behalten möchte. Kennt ihr etwas davon? Und was würdet ihr sagen - behalten oder weggeben? Eine Begründung für eure Entscheidung wäre natürlich spannend. Falls die  Bücher auf den Fotos nicht gut genug zu erkennen sind, hänge ich sie euch an.

Ich bin es auch ein bisschen leid, Bücher zu lesen, die mich nicht völlig begeistern. Leider werde ich immer anspruchsvoller und somit ist die Chance, ein echtes Highlight zu entdecken, immer geringer. Aber vielleicht verbirgt sich hier ja doch das ein oder andere.

Ich bin gespannt, was ihr sagt!

PS: Die GEO-Zeitschriften dürfen ignoriert werden ;-)

99 Beiträge
Daniliesings avatar
Letzter Beitrag von  Daniliesingvor 3 Jahren

Hallo,

ich habe tatsächlich ganz viel verschenkt oder einfach raus an die Straße gestellt. Mittlerweile haben sich aber irgendwie auch schon wieder einige angesammelt. Eine neue Runde ist wohl in Kürze nötig.

Danke dir auf jeden Fall für dein Feedback!

Zum Thema

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