CARO MATZKO: ALTE WUT
Warum ich an den Ort reiste, von dem mein Vater einst fliehen musste
INHALT:
Als Zehnjähriger floh Caro Matzkos Vater aus Ostpreußen. Er verlor seine Heimat, seine Kindheit und erlebte Dinge, die kein Mensch je vergisst. Achtzig Jahre später reist seine Tochter seine Fluchtroute zurück, auf der Suche nach Antworten. Sie will verstehen, warum sich die seelischen Verletzungen ihres Vaters in ihrem eigenen Leben fortpflanzen konnten. Wo liegt der Ursprung ihrer durchlebten Magersucht, ihrer Kämpfe gegen Depression und Burn-out? Wie vererben sich Traumata von einer Generation auf die nächste? Mit schonungsloser Ehrlichkeit und unerschrockenem Humor erzählt die bekannte Journalistin und Moderatorin von einer schmerzhaften Reise, die ihr alles abverlangt.
MEINE MEINUNG:
Das Buch hat mich sehr berührt.
Es ist ja schon länger erforscht, daß Traumata unbehandelt die Gene verändern können bis in die vierte Generation – und genau davon berichtet Caro Matzko, wenn auch in anderen Worten.
Was das Trauma der Flucht nicht nur in ihrem Vater, sondern auch in ihr bewirkt, ist zu Herzen gehend. Und es sind so viele betroffen …
Daß die Autorin sich damit auseinandersetzt, ist schmerzhaft und heilsam zugleich.
Ich kann das bis zum einem gewissen Grad nachvollziehen, denn meine Familie wurde Anfang 1946 von Polen aus Pommern vertrieben; das hat Spuren bei meinen Großeltern und Eltern bis zu ihrem Tod hinterlassen, und auch bei mir bemerke ich Anzeichen für Gefühle, die ich eigentlich gar nicht haben kann, weil es mir ja nicht passiert ist.
Was es für mich schwierig macht: obwohl der Vater auf seine Weise liebenswert ist und auch ein guter Vater und Opa, ist er der AfD sehr zugeneigt, was eigentlich unverständlich ist auf Grund seiner Erlebnisse. Zum Glück war und bin ich nicht in der Situation, und die Art und Weise, wie Caro Matzko damit fertig wird, ist bewundernswert.











