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Traeumerin109s avatar

Rezension zu "Israel, mein Freund: Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt" von Carmen Matussek

Verstehen und Versöhnung
Traeumerin109vor 2 Jahren

In der islamischen Welt sind Antisemitismus und Vorurteile gegenüber Israel weit verbreitet. Zum einen sind dort nationalsozialistische Schriften schon jahrzehntelang verfügbar, zum anderen wird in den Medien ein völlig verfälschtes Bild weitergegeben. Jedoch gibt es auch Muslime, die all dies hinterfragen und ihre Meinung ändern – aus Feinden Israels werden Freunde. Einige von ihnen kommen in diesem Buch zu Wort und erzählen ihre Geschichte.


Zuallererst möchte ich sagen: Ich habe schon lange kein so interessantes und wirklich hervorragendes Buch mehr gelesen, das sich mit aktuellen Problemen so realistisch und gnadenlos ehrlich auseinandersetzt. Ich selbst hatte vor der Lektüre relativ wenig Ahnung von allem, was mit dem Nahostkonflikt zusammenhängt. Der Autorin ist es nicht nur gelungen, mir die wichtigsten Hintergründe verständlich zu vermitteln, sonder auch weit darüber hinaus einen Prozess des Nachdenkens anzuregen.

Das Hauptthema des Buches ist Antisemitismus in der islamischen Welt, welchen ich in diesem Ausmaß dort nie vermutet hätte. Gleichzeitig führt uns Carmen Matussek subtil, aber auch offen und direkt an unsere eigenen Schwachstellen und unhinterfragten Vorstellungen heran und lässt davon eine nach der anderen wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen. Wie sehr Antisemitismus immer noch ein gravierendes Problem darstellt, auch in unserer angeblich so hochentwickelten westlichen Welt, und wie wenig wir aus der Geschichte gelernt haben, fand ich äußerst erschreckend. Dabei war ich nicht nur schockiert, wie tief manche Ideen in unserem Gedankengut drinstecken und wie die Medien diese Ideen ebenso weiterverbreiten wie manche Vertreter der Religionen, sondern auch, wie sehr ich selbst von solchen Vorstellungen geprägt bin. Israel und der Gazastreifen begegnen uns ja oft in den unterschiedlichsten Medien, aber wirklich nachgefragt habe ich bis jetzt nicht – aus welchen Gründen auch immer. Dabei gibt es so vieles, was damit zusammenhängt, soviel Trauriges und geradezu Verstörendes. Umso mehr sollten uns die Hintergründe interessieren, die in diesem Buch gut recherchiert und belegt und erstklassig zusammengefügt wurden. Und die Frage sollte im Raum stehen: Warum hören wir eigentlich immer nur Negatives über Israel, obwohl es im Vergleich zu allen umliegenden Staaten ein wunderbar funktionierender demokratischer Staat ist? Warum werden palästinensische Flüchtlinge immer nur zu Opfern degradiert, anstatt sich wirklich um eine Lösung zu bemühen? Eines der wichtigsten Dinge, die ich aus dem Buch mitgenommen habe: Nein, eine Zweistaatenlösung scheitert bei weitem nicht nur an Israel. So habe ich mich beim Lesen wirklich geschämt für alle Momente, in denn ich irgendwann einmal gedacht habe, Israel soll sich mehr Mühe geben, eigentlich dürfte es überhaupt nicht existieren. Und ich habe mir vorgenommen, diesem Staat nie wieder sein Existenzrecht abzusprechen.

Auch in den arabischen Ländern gibt es Menschen, die das erkannt haben und nun mutig dafür einstehen. Sie kommen in diesem Buch zu Wort und schildern uns ihre frühen Erfahrungen mit Antisemitismus und wie sie damit umgegangen sind.


Die Autorin geht sehr strukturiert vor und beweist Mut zur Wahrheit. Dabei will sie weder glorifizieren noch schlechtmachen, was bei diesem heiklen Thema bei weitem nicht einfach ist. Sie macht sowohl auf die Notwendigkeit einer adäquaten Holocaust-Education als auch auf die Möglichkeit der Versöhnung aufmerksam. All das beginnt vor unserer eigenen Haustüre.


