Carmen Rohrbach Am Anfang steht das Fernweh

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Inhaltsangabe zu „Am Anfang steht das Fernweh“ von Carmen Rohrbach

»Unterwegs sein ist mein Leben«, sagt Carmen Rohrbach. Das Fernweh trieb sie viele Jahrzehnte durch die Welt. In diesem Bildband zieht die Reiseautorin Bilanz über 40 Jahre Abenteuer und erzählt persönliche Geschichten aus ihrem Leben, einer einzigen großen Reise: von Ost nach West, von Patagonien, dem Jemen und der Mongolei. Zu Fuß, mit Dromedar, Pferd oder Esel unterwegs – sie hat (fast) alles probiert und den Traum von der Ferne nie verloren.
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  • ‚Richtig lebensbedrohlich war es für mich nur einmal im Leben gewesen.'

    Am Anfang steht das Fernweh

    sabatayn76

    06. July 2017 um 23:33

    ‚Richtig lebensbedrohlich war es für mich nur einmal im Leben gewesen. Das war bei meiner DDR-Flucht, als ich durch die Ostsee schwamm.‘In ‚Am Anfang steht das Fernweh‘ erzählt Carmen Rohrbach von ihrer Kindheit und Schulzeit in Bautzen und Freyburg, vom Biologiestudium in Greifswald und Leipzig, von ihrem Fluchtversuch aus der DDR, ihrem Gefängnisaufenthalt und ihrer Ausweisung in die Bundesrepublik, von den Reisen, von denen sie in ihrer Kindheit und Jugend geträumt hat, und von denen, die sie sich als Erwachsene erfüllt hat. Rohrbach nimmt den Leser u.a. mit zu ihrem Forschungsaufenthalt auf Galapagos, zu ihrer Expedition in die Wüste Gobi, zu ihrer ersten Allein-Reise in Schottland und zu ihrer Reise mit einem Dromedar durch den Jemen. Ich kenne bereits mehrere Bücher der Autorin, und vor allem ‚Im Reich der Königin von Saba‘ hat mich begeistert, da ich das Buch kurz nach meinem eigenen Aufenthalt im Jemen gelesen und im Land viele ähnliche Dinge wie Rohrbach erlebt habe. Und so hat mir auch der Jemen-Teil des hier rezensierten Buches am besten gefallen, da er mich zurück in den Jemen versetzt hat. Doch auch die anderen Reisen der Autorin, die in ‚Am Anfang steht das Fernweh‘ vorgestellt werden, haben mir gefallen, da sie spannend erzählt wurden und besondere Einblicke in Land und Leute ermöglichen. Bei den Fotos im Buch handelt es sich um recht pixelige Analog-Fotos. Für einen National Geographic-Bildband mag die Bildqualität eher enttäuschend sein, und vielleicht wäre es besser gewesen, das Buch nicht als Bildband zu veröffentlichen, um Leser nicht zu enttäuschen. Nichtsdestotrotz finde ich die Fotos gut gewählt, da sie anschaulich dokumentieren, wo Rohrbach unterwegs war und was sie erlebt hat. Auch finde ich, dass Rohrbach ein gutes Auge für Details und Stimmungen hat.Auch wenn es sich um einen Bildband handelt, finde ich, dass der Fokus auf den Texten liegt und die Bilder nur der weiteren Veranschaulichung dienen. In den Texten erfährt man nicht nur von Rohrbachs eigenen Gedanken und ihrer Motivation, sondern erhält zudem Informationen zu Landschaft, Flora, Fauna, Menschen und Besonderheiten des Landes/der Region.

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  • Vierzig Jahre Abenteuer

    Am Anfang steht das Fernweh

    michael_lehmann-pape

    26. June 2017 um 17:09

    Vierzig Jahre AbenteuerEs gibt sie noch. Jene Menschen, die fasziniert vom Reisen ans ich sind. Die abseits des Mainstream-Tourismus tief in die Landschaften, Traditionen, Besonderheiten der bereisten Länder und Gegenden eindringen. Für Carmen Rohrbach ist dies eine Lebenshaltung, kein Luxus des „Urlaubs zwischendurch“. Neugierig und mit offenen Augen bereist sie besonderen, ehrausfordernde Länder und Landschaften und besitzt das Talent, ihre Erfahrungen in Bild und Wort für den Betrachter nachvollziehbar und anregend zu vermitteln.„Das Abenteuer-Gen ist mir in die Wiege gelegt worden“. Denn eine ähnliche Veranlagung „zum Fernweh“ war im sozialen Umfeld der Reisenden nicht anzutreffen. Wobei Rohrbach beileibe keine ist, die einfach drauflos stürzt und mal sieht, wohin es sie verschlägt. Eine akribische Vorbereitung, eine Sammlung von Informationen (auch um Gefahren gering zu halten) gehören bei ihr unabdingbar zum Reisen dazu.Aber das, was sie in jungen Jahren vor allem an Lektüre verschlang und was die Lust auslöste, die beschriebenen Orte mit eigenen Augen zu sehen, das war zeitlebens Antrieb für dieses „reisende Erleben“.So bildet dieser Bildband nicht nur einen vielfachen Einblick in die verschiedensten Länder, Landschaften und Gegenden der Welt, die Rohrbach bereiste, sondern ist auch zu versehen als eine bebilderte Autobiographie, die gerade in den begleitenden Texten ausführlich ihren Platz findet.Sei es der „Forscherdrang“ auf Galapagos und in der Mongolei, seien es die Erfahrungen „Allein in der Fremde“ (Schottland und Marokko), seien es die Sehnsuchtsorte „Berge“ oder die Faszination Wüste, seien es die thematisch zusammenfassenden „Lebens-Kapitel“ über den „Zauber der Ferne“ und „dem Fremden begegnen“ als praktische Verweise auf die grundlegenden Motivationen der Person Carmen Rohrbach, sei es das letzte Kapitel „Was mich treibt“, in allen Stationen und Beschreibungen dieses reisenden Lebens vermischen sich Außen und Innen. Und bieten in den breiten Texten (eine Besonderheit für Bildbände) und den qualitativ hochwertigen und ausdrucksstarken Fotografien anschauliche und hervorragende Eindrücke für den Leser, der nach der Lektüre das Fernweh Rohrbachs bestens nachvollziehen kann (und vielleicht sogar ein wenig selbst angesteckt wird).Die Gestalt der Nomadenfreu inmitten einer dichtgedrängten Herde von Schafen, die „luftgetrockneten“ Lehmziegelhäuser in Marokko samt einer Hochzeit, die „gewaltige Festungsmauer“ der Anden, das Wandern durch die Wüste, die kleine Hütte vor dem Spitzkopp-Massiv, vielfach in den Motiven und Themen sind die Fotografien und Stationen dieser Reisen, bei denen urwüchsige Landschaft, traditionelles Leben und Flora und Fauna gleichermaßen bestens „ins Bild gerückt!“ werden.Eine faszinierende Biographie in Bild und Text.

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