Carmen Reinhart , Kenneth Rogoff Dieses Mal ist alles anders

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Inhaltsangabe zu „Dieses Mal ist alles anders“ von Carmen Reinhart

Dieses Mal ist alles anders, dieses Mal kann es gar nicht so schlimm werden wie beim letzten Mal. Denn dieses Mal steht die Wirtschaft auf soliden Füßen und außerdem gibt es diesmal viel bessere Kontrollmechanismen als beim letzten Mal. Wann immer es in der Geschichte der Menschheit zu Krisen kam, diese oder ähnliche Sätze waren jedes Mal zu hören. Doch was ist dran an derartigen Behauptungen? Nicht besonders viel, haben Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart herausgefunden. In akribischer Arbeit haben die beiden Autoren die Finanzkrisen der letzen acht Jahrhunderte in über 66 Ländern analysiert. In sechs Abschnitten stellen Reinhart und Rogoff ihre Untersuchungsergebnisse vor, beginnend bei den zugrundeliegenden theoretischen Ansätzen. Darauf basieren die folgenden Kapitel, in denen Auslands- und Inlandsschuldenkrisen sowie Bankenkrisen abgehandelt werden. Der vierte Abschnitt widmet sich dann auch der US-Subprimekrise und zeigt eindrucksvoll die Parallelen zu den vorhergegangenen Kapiteln. Zum Schluss ziehen die beiden Autoren die Lehren aus ihrer Untersuchung und kommen zu dem Ergebnis: Es ist dieses Mal eben doch nicht anders.

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  • Über die nicht austerben wollende politische Verdrängung der ökonomischen Wirklichkeit

