Die Autorin entführt den Leser ins 12. Jahrhundert – hier begleite ich die junge Adelindis, ein Findelkind, das im abgeschiedenen Kloster Bochaugia am Verdersee aufwächst. Früh zeigt sie Interesse an alten Schriften und der Pflanzenheilkunde – Wissen, das ihr im späteren Verlauf der Geschichte zum Verhängnis wie auch zur Rettung wird. Als sie im Auftrag des Klosters auf die Insel Reichenau reist, gerät sie unversehens in ein Netz aus politischen Intrigen und persönlichen Feindschaften. Und der plötzliche Tod des Abts wirft nicht nur Fragen auf, sondern auch den Verdacht auf Adelindis …
Es hat etwas gedauert, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe, denn es braucht, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufnimmt. So aber lernt man das Kloster und vor allem Adelindis gut kennen, denn das Buch beginnt mit ihrem Auffinden vor den Klostertoren als Findelkind. Die eigentlichen Ereignisse, die später den Krimianteil der Handlung ausmachen, entwickeln dann aber eine durchgehende Dynamik. Die Atmosphäre des mittelalterlichen Klosterlebens wird dabei eindrücklich vermittelt – samt der Strenge, Enge und Regeln, die das Leben der Nonnen prägen.
Adelindis selbst war mir von Anfang an sympathisch. Mit ihrer klugen, neugierigen und manchmal etwas vorschnellen Art bringt sie Leben in den manchmal etwas starren Klosteralltag. Ihre Leidenschaft für Bücher und Heilpflanzen, ihre Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, machen sie zu einer ungewöhnlichen, aber glaubwürdigen Protagonistin. Ihre Mitschwestern sind von Adelindis Wissbegierde nicht immer begeistert und finden sie einfach zu neugierig – ich aber habe ihre vorwitzige Art sehr gemocht.
Die Figuren insgesamt sind gut gezeichnet. Schnell entwickeln sich klare Sympathien oder Antipathien, wobei die Charaktere nicht eindimensional bleiben.
Der Spannungsbogen ist nicht durchgehend straff gespannt – gerade in der ersten Hälfte hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht. In der zweiten zieht die Handlung dann aber an, insbesondere als Adelindis beginnt, den Geheimnissen rund um den verstorbenen Abt auf den Grund zu gehen. Hier nimmt der Roman fast kriminalistische Züge an. Ihr Forscherdrang, ihr Mut und ihre Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszublicken, verleihen der Geschichte zusätzliche Dynamik.
Mein Fazit
Ein unterhaltsamer, historischer Roman um eine sympathische und pfiffige junge Frau, die als Findelkind in einem Kloster aufwächst und später in ein Netz aus Intrigen und Verrat gerät. Die Mischung aus Klosterleben und einem Kriminalfall machen das Buch vor allem in der zweiten Hälfte spannend und interessant. Ich habe Adelindis gerne begleitet - eine Fortsetzung ist angekündigt, und ich bin gespannt, wie Adelindis' Weg weitergeht.
