Carmen Laforet

 4.4 Sterne bei 32 Bewertungen
Autorin von Nada, Die Insel und die Dämonen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Carmen Laforet

Carmen Laforet wurde 1921 in Barcelona geboren, und wuchs ab ihrem zweiten Lebensjahr in Las Palmas, Cran Canaria auf. Mit 18 Jahren kehrte sie nach Barcelona zurück, um dort zu studieren. Bereits 1944 erhielt sie für ihr Werk "Nada" den Premio Nadal. 2 Jahre später zog sie nach Madrid, wo sie Manuel Cerezales heiratete.

Alle Bücher von Carmen Laforet

Nada

Nada

 (19)
Erschienen am 24.10.2015
Die Insel und die Dämonen

Die Insel und die Dämonen

 (5)
Erschienen am 01.10.2007
Nada

Nada

 (4)
Erschienen am 01.08.2008
Nada

Nada

 (3)
Erschienen am 07.02.2008
LA Mujer Nueva

LA Mujer Nueva

 (0)
Erschienen am 01.09.2003

Neue Rezensionen zu Carmen Laforet

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Rezension zu "Nada" von Carmen Laforet

Klassiker aus Barcelona
Annette69vor 3 Jahren

„Nada“ von Carmen Laforet nimmt einen mit auf eine Zeitreise. Barcelona 1944. Andrea reist zu ihrer Familie. Sie möchte studieren, die Großstadt und ihre Freiheit genießen. Doch in der Wohnung ihrer Großmutter ist es eng, zwei Onkel, der eine mit Frau und Kind, sowie eine Tante und das Dienstmädchen teilen sich die Wohnung mit der Großmutter.

Andrea darf auf der Couch schlafen, aus der Dusche fließt nur kaltes Wasser, in den Zimmern stapeln sich die Möbel. Es gibt kaum etwas zu essen. Der Hunger macht die Familienmitglieder mürbe. Sie sind miteinander zerstritten, lautes Gezeter und Handgreiflichkeiten sind an der Tagesordnung. Man fürchtet in jedem Moment ein Unglück und versteht, dass diese einst wohl situierte Familie um das nackte Überleben kämpft.

 Der Hunger ist nur die erste und naheliegende Erklärung, warum die Menschen schier durchdrehen. Auch wenn Laforet den spanischen Bürgerkrieg nur in Andeutungen erwähnt, liegt er wie ein dunkler Schleier über der Stadt.

 Andrea flieht geradezu an die Universität. Hier macht sie die Bekanntschaft von Gleichaltrigen, Kinder aus begüterten Häusern, einige Künstler, allen gemeinsam ist ihre Sorglosigkeit. Ihnen versucht Andrea nachzueifern, spart sich den letzten Bissen vom Mund, um sich ein, zwei Tage gönnerhaft zu geben. Das kann nicht lange gut gehn, Angela wird immer dünner, auch dünnhäutiger. Bald gebärdet sie sich wie ihre Familie in der Calle de Aribau.

Als die beiden Welten, die sie so penibel trennen will, plötzlich in Kontakt geraten, weil ihre Freundin Ena Interesse an ihrem Onkel findet, ist die Spannung dieses Romas kaum noch zu ertragen.

Düster und verstörend, dann wieder mit sehr poetischen Bildern und einem riesigen Lebenshunger hat Carmen Laforet ein Lebensgefühl eingefangen, das offensichtlich ihr Lebensgefühl war, denn sie kam selbst Anfang der 40iger nach Barcelona.

Eine schwierige Lektüre, ein Buch, das einem „nachgeht“ und - ein Gewinn. 


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Rezension zu "Nada" von Carmen Laforet

Rezension zu "Nada" von Carmen Laforet
marimirlvor 9 Jahren

Nada erzählt die Geschichte einer jungen Frau, Andrea, welche nach Barcelona ging, um dort mit ihrem Studium zu beginnen. Sie lebte dort bei ihrer Großmutter, ihrem Onkel, Tante,..., der ganzen Großfamilie. Doch die Armut der Familie trübte das Leben Andreas sehr. Nicht nur, weil kein Geld da war, sondern viel eher, weil sich dies auf die Stimmung im ganzen Haus auswirkte.

Andrea fühlte sich oft alleine. Sie hatte keine wahren Freunde, bis auf Ena. Doch auch diese Freundschaft durchlebte Auf und Abs. Es war nie leicht für sie, sie fühlte sich schlapp und war oft einsam.

Die Schreibweise der Autorin lässt den Leser mit Andrea mitfühlen. Auch wenn nicht viel passiert, es keine großartigen Geschehnisse zu berichten gibt, so versteht man oft ohne Worte, ohne direkt darüber zu reden, wie es Andrea geht. Die Sprache, jedes einzelne Wort übermittelt ein Stück Andreas Traurigkeit und ihrer Einsamkeit. Ich bin ein Mensch, der sich beim Lesen immer sehr viel bildlich vorstellt. Diesmal war alles grau in grau.

Ich kenne Barcelona recht gut, weshalb mir das Buch gleich doppelt so gut gefiel. Die Beschreibungen der Stadt ließen mich träumen. Vor allem weil Andrea gern durch Stadt spazierte, zum Nachdenken und zum Abreagieren.

Ich finde es erstaunlich, wie die Autorin es schafft, Gefühle zu übermitteln ohne diese aus zu sprechen oder nieder zu schreiben.

Das einzige, was mich an dem Buch störte, waren die vielen Charaktere. Vor allem Anfangs verwirrten mich die vielen Namen sehr. Wer war nun der Onkel, die Tante, die Oma, die Schwägerin? Mit der Zeit wurde es besser, aber vor allem da ich spanisch ja nicht perfekt beherrsche, kam es ab und zu vor, dass ich keine Ahnung mit wem Andrea nun spricht. Ich bin aber generell kein Fan von Namen in Büchern, da ich mir prinzipiell nie merke, wer wer ist.

Kurz zur Sprache: Ich habe das Buch auf spanisch gelesen, und empfand es nicht als sehr schwer. Man sollte mit den Vergangenheitsformen etwas vertraut sein, dann sollte es kein Problem darstellen. Man muss auch nicht jedes Wort verstehen, die Geschichte wirkt auch dann, berührt auch dann, wenn man mal etwas nicht verstanden hat.

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