    Dieses Mal ist alles anders
    R_Manthey

    R_Manthey

    26. June 2015 um 15:22

    Wenn man etwas aus diesem Buch lernen kann, dann, dass Staatspleiten kein seltenes Ereignis sind. Die Autoren weisen anhand von Datensätzen aus mehreren Jahrhunderten nach, dass die Abläufe im Wesentlichen immer gleich sind. Nationen leben eine Zeit lang über ihre Verhältnisse, stehen dann manchmal noch jahrelang praktisch bereits pleite vor dem finanziellen Abgrund, bis aus irgendeinem meist externen Grund das Vertrauen in ihre Rückzahlungsfähigkeiten schwindet. Früher führten fast immer Kriege in eine solche Situation, heute haben sich zu den Ursachen noch das kreditfinanzierte Streben nach einem breiten Scheinwohlstand oder politisch gewollte, aber ökonomisch blödsinnige Währungskoppelungen wie in Argentinien oder Griechenland dazugesellt. Staatspleiten sind fast immer die Folge einer wahnwitzigen Schuldenmacherei der politisch führenden Schicht, die chronisch unfähig ist, der ökonomischen Wirklichkeit ins Auge zu sehen und entsprechend zu handeln. Leider wurde das Buch der beiden Autoren nach meinem Empfinden nicht für ein breites Publikum konzipiert. Es hat vielmehr den eigenwilligen Charakter einer wissenschaftlichen Monografie und liest sich dementsprechend holprig. Dutzende Seiten des ersten Kapitels werden beispielsweise beschrieben, um Definitionen zu erstellen, sie zu begründen und sich nach allen Seiten abzusichern und zu erklären. Nicht selten wirkt das dann doch etwas diffus, weil es den Autoren nicht immer gelingen will, auf den Punkt zu kommen. Inhalt des ersten Kapitels ist eine Klassifikation der verschiedenen Krisentypen (Inflationskrisen, Währungszusammenbrüche, Währungsabwertungen, Bankenkrisen, Aus- und Inlandsschuldenkrisen) und eine kurze beispielhafte Schilderung von einigen solcher Fälle. Kapitel 2 kommt zu dem Schluss, dass Schuldenkrisen bei solchen Ländern wahrscheinlich werden, deren Auslandsverschuldung über 35% des BIP liegt. Bei Deutschland ist sie mehr als doppelt so hoch. Allerdings leiden wir nicht sehr unter den drei im Text genannten institutionellen Schwächen, die eine Schuldenkrise begünstigen. Länder, die einmal in Schuldenkrisen geraten sind, brauchen oft Generationen, um sich davon zu erholen. Das abschließende Kapitel des ersten Teils erklärt, woher die im Folgenden genutzten Daten stammen und wie sie einzuordnen sind. Der zweite Teil des Buches ist den Auslandschuldenkrisen souveräner Staaten gewidmet. Also beginnt Kapitel 4 mit einigen recht abstrakten theoretischen Fragestellungen dazu. Das nächste Kapitel beleuchtet Zyklen und Muster bei Auslandsverschuldungen. Dabei kommen die Autoren bei der Auswertung ihres empirischen Materials zu der Schlussfolgerung, dass Auslandsschuldenkrisen mit Kriegen korreliert sind oder dem Schuldenmachen in guten Zeiten. Das konnte man auch so vermuten. Im 6. Kapitel findet man zahlreiche Beispiele für Auslandschuldenkrisen in den letzten 200 Jahren. Mit dem 7. Kapitel beginnt der dritte Teil dieses Buches, der Inlandsschuldenkrisen beleuchtet. Die entsprechenden Schuldverschreibungen müssen dabei nicht in der Landeswährung begeben worden sein, was allerdings eine Ausnahme ist. Gewöhnlich machen die Inlandsschulden den größeren Teil der Gesamtschulden eines Staates aus. Und merkwürdigerweise ist hier die Zahlungsmoral erheblich besser als gegenüber ausländischen Gläubigern. Die Autoren haben das durch große Datensätze nachgewiesen. Solche Daten aus der Vergangenheit überhaupt erheben zu können, gleicht eigentlich einem Wunder. Und deshalb sollte man nicht kritisieren, dass die Autoren immer nur die Schulden des Zentralstaates meinen, obwohl natürlich die Gesamtinlandsschulden (zum Beispiel Schulden von Teilstaaten oder Kommunen mitgerechnet) wesentlich höher, aber nachträglich kaum mehr zu ermitteln sind. Die Autoren weisen nach, dass Auslandsschuldenkrisen stets Inlandsschuldenkrisen und ein wirtschaftlicher Niedergang vorausgehen. Doch merkwürdigerweise werden Inlandsschulden auch heute noch kaum beachtet, obwohl sie die Krise lange vorher ankündigen. Wäre die EU-Bürokratie nicht plötzlich erblindet, hätte sie die Griechenland-Katastrophe lange vorher sehen können. In der Geschichte neigten Staaten oft dazu, sich durch Inflation ihrer Inlandsschulden zu entledigen. Mit dem 10. Kapitel beginnt der vierte Teil. Zunächst betrachten die Autoren Bankenkrisen und stellen fest, dass solche Krisen immer mit einer vorangegangenen Deregulierung der Finanzmärkte und einem erheblichen Kapitalzufluss korreliert sind. Die Kosten von Bankenkrisen sind deutlich größer als die zur unmittelbaren Rettung eingesetzten Beträge. Bankenkrisen führen in der Regel zu einer Verdopplung der Staatsschulden. Kapitel 11 erinnert uns daran, dass es Währungsabwertungen und Inflationen auch schon vor der Einführung des Papiergeldes gegeben hat. Damals wurde einfach der Edelmetallgehalt von Münzen geändert. Wie es um diese Themen in der heutigen Zeit bestellt ist, berichtet das folgende Kapitel. Im vier Kapitel umfassenden fünften Teil geht es um die amerikanische Subprime-Krise und ihre Verbreitung über die ganze Welt. Die Autoren befassen sich von vielen Seiten aus mit diesem Themen und versuchen eine historische Einordnung, denn das ist schließlich das Thema ihres Werkes. Über die Krise selbst habe ich allerdings schon bessere Analysen gelesen. Im letzten Kapitel dieses Teil entwickeln die Autoren Messgrößen, um Krisen vorauszusehen und beschreiben einen typischen Krisenverlauf. Im letzten Teil fragen sich Reinhart und Rogoff, was wir nun aus all dem gelernt hätten. Darunter steht ein Zitat. Es lautet: "Es gibt nichts Neues, außer dem, was vergessen wurde." Damit ist alles gesagt. Ihre nachfolgenden Ausführungen vermitteln zwar den Eindruck, als wären wir lernfähig. Doch da kann man skeptisch sein. Staaten werden von Menschen gelenkt, und Menschen leben gerne über ihre Verhältnisse. Das Buch enthält einen umfangreichen Anhang, in dem Schulden- und Bankenkrisen der letzten 200 Jahre dokumentiert werden. Auf weitere Quellen wird hingewiesen. Fazit. Dieses wissenschaftliche Werk über die Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte basiert auf einem einmaligen Datenkranz. Man kann schon alleine wegen dieses Materials und seiner detaillierten Analyse in der Bewertung nicht unter fünf Sterne gehen. Überraschendes kommt außer der Häufigkeit der Ereignisse nicht zu Tage, denn alle Krisen verlaufen im Prinzip nach demselben Schema. Menschliches Verhalten und dabei insbesondere die ständige Selbstüberschätzung blieben über die Jahrhunderte konstant und sind invariant gegenüber technischen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Buch ist erwartungsgemäß nicht besonders spannend geschrieben und bietet keine praktischen Schlussfolgerungen für eine zukünftige individuelle Krisenbewältigung.

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