Carmen Mayer

Lebenslauf
Carmen Mayer lebt als zuagroaste Württembergerin mit ihrer Familie seit fast 40 Jahren in Bayern. Nach Abschluss ihrer kaufmännischen Ausbildung arbeitete sie in der Geschäftsleitung verschiedener Industrie- und Handelsbetriebe und war mehr als zwanzig Jahre lang als Einkäuferin für deutsche Firmen in Nordamerika und Asien unterwegs. Ihre literarische Laufbahn begann Carmen Mayer auf verschiedenen Literaturforen im Internet, von wo aus sie mit einer ganzen Reihe ihrer Kurzgeschichten den Sprung in die Welt des gedruckten Wortes startete. Mit ihrem Erstlingswerk "Eiswein" stellte sie sich ihrer Leserschaft als Autorin für Kriminalromane vor, deren Dreh- und Angelpunkt Würzburg ist. Mit 'Rauhnächte' (ebenfalls 2009 erschienen) beendete die Autorin die Würzburgreihe um die beiden Kommissare Walter Braunagel und Norbert Schwarz. Im 2012 erschienenen dritten Band 'Kreuzzeichen' beginnt ihr fränkischer Kommissar in Ingolstadt eine neue Lebens-Geschichte, und der vierte 'Braunagel' 'Hurentöchter' ist seit Herbst 2015 als eBook und als Taschenbuch erhältlich. Die "Das Geheimnis der Dame im roten Samtkleid" ist ihr historisches Romandebüt, gefolgt von der Bestsellertrilogie "Das Awarenamulett", "Die Trossfrau" und "Der Schwedenschimmel", gefolgt von zwei Beiträgen in "Reichenau - Insel der Geheimnisse", denen ihr Roman "Adelindis - Die toten Äbte" folgte. Außerdem hat der Theaterverlag Plausus zwei Theaterstücke in bayrischer Mundart von ihr im Programm: 'Das Gemeindehaus' und 'Sommernachtsträume in Semmelreuth'. Mehr über die Autorin unter www.autorin-carmen-mayer.com
Alle Bücher von Carmen Mayer
Adelindis
Die Rose von Angelâme
Die Trossfrau
Das Awaren-Amulett
Kreuzzeichen
Wenn der Schatten kommt
Eiswein
Rauhnächte
Neue Rezensionen zu Carmen Mayer
Der Prolog erzählt uns Leserinnen und Lesern die wechselhafte Geschichte des alten Kloster Bochaugia, das abgeschieden von der Welt am Verdersee, eine handvoll Frauen beherbergt die aus den unterschiedlichsten Gründen Zuflucht suchen und dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen wollen.
Dann lesen wir die Geschichte aus der Perspektive Adelindis, die als Findelkind im Kloster aufwächst, niemand weiß wer sie vor die Klostertür abgelegt hat. Adelindis ist ein kluges und wissbegieriges Kind, sie lernt lesen und schreiben und erlangt mehr Wissen als von den Kirchenoberen erwünscht, ihr besonderes Interesse gilt den Heil und Giftpflanzen über die sie im Laufe der Zeit ein fundiertes Wissen erlangt.
Dieses Wissen wird zur Gefahr für Adelindis, als sie das Kloster verlässt um ein für das Überleben des Klosters wichtiges Dokument von der Insel Reichenau zu holen. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt der Abt und sie wird des Giftmordes beschuldigt. Adelinde muss das Rätsel um den Tod des Abts lösen.
Carmen Mayers Geschichte um Adelindes und die toten Äbte entführt mich in das 12. Jahrhundert und ihre Beschreibungen des Lebens im "Alten Kloster" waren außerordentlich interessant. Adelindis verschafft sich vor allem Wissen über Kräuter und Heilkunde,meist aus eigener Initiative, wenn sie in den alten Handschriften der Klosterbibliothek stöbert. Die Auseinandersetzung mit solchen Themen gilt in jener Zeit jedoch als ambivalent: Einerseits schätzt man im Kloster heilkundliche Fähigkeiten durchaus, andererseits wird das Streben nach Wissen für Frauen gefährlich, sobald es als zu umfassend, zu eigenständig oder gar über das allgemein Gelehrte hinausgehend wahrgenommen wird. Hier wird die gründliche Recherchearbeit der Autorin deutlich. Alles, was ich gelesen habe und was meine durch sie geweckte Neugier mich weiter nachprüfen ließ, erwies sich als stimmig und gut belegt.
Auch der Kriminalfall ist überzeugend aufgebaut: Ich konnte Adelindis Schritt für Schritt begleiten, wenn sie Zeugen befragte, logische Schlüsse zog, die anderen verborgen blieben, und dabei stets unter dem misstrauischen Blick ihrer Umgebung stand.
