Carmen Stephan

 4.4 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Mal Aria, It's all true und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Carmen Stephan

Mal Aria

Mal Aria

 (15)
Erschienen am 26.09.2013
It's all true

It's all true

 (3)
Erschienen am 27.07.2017
Brasilia Stories

Brasilia Stories

 (0)
Erschienen am 01.09.2005

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Vespasias avatar

Rezension zu "Mal Aria" von Carmen Stephan

Mal Aria
Vespasiavor einem Jahr

Die Urlauberin Carmen wird unterwegs von einem Moskito gestochen, der sie mit der lebensgefährlichen Krankheit Malaria infiziert. Besagter Moskito folgt ihr und erzählt ihre Geschichte. Der Leser erfährt von der Unfähigkeit der Ärzte, der Machtlosigkeit gegenüber einer gefährlichen Krankheit und von Insekten, die eigentlich auch nur überleben wollen. Im Laufe der Geschichte konnte ich mich - obwohl ich kein großer Insektenfreund bin - mit dem Moskito identifizieren, aber auch mit Carmen, deren Urlaub fatal endet.

Dieses Buch regt zum Nachdenken an, über den Tod, über Natur und über die Menschen. Es berührt und beeindruckt, ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die Krankheit selbst. Ein wunderbares Buch, dass es definitiv wert ist, gelesen zu werden!

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Rezension zu "It's all true" von Carmen Stephan

Carmen Stephan | IT’S ALL TRUE
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Erzählt wird die Geschichte von Jacaré, einem armen Fischer, der im von der Regierung vernachlässigten Nordosten Brasiliens mehr schlecht als recht für seine Familie sorgt. Wie die meisten seiner Freunde muss er die Hälfte seines Fangs an die Obrigkeit abgeben und hat auch sonst kaum Rechte. Die Lösung wäre eine Audienz beim Präsident, der aber thront tausende Kilometer weiter südlich in Rio de Janeiro. Also macht sich Jacaré mit drei Freunden auf die beschwerliche Reise dorthin – auf einer Jangada, einem selbst gebauten Floß. Die Überfahrt dauert zwei Monate, eine Zeit voller Gefahr, Verzicht und Todesnähe, ist aber von Erfolg gekrönt. Der Präsident hört die Bittsteller an und erlässt sofort entsprechende Gesetze, um deren Lebensqualität zu verbessern. Jacaré und seine Freunde werden als Helden in ihre Heimat zurückgeflogen.

In Hollywood bekommt der aufstrebende Regisseur Orson Welles Wind von der Geschichte und beschließt, sie unter dem Titel IT’S ALL TRUE zu verfilmen. Er fliegt nach Brasilien, um den mutigen Fischer zu treffen und gewinnt ihn und seine Gefährten für die Dreharbeiten. »Ich will, dass Ihr es genau so macht, wie es war«, doch eine solche Reise ist nicht zu wiederholen. Jacaré verunglückt und das Meer wird sein Grab.

FORM: Carmen Stephan (*1974) schreibt die traurige, aber wahre Geschichte in knappen Sätzen mit großer poetischer Kunstfertigkeit. Stilistisch wie auch inhaltlich erinnert das ein wenig an John Steinbecks DIE PERLE (armer Fischer sehnt sich nach einem besseren Leben), was in der heutigen Literatur auf den ersten Blick etwas angestaubt wirken mag, aber doch sehr gut in die Zeit passt, in der die Geschichte spielt.

Sehr gelungen ist die zweite Ebene. Orson Welles, der mit CITIZEN KANE Anfang der 1940er Jahre weltweite Erfolge feiert, wird als Dandy und Freigeist glaubwürdig beschrieben. Da sich Welles für das Verschwinden des Fischers verantwortlich fühlt – bis zu seinem Tod 1985 kommt er finanziell für Jacarés Familie auf –, ist auch er eine tragische Figur. Das Filmprojekt IT’S ALL TRUE (ein Episodenfilm über Brasilien) blieb aufgrund der Tragödie, der politischen Situation und Budgetkürzungen unvollendet. Erst Jahrzehnte später lief der Film in den Kinos Brasiliens an. Die Fischer-Episode FOUR MEN ON A RAFT kann man sich hier bei Youtube ansehen.

FAZIT: Teils Gesellschaftsdrama, teils Filmgeschichte – Carmen Stephan ist mit IT’S ALL TRUE ein kleines Schmuckstück gelungen. Mit knapp über hundert Seiten das perfekte Buch fürs Wochenende. Fünf Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "It's all true" von Carmen Stephan

‚Ich will, dass ihr es genau so macht, wie es war.‘
sabatayn76vor einem Jahr

Im März 1942 treffen sich der Fischer Jacaré aus dem Nordosten Brasiliens und der US-amerikanische Regisseur Orson Welles in Rio de Janeiro.

Jacaré - Vater von neun Kindern, der immer gegen Hunger und Armut kämpft - ist wenige Monate zuvor mit drei anderen Fischern von Fortaleza nach Rio de Janeiro gesegelt, um den Präsidenten des Landes um Hilfe zu bitten.

Welles ist fasziniert von der Geschichte der vier Männer, die auf einem einfachen Floß in 61 Tagen 2381 Kilometer zurückgelegt haben, und möchte ihre Reise nachfilmen und den Film ‚It‘s all true‘ nennen.

Ich habe vor einigen Jahren ‚Mal Aria‘ von Carmen Stephan gelesen, war damals sehr begeistert und habe seitdem sehnsüchtig auf einen neuen Roman der Autorin gewartet.

‚It‘s all true‘ ist ein sehr knappes Buch, doch trotz der Kürze lässt es sich nicht so schnell lesen, wie man erwarten würde. Zwar ist die Wortwahl sehr einfach, doch stilistisch fand ich das Buch bisweilen etwas umständlich und gestelzt.

Der Einstieg und das Ende des Buches haben mir sehr gut gefallen, sind sehr dicht geschrieben, packend und oft tiefsinnig. Den Mittelteil fand ich allerdings etwas zu ausschweifend und deutlich weniger fesselnd.

Alles in allem hat mich ‚It‘s all true‘ eher enttäuscht, was daran liegen mag, dass meine Erwartungen nach dem grandiosen ‚Mal Aria‘ sehr hoch waren.

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