Fazit: Dieses Buch hat mich absolut getroffen und mir die Augen geöffnet und ich kann es euch nur unbedingt ans Herz legen. Ich bin mir sehr sicher, dass es euch genauso gehen wird. Wirklich lesenswert!

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lesebiene27s avatar

Rezension zu "Israel, mein Freund: Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt" von Carmen Matussek

Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt
lesebiene27vor 2 Jahren

Inhalt:

Das Buch behandelt den Antisemitismus in der islamischen Welt, der vor allem von Vorurteilen gegen Juden geprägt ist. Mit Hilfe von elf Geschichten von Muslimen soll gezeigt werden, wie sich dieser Hass seit Generationen in der Kultur verwurzelt hat und zum Alltag geworden ist. Diese Geschichten zeigen aber auch, dass Versöhnungen mit Israel und ein freundliches Miteinander möglich sind.


Meine Meinung:

Das Buch lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Der erste umfasst einleitende Worte der Autorin, in denen sie den Antisemitismus erklärt und die Auswirkungen in der islamischen Welt beleuchtet. Im zweiten Abschnitt werden die Geschichten von elf islamischen Muslimen erzählt, die mit dem Hass gegen Juden und Israel aufgewachsen sind. Teilweise kommen sie selbst in Form von Zitaten oder Interviewabschnitten zu Wort, teilweise wird aus ihren Büchern oder anderen Veröffentlichungen zitiert. Abschließend fasst die Autorin Carmen Matussek die gesammelten Erfahrungen zusammen und gibt dem Leser einen Leitfaden, was getan werden muss, um den dargestellten Hass zu bekämpfen um zum Schluss sogar Schritte aufzuführen, wie jeder einzelne gegen Antisemitismus arbeiten kann.

Der Schreibstil des Buches ist locker gehalten, sodass man auch inhaltlich schwierige Textpassagen einfach lesen kann. Das ermöglicht es dem Leser sich voll und ganz auf den Inhalt zu konzentrieren und sich von den persönlichen Geschichten fesseln zu lassen. 

Der Autorin ist es dabei gelungen, trotz der kurzen Porträts einen interessanten Einblick in das Leben von Antisemiten zu gewähren. Dabei zeigt sie, dass vor allem Vorurteile zu dem Hass gegen Israel führen und viele derjenigen keinen persönlichen Kontakt zu Juden haben. Die Porträts sind zum Teil erschreckend, wenn man sich die Ausprägung des Hasses ansieht, aber vor allem berühren sie. 

Als schwierig zu lesen stellen sich jedoch die politischen und historischen Hintergründe heraus. Diese werden nur unzureichend erläutert, sodass es für den Leser gelegentlich notwendig wird, eigene Recherchen anzustellen um die Zusammenhänge zu verstehen. Manche Zusammenhänge werden auch erst im Laufe des Buches sichtbar, wenn ein Porträt neue Fakten liefert. 

Außerdem wäre ein sachlicherer Ton an manchen Stellen wünschenswerter gewesen. Die Autorin ist, wie sie von sich selbst sagt, ein Freund Israels. Genau dies wird beim Lesen auch sehr deutlich, wenn sie Fakten zugunsten Israels auslegt und schlechte Taten in der Historie damit entschuldigt, dass andere Länder viel schlimmer gehandelt haben. Leider hat das bei mir beim Lesen das Gefühl erweckt nicht zu wissen, was von ihren Erzählungen den Tatsachen entspricht und ob sie manche Fakten vielleicht weggelassen haben könnte. Hier empfiehlt es sich für den Leser sich in erster Linie auf die Geschichten der elf Muslime zu konzentrieren. Diese sind für den Antisemitismus sehr aussagekräftig, da sie Bilder aus dem Alltag darstellen.


