Jinntöchter

von Carmilla DeWinter 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Jinntöchter
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AprilHexes avatar

Ungewöhnlicher, aber sehr spannender Fantasy-Roman, der unter anderem auch Patriarchat vs Matriarchat und hetero vs. homo thematisiert

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Culture clash in orientalischem Setting. Intelligente Unterhaltung!

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Inhaltsangabe zu "Jinntöchter"

Vor fünfundzwanzig Jahren haben die Helgen aus dem Norden das Land Iradoun eingenommen, doch dessen Reichtümer sind ihnen nicht mehr genug: Die nordischen Besatzer gieren nach den Schätzen südlich der Wüste. Gleichzeitig bereiten königstreue Verschwörer einen Aufstand vor und verbünden sich dafür mit einem Jinn. Dieser Jinn jedoch verfolgt seine eigenen Ziele.

Währenddessen wünscht sich die Hure Maya nichts sehnlicher als eine eigene Familie, Politik ist ihr gleichgültig. Erst als sie dem entlaufenen Zwangsarbeiter Khamer bei der Flucht vor den Besatzern ihrer Heimat hilft, begreift sie, dass sie sich den Intrigen nicht länger entziehen kann.

Noch ahnt niemand, dass in ihr ein besonderes Erbe schlummert, auf das es einer der Verschwörer abgesehen hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783946425410
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:338 Seiten
Verlag:Edition Roter Drache
Erscheinungsdatum:02.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    AprilHexes avatar
    AprilHexevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlicher, aber sehr spannender Fantasy-Roman, der unter anderem auch Patriarchat vs Matriarchat und hetero vs. homo thematisiert
    Intelligente Fantasy

    Sehr flüssig und spannend geschriebener Fantasy-Roman, der mich in den meisten Momenten gefesselt hat. Die Geschichte ist in sich stimmig und die Charaktere liebevoll und witzig ausgestaltet. Toll fand ich auch, dass eigentlich kein Charakter einfach nur gut oder böse ist, sondern immer beides in sich trägt. 
    Manchmal wirkt die Story zwar etwas gar stereotyp, und mich störten die ständigen Anspielungen auf Homosexualität teilweise etwas, da ich sie als unnötig oder nicht wirklich wichtig empfand, aber das ist wohl Geschmackssache. 
    Ansonsten sehr empfehlenswert, da es wirklich einmal "was ganz anderes" ist im Bereich Fantasy. 

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    Monkbergvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Culture clash in orientalischem Setting. Intelligente Unterhaltung!
    Nord gegen Süd, Sieger gegen Besiegten und Patriarchat gegen Matriarchat

    Dieses Buch ist Unterhaltung im besten Sinn, nämlich intelligente Unterhaltung. Doch sei der Leser gewarnt: Ein Märchen erzählt die Autorin wirklich nicht. Eher reibt sie uns Prise für Prise Wahrheiten unter die Nase und das sehr geschickt. Aber jetzt – genau wie die Erzählerin, die der Handlung quasi wie in einem Zwischenspiel immer wieder einen schönen Takt gibt, uns hineinschickt und wieder herausreißt, die Spannung mal steigert, mal geschickt bremst – also mitten hinein:

    Wir befinden uns mit dieser Geschichte in unruhigen Zeiten. Ein Volk von Eroberern hat sich in Jinntöchter vor etwa einer Generation im Land der Besiegten breitgemacht und der Bevölkerung die eigenen Wertvorstellungen aufgedrückt. Es ist noch nicht lange genug her, dass die Besiegten ihre alten Götter vergessen und sich die neuen wirklich zu eigengemacht hätten. Die Sitten der Sieger werden befolgt, aber verinnerlicht sind sie noch nicht. Der Normalbürger will keinen Ärger und die Heldin, Maya, eigentlich nur das, was jeder Mann, jede Frau will – ein Heim, eine Zukunft. Genau damit tut sie sich aber schwer, denn sowohl in den Wertvorstellungen der Eroberer wie der Besiegten gilt sie als illegitim und damit bleibt ihr als einzige Möglichkeit sich zu verkaufen.

    Versteht sich, das macht Jinntöchter sehr klar, dass genau die Gesellschaft, die Maya ausgestoßen hat, ihre Dienste nur zu gern in Anspruch nimmt. Scheinheiligkeit ist so alt wie die Welt und genauso lange fordert Unterdrückung, gleich welcher Art, Widerstand heraus. Die Erzählerin der Handlung rollt vor den Augen der Leser einen reich gemusterten Teppich von Wünschen und Motiven aus. Er gibt Verschwörer, die darauf hoffen, die alte Ordnung wiederherzustellen und die Eroberer aus dem Land zu jagen, samt ihrer Priesterschaft. Die Eroberer wiederum gieren nach neuen Schätzen, die sie jenseits der Grenze der Besiegten in einem noch weiter entfernten Land zu finden hoffen. Während das Volk, das dort lebt, noch einmal andere Wertvorstellungen hat, die mit denen Mayas, ihrer Landsleute und denen der Eroberer in keiner Weise kompatibel sind.

    Manchmal, das tut aber dem Lesevergnügen nur minimal Abbruch, wird die Handlung ein wenig zu sehr zur Parabel, zu deutlich zum Spiegel, den uns die Figur der Erzählerin vorhält. Denn es geht es in Jinntöchter um Vorurteile. Jeder von uns besitzt sie. Es geht um Hetero‑ gegen Homosexualität, Patriarchat gegen Matriarchat, Macht gegen Ohnmacht und um Gehorsam gegen Rebellion. Viele der handelnden Personen müssen erleben, dass die Werte, an denen sie sich ihr ganzes Leben festgehalten haben, im Grund nichts wert sind. Einige entdecken neue Werte, andere gehen unter. Nicht alles in diesem Roman endet im happy End, doch die gesamte Handlung ist in sich absolut stimmig und dass Maya tatsächlich ihren Platz findet, sogar einen, mit dem die Leser nicht gerechnet haben: Wunderbar!

    Da es sich dabei um Fantasy handelt, gibt es quasi zusätzlich mächtige Geistwesen, Jinun. Besser bekannt als Dschinns. Sie spielen eine wichtige, aber keine absolute Rolle, genauso wenig wie Magie eine unverzichtbare Rolle im Rahmen der Handlung spielt. Die Autorin benutzt sie, um manche Dinge plausibler zu machen, als sie es ohne Magie wären. In diesem Sinn ist die Magie diese k‑einen Märchens genau wie die Erzählerin mit ihrer Rahmenhandlung ein Kunstgriff.

    Carmilla deWinter benutzt auch sprachlich einen Kunstgriff, auf den man sich einlassen muss: Um darzustellen, dass die Jinun, Geister der Wüste, als solche (eigentlich) kein Geschlecht haben, mal Sie mal Er sein können, sind sie bei der Autorin sier. Man kann es beim Lesen als Stolpersteine empfinden, man kann Carmilla DeWinter für die Konsequenz bewundern, mit der sie das durchzieht. Ich wünsche Jinntöchter auf jeden Fall viele begeisterte LeserInnen.

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