In „Adelindis: Die toten Äbte“ erzählt Carmen Mayer eine spannende Krimigeschichte und nahm mich gleichzeitig mit ins Leben im mittelalterlichen Kloster. Adelindis, die Hauptfigur, machte mit ihrem Wissensdurst und ihrer Entschlossenheit richtig Eindruck bei mir und sorgte dafür, dass die Geschichte lebendig wirkt. Wer kluge Heldinnen und gut gemachte historische Krimis mag, wird mit diesem Buch sicher seinen Spaß haben.
„Adelindis – Die toten Äbte“ ist eine gelungene Umsetzung eines Kriminalfalls, der im 12. Jahrhundert in Süddeutschland spielt und in dem die Autorin die Entwicklung der Hauptfigur mit der Lösung des Falles verwebt.
Die Figur der Adelindis ist hervorragend herausgearbeitet und man möchte von Anfang an wissen, was aus dem Findelkind unter dem Hollerbusch wird und wie es ihr gelingt, das Rätsel um die toten Äbte von der Reichenau zu lösen. Die großartige Recherche der Autorin lässt sie das Leben der Mönchinnen anschaulich und bildhaft erklären und gibt Aufschluss auf die politische und religiöse Situation der damaligen Zeit. Vor allem die besonderen Charakteristika der Adelindis holten mich thematisch sehr gut ab: sie kann Krankheiten riechen und erkennt, dass sie diese besondere Gabe auch einsetzen möchte. Sie ist intelligent und hilfsbereit, tatkräftig und stark. Sie übernimmt Verantwortung ohne sich selbst zu verlieren und folgt schließlich ihrem Herzen. Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren, was das Leben für Adelindis noch bereithält und auf welchen Weg sie ihr Glaube, den sie im Herzen trägt, führt.
Gespräche aus der Community
Der neue historische Roman 'Adelindis - Die toten Äbte' von Carmen Mayer ist auf der Basis ihrer erfolgreichen Kurzgeschichte in 'Reichenau - Insel der Geheimnisse' entstanden. Lasst euch auf die unheilige Seite der Klöster des frühen 12. Jahrhunderts entführen, auf der kein Interesse daran bestand, mysteriöse Todesfälle aufzuklären, und wo neugierige Frauen schnell in Gefahr gerieten.
So geht es mir beim lesen historischer Romane auch. Die Infos habe ich ja durch meine Recherchen - also teile ich sie mit meinen Lesern. Wobei ich offenbar die eine oder andere zu übernehmen vergessen habe, wie ich inzwischen mitbekommen habe. Man möge mir verzeihen. Ich gelobe Besserung.
Unsere Buchverlosung zu Carmen Mayers "Die Trossfrau" startet! Bewerbt euch jetzt bei uns gewinnt mit ein wenig Glück eines von zehn Leseexemplaren des spannenden historischen Romans!
Viel Glück wünscht
Euer Maximum Verlag
- Entdecke dein Maximum -
Ganz herzlichen Dank sage ich für das Buch. Ich fand es spannend, die Charaktere kennen zu lernen und sie auf ihren Abenteuern zu begleiten. Ich freue mich schon auf einen weiteren Fall. Zu finden ist meine Rezension hier auf Lovelybooks, daneben bei Amazon und auf meiner FB-Seite unter Irismaria Leseratte.
https://www.lovelybooks.de/autor/Carmen-Mayer/Die-Trossfrau-2328689753-w/rezension/2438220469/
Sophie, vernünftig geschieden, Anfang sechzig, Mutter einer verheirateten Tochter, versteht die Welt nicht mehr: Ihre erste Enkeltochter soll Emma heißen! Das geht ja gar nicht. Mitten in ihr Unverständnis hinein bekommt sie von ihrem Ex-Mann die Aufgabe, für eine Familienchronik zu recherchieren. Neben einem handfesten Skandal findet sie einen interessanten Weg für sich und ihre Zukunft. Mit ihrem neuen Blick sich und anderen gegenüber kann sie inzwischen akzeptieren, dass das Kleine Emma heißen soll. Aber – was faselt ihr Schwiegersohn von einem 'Paul'?
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