Fazit:

Mich persönlich hat das Buch „Israel, mein Freund“ von Carmen Matussek sehr nachdenklich gemacht. Vieles aus den Geschichten war mir zuvor nicht bekannt, sodass ich einiges Neues erfahren habe. Auch finde ich es traurig zu sehen, wie Menschen allein durch seit Generationen tiefverwurzelten Hass zerstörende Einstellungen und Aktivitäten entwickeln, was durch die eigene Kultur gefördert wird. Alles in allem möchte ich das Buch gerne weiter empfehlen. Es zeigt auf eine eindrückliche Weise den Antisemitismus auf, was lange nachhallt. Trotz der genannten Kritikpunkte bekommt das Buch von mir 4 von 5 Lesesterne.

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buchfeemelanies avatar

Rezension zu "Israel, mein Freund: Stimmen der Versöhnung aus der islamischen Welt" von Carmen Matussek

Zwischen Hass und Miteinander
buchfeemelanievor 2 Jahren

Das Buch ist hochwertig verarbeitet.
Darin kommen mutige Männer und Frauen zu Wort.
Mir hat es gut gefallen, dass hier so viele verschiedene Menschen mit ihrem Leben und Wirken vorgestellt..
Ich gebe zu, ich hatte bei dem Buch ein paar Schwierigkeiten den politischen Motiven, der Vergangenheit und den Ambitionen zu folgen. Mir ist klar, dass dies äußerst kompliziert ist. Ich bin auch kein großer Fan von vielen Zahlen und Fakten. So gut wie alles davon habe ich leider schon wieder vergessen. Dahingegen bin ich heute Nacht aufgewacht und habe über die Szene nachgedacht, in der eine Mutter eines kleines Säuglings sich wünscht, dass dieser eine andere Herkunft hat.
Daher habe ich mich über Berichte und Begegnungen aus dem Alltag gefreut. Diese kamen für mein Empfinden viel zu kurz. Ich hätte mir einfach mehr Leben von den "normalen Menschen" untereinander gewünscht. 
Die Zusammenfassung zum Schluss hat mir wiederrum gut gefallen.
Ergänzt wird das ganze durch Fotografien.

Fazit: Für mich leider zu wenig am Alltag orientiert, aber keineswegs ein schlechtes Buch!

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Gespräche aus der Community

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Arwen10s avatar
Hier nun eine Neuerscheinung zu einem weiterhin aktuellen Thema, dem Antisemitismus. Ich bedanke mich beim SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde.


Israel, mein Freund von Carmen Matussek




Zum Inhalt:


Bücher wie Hitlers "Mein Kampf" sind in vielen islamischen Ländern seit Jahrzehnten Bestseller. Entsprechend häufig sind dort Vorurteile gegen Juden anzutreffen. Aber es gibt auch Muslime, die diese antisemitische Prägung hinterfragt haben - und nun Israel verteidigen, manchmal unter Einsatz ihres Lebens. Einige davon hat Carmen Matussek persönlich kennengelernt. Was sie erzählen, gibt einen erschütternden Einblick in die Israelfeindlichkeit in der islamischen Welt - aber weckt auch die Hoffnung, dass Versöhnung und Frieden möglich sind.



Hier geht es zur Leseprobe:


https://www.scm-brockhaus.de/media/import/mediafiles/PDF/395693000_Leseprobe.pdf




Infos zur Autorin:



Carmen Matussek Jg. 1983, ist Islamwissenschaftlerin und Historikerin (M.A.) und hat sich intensiv mit dem Thema Antisemitismus in der islamischen Welt beschäftigt. Ihre Erkenntnisse hat sie auch veröffentlicht. Sie spricht fließend Persisch und sammelte in Israel und verschiedenen arabischen Ländern persönliche Erfahrungen. Sie lebt und arbeitet als freie Journalistin und Lektorin in Tübingen.


Und nun noch ein paar Infos, die leider nötig sind:


Falls ihr eines der 3 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 25. August 2016, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage, was euch an diesem Buch interessiert.





Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.





Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!



Bitte beachtet, dass wir Gewinne  nur einmal pro Haushalt vergeben und dass ich innerhalb von 3 Tagen eure Rückmeldung brauche, wenn ihr mitlesen möchtet.





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